Monat: Mai 2021

Bienenfresser 2021 in NRW – Geht die Ausbreitung weiter?

Bienenfresser 2021

Bienenfresser 2021: Sie sind zurück am Brachter Wald und fliegen ihre Runden

Die Bienenfresser sind auch 2021 in NRW angekommen. Am 24. Mai kehrten die Bienenfresser aus ihrem Winterquartier in ihr Brutrevier nach Brüggen zurück.

Am Sonntagmorgen war es dann endlich so weit und ich konnte mich das erste Mal in 2021 auf den Weg zu den Bienenfressern am Brachter Wald machen. Nach so vielen Monaten ist das immer wieder ein spannender Moment. Unsere Umwelt ist ständig im Wandel und es gab in den letzten Monaten große Veränderungen in den Sandgruben. Es gab große Abgrabungen in beiden Sandgruben und die verbuschte und verwilderte Fläche am Eingang der Grube wurde komplett abgetragen und zu einem Plateau planiert.

Vom Bewuchs ist nichts mehr zu sehen und auch die Brutwand der Uferschwalben konnte ich nicht finden. Ich hatte aber auch nicht länger danach gesucht. Die Bienenfresser konnte ich dagegen sehr schnell hören und finden. Sie scheinen die bewirtschafteten Sandgruben fast komplett zu meiden und haben sich auf dem eingezäunten Gelände der Deponie niedergelassen.

Weiterhin viele Störungen

Sie reagieren damit wohl auf die Abbauarbeiten und die ständigen Störungen in den anderen Sandgruben. Ein niederländischer Kollege berichtet mir, das im letzten Jahr sogar Stöcke in die Brutwand gesteckt wurden. Mich regen die Störungen und das rücksichtslose Verhalten in den Sandgruben schon seit Jahren auf. Und auch am Sonntag gab es wieder reichlich Beispiele zu sehen. Es wurde mit Modellautos auf dem Grund der Sandgrube gefahren, mit Hunden gelaufen und Trainingsgruppen von Radfahrern fuhren durch die Grube. Der Gipfel war dann, dass ein Modellbaufreak auch noch sein Modellflugzeug über der Grube kreisen ließ. Das kann man doch wirklich auch auf einer Wiese machen!

Bienenfresser 2021 – Sie bleiben dem Ort treu

Wir Naturfotografen müssen jetzt am Zaun stehen, um die Bienenfresser zu beobachten. Das mag für viele nicht gerade befriedigend sein und keinem Naturerlebnis entsprechen, aber an Brutwänden vorbeizugehen und Stöcke hineinzustecken ist es mit Sicherheit auch nicht! Mich freut es sehr das die Bienenfresser 2021 trotzdem wieder an den Brachter Wald zurückgekehrt sind und sich von den Störungen nicht vertreiben lassen. Sie zeigten sich auch sehr aktiv, man hörte sie ständig rufen und konnte sie im Flug beobachten.

Ein Paar kopulierte bereits, die Familienplanung läuft also auch schon. Vor Ort konnte ich drei Bienenfresser unterscheiden. Beim Betrachten der Fotos am Rechner konnte ich zu meiner Überraschung sogar vier Exemplare auf einem Foto finden. Über solche Überraschungen freue ich mich immer besonders. Das liegt aber auch an der großen Entfernung, die man jetzt zu den Vögeln hat. Da erkennt man nicht immer gleich alles, was auf einem Foto ist.

2020 – Ein gutes Jahr für die Bienenfresser in NRW

Auch einen Rückblick auf das letzte Jahr möchte ich hier noch machen. Es war ein erfolgreiches Jahr für die Bienenfresser in NRW. 2020 gab es 24 Brutpaare in Nordrhein-Westfalen. Nachdem im Jahr 2019 nur 8 Brutpaare gezählt wurden, ist das eine schöne Steigerung. Darunter gab es einen ersten Brutnachweis an der Lippe im Kreis Soest. in der Nähe der Auenlandschaft Disselmersch brütete ein Paar erfolgreich. Sie zogen einen Jungvogel auf. Einen weiteren Brutnachweis gab es im Kreis Wesel in der Nähe von Hünxe an einer ZEELINK Baustelle. Dort brüteten 3 Paare an einer frischen Abgrabung für die Pipeline des ZEELINK-Projektes.

Drei Brutpaare siedeln auch im hohen Norden von NRW. Im Mindener Land – in der Auenlandschaft der Weser – brüteten sie erfolgreich in einer Sand- und Kiesgrube. Mit den Brutpaaren am Brachter Wald gibt es nun schon eine Verbreitung über mehrere Standorte im ganzen Land.

Da sich auch die gesamte Population in Deutschland weiter vermehrt und ausbreitet, besteht die Hoffnung das es auch in NRW noch mehr Brutpaare werden. Das Wachstum des Bestandes in Deutschland ist weiterhin exponentiell. Eine Abschwächung ist nicht zu erkennen. Offen bleibt nur die Frage, ob es in NRW genug Lebensraum und Brutplätze für die Bienenfresser gibt. Ich hoffe das Beste für unsere Bienenfresser in 2021 und auf eine schöne und erfolgreiche Brutsaison.

Jetzt ist auch mein E-Book über den Bienenfresser bei allen bekannten Anbietern für 4,99 Euro erhältlich :

 

Lebensgemeinschaft Wiese

Lebensgemeinschaft Wiese

Lebensgemeinschaft Wiese: Der Kiebitz ist ein typischer Wiesenbewohner

Die Lebensgemeinschaft Wiese ist in unserer Natur ein sehr interessanter und wichtiger Lebensraum. Gerade unsere Wiesen- und Feldbewohner leiden unter der intensiven Landwirtschaft und der Landschaftsnutzung. In keinem anderen Lebensraum gibt es so große Verluste bei verschiedenen Tierarten. Ohne Blumenwiesen gibt es keine Insekten und dann auch keine Vögel mehr, die sich von diesen Insekten ernähren.

In den letzten Tagen habe ich darüber nachgedacht. Auf meinen Spaziergängen in der Umgebung waren nur wenige Vögel zu sehen. Bei uns im Hügelland ist die Natur auch noch etwas zurück. Wir sind hier auch noch davon entfernt, das die Landwirte ihre Wiesen mähen. Das Gras ist einfach noch nicht genug gewachsen.

Die Mahd verändert die Gemeinschaft

Im Flachland sieht das schon ganz anders aus. Ich besuchte am Freitag die Kiebitzwiese und am Donnerstag wurden dort die Wiesen in der Umgebung gemäht. Das öffnete mir nochmal eine ganz neue Perspektive auf die Lebensgemeinschaft Wiese. Die hochwachsende Wiese bietet Nahrung und Schutz für typische Wiesenbewohner wie den Kiebitz. Wiesenbewohner mit langen Beinen kommen mit jeder Grashöhe zurecht. Bestes Beispiel dafür ist der Weißstorch. Beide Vogelarten gibt es an der Kiebitzwiese.

Während eine gemähte Wiese für den Kiebitz und sein Gelege eher schlecht ist, profitieren Andere erst von einer gemähten Wiese. Ohne hohe Gräser geht der Schutz für andere Tierarten verloren und legt den Blick frei auf das Leben auf und im Boden. Eine gemähte Wiese ist wie ein gedeckter Tisch für alle die Regenwürmer, Käfer, Larven oder Feldmäuse fressen.

Eine Ansammlung von Beutegreifern

Und so fand sich über den Wiesen eine bunte Mischung von vielen Greifvögeln und Rabenvögeln ein. Einige Rotmilane und Turmfalken suchten ständig die Wiesen ab. Ein Schwarzmilan zeigte sich und die Dohlen und Rabenkrähen waren ständig auf der Suche nach Nahrung. Besonders die Turmfalken waren sehr erfolgreich und erbeuteten viele Mäuse. Dabei kam es zu einer ungewöhnlichen Begegnung. Ein männlicher Turmfalke fraß in Ruhe eine gefangene Maus. Während eine Rabenkrähe immer näher kam und den Turmfalken beobachtete. Hatte die Krähe es auf die Maus abgesehen? Dabei blieb die Krähe geduldig neben dem Turmfalken. Eigentlich sind Krähen nicht dafür bekannt, anderen Vögeln geduldig die Beute zu  überlassen.

 

Viele Farben, eine bunte Vielfalt

 

 

Bunte Vielfalt

Viele Farben, eine bunte Vielfalt: Gehört zur Kategorie Bunt, der männliche Buchfink

Bei unserem eher wechselhaftem und kühlen Frühlingswetter muss man sich manchmal mit schönen Bildern aufmuntern. Denn es gibt in der Natur viele Farben, es herrscht eine bunte Vielfalt. Sicher sind die häufigsten Farben eher grün, braun, hellbraun oder auch beige. Auch viele unserer Tierarten versuchen sich mit solchen Farben in der Vegetation und Landschaft zu tarnen.

Manche Vogel- und Schmetterlingsarten versuchen aber auch das glatte Gegenteil. Da hat man Rot als Warnfarbe. Oder man versucht mit schillernden Farben die Weibchen zu beeindrucken. Bei manchen Vogelarten sind sogar beide Geschlechter ziemlich bunt. Aber es gibt im Frühling auch noch viele andere Farbtupfer. Ich habe in meiner Galerie mal so einige zusammengestellt.

Da ich einfach so gar kein Held bin, was die Bestimmung von Blumen betrifft, sind mir die Namen dieser Pflanzen mehr so zufällig beim Stöbern im Internet und in einem Buch begegnet. Während das Wiesenschaumkraut auf der ganzen Wiese blühte, stand eine lilane Blume einsam am Waldrand. Wenn da eine Blume so allein am Wegrand steht, denke ich häufig das wäre ein Zufall. Diese Blume sieht für mich etwas wie ein Finger-Zahnwurz aus. Es gibt Gegenden, wo dieser Finger-Zahnwurz ganze Waldflächen besiedelt. Deshalb hat er natürlich auch einen Platz in meiner Galerie verdient.

 

Neue Vogelarten im April 2021

Neue Vogelarten im April

Ein Meistersänger, die männliche Mönchsgrasmücke. Seit April zurück

Neue Vogelarten im April, das ist bei mir ziemlich übersichtlich ausgefallen. Eine der dominierenden Vogelarten war die Mönchsgrasmücke, die im April in ihre Brutreviere zurückgekehrt ist. So konnte ich einige Paare und singende Männchen beobachten. Die zeigten sich ziemlich auffällig und die Weibchen waren auch sehr präsent. Da konnte man schon sehen, das sich dort die Paare gefunden haben. Oft sieht man sonst nur die Männchen bei ihrem Gesang.

Ein weiterer Rückkehrer im April war der Zilpzalp. Von dem mir aber deutlich weniger Sichtungen und weniger gute Fotos gelangen. Mit diesen beiden Vogelarten bin ich bei 51 für dieses Jahr.

Die Rauch- und Mehlschwalben sind bis jetzt bei uns noch nicht angekommen. Im Moment gibt es aufgrund der noch niedrigen Temperaturen eine Art Zugstau. Einige Zugvögel die in den Norden und Osten weiterziehen, sind bei uns gelandet und legen eine Pause ein. Darunter u. a. auch Steinschmätzer und Schafstelzen. Leider liegt Langenberg eher abseits der Zugrouten.