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Der Selbachpark

Der Park

Der Selbachpark liegt im Südwesten der Stadt Hamm und wirkt irgendwie immer etwas wie am falschen Ort. Um ihn herum gibt es Landwirtschaftsflächen und auch Natur. Einen Park an diese Stelle zu setzen, ergibt eigentlich keinen Sinn. Wenn man den Park aber als Ergänzung zu den umliegenden Freizeitstätten sieht, kann man vielleicht doch noch einen Sinn dafür finden. Es gibt dort ein Freibad, ein Hotel, einen Sportplatz und Tennisplätze. Der Park besteht hauptsächlich aus einem großen Teich. Dem man auch sofort ansieht, das er nur eine künstliche Wasserfläche ist.

Am einen Ende des Teiches steht das Hotel, was von kleinen Teichen umgeben ist, die mit dem typischen Waschbeton der 70er Jahre eingefasst sind. Trotzdem ziehen diese Teiche die typischen Teich- und Parkbewohner an. Graureiher, Enten, Bläß- und Teichhühner und Kanadagänse.

Ich habe den Park damals bei der Hitzeperiode besucht. Ich wollte die Kolbenente mit ihrem Nachwuchs fotografieren. Dem ersten Kolbenenten-Nachwuchs in Hamm. Darüber habe ich hier schon geschrieben : Weiterer Nachwuchs

Aber obwohl ich bei meinem Besuch wegen der Hitze nur kurz dort war, sind viele schöne Fotos entstanden.

Ein bedrohtes Paradies?

Heute kommt dann endlich der zweite Teil von meinem Besuch der Rieselfelder von Münster. Neben dem jungen Steinschmätzer konnte ich auch noch einen Rotschwanz fotografieren. Bei der Bestimmung wurde es dann aber wieder einmal schwierig. Bei uns im Kreis Unna ist der Hausrotschwanz und auch der Gartenrotschwanz schon sehr selten geworden. Auch Opfer des Insektensterbens. Wegen der hellen Unterseite würde ich bei diesem Rotschwanz auf einen weiblichen Gartenrotschwanz tippen.  Auch in den Rieselfeldern war es der erste Gartenrotschwanz den ich dieses Jahr gesehen habe. Selbst in so einem Paradies sind die Vögel bedroht.

Am großen Teich sah ich einige Pfeifenten. Die Männchen tragen im Moment noch ihr Schlichtkleid und sind so etwas schwerer zu erkennen. Man erkennt sie aber gut am hellgrauen Schnabel mit der schwarzen Spitze.

Neben der Storchengruppe auf der Wiese flogen am Nachmittag auch noch einige Störche in der Thermik vor einem strahlenden blauen Himmel.

Da machten die Rieselfelder einen wunderschönen Eindruck. Aber auch so ein Paradies ist gefährdet. Wenn die Straßen von Münster vom alltäglichen Straßenverkehr verstopft sind, nutzen viele Autofahrer die Straßen durch die Rieselfelder als Schleichwege. Und es wird nicht gerade langsam gefahren. Die Anwohner haben jetzt eine Bürgerinitiative gegründet. Durch den erhöhten Straßenverkehr werden immer wieder viele Vögel überfahren. Aber auch von Radfahrern, die angefahren wurden, habe ich schon gehört. Die Bürgerinitiative will jetzt gegen diesen erhöhten Verkehr in den Rieselfeldern etwas unternehmen. Früher waren die Rieselfelder auch schon einmal für Autos gesperrt.

Natur heißt Veränderung

Da ich gerade mein erstes Beobachtungsjahr abgeschlossen habe, vergleiche ich die Jahre und Jahreszeiten. Vögel haben feste Reviere, feste Ansitzpunkte und wiederholen ihr Verhalten. Sie fliegen jedes Jahr in den Süden und kehren im nächsten Jahr dann hoffentlich auch zurück. Und so wiederholt sich vieles. Viele Vögel habe ich ab einem bestimmten Zeitraum wieder in den Gebieten gesehen. Bei den Silberreihern ist es mittlerweile jedes Jahr wieder der Fall. Die Kolbenenten, die Löffler, die Streifengänse und der Eisvogel waren wieder da. Die Störche sammeln sich wieder zu Gruppen.

Aber Natur heißt auch immer Veränderung. Vor allem auch durch das Wetter. Die lange Trockenheit in diesem Jahr. Stürme und starke Niederschläge. Alles hat Auswirkungen. Die Weinlese ist so früh wie wohl noch nie. Auch die Kürbisse sind früher reif. Die Apfelbäume sind prall gefüllt mit Äpfel. Andere Pflanzen haben unter der Trockenheit eher stark gelitten.

Die Gebiete verändern sich ständig. Fotos die man gemacht hat, sind ein Jahr später so gar nicht mehr möglich. Weil sich auch die Vegetation ständig ändert. Sehr gut sehen kann man das an meinen Fotos vom Eisvogel. Der Ansitzbaum und die Ansitzpunkte haben sich sehr verändert. Viele gibt es so nicht mehr. Vor einem Jahr machte ich meine besten Fotos vom Eisvogel. Daran kann ich die Veränderungen zeigen.

Die Graureiher oder wie schafft man Ordnung?

Die Graureiher sind ein gutes Beispiel für gleich mehrere Probleme, mit denen ich mich im Moment beschäftige. Einen Graureiher sieht man eigentlich fast immer wenn man unterwegs ist. Wenn sonst nichts da ist, ein Graureiher steht immer irgendwo. Und bevor man gar nichts fotografiert, dann knipst man eben den Graureiher. Denn nichts ist enttäuschender als bei einem Ausflug gar kein Foto zu machen. Da sie auch noch leicht zu fotografieren sind, sogar im Flug, habe ich jede Menge Fotos von ihnen. Zu den ganzen anderen Fotos die ich noch habe. Ich bin der typische Dauerknipser. Lieber noch ein Foto mehr, nur zur Sicherheit. Für den Fall, das die anderen schlecht sind. Oder vielleicht ist das Foto besser als die anderen.

Manchmal ist das auch gar nicht schlecht, erwischt man doch so besondere Momente. Es bringt aber auch einige Probleme mit sich. Unheimlich viele Fotos, die man durchsehen muss und von denen viele gleich aussehen. Und den ganzen Speicherplatz, den man braucht. Die Festplatte vom PC ist ständig voll und die erste externe Festplatte jetzt auch. Was auf über 10.000 Fotos schließen lässt.

Ein neues Ordnungssystem

Mein Ordnungssystem ist erstmal, ich speichere die Fotos nach dem Ort und dem Datum. Wie man es bei Urlaubsfotos macht. Aber gerade bei den Graureihern ist mir dann ein Problem bewusst geworden. Die Graureiher sind in jedem Ordner dabei. Ich müsste alle Ordner durchsehen. Es macht also Sinn, in Ordnern alle Fotos von einem Tier zu sammeln. Was auch den Vorteil hat, man sieht sofort, welche Situation man schon besser fotografiert hat und kann viele Fotos löschen.

Beim Graureiher habe ich das schon vor Monaten gemacht, bei anderen Tieren noch gar nicht. Sonst steht der Graureiher eher nicht an erster Stelle. Bei vielen Beiträgen fallen seine Fotos weg, weil es sonst zu viele werden.

Da es im Moment aber mit Beobachtungen eher schlecht läuft, kann ich jetzt ein paar Fotos zeigen. Sehenswert sind die auf jeden Fall. Kaum einen Vogel kann man in so vielen verschiedenen Situationen fotografieren, wie den Graureiher.
Wie ordnet ihr denn eure Fotos? Was für ein Typ Fotograf seid ihr?

Die erfolgreiche Jagd

Der Eisvogel ist im Moment wirklich jeden Tag am Aussichtshügel der Kiebitzwiese und versucht von seinem Ansitzbaum die Fische zu fangen. Und heute war nach vielen Fehlversuchen doch einige Male erfolgreich! Sogar sehr große Fische konnte er fangen und auch ich war sehr erfolgreich! Bei bestem Licht habe ich ihn und seine Beute fotografiert. Auch letztes Jahr ist mir das gelungen. Damals war er sogar noch erfolgreicher und fing bei jedem zweiten Versuch etwas. Die Bedingungen waren letztes Jahr auch besser für ihn. Heute muss er mit dem niedrigen Wasserstand, den Wasserpflanzen und schlechteren Ansitzpunkten kämpfen.

Ich hatte eindeutig heute mehr Erfolg als damals. Die Fotos damals waren kaum zu gebrauchen! Und es freut mich, das der Eisvogel nach den vielen Fehlversuchen endlich Erfolg hatte!

Der Aasee ist umgekippt!

Die Stadt Münster trifft es dieses Jahr wirklich sehr hart. Erst im Frühjahr die Amokfahrt im Kiepenkerl-Viertel ( Siehe : Sehr traurig ) . Und jetzt hat es ein weiteres Wahrzeichen der Stadt getroffen, der Aasee ist umgekippt! Der Sauerstoffgehalt ist auf die kritische Grenze gesunken und der See zu einer grünen Kloake geworden. 100.000 tote Fische wurden aus dem See gefischt und entsorgt. Mit Umwälzpumpen und eingeleitetem Frischwasser hat man den Sauerstoffgehalt jetzt wieder auf einen guten Wert gebracht. Auch die kühleren Temperaturen helfen im Moment. Dabei ist der See erst am Freitag nach den heißen Tagen umgekippt. Das hat auch das Umweltamt der Stadt sehr getroffen, denn die Werte waren am Donnerstag noch in Ordnung. Man hofft jetzt sogar auf Experten-Hilfe von außerhalb.

Denn der See ist in einem schlechten Zustand. Heute sind die ersten toten Vögel gefunden worden. Sie sind wahrscheinlich von Blaualgen oder Bakterien vergiftet worden, die sich in der Kloake massenhaft vermehren. Es sind hauptsächlich Enten und Haubentaucher betroffen.

Eine Katastrophe für die Münsteraner

Der Aasee ist ein absolutes Wahrzeichen der Stadt, vergleichbar mit dem Wannsee in Berlin oder der Alster in Hamburg. Er ist der Mittelpunkt der Freizeit der Münsteraner. Auf dem See wird gesegelt, man joggt auf dem Rundweg und an den Aasee-Terrassen finden Konzerte statt. Der See grenzt auch an das Freilichtmuseum und den Allwetter-Zoo.

Auch eine der tollsten und witzigsten Tiergeschichten der Welt gab es auf dem Aasee. Die schwarze Schwänin, die sich in ein weißes Schwanen-Tretboot verliebt hat. Sie ist dem Boot ständig gefolgt. Vielleicht hat sie sich gedacht, Liebe überwindet jede Grenze! Die Schwänin blieb sogar bei dem Tretboot, als das im Winter vom See geholt wurde. So ging das zwei Jahre, bis sie nicht mehr an den See zurückkehrte. Überraschenderweise gibt es seit ein paar Jahren überhaupt keine Schwäne mehr am See. Sie sind wohl in die Rieselfelder oder in den Allwetterzoo abgewandert.

Für die Münsteraner ist das Umkippen des Aasees eine Katastrophe. Und die ist jetzt noch nicht behoben. Auch für mich ist der Aasee einer meiner Lieblings-Orte. Hier ein paar Bilder von besseren Tagen :

Aasee

Im Winter war das Wasser noch in Ordnung

Aasee

Der Aasee ist sehr schmal, vielleicht auch ein Problem

Aasee

Im Hintergrund die Aasee-Terrassen

Aasee

Gerade im Winter sind auch viele Kormorane am See

Weiterer Nachwuchs

Nicht nur in den Rieselfeldern gibt es dieses Jahr Nachwuchs bei den Kolbenenten, auch im Selbachpark von Hamm. Das ist der erste Nachwuchs von Kolbenenten in Hamm! Die Küken werden nur von den Müttern versorgt. Die Erpel kümmern sich gar nicht um ihren Nachwuchs. Auch diese Kolbenente hat ein Küken. Scheint der Standard bei den Kolbenenten in der Umgebung zu sein.

Die Bachstelze

Diesen Vogel kennen bestimmt sehr viele. Ist die Bachstelze doch ziemlich häufig, besonders in der Nähe von Gewässern. In den Rieselfelder von Münster und an der Kiebitzwiese hat man dieses Jahr sehr viele gesehen. Auch sehr viel Nachwuchs. Sie haben vielleicht von vielen Insekten profitiert. Auch wenn sie ein Allerweltsvogel ist, ist die Bachstelze doch sehr hübsch anzusehen. Sie hat diesen tollen Kontrast von Weiß und Schwarz. Und die Bachstelzen sehen immer sehr melancholisch aus. Vielleicht liegt das auch an den Gefiederfarben. Melancholie in Schwarz und Weiß, mit Grautönen. Die Bachstelze im Porträt :

Jenseits von Afrika…

…liegt Münster! Diese unerwartete Erkenntnis muss natürlich auch erklärt werden. Warum gerade eine westfälische Großstadt. Liegt doch so ziemlich ein Großteil der Welt jenseits von Afrika. In einem Dokumentarfilm werden die Rieselfelder von Münster als Savanne Westfalens bezeichnet. Die endlos wirkenden Schilfgürtel mit den flachen Wasserflächen und den tausenden von Vögeln lassen den Vergleich aufkommen. Er ist durchaus passend. Gerade im Moment. Wir haben seit Wochen Temperaturen über 30 Grad und dann gibt es auch noch für uns immer noch etwas „exotisch“ wirkende Vögel in den Rieselfeldern. Die Löffler und die Silberreiher. Und dann wurde gestern Abend auch noch ein Purpurreiher dort gesichtet. Wenn jetzt auch noch die Flamingos aus dem Zwillbrocker Venn den Weg in die Rieselfelder finden würden, die Afrika-Kulisse wäre fast perfekt.

Durch die anhaltend warmen Temperaturen ist die Vegetation in den Rieselfeldern förmlich gewuchert! Wo man letztes Jahr noch problemlos Beobachtungen machen konnte, ist im Moment alles zugewachsen. Das Schilf unterstreicht die Kulisse noch. Am Nil, am Viktoria- oder Tanganjikasee könnte es genauso aussehen.

Die Taucher

Heute gibt es zur optischen Abkühlung ein paar schöne Bilder von den Wasservögeln. Auch als Kontrast zu den Fotos der letzten Tage. Es sind Fotos von den Tauchern, die es bei solchen Temperaturen natürlich am Besten haben. Schön ins kühle Nass abtauchen. Klingt nach einer tollen, entspannten Zeit. Wenn der bettelnde und fordernde Nachwuchs nicht wäre! Gerade die jungen Haubentaucher sind ständig am Betteln und lassen die Eltern praktisch nie aus den Augen. Selbst wenn sie selbst schon Fische fangen können, sind sie noch ständig am Betteln. Dagegen sind die jungen Zwergtaucher schon ständig erfolgreich selbst am fangen.

Die Haubentaucher-Eltern sehen da auch schon etwas erschöpft aus und wollen zwischendurch einmal kurz ruhen. Aber der nervende und hungernde Nachwuchs läßt das kaum zu. Bei den Vögeln habe ich selten so ein penetrantes Betteln und Verhalten gesehen!

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