MonatSeptember 2019

Der Eisvogel (Alcedo atthis)

Eisvogel

Eisvogel-Männchen an der Kiebitzwiese in Fröndenberg an der Ruhr

Der Eisvogel (Alcedo atthis) ist einer der beliebtesten Vögel überhaupt. Sein leuchtendes, farbenprächtiges Gefieder ist wunderschön und hat ihm viele Titel eingebracht. Fliegendes Juwel, fliegender Edelstein oder der fliegende Smaragd sind nur einige davon. Auch sein englischer Name Kingfisher zeigt den Respekt, den man diesem schönen Vogel entgegen bringt.

Eisvogel – Der Name kommt von der Färbung

Diese Titel weisen auch auf einige der wichtigsten Merkmale des Eisvogels hin. Sein farbenprächtiges Gefieder am Rücken und den Flügeln leuchtet je nach Sonneneinstrahlung von hellblau über türkis bis smaragdgrün. Die hellblaue Färbung am Rücken hat ihm auch seinen Namen gegeben. Das Gefieder sieht aus wie Eis. Und ist kein spezieller Färbstoff sondern wird alleine von der Sonneneinstrahlung und der Lichtbrechung bestimmter Federstrukturen erzeugt. Die Brust und die Unterseite der Flügel beim Eisvogel sind leuchtend orange. Auch die Füße sind orange und die Unterseite des Schnabels beim Weibchen. So kann man die Geschlechter gut unterscheiden, der Schnabel beim Männchen ist komplett schwarz. Der kräftige Schnabel ist etwa 4 cm lang.

Fliegender Edelstein deutet auch auf ein weiteres Merkmal des Eisvogels hin. Der Eisvogel (Alcedo atthis) ist sehr scheu und flink und meistens sieht man ihn nur im Flug. Oft hört man vorher den Ruf des Eisvogels. Ein durchdringendes, hohes und pfeifendes “Tiit”.

Bei einer Größe von 16 cm ist er im Flug deutlich schneller unterwegs als Meisen oder Finken. Alles was der Eisvogel tut, geschieht meistens sehr schnell und so sieht man häufig nur einen kleinen, blauen Vogel vorbeifliegen.  Das ist für jeden Fotografen und Beobachter eine große Herausforderung.

Seine Jagdmethoden

Häufig fliegt der Eisvogel (Alcedo atthis) dicht über der Wasseroberfläche. Er beherrscht aber auch einen Rüttelflug wie der Turmfalke. Dabei steht der Eisvogel an einer Stelle über dem Wasser in der Luft und rüttelt mit den Flügeln. Bei dieser speziellen Jagdmethode verbessert sich die Perspektive und die Übersicht um kleine Fische im Wasser zu erkennen. Diese Methode wird dort angewandt, wo keine geeigneten Äste als Ansitzpunkte am Wasser vorhanden sind.

Der Eisvogel steht an einer Stelle in der Luft und rüttelt

Eisvogel

Beim Rüttelflug kann man die orangene Unterseite der Flügel sehen

Eisvogel

Hat der Eisvogel beim Rüttelflug einen Fisch entdeckt, geht es im Sturzflug ins Wasser

Diese Ansitzpunkte am Wasser sind die besten Plätze, um die Eisvögel zu beobachten und zu fotografieren. Der optimale Lebensraum für den scheuen Eisvogel sind dichtbewachsene Bäche, Flüsse und Teiche. Mit vielen Ästen die über das Wasser hängen. Von diesen Ästen kann der Eisvogel nach kleinen Fischen im Wasser suchen.

Bevorzugte Nahrung : Natürlich Fisch

Seine bevorzugte Nahrung sind Weißfische und vor allem auch Stichlinge. Hat er einen kleinen Fisch im Wasser entdeckt, taucht der Eisvogel im Sturzflug mit dem Schnabel voran ins Wasser ein und versucht den Fisch unter Wasser zu fangen. Seine Körperhaltung ist dabei wie ein Pfeil oder Torpedo, um möglichst wenig Wasserwiderstand zu erzeugen.

Hat der Eisvogel erfolgreich gejagt, fliegt er mit dem Fisch im Schnabel zurück zum Ast und schlägt den Fisch dann so lange auf den Ast, bis die störenden Flossen und Stachel abgefallen sind. Das ist besonderes wichtig bei den Stichlingen, die Stacheln auf dem Rücken haben. Danach wird der Fisch im Schnabel gewendet und mit dem Kopf voran verschluckt. Das ist notwendig, damit der Fisch im Schlund nicht steckenbleibt. Der Eisvogel (Alcedo atthis) kann Fische bis zu einer Länge von 9 cm  und einer Höhe von 2 cm schlucken. Manchmal übernimmt sich der Eisvogel dabei auch etwas. Ist der Fisch zu groß oder nicht passend wird er wieder ausgespuckt.

Diesen Stichling muss der Eisvogel wieder ausspucken. Er war zu breit

Das Jagdverhalten beim Rüttelflug ist genauso, nur mit dem Unterschied, das nicht von einem Ast gestartet wird. Bei Erfolg sucht der Eisvogel mit dem Fisch einen passenden Ast.

Die Brutzeit

Die Brutzeit und Aufzucht der Jungen ist von Mai bis August. Der Eisvogel (Alcedo atthis) ist ein Höhlenbrüter und gräbt Röhren in Steilwände oder Böschungen am Ufer. Dieses Verhalten hat er mit einem anderen farbenprächtigen Rackenvogel gemeinsam, dem Bienenfresser ( Merops apiaster ) Beide Vogelarten gehören zur Ordnung der Rackenvögel ( Coraciiformes ). Seine Bruthöhle gräbt der Eisvogel an freiliegenden Stellen in das Steilufer. Die Brutröhre ist Horizontal oder leicht ansteigend mit einem Nistkessel am Ende. Darin legt das Weibchen bis zu sieben Eier. Die Brutzeit beträgt 18 bis 21 Tage. Es kann im Jahr zwischen zwei und vier Bruten geben. Eine ungünstig angelegte Brutröhre kann von Füchsen, Wieseln, Waschbären, Ratten und auch Mäusen von vorne oder auch von oben geplündert werden. Auch eine Störung durch Menschen kann zum Verlust der Brut führen. Bei Verlust der Brut wird nach wenigen Tagen ein neuer Versuch gestartet.

Die besten Beobachtungen

In der Brutzeit habe ich die Beobachtung gemacht, dass man den Eisvogel noch seltener sieht. Vermutlich ist dann das Leben der Eisvögel noch versteckter und heimlicher als sonst. Ab Mitte August scheinen sie sich dann wieder freier zu bewegen und von den Strapazen der Brutzeit zu erholen. Die Zeit von Mitte August bis Mitte Oktober ist für mich die beste Beobachtungszeit. In dieser Zeit scheint der Eisvogel am aktivsten und weniger scheu zu sein. Vielleicht auch, weil er sich dann für den Winter noch ein Fettpolster anfressen muss. In dieser Zeit versucht er sein Gewicht von 40 Gramm auf bis zu 46 Gramm zu erhöhen. Für einen kleinen Vogel, der eine Jagdmethode hat, die viel Energie kostet ist das gar nicht so einfach zu schaffen.

Aber auch beim Charakter der einzelnen Vögel gibt es Unterschiede. Einige Eisvögel sind weniger scheu. Die Eisvögel, die in offenem Gelände oder an Teichen in Parks leben, sind oft einfacher zu beobachten. Wie ich in meinem letzten Beitrag über Zeeland  >>>> Goldener Herbst in Zeeland geschrieben habe, waren die Eisvögel am dicht bewachsenen See von Westkapelle sehr scheu.

Zurück in Deutschland besuchte ich diese Woche wieder einmal die Kiebitzwiese in Fröndenberg an der Ruhr. Und sah dort einen alten Bekannten, das Eisvogel-Männchen aus meinen früheren Beiträgen. Das sich dort immer an der offenen Wasserfläche vom Aussichtshügel beobachten läßt. Dieses Männchen muss auch immer wieder sein Verhalten den Bedingungen anpassen. Der Ansitzbaum im Wasser ist mittlerweile richtig schief und wird für Jagdflüge kaum noch benutzt. Dafür bieten neue Ansitzpunkte bessere Chancen für Fotografen und so konnte ich einige sehr schöne Fotos machen.

Kein typischer Ansitzast für den Eisvogel. Der Ast wird skeptisch beäugt. Aber gut für den Fotografen!

Der Bestand

Die milden Winter der letzten Jahre haben dem Bestand des Eisvogels gut getan. Der Bestand ist im Moment beständig bei 10.000 Brutpaaren in Deutschland. Die Gefahren für den Bestand sind bebaute Bäche und Gewässer, schlechte Wasserqualität und fehlende Kleinfische. Auch strenge Winter sind eine große Gefahr für den Bestand. Der Eisvogel ist kein Zugvogel und bleibt im Brutrevier. Wenn dann alle Gewässer zufrieren, findet der Eisvogel keine Nahrung mehr. Dann kann es in einem Gebiet einen Verlust von 90% des Bestandes geben. Dieser Verlust wird durch eine hohe Geburtenrate und bis zu vier Bruten im Jahr ausgeglichen. Die Strenge des Winters bestimmt den Bestand. Vielleicht kann der Eisvogel wenigstens im Winter von der Klimaerwärmung profitieren.

In Europa gibt es etwa 160.000 Brutpaare. Der Eisvogel war Vogel des Jahres in Deutschland 1973 und 2009. Er war 2009 ebenfalls Vogel des Jahres in Österreich und 2006 in der Schweiz.

Goldener Herbst in Zeeland

Goldener Herbst

Goldener Herbst am  See in Westkapelle

Wir sind aus dem Urlaub zurück und es war in Zeeland zwei Wochen lang ein goldener Herbst. Eigentlich kann man sagen, es war fast noch ein Spätsommer. Es gab nur einen Tag mit Sturm und Regen und sonst fast nur Sonnenschein. Da am Montag schon Herbstanfang war, passt aber goldener Herbst doch ganz gut.

Goldener Herbst am Meer

Auch wenn es am Meer häufig sehr windig ist, kann ich einen Urlaub in Zeeland im September nur empfehlen. Es ist dann schon deutlich ruhiger als im Sommer. Generell kann man sagen, das Zeeland im Vergleich zu Deutschland eine Oase der Ruhe ist. Gerade auch was den Straßenverkehr betrifft.

Auch was die Natur betrifft, kann man in Zeeland schöne Entdeckungen machen. Da wir uns im Familienurlaub nach den Wünschen der Räubertochter gerichtet haben, konnte ich keine Naturschutzgebiete besuchen. Aber auch einfachere Biotope bringen manchmal viele Überraschungen. So hatte der künstliche See in unserem Urlaubsort Westkapelle eine ziemlich abwechslungsreiche Vogelwelt zu bieten.

Auf der großen Wasserfläche fühlten sich die typischen Wasservögel wie Stockenten, Bläßhühner, Kormorane, Reiherenten, Haubentaucher, Lach- und Silbermöwen sehr wohl. Die Überraschungen brachte ein kleiner Altarm mit reicher Ufervegetation. Dort konnte man Zwergtaucher, Gebirgsstelzen, Reiher und die flinken Eisvögel beobachten.

Die scheuen Eisvögel

Gerade die Eisvögel und die Zwergtaucher zeigten sich dabei äußerst scheu und immer auf Deckung in der Ufervegetation bedacht. Das habe ich in Deutschland schon anders erlebt. Ich konnte die Eisvögel nie beim Ansitzen und fischen beobachten. Meistens sah man sie nur im Flug und wenn sie sich gegenseitig jagten. Dabei waren es mindestens drei Eisvögel. Ich konnte ein Pärchen und einen weiteren Vogel beobachten.

Da die Zwergtaucher beim Fischen und tauchen deutlich aktiver waren, gelangen mir dann doch noch einige schöne Fotos. Auch die Reiher zeigten sich in dem Altarm beim Jagen. Dabei war auch ein Silberreiher mit schwarzem Schnabel und schwarz-grünen Beinen. Dieser könnte zur Nominatform Ardea alba alba gehören, die zur Brutzeit einen schwarzen Schnabel hat. Ich hattte vorher noch nie einen Silberreiher mit schwarzem Schnabel gesehen.

Steinwälzer (Arenaria interpres)

Steinwälzer

Ein Steinwälzer mit den typischen Merkmalen, orangene Beine und kurzer Schnabel

Eine Woche sind wir jetzt schon in Zeeland und ich habe mit dem Steinwälzer eine Besonderheit entdeckt. Die kleinen Steinwälzer sind sehr selten an der Nordseeküste. In Deutschland gab es zwischen 2005 und 2009 nur etwa 5 Brutpaare. Im Nordwesten von Europa sind die Steinwälzer häufig als Durchzügler bei der Rast zu sehen.

Der Steinwälzer ist oft zutraulich

Der Steinwälzer ist zwischen 20 und 26 cm groß und ein sehr kompakter Vogel. Er hat einen kräftigen Schnabel und kurze, kräftige Beine. Die Beine sind auffällig orange gefärbt. Wie alle Watvögel ist er sehr gesellig und der Steinwälzer ist häufig sehr zutraulich. Das macht ihn zu einem sehr sympathischen Vogel, den man gerne beobachtet.

Ein besonderer Name

Sein Name klingt erstmal wie eine Figur aus Harry Potter. Seinen Namen hat der Steinwälzer wegen seiner Nahrungssuche bekommen. Er dreht Steine um, um darunter nach Krebstieren und Insekten zu suchen. Dieses Verhalten konnte ich leider nicht beobachten. Das wäre sehr interessant gewesen. In seiner Heimat bewohnt der Steinwälzer steinige Küsten. Als Zugvögel sieht man sie auch im Watt oder eben am Sandstrand. Aber ich konnte den Steinwälzer dabei beobachten, wie er Nahrung an Holzpfählen gesucht hat. Diese von Muscheln und Wasserpflanzen besetzten Pfähle hat er immer wieder untersucht und mit dem Schnabel bearbeitet.

Der kleine Vogel ist ein Verlierer

Leider ist der sympathische, kleine Watvogel kein Gewinner des Klimawandels. Er wird vermutlich ein großer Verlierer sein. Der Steinwälzer bewohnt den Norden von Eurasien bis in das arktische Nordamerika und Grönland. In Europa ist Grönland eines seiner Hauptverbreitungsgebiete. Er brütet auch auf Spitzbergen, in Norwegen, Schweden und Finnland. Und im europäischen Teil von Russland. Mit der zunehmenden Erwärmung wird er weitere Lebensräume verlieren und weiter in den Norden ziehen müssen. Die Gebiete die er dabei besiedeln kann, werden seinen Bestandsrückgang dann kaum ausgleichen können.

Während der Steinwälzer mein neuer Liebling ist, hat die Hamsterradrebellin im Urlaub die Dohlen als ihre neuen Lieblingsvögel entdeckt. Wie immer unterstützt sie mich bei meinen Beobachtungen und bei meinem Blog. Ohne sie wäre vieles nicht möglich gewesen. Und die kleine Räubertochter mag besonders die Spatzen, die immer versuchen etwas Fressbares von uns Menschen zu erwischen.

Hoffen wir, das diese Vielfalt der Vögel noch lange erhalten bleibt und auch Opfer des Klimawandels noch eine Chance haben

Die Limikolen an der Kiebitzwiese

Die Limikolen an der Kiebitzwiese

Ein Bruchwasserläufer im Schlamm

Die Limikolen an der Kiebitzwiese sind die, die man häufig im Binnenland und an Gewässern sieht. Ich tue mich immer noch schwer mit dem Begriff Limikolen. Ich habe halt noch in meiner Jugend gelernt, dass man sie Watvögel nennt. Wörtlich übersetzt heißt Limikole Sumpfbewohner. Was nicht wirklich auf alle zutrifft. Sie alle suchen aber ihre Nahrung im Flachwasser und im Schlamm.

Der stark bedrohte Kiebitz

Deshalb haben die meisten auch ihre langen Schnäbel und Beine. Für mich bleiben sie immer die Watvögel, aber ich möchte mich an den neuen Begriff gewöhnen. Von den Limikolen an der Kiebitzwiese ist natürlich zuerst der Namensgeber Kiebitz zu nennen. Er ist auch gleich der Vertreter, der mit Sumpf am wenigsten zu tun hat. Er ist ein typischer Wiesen- und Feldbewohner. Und damit einer der Vögel, die am meisten unter der intensiven Landwirtschaft leiden. Er hat mit dramatischen Verlusten zu kämpfen und wird wohl Aussterben, wenn die Entwicklung so weiter geht. Das muss man so hart und klar sagen. Denn selbst auf der Kiebitzwiese und den angrenzenden Feldern sieht man ihn nur noch selten. Es gab dieses Jahr aber Nachwuchs an der Kiebitzwiese. Ein kleiner Hoffnungsschimmer.

Die weiteren Limikolen an der Kiebitzwiese sind die Flußregenpfeiffer und die Flußuferläufer. In der Zugzeit sieht man auch häufiger mal Bruchwasserläufer und Grünschenkel an der Kiebitzwiese. Auch einzelne Alpenstrandläufer wurden schon gesichtet.

Limikolen in Zeeland

In den nächsten zwei Wochen werden mir vielleicht auch noch ein paar andere Vertreter der Limikolen begegnen. Denn seit Montag bin ich mit der wunderbaren Hamsterradrebellin und der kleinen Räubertochter im Familienurlaub in den Niederlanden. Wir sind in Zeeland und da sollten doch zur Zeit ein paar andere Watvögel unterwegs sein, als die Limikolen an der Kiebitzwiese.

Cumberland Schmuckschildkröte

Cumberland Schmuckschildkröte

Schildi sonnt sich auf seiner Insel

Seit knapp zwei Monaten haben die Hamsterradrebellin  und ich schon einen neuen Mitbewohner. Es ist eine Cumberland Schmuckschildkröte. Ihr denkt jetzt bestimmt, ein Hamster hätte doch besser gepasst. Die Ironie wäre auf jeden Fall perfekt gewesen. Das Lebensmotto Raus aus dem Hamsterrad, aber der kleine Hamster strampelt sich in seinem Rad weiter ab. Ein Hamster war auch kurz in der Überlegung. Auch ein Meerschweinchen und ein Zwergkaninchen. Eben alles womit die Tochter lernen kann, mit Tieren umzugehen. Und da denkt man erstmal an kleine, flauschige Tiere zum Knuddeln.

Eine schöne Cumberland Schmuckschildkröte

Das es jetzt eine Cumberland Schmuckschildkröte geworden ist, hängt auch mit der Geschichte dahinter zusammen. Ich bin eigentlich immer gegen Haustiere. Die Tiere gehören nicht ins Haus und sollten ihre Freiheiten haben. Gerade in der Stadt und in der Wohnung haben sie diese nicht. Wenn die Katze der Nachbarin todesmutig versucht die Hauptstraße zu überqueren, dann macht das für mich keinen Sinn.

Als ich ein Foto von Schildi sah, das ist der originelle Name unserer Cumberland Schmuckschildkröte, fand ich ihn sofort toll. Seine Körperzeichnung ist wirklich schön und man kann sagen, er hat einfach etwas. Jeder mag ihn sofort. Aber ich kenne auch die Probleme, die gerade bei der Haltung von Schildkröten entstehen. Sie sind sehr pflegeleicht, aber sie werden sehr alt und sehr groß. Und das wissen viele Leute nicht. So war es auch bei den Vorbesitzern von Schildi. „Wir hatten keine Ahnung wie groß so eine Schildkröte werden kann!“

Ausgesetzte Schildkröten

Und ich weiß sehr gut, was dann mit einigen Schildkröten gemacht wird. Sie werden ausgesetzt. Denn ich habe schon ein paar Mal Schildkröten in der Natur gesehen. Und zwar richtig in der Natur. Nicht im nächsten Stadtpark. Wer schon länger meinem Blog folgt, weiß dass ich auch schon einmal einen Beitrag darüber geschrieben habe. ==>>Link : Einmal keine Vögel

Die Vorbesitzer von Schildi wollten ihn dann auch loswerden. Sie hatten keinen Platz mehr für ihn und er wäre im nächsten Tierheim gelandet. Dort warten die Schildkröten dann in einer kleinen Kiste, bis sie vielleicht jemand abholt.

Sie werden sehr alt und groß

Das wollten wir ihm auf jeden Fall ersparen und wir werden ihn auch nicht wieder abgeben. Im Moment hat er eine Größe von 20 cm. Er kann auch bis zu 30 cm groß werden. Wobei die Weibchen etwas gröer werden als die Männchen. Die Schildkröten, die ich an Teichen gesehen habe, waren auch deutlich größer als 20 cm. Oft sind das aber auch die streng geschützten Rotwangen-Schildkröten. Die vor 30 Jahren viele Kinder als Haustier bekommen haben und die dann irgendwann zu groß werden. Die ausgesetzten Schildkröten können durchaus auch den Winter überstehen. Sie machen dann Winterschlaf und wenn sie den z. B. in einem Blätterhaufen machen, können sie die Temperaturen durchaus überstehen.

Unsere Cumberland Schmuckschildkröte ist 4 Jahre alt und hat noch nie Winterschlaf gemacht. Eigentlich müssen die Schildkröten das machen, aber auch wir wissen noch nicht genau, wie wir das umsetzen sollen. Es gibt dafür verschiedene Möglichkeiten. Vielleicht ist die beste Methode, ihn in einer Pappkiste in den Keller zu setzen und ab und zu nach ihm zu sehen.

Auch Reptilien gähnen!

Wir werden eine gute Lösung dafür finden. Wir sind da sehr einfallsreich. Was bei dem Namen Schildi für eine Schildkröte nicht sofort auffällt. Er hatte den Namen halt schon vorher und dann war der bei uns sofort so abgespeichert. Schildi ist auf jeden Fall eine coole Schildkröte. Er macht Klimmzüge an seiner Insel, sonnt sich nur in der Nacht, läuft durch die Wohnung und er gähnt. Auch wenn der berühmte Verhaltensforscher Konrad Lorenz (der mit den Gänsen) in den 60er Jahren noch behauptet hat, Vögel und Reptilien können nicht gähnen. Sie können es doch! Das Beweisfoto folgt unten. Irgendwie verfolgen mich gähnende Tiere in diesem Jahr.

Die Sichtungen vom August

Die Sichtungen vom August

Ich vermute, das es ein weiblicher Mittelspecht ist

Da ich gerade das Thema Spechte hatte, passen die Sichtungen vom August auch ganz gut dazu. Wenn in der Umgebung viel Wald ist, trifft man zwangsläufig auf Spechte. Im August sah ich an einem Obstbaum einen Specht, der etwas anders aussah.

Da ich ihn leider nur von hinten fotografiert habe und danach nur noch einmal den unteren Teil erwischt habe, ist die Bestimmung nicht ganz so leicht. Aber da an der roten Kappe die schwarze Abgrenzung fehlt und es am Bauchgefieder feine Striche gibt, vermute ich es ist ein weiblicher Mittelspecht. Mein erster Mittelspecht überhaupt. Deshalb hoffe ich auch, das die Bestimmung richtig ist.

Der Mittelspecht ist die Nr. 91 für dieses Jahr. Die Nr. 90 ist der Gartenrotschwanz, den ich in den letzten Beiträgen schon gezeigt habe. Ich hatte gehofft, den Gartenrotschwanz nochmal zwischen den ganzen Hausrotschwänzen zu sehen, es waren aber keine mehr dabei.

Die Nr. 92 war dann mein erstes Braunkehlchen für dieses Jahr. Ich sah zwei Stück vor einer Woche. Ich vermute, das es die ersten Zugvögel auf der Durchreise waren. Denn ich habe vorher noch nie ein Braunkehlchen in Langenberg gesehen. Und sie sind jetzt auch nicht mehr vor Ort.

Und ich hoffe dieses Jahr noch die 100 Vogelarten zu erreichen. Wenn jetzt die Zugvögel kommen, gibt es noch gute Chancen auf weitere Sichtungen. Die Sichtungen vom August geben noch Hoffnung für weitere Neulinge in diesem Jahr.

 

Der Buntspecht und seine Schmiede

Der Buntspecht und seine Schmiede

Dieses junge Buntspecht-Weibchen hat seine Schmiede an einem Zaunpfahl. Oben sieht man noch eine grüne Haselnuss

Der Buntspecht und seine Schmiede, dieser Titel wird einen Laien erstmal ratlos dastehen lassen. Ich kann mich auch nicht mehr daran erinnern, wann ich das erste Mal von einer Spechtschmiede gehört habe. Es war vermutlich durch ein Foto.

Die Jungvögel

Die Buntspechte bei ihrer Arbeit zu beobachten, ist schon selten. Man sieht nicht oft, wenn sie die Rinde von Bäumen abhämmern oder eben ihre Nahrung zerkleinern. Im Moment kann ich einige Jungvögel dabei beobachten. Es ist im Moment noch die Zeit der Jungvögel. Dabei ist es interessant das Verhalten zu beobachten und das Aussehen. Wenn sie noch sehr jung sind, ist das Gefieder oft noch aufgeplustert. Sie sehen einfach noch jung aus und manche Merkmale oder das Gefieder hat andere Farben als beim Altvogel.

Das junge Weibchen und seine Schmiede

Oft gibt es dabei durch die Mauser auch Übergangsgefieder, das noch verschiedene Merkmale hat. Bei den jungen Buntspechten ist ein Merkmal die rote Kappe am Kopf. Die bei den erwachsenen Weibchen ganz verschwindet und bei den Männchen nur noch am Hinterkopf übrig bleibt. Bei den Buntspechten auf meinen Fotos sind noch Reste diese roten Kappe zu sehen. Es ist ein junges Weibchen und ein Männchen. Und auch diese Jungvögel beherrschen schon die Spechtschmiede perfekt. Das junges Weibchen hat ihre Schmiede an einem Zaunpfahl. In die Spalten am Zaunpfahl hat sie Haselnüsse geklemmt, die sie dann mit dem Schnabel  aufhämmert, um an den nahrhaften Inhalt zu kommen. Mit ihrer Zunge kann sie dann den Inhalt der Nuss herausholen. Das ist beste Kraftnahrung für den kommenden Winter.

Der Buntspecht und seine Schmiede ist eine echte Erfolgsgeschichte der Vögel. Sie benutzen die Spalten an dem Zaunpfahl oder an einem Baum als Amboss um die Nüsse oder Tannenzapfen zu halten. Ein anderer Jungvogel auf meinen Fotos benutzt einen Strommast aus Holz als Amboss für seine Haselnüsse. Diese sind noch Grün und noch nicht reif, aber schon die beste Nahrung für die Vögel und vermutlich noch leichter zu öffnen.

Und das haben sie schon in ihrem jungen Alter gelernt oder es ist ihnen vererbt worden.

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