MonatSeptember 2018

Der Baumfalke

Den Baumfalken habe ich ein paar Mal in den Beiträgen vom Haarstrang erwähnt, aber ich selbst hatte ihn vorher nie gesehen oder gar fotografiert. Nur andere Fotografen hatten mir Fotos gezeigt. Aber im September konnte ich auch meinen ersten Baumfalken sichten und fotografieren. Der Baumfalke ließ sich an mehreren Tagen hintereinander an der Kiebitzwiese beobachten.

Der Baumfalke ist ein sehr schneller Jäger und jagt seine Beute mit sehr hoher Geschwindigkeit in der Luft. Als sehr guter Flieger frißt er diese Beute auch sofort in der Luft. Seine Beute sind Vögel und Insekten. Um auf die hohe Geschwindigkeit zu kommen, ist er immer wieder in die Höhe über die Baumwipfel geflogen, um sich dann im Sturzflug auf die Ruhr hinab fallen zu lassen. Diese wellenförmigen Flugkurven konnte man immer wieder beobachten.

Der Baumfalke war auch ab und zu erfolgreich und hat auch einige Libellen dabei gefangen. Er ist etwas so groß wie ein Turmfalke. Von seinem Verhalten erinnert er etwas an einen kleinen Wanderfalken.

Alte Bekannte

Alte Bekannte vielleicht auch für euch Leser. Über den Einen schrieb ich in meinem letzten Beitrag und die zwei Anderen kennt ihr vielleicht schon von hier, wenn ihr hier schon länger mit dabei seid.

Aber der Reihe nach. Ich war heute endlich einmal wieder in den Rieselfeldern! So toll die Kiebitzwiese und andere Gebiete auch sind, um bestimmte Arten zu beobachten, die Rieselfelder setzen immer die besonderen Highlights. Und setzen immer noch einen drauf! Manchmal kommt man echt kaum weiter auf dem Weg, weil ständig irgendwas interessantes zu sehen ist. Und so sah ich direkt noch an der ersten großen Wiese einen alten Bekannten im Flug. Andere Besucher hatten ihn wohl aufgeschreckt, den weisen Mäusebussard! Ich sah ihn ziemlich genau vor einem Jahr das erste Mal.

Siehe auch : Weißer Mäusebussard

Auffällig waren auch die vielen Rauchschwalben die noch über den Wiesen kreisten. Auf einer der Wiesen sah ich auch die Weißstörche, die sich immer um diese Zeit zu einer Gruppe sammeln. Und der auffällig blaugelb beringte Weißstorch war wieder dabei! Den habe ich hier schon oft gezeigt.

Siehe auch : Störche an Weihnachten

Ein junger Steinschmätzer

Und ich sah noch einen jungen Steinschmätzer. Ein sehr später Zugvogel und irgendwie ziemlich allein unterwegs. So nah sah ich einen Steinschmätzer noch nie. Und damit kann ich auch für dieses Jahr doch noch meinen ersten Steinschmätzer notieren. Wenn man die Hybride mitzählt, macht das meine Nr. 106 für dieses Jahr!

Der Schlangenbändiger

Der Held des Tages war aber ein Graureiher, der eine Ringelnatter gefangen und geschluckt hat! Damit hatte er ziemlich Probleme, die war nämlich länger als sein Hals! Die fressen echt wirklich alles! Küken, Maulwürfe, Mäuse, Ratten, Libellen, kleine Taucher und jetzt auch noch Schlangen. Und natürlich ihre Hauptnahrung : Fische.

Leider konnte ich das nur durch das Schilf fotografieren. Das Highlight des Tages, auch wenn der Graureiher da eine bedrohte Tierart erwischt hat. Aber so ist das in der Natur.

 

Kleine Vögel – unglaubliche Leistung

Im Moment sind die Zugvögel das große Thema bei Ornithologen und Fotografen. Selten sieht man die ganze Woche so viele im Naturschutzgebiet. Man hofft auf den großen Durchzug und die Rast von Vögeln. Sind durch den Wegzug der einheimischen Zugvögel die Landschaften doch eher ruhig geworden. Im Moment sind es noch kleine Vögel die man bei ihrer Rast beobachten kann. Diese stehen immer im Schatten der großen Zugvögel, der Gänse und Kraniche. Natürlich ist Größe und Masse immer beeindruckender. Aber diese kleinen Vögel vollbringen unglaubliche Leistungen. Mit einer Größe von ein paar Zentimeter und zwischen 10 und 25 g Gewicht, fliegen sie tausende Kilometer.

Kleine Vögel – Ganz groß!

Für den Laien ist es natürlich auch schwer, diese kleinen Vögel zu beobachten und zu bestimmen. Ohne Fernglas geht da gar nichts. Und einige davon sieht man bei uns nur in der Zugzeit. Der Steinschmätzer ist einer dieser Vögel, die man jetzt sehen kann. Er ist bei uns vom Aussterben bedroht. Als Zugvogel überwintert er in Afrika. Die Population aus Alaska legt dabei 30.000 km zurück. Sie fliegen über Nordrussland und Asien bis nach Ostafrika. Sie fliegen dabei mit 50 km/h und legen jeden Tag 450 km zurück. Die Steinschmätzer die man bei uns sieht, kommen vermutlich aus Grönland. Sie fliegen über die Britischen Inseln und Helgoland zu uns und dann weiter Richtung Afrika.

Auch die Braun- und Schwarzkehlchen rasten zur Zeit noch bei uns. Während die Braunkehlchen auch echte Langstreckenzieher sind und südlich der Sahara überwintern, bleibt das Schwarzkehlchen in Europa. Es überwintert in West- und Südeuropa. Zur Zeit hält sich noch ein Schwarzkehlchen-Paar an der Kiebitzwiese auf. Die meisten Braunkehlchen sind schon weggezogen.

Die Graureiher oder wie schafft man Ordnung?

Die Graureiher sind ein gutes Beispiel für gleich mehrere Probleme, mit denen ich mich im Moment beschäftige. Einen Graureiher sieht man eigentlich fast immer wenn man unterwegs ist. Wenn sonst nichts da ist, ein Graureiher steht immer irgendwo. Und bevor man gar nichts fotografiert, dann knipst man eben den Graureiher. Denn nichts ist enttäuschender als bei einem Ausflug gar kein Foto zu machen. Da sie auch noch leicht zu fotografieren sind, sogar im Flug, habe ich jede Menge Fotos von ihnen. Zu den ganzen anderen Fotos die ich noch habe. Ich bin der typische Dauerknipser. Lieber noch ein Foto mehr, nur zur Sicherheit. Für den Fall, das die anderen schlecht sind. Oder vielleicht ist das Foto besser als die anderen.

Manchmal ist das auch gar nicht schlecht, erwischt man doch so besondere Momente. Es bringt aber auch einige Probleme mit sich. Unheimlich viele Fotos, die man durchsehen muss und von denen viele gleich aussehen. Und den ganzen Speicherplatz, den man braucht. Die Festplatte vom PC ist ständig voll und die erste externe Festplatte jetzt auch. Was auf über 10.000 Fotos schließen lässt.

Ein neues Ordnungssystem

Mein Ordnungssystem ist erstmal, ich speichere die Fotos nach dem Ort und dem Datum. Wie man es bei Urlaubsfotos macht. Aber gerade bei den Graureihern ist mir dann ein Problem bewusst geworden. Die Graureiher sind in jedem Ordner dabei. Ich müsste alle Ordner durchsehen. Es macht also Sinn, in Ordnern alle Fotos von einem Tier zu sammeln. Was auch den Vorteil hat, man sieht sofort, welche Situation man schon besser fotografiert hat und kann viele Fotos löschen.

Beim Graureiher habe ich das schon vor Monaten gemacht, bei anderen Tieren noch gar nicht. Sonst steht der Graureiher eher nicht an erster Stelle. Bei vielen Beiträgen fallen seine Fotos weg, weil es sonst zu viele werden.

Da es im Moment aber mit Beobachtungen eher schlecht läuft, kann ich jetzt ein paar Fotos zeigen. Sehenswert sind die auf jeden Fall. Kaum einen Vogel kann man in so vielen verschiedenen Situationen fotografieren, wie den Graureiher.
Wie ordnet ihr denn eure Fotos? Was für ein Typ Fotograf seid ihr?

Der Rotmilan

Einen Greifvogel habe ich in meinen Beiträgen über den Haarstrang und die Kiebitzwiese zwar immer erwähnt, aber nie gezeigt – den Rotmilan. Das hat den Grund, dass der Rotmilan ein exzellenter Flieger und Gleiter ist und man ihn praktisch nur in der Luft sieht. Dabei werden ihn viele schon einmal gesehen haben. Seine langen, schmalen Flügel und der stark gegabelte Schwanz sind unverkennbar.

Da der Rotmilan einen großen Teil des Tages mit kilometerlangen Flügen verbringt, kommt es sehr selten vor das man ihn ruhend sieht. Er ist bei diesen Flügen auf der Suche nach Nahrung. Im Suchflug geht es in geringer Höhe über die offene Landschaft. Deshalb sitzt er auch nie an. Daher sind Beobachtungen von Verhaltensweisen auch kaum möglich.

Außer das er wie viele exzellente Flieger auch einige Dinge im Flug erledigt. Wie seine Krallen zu überprüfen.

Der Schwarm

Im Moment kann man noch ein Naturspektakel der besonderen Art beobachten. Die Stare sammeln sich zu großen Schwärmen von über Tausend Vögeln. Vielleicht kennt ihr die Bilder von Großstädten wie z. B. Rom, wo sich die Stare zu riesigen Schwärmen von Millionen von Vögeln versammeln. Sie zeichnen dann Wellen und andere Formationen an den Himmel. Dagegen sind die Schwärme die sich jetzt in Deutschland sammeln eher klein. Was leider auch damit zu tun hat, dass auch der Bestand der Stare zurückgegangen ist. Weshalb man ihn auch zum Vogel des Jahres ernannt hat.

Auch wenn das Spektakel in den kleineren Schwärmen weniger gigantisch ausfällt, ist es doch sehr beeindruckend. Die Dynamik, aber auch die Verbundenheit und die Lautstärke. So ist der Star auch für seine herausragenden Gesangs- und Sprachfähigkeiten bekannt.

Verbundenheit und Dynamik wie ein Fischschwarm

Ein Staren-Schwarm zeichnet sich besonders durch seine Verbundenheit und Dynamik aus. Das läßt einen direkt immer an den Film „Die Vögel“ oder an das Buch „Der Schwarm“ von Frank Schätzing denken. Es ist beeindruckend, aber auch etwas befremdlich und beängstigend. Ein Staren-Schwarm ist gerade von der Dynamik ganz anders als ein Schwarm Gänse oder Möwen. Was auch mit der geringeren Körpergröße zu tun hat. Er wirkt wie ein Fischschwarm. Der auch immer wieder in verschiedenen Formationen und Wellen unterwegs ist. Ein Schwarm steht immer unter dem Motto, gemeinsam sind wir stark und groß.

Ein Schwarm ist ein komplexes und faszinierendes Gebilde. Deshalb gibt es auch Schwarmforscher die sich damit beschäftigen. Um das Gebilde zu verstehen und eventuell hilfreiche Dinge für unser Zusammenleben zu entdecken. So wird das Schwarmverhalten und die Schwarmintelligenz untersucht. So gilt das bekannte Wikipedia als ein Beispiel für Schwarmintelligenz.

Die Regeln in einem Schwarm

Bei einem Schwarm gelten immer ein paar Regeln. Bewege dich immer in die gleiche Richtung wie deine Nachbarn, immer in die Mitte deiner Nachbarn und komme ihnen möglichst nicht zu nahe. Ziel ist immer die Mitte des Schwarms. Der sicherste Platz.

Die Stare die sich jetzt bei uns sammeln sind gerade ausgeflogene Jungvögel. Sie bilden sofort Schwärme. Dazu kommen dann noch die Zugvögel aus dem Norden und Osten. Deshalb sind die Schwärme so groß.
Die Jungvögel sind noch beige und sehen noch ganz anders aus als die Altvögel. Die Stare aus dem Schwarm von der Kiebitzwiese haben schon das Übergangskleid vom Jung- zum Altvogel.

 

Die erfolgreiche Jagd

Der Eisvogel ist im Moment wirklich jeden Tag am Aussichtshügel der Kiebitzwiese und versucht von seinem Ansitzbaum die Fische zu fangen. Und heute war nach vielen Fehlversuchen doch einige Male erfolgreich! Sogar sehr große Fische konnte er fangen und auch ich war sehr erfolgreich! Bei bestem Licht habe ich ihn und seine Beute fotografiert. Auch letztes Jahr ist mir das gelungen. Damals war er sogar noch erfolgreicher und fing bei jedem zweiten Versuch etwas. Die Bedingungen waren letztes Jahr auch besser für ihn. Heute muss er mit dem niedrigen Wasserstand, den Wasserpflanzen und schlechteren Ansitzpunkten kämpfen.

Ich hatte eindeutig heute mehr Erfolg als damals. Die Fotos damals waren kaum zu gebrauchen! Und es freut mich, das der Eisvogel nach den vielen Fehlversuchen endlich Erfolg hatte!

Die Zugvögel der Kiebitzwiese

Vor ein paar Tagen schrieb ich, das im August eine Übergangsphase für die Beobachtung von Vögeln ist. Die ist dann für Beobachtungen nicht so einfach. Die ersten Zugvögel verlassen uns dann schon in Richtung Süden. Besonders die typischen Sommervögel wie Schwalben, Mauersegler und Neuntöter sind dann schon unterwegs. So langsam kommen dann aber schon die ersten Zugvögel aus dem Norden und Osten zu uns. Als einen Höhepunkt des Vogelzuges wird dann von Experten der 15. September genannt. Sicher ist das wie immer nur als ein theoretischer Richttag zu sehen. Denn die Natur ist immer anders. Alleine schon das Wetter kann das ganze sehr beeinflussen.

Aber ein bißchen sind die Zeiten auch vorhersehbar. Das merke ich jetzt in meinem zweiten richtigen Beobachtungsjahr. Wie schon im letzten Jahr sehe ich jetzt wieder häufiger die Eisvögel! Das ganze Jahr habe ich sie kaum gesehen. Ich vermute, sie haben jetzt die Brutzeit beendet, in der sie sich eher zurückgezogen haben. Und zeigen sich jetzt wieder häufiger.

Und jetzt sehe ich auch wieder die Braunkehlchen. Letztes Jahr war ich sehr euphorisch als ich sie in den Rieselfeldern von Münster sah. Ich war der Meinung, dass die Gegend so toll ist und es dort sogar Braunkehlchen gibt. Es gibt natürlich einzelne Brutpaare, aber die Braunkehlchen die man jetzt sieht, sind oft Zugvögel. Neben den Braunkehlchen sind auch die Steinschmätzer und Schafstelzen jetzt schon bei uns.

Auch die ersten Limikolen oder Watvögel, wie wir sie früher genannt haben, sind schon da. Die Grünschenkel, Mornell- und Goldregenpfeiffer kann man jetzt sehen. Und so konnte ich den ersten Grünschenkel für dieses Jahr fotografieren und meine erste Bekassine überhaupt beobachten. Dieser Vogel ist ein ähnlicher Angsthase wie die Wasserralle. Immer vorsichtig und auf Deckung bedacht.

In dieser Zeit kann man viele neue Beobachtungen für das Jahr machen.

Der Zug der Bienenfresser

Die Bienenfresser sind wirklich nur sehr kurz bei uns in Deutschland. Man kann grob sagen, von Mitte Mai bis Mitte August. Paarung, Brutzeit und Aufzucht der Jungen. Dann werden die Jungen aus der Bruthöhle gelockt und dann schwärmt die ganze Gruppe aus. Sie erkunden die Gegend nach Nahrung. Sie verlassen dann meistens ihr Brutgebiet, bis sie im nächsten Jahr zurückkehren. Die Bienenfresser brüten bei uns oft in Sandgruben, die für die Nahrungssuche der Gruppe dann wohl nicht mehr attraktiv oder ausreichend genug sind.

In Brüggen sind die Bienenfresser auch nach dem Ausfliegen der Jungvögel noch in die Sandgrube zurückgekehrt, in anderen Gegenden kehrten sie nicht mehr in die Sandgrube zurück. Den letzten Bienenfresser in Brüggen fotografierte ich Anfang August. Die Bienenfresser sind wirklich sehr viel in der Umgebung unterwegs und schwer zu finden.

Mit Freunden in den Süden

Sie sind sehr gesellig, nisten und brüten am liebsten in Kolonien und sind auch gerne in Gruppen unterwegs. Eine Gruppe von Wissenschaftlern von der Vogelwarte in Sempach in der Schweiz haben nun herausgefunden, das die Bienenfresser gerne mit einer Gruppe von Freunden in den Süden fliegen. Die Bienenfresser sind den Winter über in Afrika und um die 14.000 km unterwegs. Diese Strecke und die gesamte Zeit verbringen sie mit Freunden. Das haben die Wissenschaftler mit Hilfe von Multisensor-Loggern herausgefunden. Diese Geräte haben registriert, das die Vögel wahrend der ganzen Reise und dem Aufenthalt in Afrika nur maximal bis zu 5 Tagen getrennt waren.

Die Logger wurden an den Vögeln befestigt und bei der Rückkehr in die Brutgebiete abgenommen und ausgewertet. Dabei wurden auch die Flughöhen ausgelesen und festgestellt das die Vögel immer miteinander unterwegs waren und auch nicht näher verwandt waren. Damit konnte man beweisen, das auch kleine Vögel in sozialen Gruppen ziehen.

Der Grugapark

Oft auch die Gruga genannt. Für mich ist es ein kleines Paradies. Viel schöner als der Westfalenpark in Dortmund. Im Grugapark gibt es für jeden etwas. Kleine und große Spielplätze für die Kinder. Ponyreiten und Tiergehege. Ein Streichelzoo mit Ziegen und Kaninchen.

Für die Erwachsenen schön gestaltete Schaugärten, Blumenbeete und Teiche. Und auch Bereiche, wo sich die Interessen durchaus treffen. Zum Beispiel in der Freiflughalle der Vögel. Dort gibt es Flamingos, Nachtreiher, Seidenreiher, Sichler, Säbelschnäbler und einen Hammerkopf. Ein Vogel der mich besonders fasziniert. Von seinem Aussehen etwas ganz besonderes. Mal wieder ein Vogel bei dem man sofort versteht, woher der Name kommt!

 

 

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