MonatJuli 2019

Können Vögel gähnen?

Können Vögel gähnen?

Der Schwarzmilan am Ruhrufer gähnt

Ich wusste nicht, dass Vögel gähnen können. Erst als ich das Foto von dem Schwarzmilan sah, habe ich mich gefragt, können Vögel gähnen? Sie können es und für mich sieht das auf dem Foto auch so aus, als würde der Schwarzmilan gähnen und nicht schreien.  Vielleicht war ich ihm als Fotograf zu langweilig?

Können Vögel gähnen? Das Internet weiß mehr

Ich habe dann Informationen über das Gähnen bei Vögeln im Internet gesucht. Dabei fand ich unter anderem das Wellensittiche sich gegenseitig mit dem Gähnen anstecken können. Und jetzt stelle ich mir die amüsante Frage, wie ein Gähnen wohl bei  Störchen oder Pelikanen aussieht.

Ein alter Bekannter

Der Schwarzmilan ist ein alter Bekannter. Ich kenne ihn schon vom letzten Jahr. Er saß diesmal ein Stück weiter flussabwärts an der Ruhr. Ein paar Meter entfernt vom eigentlichen Ansitzbaum der Schwarzmilane. Wahrscheinlich ist es auch ihr Schlafbaum. Denn besonders häufig sieht man sie dort in den Abendstunden. Es war auch schon kurz vor 20 Uhr, also passte das Gähnen zur Tageszeit.

Er war ein dankbares Fotomotiv. Denn er sonnte sich, ordnete seine Federn und blickte gelassen über die Ruhr. Wenn man dann so viele Fotos schießt, sind beim Durchsehen oft Überraschungen dabei. Aber ein gähnender Vogel war bis jetzt nie dabei.

Der Schwarzmilan ist einer der Altvögel und gehört zum Jungvogel, denn ich vor kurzem fotografiert habe. Am Nachmittag hatte ich die beiden Altvögel zusammen mit dem Jungvogel noch im Flug gesehen. Sie schraubten sich in der Thermik immer weiter nach oben und verschwanden dann in Richtung Süden. Die Altvögel fliegen noch oft mit dem Jungvogel zusammen, als würden sie ihm noch Unterricht geben.

Andere Vögel meiden den Schwarzmilan nicht

Nachdem der Schwarzmilan sich gesonnt hatte, flog er doch weiter zum Ansitzbaum. Um seinen Stammplatz einzunehmen. Etwas später tauchten drei Graureiher auf, die wohl auch auf dem Baum schlafen wollten. Aber nur einer ließ sich auf dem Baum nieder. Andere Vögel haben selten Angst vor dem Schwarzmilan. Ich sah schon eine Taube, die sich direkt neben einen Schwarzmilan setzte. Sie sind auch einfach nicht die Beute des Schwarzmilans und wissen das wahrscheinlich auch. Als Aasfresser fängt er selten selbst Tiere und dann erst recht keine Vögel. Er versucht sogar eher anderen Greifvögel ihre Beute abzujagen.

So sassen der Graureiher und der Schwarzmilan zusammen auf dem Baum. Ob sie auch dort geschlafen haben, weiß ich nicht. Ich musste dann auch nach Hause.

 

Zwei ungleiche Geschwister

Zwei ungleiche Geschwister

Der Größenunterschied der Geschwister ist wirklich enorm und auffällig

Beim Storchennachwuchs an der Kiebitzwiese gibt es zwei ungleiche Geschwister. Ich muss sagen, dass ich so etwas noch nicht erlebt habe. Der eine Jungvogel ist fast doppelt so weit in seiner Entwicklung, wie sein kleines Geschwisterchen. Es scheint fast so, als hätte der eine Jungvogel eine Behinderung. Er kann nicht stehen und liegt immer im Nest.

Zwei ungleiche Geschwister im Nest

Der andere Jungvogel ist fast flügge und wirkt fast riesig im Vergleich zum anderen, der immer nur liegen kann. Dieser macht sein Flügeltraining auch immer nur im Sitzen. Was das ganze noch tragischer erscheinen läßt. Er weiß wohl instinktiv, ich muss meine Flügel trainieren. Aber er kann wohl einfach nicht aufstehen und im Nest stehen.

Das Gesetz des Stärkeren

Das Störche bei Nahrungsmangel nur ein Küken großziehen, ist ganz normal. Auch das sie Jungvögel dann aus dem Nest werfen. Aber einen Jungvogel zu sehen, der in seiner Entwicklung irgendwie stehen geblieben ist, ist für mich etwas Neues. In der Natur gilt eben das Gesetz des Stärkeren. Jemand der schwach oder verletzt ist, kann meistens nicht überleben. So wird es wohl leider auch bei dem kleinen Jungvogel enden. Er wird das Nest so nicht verlassen können.

Verspätete Brut

Die Altvögel sind auch nur noch selten am Nest. Ein Altvogel hält sich oft unterhalb des Storchenmastes auf der Kiebitzwiese auf. Aber er fliegt das Nest nie an. Der größere Jungvogel wird das Nest bald verlassen. Die Bruten an der Kiebitzwiese sind oft problematisch. In den letzten Jahren gab es meistens keine Paare an der Kiebitzwiese. Viele Brutversuche sind gescheitert. Auch das diesjährige Storchenpaar hatte Probleme. Wie ich hier berichtet habe, mussten sie lange mit den Nilgänsen um das Nest kämpfen. ==> Die Kämpfe um die Nester der Störche

Auch das hat die Brut deutlich verzögert. In vielen Gegenden sind die Jungvögel schon lange ausgeflogen.

Wenn es nur ein Jungvogel schafft, kann man an der Kiebitzwiese leider schon zufrieden sein. Für den anderen Jungvogel habe ich wenig Hoffnung. Zwei ungleiche Geschwister wird wohl leider eine Geschichte ohne Happy End sein.

Eichhörnchen – Die Kobolde des Waldes

Eichhörnchen - Die Kobolde des Waldes

Ein rötliches Eichhörnchen

Es ist ruhig geworden im Wald. Aber vielleicht hat man das Glück und sieht die Eichhörnchen, die Kobolde des Waldes. Im Moment ist nicht die Zeit der Vögel im Wald. Man hört und sieht vielleicht einmal eine Amsel oder Meisen. Vor einem Monat gab es im Wald noch ganze Vogelkonzerte.

Das Vogelkonzert ist verstummt

Gesehen hat man damals auch nicht viel mehr Vögel wegen der gewachsenen Vegetation, aber die Akustik war viel lauter und eindrucksvoller. Man könnte auch sagen, man hat jetzt wieder seine Ruhe im Wald. Wenn man diese Ruhe sucht, dann wird man wohl sehr zufrieden sein. Für Tierfotografen ist die Ausbeute im Wald jetzt nicht so ergiebig. Wenn man nicht zufällig die Eichhörnchen sieht, die Kobolde des Waldes.

Ich hatte das Glück, zwei Eichhörnchen zu sehen. Die sich um einen Baumstamm gejagt haben. Das erinnert einen ein bißchen an eine Karusellfahrt. Die Eichhörnchen sind echt schnell und mal zu sehen und mal nicht. Das Eine war klassisch rötlich und das Andere mehr dunkelbraun. So schnell die Eichhörnchen auch häufig sind, sie haben immer wieder Ruhephasen, in denen sie auf Asten liegen. Das erstaunt mich immer, da ich sie als unheimlich rastlos kenne.

So flink und so unsichtbar

Wenn sie mit hoher Geschwindigkeit die Bäume hochklettern oder über Äste laufen und auf andere Äste springen, dann sind sie wieder ganz die Kobolde. Die man nie verfolgen kann und fast nicht sieht. Eben noch an dem einen Baum, tauchen sie plötzlich über einem auf oder sind schön längst im Rücken von einem auf der anderen Seite des Weges unterwegs. Sie verschwinden einfach ins nichts.

Neues von den Bienenfressern am Brachter Wald

Neues von den Bienenfressern am Brachter Wald

Der Bienenfresser wurde von der Taube vertrieben. Im Flug erkennt man gut die dreieckigen Flügel und das Insekt im Schnabel

Es gibt wieder etwas Neues von den Bienenfressern am Brachter Wald. Wenn man die Bruthöhlen nicht kennt oder nicht einsehen kann, dann ist es Mitte Juli schwierig, etwas Neues von den Bienenfressern zu erfahren. Letzte Jahr habe ich sie in dieser Zeit gar nicht gesehen.

Störungen in der Sandgrube

Es scheint jetzt so, als hätten sie die Sandgrube am Haupteingang zum Brachter Wald verlassen. Die Steilwand der Sandgrube direkt neben dem Haupteingang ist jetzt auch nicht mehr so gut einsehbar, da das Unkraut gewachsen ist. Auch die Anzahl der Fußgänger in der Sandgrube ist gewachsen. Man könnte meinen, direkt über der Steilwand verläuft ein Wanderweg. Dabei kann es nur ein Trampelpfad sein. Auch diesmal habe ich dort wieder Leute gesehen. Ich weiß nicht woher man die Information hat, das man da lang gehen kann und wo man dort hinkommt.

Dort gehen darf man eigentlich nicht! An der Steilwand gibt es jetzt auch gar keine Aktivität der Bienenfresser mehr. Erst dachte ich sogar, sie wären abgewandert. Sie kommen aber ab und zu aus einem Bereich hinter der Sandgrube nach vorne zu ihrer Birke. Man sieht die Bienenfresser am Brachter Wald häufig auf den Birken sitzen. Diese Bäume scheinen sie zu bevorzugen.

Manchmal werden die Birken aber von anderen Vögeln besetzt. Ein Bienenfresser hatte ein Insekt gefangen und wollte auf der Birke den Stachel abschlagen. Während der Bienenfresser den kleineren Baumpieper vertreiben konnte, wurde er kurz darauf selbst von einer Ringeltaube verjagt. So konnte ich den Bienenfresser nur im Flug fotografieren.

Besonders eine Gruppe von bis zu neun Hohltauben besetzte immer wieder die Birken. Während der Bienenfresser Schwierigkeiten mit anderen Vögeln hatte, hatte ich Schwierigkeiten mit dem fehlenden Licht. Es war ein sehr bewölkter Tag. Man sagt auch, Fotografieren ist schreiben mit Licht. Das war heute nur sehr eingeschränkt möglich.

Demnächst Neues von den Bienenfressern am Brachter Wald

Neues von den Bienenfressern am Brachter Wald wird es hier schon bald geben. Mit hoffentlich besserem Wetter und mehr Bienenfressern. Vielleicht gibt es doch wieder Nachwuchs.

 

Nachwuchs beim Schwarzmilan

Nachwuchs beim Schwarzmilan

Ein neues Gesicht bei den Schwarzmilanen an der Ruhr

An der Kiebitzwiese gibt es Nachwuchs beim Schwarzmilan. Nachdem ich in letzter Zeit oft über den Rotmilan berichtet habe, wollte ich einmal wieder seinen Verwandten den Schwarzmilan besuchen. An der Kiebitzwiese gibt es ein Schwarzmilan-Paar, das ich letztes Jahr entdeckt habe. Einige kennen es vielleicht von meinen Beiträgen aus dem letzten Jahr.  ==> Auge in Auge

Zweimal Nachwuchs beim Schwarzmilan

Die beiden Altvögel kann man sehr gut erkennen und unterscheiden. Gestern konnte ich ein neues Gesicht fotografieren. Einen Jungvogel von diesem Jahr. Letztes Jahr konnte ich den Nachwuchs leider nicht fotografieren. Deshalb bin ich froh, wenigstens einen der beiden Jungvögel von diesem Jahr fotografiert zu haben. Letztes Jahr hatte das Paar auch mindestens zwei Jungvögel aufgezogen. Meistens legen Schwarzmilane nur 2 bis 3 Eier, von denen zuletzt geschlüpfte Nachwuchs meist nicht überlebt.

Der Schwarzmilan ist viel enger an das Wasser gebunden, als sein Verwandter der Rotmilan. Deshalb hat der Schwarzmilan an der Ruhr und am angrenzenden Mendener Ententeich ein optimales Revier gefunden. Zwischen der Ruhr und dem Ententeich steht der Ansitzbaum der Schwarzmilane.

Zuerst sah ich einen Alt- und Jungvogel im Flug über der Kiebitzwiese. Es war, als wollte der Altvogel dem Nachwuchs noch zeigen wie man die Thermik nutzt. Schnell stiegen sie sehr hoch. Das hatte ich bei Schwarzmilanen so noch nicht gesehen. Sind sie doch sonst immer im niedrigen Suchflug über Wasser oder Feldern zu sehen.

Später konnte ich dann den Jungvogel auf dem Ansitzbaum an der Ruhr fotografieren. Manchmal versammelt sich die ganze Familie dort. Der Horst wird vermutlich irgendwo im Wald um den Ententeich liegen. Die Jungvögel werden nächstes Jahr nicht wieder in das Revier ihrer Eltern zurückkehren. Sie müssen sich ein eigenes Revier suchen.

Wenig aktive Jungstörche

Eigentlich wollte ich anderen Nachwuchs fotografieren. Den Nachwuchs der Weißstörche auf dem Storchenmast. Aber der Nachwuchs lag die ganze Zeit windgeschützt im Nest und ist noch lange nicht flügge. Auch die Altvögel ließen sich in der Zeit nicht blicken und so blieb es bei liegenden Jungstörchen im Nest.

Die drei Jungvögel des Haubentaucher-Paares sind kräftig gewachsen. Allen Dreien geht es gut, ich konnte nur nicht alle auf ein Foto kriegen.

 

Die Sichtungen vom Juni

Die Sichtungen vom Juni

Ein Neuntöter auf dem Stacheldrahtzaun vom Hammer Wasserwerk

Die Sichtungen vom Juni waren für mich richtig gut. Viele davon habe ich hier schon in den letzten Beiträgen gezeigt. Waren doch mit dem Neuntöter und dem Bienenfresser zwei meiner Favoriten dabei. Der Bienenfresser ist die Nr. 77 des Jahres und ich sah die Bienenfresser zusammen mit den Uferschwalben in der Sandgrube am Brachter Wald. Die Uferschwalbe ist die Nr. 76.

Die Sichtungen weiterer Jungvögel vom Juni

Den Neuntöter die Nr. 78, habe ich schon mit den anderen Neuzugängen im Beitrag von der Kiebitzwiese gezeigt. Die Dorngrasmücke, den Haubentaucher und den Sumpfrohrsänger. Und den einsamen Schnee-/Kanadagans-Hybrid. Bei der Durchsicht der Fotos der Haubentaucher fiel mir irgendwann auf, das es sogar drei Jungvögel sind. Auf einem Foto ist ein weiterer kleiner Kopf mit Schnabel zu erkennen. Die drei Jungvögel sollen mittlerweile auch schon ziemlich groß sein. Vielleicht werde ich sie bald wieder fotografieren.

Unsere größte Drossel

Die Nr. 84 und der bis jetzt letzte Neuzugang ist die Misteldrossel. Unsere größte, heimische Drossel. Die ich höchst wahrscheinlich schon früher im Jahr gesehen habe, aber nicht eindeutig identifizieren konnte. Man kann sie schnell einmal mit einer SIngdrossel verwechseln. Diesmal war es dann ziemlcih eindeutig. Auf die Entfernung sah der Vogel auf dem Zaunpfahl mindestens so groß aus wie ein Eichelhäher. Im Sucher konnte ich dann erkennen, das es bei der Größe nur eine Misteldrosssel sein konnte.

Viele Distelfalter, wenige andere Arten

Außerdem waren im Juni besonders viele Distelfalter zu sehen, die wohl aus dem Süden zu uns gekommen sind. Zum Teil aus dem Mittelmeerraum oder sogar aus Saudi Arabien. Man erkennt diese Exemplare an den abgenutzten Flügeln. Sonst waren aber erschreckend wenige andere Schmetterlingsarten zu sehen. Die Sichtungen vom Juni waren da eher sehr schlecht.

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