Sperber

Ein Weibchen am Ruhrufer. Der runde Kopf und der dünne Augenstreif als Kennzeichen

Der Sperber ist ein Jäger in vielen Lebensräumen. Im Winter jagt er sogar im Garten an der Futterstelle. Wer einmal so eine Jagd miterlebt hat, wird sie nicht mehr vergessen. Lautlos und blitzschnell fliegt der Sperber um Häuserecken oder manövriert zwischen Ästen, um die Kleinvögel zu jagen. Über so eine Jagd habe ich in meinem Beitrag ===> Die Jagd an der Futterstation berichtet.

Auch wenn seine hohe Geschwindigkeit im Flug sehr beeindruckend ist, erfolgreich ist der Sperber trotzdem nicht immer. Häufig werden an der Futterstelle die kranken und geschwächten Vögel gefangen. Damit hilft der Greifvogel dabei, die Singvogelbestände gesund zu halten.

Auch auf Häuserdächer ist er ab und zu zu sehen, gerade ab dem Herbst. Vermutlich handelt es sich dabei um durchziehende Vögel aus Nord- und Osteuropa. Die sich dann zur Rast auf einem Hausdach nieder lassen und dann dort auch jagen. Unsere einheimischen Sperber sind Standvögel. Besonders im Winter verlegen sie ihre Jagdgebiete in die Siedlungen. Generell wird die Stadt für die Greifvögel immer attraktiver. Das Nahrungsangebot ist oft besser als in den intensiv bearbeiteten Landschaften. Und einmal sah ich einen Sperber mitten über einer Kreuzung. Anschließend setzte er sich auf eine Ampel.

Aber nicht nur in den Gärten und Parks kann man ihn sichten, auch in Misch- und Nadelwäldern und an Feldgehölzen und Hecken sieht man Sperber. Letzte Woche sah ich einen weiblichen Sperber am Flussufer der Ruhr. Die Sperber-Dame saß auf einem hohen Baum am anderen Ruhrufer. Als ein Schwarm Kleinvögel über dem benachbarten Ententeich auftauchte, war es mit der Ruhe vorbei. Blitzschnell wurde ein Angriff auf den  Schwarm gestartet und das Sperber Weibchen war verschwunden.

Der Vergleich mit dem Habicht

Die Entfernung zum anderen Ufer ließ wieder die Bestimmungsfrage aufkommen, ist das nun ein Sperber oder ein Habicht? Auf größere Entfernungen sind die Größenverhältnisse schwer einzuschätzen. Grundsätzlich ist der Habicht wesentlich größer als der Sperber. Dazu kommt noch, dass das Sperber-Weibchen deutlich größer als das Männchen ist. Ein Sperber-Männchen wird bis zu 28 cm groß und die Weibchen können 38 cm groß werden. Die Größenunterschiede sind bei keinem anderen Greifvogel so groß. Das Habicht-Weibchen kann dagegen sogar stattliche 62 cm erreichen!

Würde man die Weibchen der beiden Arten nebeneinander sehen, würde man sofort erkennen welcher Vogel ein Habicht ist. Auf die Entfernung fällt es schwer die Größe zu schätzen. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal sind die Augen, die beim Habicht mit zunehmendem Alter immer dunkler werden. Von gelben Augen beim Jungvogel über Orange bis Rot bei sehr alten Vögeln.

Ein weiteres gutes Merkmal ist der Kopf beider Arten. Der Kopf beim Habicht ist kantig, der ganze Greifvogel wirkt bullig und kräftig. Dagegen ist der Kopf beim Sperber runder, die Augen sind im Vergleich zum Kopf ziemlich groß. Der Überaugenstreif ist wenig ausgeprägt, beim Habicht dagegen sehr deutlich ausgeprägt.

Runde Kopfform und große Augen

Auf meinem Fotos kann man sehr gut die Kopfform und die Anordnung der Augen erkennen. So erkennt man eindeutig, das es sich um ein Sperber Weibchen und Männchen handelt.

Das erwachsene Weibchen hat grau-braunes Gefieder, eine braun gebänderte Brust und Unterseite und gelbe Augen. Dagegen ist das Männchen grau gefärbt, hat eine rötlich gebänderte („gesperberte“) Brust und Unterseite und orangene Augen. So lassen sich die Geschlechter sehr gut unterscheiden.

Das Männchen jagt fast nur Kleinvögel wie Spatzen, Meisen und Finken. Sperber bedeutet, “Greifvogel der Sperlinge fängt”. Während das größere Weibchen auch größere Vögel wie Amseln und Stare  und Vögel bis zur Größe einer Türkentaube jagt. Da in den letzten Jahren in manchen Gegenden selbst Spatzen und Stare selten werden, bereitet das dem Greifvogel Probleme. Die Stare sind seine Hauptbeute und kleine Nagetiere als Alternative fängt der Sperber nur selten. Er ist ein Vogeljäger.

In Deutschland gab es 2013 etwa 25.000 Brutpaare, in Österreich 8000 und in der Schweiz 4000 Brutpaare. Der Bestand ist zur Zeit stabil.