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Was tun, wenn ein Vogel vor das Fenster geflogen ist

Leider fliegen immer wieder Vögel gegen Fenster. Gestern ist ein Sommergoldhähnchen vor das Fenster vom Büro geflogen. Es gab einen ziemlich lauten Knall. Das hat mich sehr überrascht bei einem so kleinen Vogel. Ich habe es bisher nur erlebt, das Tauben vor Fenster fliegen.

Bei so einem Knall sieht man natürlich sofort nach, was passiert ist. Und ist erstmal geschockt, das es ein Vogel war. Der dann auch noch auf dem Rücken lag und heftig zappelte. Und dann rasen die Gedanken auch schon im Kopf, was kann ich tun? Ich wußte es nicht. Das kleine Goldhähnchen hat sich dann von selbst hinsetzen können. Und ich hatte so etwas Zeit gewonnen, bei Google zu suchen.

Und schreibe jetzt, was man tun kann, wenn ein Vogel vor das Fenster geflogen ist.

Häufig sind sie sofort tot

Wenn ein Vogel vor das Fenster geflogen ist, ist er leider meistens sofort tot. Und wird dann von Katzen oder anderen Vögeln geholt. Meistens sieht man später nichts mehr von diesem Unfall. Auch haben viele Vögel innere oder äußere Verletzungen durch den Aufprall. Wenn man erkennen kann, das ein Flügel verletzt ist, dann gibt es wahrscheinlich auch innere Verletzungen. Dann sollte man den Vogel vorsichtig in einen Karton mit Luftlöchern packen und zum nächsten Tierarzt oder einer Auffangstation fahren. Dort kann dann entschieden werden, ob bei den Verletzungen weitere Maßnahmen noch helfen können.

Bei inneren Verletzungen wird es schwierig. Oft ist der Vogel dann sehr bald tot.

Nur bei Problemen anfassen

Das Sommergoldhähnchen saß da und hatte sehr schwere Atmung. Das kann man gut erkennen. Oft haben Vögel dabei auch den Schnabel geöffnet. Das deutet auf einen Schock und eine Gehirnerschütterung hin. Davon können sich Vögel sehr viel schneller erholen als wir Menschen. Dann sollte man darauf achten, das der Vogel an einem sicheren Ort ist und sich in Ruhe erholen kann. Sitzt er auf einem Balkon, dann kann man ihn ganz in Ruhe lassen. Bei der Arbeit saß das Sommergoldhähnchen auf einer Terrasse im Innenhof. Katzen kommen dort nicht hin. Auch dort war es also sicher. Wenn der Vogel auf einem Weg oder der Straße sitzt, sollte man ihn sofort in die Hand nehmen und in ein Dickicht setzen, wo es sich in Ruhe erholen kann. Auch sollte man darauf achten, das der Vogel nicht beim Losfliegen direkt wieder vor das Fenster fliegt. Man kann den Vogel ruhig anfassen, wenn es nötig ist. Sollte es aber wegen dem Schock und starken Bewegungen eher vermeiden. Denn die könnten z. B. das Genick belasten. Am sichersten ist, ein Blatt Papier zu benutzen und den Vogel vorsichtig darauf zu schieben.

Die Erholung kann schnell gehen

Das Sommergoldhähnchen saß nicht in Richtung der Fensterscheibe. Und musste sich nur ein bißchen erholen. Alle Arbeitskollegen waren sehr mitfühlend und gerade die Arbeitskolleginnen mussten gebremst werden, nichts zu tun. Wenn der Vogel äußerlich gut aussieht, ist Aufregung für den Vogel einfach zu vermeiden.

Nach einer halben Stunde wurde das Sommergoldhähnchen munterer und begann den Kopf zu drehen. Man sah förmlich wie wieder Bewegung in den kleinen Körper kam. Und als ich dann kurz weg war, war es auch schon weg geflogen. Was mich und alle auf der Arbeit sehr gefreut hat. Es kann aber auch 1 bis 2 Stunden dauern, bis sich ein Vogel erholt hat.

Es war das erste Sommergoldhähnchen, was ich bis jetzt gesehen habe. Keine gute erste Begegnung. Ich hoffe, ich kann nochmal eines beobachten. Auch ein Foto habe ich nicht gemacht, das erschien mir sehr unangebracht. Es hatte einen Unfall und war verletzt. Das sollte man respektieren. Ich finde es auch total daneben, wenn man sich als Gaffer betätigt und Unfälle und Opfer betrachtet oder gar fotografiert und filmt. Das ist einfach asozial! Und sollte viel härter bestraft werden!

Deshalb gibt es zu diesem Beitrag kein Foto. Aber dieses Goldhähnchen werde ich bestimmt nie vergessen, dieser Moment bleibt in meinem Kopf.

Noch mehr vom Grugapark

Vor ein paar Wochen habe ich schon einmal über den Grugapark berichtet. Hier : Der Grugapark

Da es in der Freiflughalle für Vögel und in den Käfigen aber noch mehr Vögel gibt, möchte ich heute noch einige davon zeigen.

In der Freiflughalle gibt viele Ibisse. Neben den anderen Arten, die ich schon gezeigt habe.  Oft werden sie auch als Sichler bezeichnet. Vermutlich wegen dem großen, sichlerförmigen Schnabel. Neben dem Schneesichler, den ich schon gezeigt habe, gibt es noch die Scharlachsichler. Die auch rote Ibisse genannt werden und die heiligen Ibisse. Der Vogel wurde im alten Ägypten als heilig verehrt. Kommt dort aber heute gar nicht mehr vor, nur noch südlich der Sahara. Die vierte Art ist der Stachelibis, der in Australien vorkommt. Seinen Namen hat er von den gelben Federn am Hals des Männchens. Diese sehen wie Stacheln aus.

Außerdem gibt es noch Kronenkraniche in der Freiflughalle. Diese besonders auffälligen Vögel haben eine gelbe Federkrone am Kopf. Diese abstehenden Federn lassen sie auch wie Punker aussehen.

Und etwas, was man hier sehr selten sieht, gibt es bei den Fotos. Mich bei der Arbeit!

In der Nähe der Freiflughalle gibt es auch noch einige Käfige mit Papageien und Eulen.

Natur heißt Veränderung

Da ich gerade mein erstes Beobachtungsjahr abgeschlossen habe, vergleiche ich die Jahre und Jahreszeiten. Vögel haben feste Reviere, feste Ansitzpunkte und wiederholen ihr Verhalten. Sie fliegen jedes Jahr in den Süden und kehren im nächsten Jahr dann hoffentlich auch zurück. Und so wiederholt sich vieles. Viele Vögel habe ich ab einem bestimmten Zeitraum wieder in den Gebieten gesehen. Bei den Silberreihern ist es mittlerweile jedes Jahr wieder der Fall. Die Kolbenenten, die Löffler, die Streifengänse und der Eisvogel waren wieder da. Die Störche sammeln sich wieder zu Gruppen.

Aber Natur heißt auch immer Veränderung. Vor allem auch durch das Wetter. Die lange Trockenheit in diesem Jahr. Stürme und starke Niederschläge. Alles hat Auswirkungen. Die Weinlese ist so früh wie wohl noch nie. Auch die Kürbisse sind früher reif. Die Apfelbäume sind prall gefüllt mit Äpfel. Andere Pflanzen haben unter der Trockenheit eher stark gelitten.

Die Gebiete verändern sich ständig. Fotos die man gemacht hat, sind ein Jahr später so gar nicht mehr möglich. Weil sich auch die Vegetation ständig ändert. Sehr gut sehen kann man das an meinen Fotos vom Eisvogel. Der Ansitzbaum und die Ansitzpunkte haben sich sehr verändert. Viele gibt es so nicht mehr. Vor einem Jahr machte ich meine besten Fotos vom Eisvogel. Daran kann ich die Veränderungen zeigen.

Der Baumfalke

Den Baumfalken habe ich ein paar Mal in den Beiträgen vom Haarstrang erwähnt, aber ich selbst hatte ihn vorher nie gesehen oder gar fotografiert. Nur andere Fotografen hatten mir Fotos gezeigt. Aber im September konnte ich auch meinen ersten Baumfalken sichten und fotografieren. Der Baumfalke ließ sich an mehreren Tagen hintereinander an der Kiebitzwiese beobachten.

Der Baumfalke ist ein sehr schneller Jäger und jagt seine Beute mit sehr hoher Geschwindigkeit in der Luft. Als sehr guter Flieger frißt er diese Beute auch sofort in der Luft. Seine Beute sind Vögel und Insekten. Um auf die hohe Geschwindigkeit zu kommen, ist er immer wieder in die Höhe über die Baumwipfel geflogen, um sich dann im Sturzflug auf die Ruhr hinab fallen zu lassen. Diese wellenförmigen Flugkurven konnte man immer wieder beobachten.

Der Baumfalke war auch ab und zu erfolgreich und hat auch einige Libellen dabei gefangen. Er ist etwas so groß wie ein Turmfalke. Von seinem Verhalten erinnert er etwas an einen kleinen Wanderfalken.

Kleine Vögel – unglaubliche Leistung

Im Moment sind die Zugvögel das große Thema bei Ornithologen und Fotografen. Selten sieht man die ganze Woche so viele im Naturschutzgebiet. Man hofft auf den großen Durchzug und die Rast von Vögeln. Sind durch den Wegzug der einheimischen Zugvögel die Landschaften doch eher ruhig geworden. Im Moment sind es noch kleine Vögel die man bei ihrer Rast beobachten kann. Diese stehen immer im Schatten der großen Zugvögel, der Gänse und Kraniche. Natürlich ist Größe und Masse immer beeindruckender. Aber diese kleinen Vögel vollbringen unglaubliche Leistungen. Mit einer Größe von ein paar Zentimeter und zwischen 10 und 25 g Gewicht, fliegen sie tausende Kilometer.

Kleine Vögel – Ganz groß!

Für den Laien ist es natürlich auch schwer, diese kleinen Vögel zu beobachten und zu bestimmen. Ohne Fernglas geht da gar nichts. Und einige davon sieht man bei uns nur in der Zugzeit. Der Steinschmätzer ist einer dieser Vögel, die man jetzt sehen kann. Er ist bei uns vom Aussterben bedroht. Als Zugvogel überwintert er in Afrika. Die Population aus Alaska legt dabei 30.000 km zurück. Sie fliegen über Nordrussland und Asien bis nach Ostafrika. Sie fliegen dabei mit 50 km/h und legen jeden Tag 450 km zurück. Die Steinschmätzer die man bei uns sieht, kommen vermutlich aus Grönland. Sie fliegen über die Britischen Inseln und Helgoland zu uns und dann weiter Richtung Afrika.

Auch die Braun- und Schwarzkehlchen rasten zur Zeit noch bei uns. Während die Braunkehlchen auch echte Langstreckenzieher sind und südlich der Sahara überwintern, bleibt das Schwarzkehlchen in Europa. Es überwintert in West- und Südeuropa. Zur Zeit hält sich noch ein Schwarzkehlchen-Paar an der Kiebitzwiese auf. Die meisten Braunkehlchen sind schon weggezogen.

Die Graureiher oder wie schafft man Ordnung?

Die Graureiher sind ein gutes Beispiel für gleich mehrere Probleme, mit denen ich mich im Moment beschäftige. Einen Graureiher sieht man eigentlich fast immer wenn man unterwegs ist. Wenn sonst nichts da ist, ein Graureiher steht immer irgendwo. Und bevor man gar nichts fotografiert, dann knipst man eben den Graureiher. Denn nichts ist enttäuschender als bei einem Ausflug gar kein Foto zu machen. Da sie auch noch leicht zu fotografieren sind, sogar im Flug, habe ich jede Menge Fotos von ihnen. Zu den ganzen anderen Fotos die ich noch habe. Ich bin der typische Dauerknipser. Lieber noch ein Foto mehr, nur zur Sicherheit. Für den Fall, das die anderen schlecht sind. Oder vielleicht ist das Foto besser als die anderen.

Manchmal ist das auch gar nicht schlecht, erwischt man doch so besondere Momente. Es bringt aber auch einige Probleme mit sich. Unheimlich viele Fotos, die man durchsehen muss und von denen viele gleich aussehen. Und den ganzen Speicherplatz, den man braucht. Die Festplatte vom PC ist ständig voll und die erste externe Festplatte jetzt auch. Was auf über 10.000 Fotos schließen lässt.

Ein neues Ordnungssystem

Mein Ordnungssystem ist erstmal, ich speichere die Fotos nach dem Ort und dem Datum. Wie man es bei Urlaubsfotos macht. Aber gerade bei den Graureihern ist mir dann ein Problem bewusst geworden. Die Graureiher sind in jedem Ordner dabei. Ich müsste alle Ordner durchsehen. Es macht also Sinn, in Ordnern alle Fotos von einem Tier zu sammeln. Was auch den Vorteil hat, man sieht sofort, welche Situation man schon besser fotografiert hat und kann viele Fotos löschen.

Beim Graureiher habe ich das schon vor Monaten gemacht, bei anderen Tieren noch gar nicht. Sonst steht der Graureiher eher nicht an erster Stelle. Bei vielen Beiträgen fallen seine Fotos weg, weil es sonst zu viele werden.

Da es im Moment aber mit Beobachtungen eher schlecht läuft, kann ich jetzt ein paar Fotos zeigen. Sehenswert sind die auf jeden Fall. Kaum einen Vogel kann man in so vielen verschiedenen Situationen fotografieren, wie den Graureiher.
Wie ordnet ihr denn eure Fotos? Was für ein Typ Fotograf seid ihr?

Der Rotmilan

Einen Greifvogel habe ich in meinen Beiträgen über den Haarstrang und die Kiebitzwiese zwar immer erwähnt, aber nie gezeigt – den Rotmilan. Das hat den Grund, dass der Rotmilan ein exzellenter Flieger und Gleiter ist und man ihn praktisch nur in der Luft sieht. Dabei werden ihn viele schon einmal gesehen haben. Seine langen, schmalen Flügel und der stark gegabelte Schwanz sind unverkennbar.

Da der Rotmilan einen großen Teil des Tages mit kilometerlangen Flügen verbringt, kommt es sehr selten vor das man ihn ruhend sieht. Er ist bei diesen Flügen auf der Suche nach Nahrung. Im Suchflug geht es in geringer Höhe über die offene Landschaft. Deshalb sitzt er auch nie an. Daher sind Beobachtungen von Verhaltensweisen auch kaum möglich.

Außer das er wie viele exzellente Flieger auch einige Dinge im Flug erledigt. Wie seine Krallen zu überprüfen.

Der Schwarm

Im Moment kann man noch ein Naturspektakel der besonderen Art beobachten. Die Stare sammeln sich zu großen Schwärmen von über Tausend Vögeln. Vielleicht kennt ihr die Bilder von Großstädten wie z. B. Rom, wo sich die Stare zu riesigen Schwärmen von Millionen von Vögeln versammeln. Sie zeichnen dann Wellen und andere Formationen an den Himmel. Dagegen sind die Schwärme die sich jetzt in Deutschland sammeln eher klein. Was leider auch damit zu tun hat, dass auch der Bestand der Stare zurückgegangen ist. Weshalb man ihn auch zum Vogel des Jahres ernannt hat.

Auch wenn das Spektakel in den kleineren Schwärmen weniger gigantisch ausfällt, ist es doch sehr beeindruckend. Die Dynamik, aber auch die Verbundenheit und die Lautstärke. So ist der Star auch für seine herausragenden Gesangs- und Sprachfähigkeiten bekannt.

Verbundenheit und Dynamik wie ein Fischschwarm

Ein Staren-Schwarm zeichnet sich besonders durch seine Verbundenheit und Dynamik aus. Das läßt einen direkt immer an den Film „Die Vögel“ oder an das Buch „Der Schwarm“ von Frank Schätzing denken. Es ist beeindruckend, aber auch etwas befremdlich und beängstigend. Ein Staren-Schwarm ist gerade von der Dynamik ganz anders als ein Schwarm Gänse oder Möwen. Was auch mit der geringeren Körpergröße zu tun hat. Er wirkt wie ein Fischschwarm. Der auch immer wieder in verschiedenen Formationen und Wellen unterwegs ist. Ein Schwarm steht immer unter dem Motto, gemeinsam sind wir stark und groß.

Ein Schwarm ist ein komplexes und faszinierendes Gebilde. Deshalb gibt es auch Schwarmforscher die sich damit beschäftigen. Um das Gebilde zu verstehen und eventuell hilfreiche Dinge für unser Zusammenleben zu entdecken. So wird das Schwarmverhalten und die Schwarmintelligenz untersucht. So gilt das bekannte Wikipedia als ein Beispiel für Schwarmintelligenz.

Die Regeln in einem Schwarm

Bei einem Schwarm gelten immer ein paar Regeln. Bewege dich immer in die gleiche Richtung wie deine Nachbarn, immer in die Mitte deiner Nachbarn und komme ihnen möglichst nicht zu nahe. Ziel ist immer die Mitte des Schwarms. Der sicherste Platz.

Die Stare die sich jetzt bei uns sammeln sind gerade ausgeflogene Jungvögel. Sie bilden sofort Schwärme. Dazu kommen dann noch die Zugvögel aus dem Norden und Osten. Deshalb sind die Schwärme so groß.
Die Jungvögel sind noch beige und sehen noch ganz anders aus als die Altvögel. Die Stare aus dem Schwarm von der Kiebitzwiese haben schon das Übergangskleid vom Jung- zum Altvogel.

 

Die Zugvögel der Kiebitzwiese

Vor ein paar Tagen schrieb ich, das im August eine Übergangsphase für die Beobachtung von Vögeln ist. Die ist dann für Beobachtungen nicht so einfach. Die ersten Zugvögel verlassen uns dann schon in Richtung Süden. Besonders die typischen Sommervögel wie Schwalben, Mauersegler und Neuntöter sind dann schon unterwegs. So langsam kommen dann aber schon die ersten Zugvögel aus dem Norden und Osten zu uns. Als einen Höhepunkt des Vogelzuges wird dann von Experten der 15. September genannt. Sicher ist das wie immer nur als ein theoretischer Richttag zu sehen. Denn die Natur ist immer anders. Alleine schon das Wetter kann das ganze sehr beeinflussen.

Aber ein bißchen sind die Zeiten auch vorhersehbar. Das merke ich jetzt in meinem zweiten richtigen Beobachtungsjahr. Wie schon im letzten Jahr sehe ich jetzt wieder häufiger die Eisvögel! Das ganze Jahr habe ich sie kaum gesehen. Ich vermute, sie haben jetzt die Brutzeit beendet, in der sie sich eher zurückgezogen haben. Und zeigen sich jetzt wieder häufiger.

Und jetzt sehe ich auch wieder die Braunkehlchen. Letztes Jahr war ich sehr euphorisch als ich sie in den Rieselfeldern von Münster sah. Ich war der Meinung, dass die Gegend so toll ist und es dort sogar Braunkehlchen gibt. Es gibt natürlich einzelne Brutpaare, aber die Braunkehlchen die man jetzt sieht, sind oft Zugvögel. Neben den Braunkehlchen sind auch die Steinschmätzer und Schafstelzen jetzt schon bei uns.

Auch die ersten Limikolen oder Watvögel, wie wir sie früher genannt haben, sind schon da. Die Grünschenkel, Mornell- und Goldregenpfeiffer kann man jetzt sehen. Und so konnte ich den ersten Grünschenkel für dieses Jahr fotografieren und meine erste Bekassine überhaupt beobachten. Dieser Vogel ist ein ähnlicher Angsthase wie die Wasserralle. Immer vorsichtig und auf Deckung bedacht.

In dieser Zeit kann man viele neue Beobachtungen für das Jahr machen.

Der Zug der Bienenfresser

Die Bienenfresser sind wirklich nur sehr kurz bei uns in Deutschland. Man kann grob sagen, von Mitte Mai bis Mitte August. Paarung, Brutzeit und Aufzucht der Jungen. Dann werden die Jungen aus der Bruthöhle gelockt und dann schwärmt die ganze Gruppe aus. Sie erkunden die Gegend nach Nahrung. Sie verlassen dann meistens ihr Brutgebiet, bis sie im nächsten Jahr zurückkehren. Die Bienenfresser brüten bei uns oft in Sandgruben, die für die Nahrungssuche der Gruppe dann wohl nicht mehr attraktiv oder ausreichend genug sind.

In Brüggen sind die Bienenfresser auch nach dem Ausfliegen der Jungvögel noch in die Sandgrube zurückgekehrt, in anderen Gegenden kehrten sie nicht mehr in die Sandgrube zurück. Den letzten Bienenfresser in Brüggen fotografierte ich Anfang August. Die Bienenfresser sind wirklich sehr viel in der Umgebung unterwegs und schwer zu finden.

Mit Freunden in den Süden

Sie sind sehr gesellig, nisten und brüten am liebsten in Kolonien und sind auch gerne in Gruppen unterwegs. Eine Gruppe von Wissenschaftlern von der Vogelwarte in Sempach in der Schweiz haben nun herausgefunden, das die Bienenfresser gerne mit einer Gruppe von Freunden in den Süden fliegen. Die Bienenfresser sind den Winter über in Afrika und um die 14.000 km unterwegs. Diese Strecke und die gesamte Zeit verbringen sie mit Freunden. Das haben die Wissenschaftler mit Hilfe von Multisensor-Loggern herausgefunden. Diese Geräte haben registriert, das die Vögel wahrend der ganzen Reise und dem Aufenthalt in Afrika nur maximal bis zu 5 Tagen getrennt waren.

Die Logger wurden an den Vögeln befestigt und bei der Rückkehr in die Brutgebiete abgenommen und ausgewertet. Dabei wurden auch die Flughöhen ausgelesen und festgestellt das die Vögel immer miteinander unterwegs waren und auch nicht näher verwandt waren. Damit konnte man beweisen, das auch kleine Vögel in sozialen Gruppen ziehen.

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