Begegnungen beim Sonnenbaden

Begegnungen beim Sonnenbaden: Nicht nur diese Singdrossel hatte die Ruhe weg

Begegnungen beim Sonnenbaden hat jetzt nichts mit meinen persönlichen Sonnenbädern zu tun. Meistens verzichte ich darauf in den letzten Jahren. Es geht um  die Begegnungen, die jeder Wanderer und Naturfotograf bestimmt kennt. Der Weg biegt um eine Ecke und man weiß nie was einen dort erwartet. Immer wieder spannend. Und wenn ich daran denke, gehe ich mittlerweile auch recht vorsichtig um jede Ecke. Denn schon sehr oft habe ich dabei Tiere aufgeschreckt, die dort unbemerkt und unbeobachtet sassen.

Manche haben aber auch die Ruhe weg. Als ich im August um eine Ecke bog, zeigte sich mir ein recht merkwürdiges Bild. Das ich zuerst gar nicht vollständig verstand. Ich sah dort einen Vogel, den ich dann auch fotografierte. Eine stolze Singdrossel. Sie zeigte sich in voller Größe und hatte Beute im Schnabel. Es gab wohl noch irgendwo Nachwuchs zu füttern. Die Singdrossel machte auch keinen alltäglichen Eindruck. Aufgeplustert im Sommer, das sieht man selten! Aber da war noch etwas, was ich erst gar nicht erkannte. Im Hintergrund lag etwas dunkles auf dem Boden.

Amsel beim Sonnenbaden

Das war ein Anblick, der mich verwirrte. Ein Vogel steht ungerührt auf dem Weg, aber was liegt da? Aber näherer Betrachtung eine weibliche Amsel bei einem Sonnenbad! Die Amsel lag flach auf dem Asphalt, Flügel und Schwanz von sich gestreckt und ausgebreitet. Vögel baden gerne, im Wasser und im Sand. Um Parasiten im Gefieder loszuwerden und auch um sich abzukühlen. Aber diese Amsel nahm ein Sonnenbad! Vielleicht um das Gefieder zu trocknen? Kormorane machen das gerne  und häufig. Sicherlich sitzen Vögel auch gerne in der Sonne. Aber spezielles Sonnenbaden, bei dem man die Wärme praktisch aufnimmt und sich aufwärmen will, sieht man selten. Reptilien müssen sich in der Sonne auf Steinen aufwärmen. Aber Vögel versuchen vermutlich eher, die Hitze zu vermeiden.

Vögel nehmen ein Sonnenbad

Trotzdem kann man solche Vögel beobachten, die ein Sonnenbad nehmen. Auch die Singdrossel wollte sich das näher ansehen, was die Verwandtschaft da auf dem Asphalt trieb. Ohne Reaktion der Amsel. Die Singdrossel verschwand und mein Blick war jetzt ganz bei der Amsel. Die erste Reaktion in so einer Situation ist immer der Gedanke, das der Vogel tot ist und deshalb dort liegt.

Aber die Amsel war putzmunter und trat die Flucht an, als ich näher kam. Kurz musste sie sich noch das Gefieder putzen, bevor es auf Nahrungssuche ging und der Weg überquert wurde.

Ein seltenes Verhalten

Ich kann mich kaum an solche Begegnungen erinnern. Es kommt selten vor und ist wohl nicht so häufig. Schließlich kann man bei so einem Sonnenbad schnell von einem Beutegreifer überrascht werden. Da es aber so ungewöhnlich ist, habe ich mir die Sonnenbader gut eingeprägt. Was die Amsel da am Boden machte, hatte ein Gartenbaumläufer noch verfeinert. Er sonnte sich auf einer Hauswand wie ein Schmetterling. Um so vielleicht die Wärme der aufgeheizten Wand auch noch aufzunehmen. Vielleicht tat die Amsel genau das mit der Wärme vom Asphalt. An beiden Tagen war es auch so warm genug. Es war im Juli und eben im August. Ob es sich bei diesen Vögeln vielleicht einfach um besonders wärmeliebende Exemplare handelte? Es sah zumindest nicht so aus, als wollten die beiden ihr Gefieder trocknen, wie der Kormoran.

Sonnenbaden
Die Singdrossel im Vordergrund. Aber was liegt dahinten auf dem Boden?
Auch die Singdrossel sieht sich das mal näher an
Sonnenbaden
Eine weibliche Amsel beim Sonnenbaden!
Als ich näher komme, ist bei der Amsel mit der Ruhe vorbei
Das Gefieder muss aber nochmal gerichtet werden
Und es muss auch nochmal geputzt werden!
Dann geht es auf Nahrungssuche
Bevor endgültig der Abflug gemacht wird
Sonnenbaden
Auch dieser Gartenbaumläufer nimmt ein Sonnenbad
Sonnenbaden
Während dieser Kormoran sein Gefieder trocknen will. Alle Vögel hatten sich dabei so ausgerichtet, das sie die Sonne im Rücken hatten.

Die rätselhafte Welt der Enten

Enten
Die rätselhafte Welt der Enten: Um diese Ente geht es. Sieht aus wie eine weibliche Stockente, hat aber einen grauen Schnabel

Jeder der schon einmal versucht hat, einige Enten zu bestimmen, wird irgendwann vor einem Rätsel gestanden haben. Die rätselhafte Welt der Enten entsteht durch die zahlreichen Hybriden und die Schlichtkleider der Männchen. Allgemein kann man wohl sagen, die Männchen sind Schuld! Denn die Männchen der Enten- und Gänsearten nehmen das häufig mit der Wahl der Weibchen nicht so genau. Hauptsache eine Ente, egal welche! Keine Ahnung was sich die Natur dabei gedacht hat. Die zahlreichen Hybriden können so eigentlich nicht gewollt sein. Auch bei den Weibchen stoßen die liebestollen Männchen nicht immer auf Gegenliebe.

So konnte einmal ein seltenes Männchen der Moorente dabei beobachtet werden, wie es vergeblich versuchte bei einem Reiherenten-Weibchen zu landen. Dabei kann man das Männchen vielleicht noch verstehen, die Moorente ist in Deutschland vom Aussterben bedroht und die Reiherenten- Weibchen sehen denen der Moorente schon recht ähnlich.

An der Kiebitzwiese habe ich nun mal wieder eine Ente fotografiert, die ich nicht so richtig bestimmen kann. Äußerlich sieht die Ente ähnlich aus wie ein Stockenten-Weibchen, hat orange Beine aber einen grauen Schnabel mit schwarzer Spitze. Aber Stockenten haben doch nur selten graue Schnäbel, wenn sie nicht gerade Jungtiere sind. Am ehesten würde ich jetzt ein Schnatterenten-Männchen im Schlichtkleid vermuten. Leider weiß ich gar nicht, wie eine männliche Schnatterente im Schlichtkleid aussieht. Ich habe nur gelesen, sie sehen dann fast so aus wie die Weibchen. Ich habe auch eine andere Ente fotografiert, die genauso aussieht und einen eher orangenen Schnabel hat. Also vielleicht Männchen und Weibchen der Schnatterente? Oder doch weibliche Stockenten? Aber vielleicht hat ja noch jemand eine Idee?

Enten
Orangene Beine, wie bei den Stockenten
Aber ein grauer Schnabel mit schwarzer Spitze
Sucht mit dem Schnabel nach Fressbarem im Wasser
Enten
Dann habe ich noch diese Ente fotografiert. Gleiches Gefieder, aber orangener Schnabel
Enten
Ich vermute es handelt sich um eine weibliche Schnatterente und ein Männchen im Schlichtkleid. Oder gibt es Stockenten mit grauem Schnabel?

Die Sichtungen vom Juli und August

Die Sichtungen vom Juli und August
Die Sichtungen vom Juli und August: Ein Bluthänfling im Hohlweg am Kaiserstuhl

Ich bin mit den Beiträgen über neue Sichtungen sehr weit im Rückstand. Deshalb gibt es jetzt auch erst die Sichtungen vom Juli und August. Der Grund dafür ist, dass ich im August überhaupt keine neuen Vogelarten gesichtet habe.

Deshalb muss ich die spärlichen Ergebnisse zusammenfassen. Sogar der beginnende Vogelzug im August hat keine neuen Ergebnisse gebracht. Der verlief bei uns in Langenberg sogar völlig unbemerkt. Sonst konnte man immer einzelne Braunkehlchen, Steinschmätzer oder Grauschnäpper sichten.

Schon Im Juli konnte ich nur zwei neue Arten für dieses Jahr notieren. Die Gebirgsstelze und den Bluthänfling. Von der Gebirgsstelze gelang mir kein Foto und vom Bluthänfling nur ein besseres Belegfoto. Es läuft also eher bescheiden bei mir! Den Bluthänfling fotografierte ich in einem Hohlweg am Kaiserstuhl. Dort gelang mir auch das Foto von der weiblichen Mönchsgrasmücke. Die Gebirgsstelze und der Bluthänfling sind meine Nr. 65 und 66 für dieses Jahr.

Im August gelang mir dann noch ein Foto von einem jungen Schwarzkehlchen. Das war etwas schwierig zu bestimmen und machte kurz Hoffnung auf eine neue Vogelart. Im Jugendkleid sehen sie schon sehr anders aus, als später als Erwachsene.

Weibliche Mönchsgrasmücke im Hohlweg am Kaiserstuhl
Junges Schwarzkehlchen

Coloratura

Coloratura

Coloratura heisst das neue Lied der britischen Band Coldplay vom demnächst erscheinenden Album „Music of the spheres“. Der Name Coloratura fasziniert und inspiriert mich sehr. Und auch das dazu gehörige Lied und das farbenprächtige Video. Kurz gesagt handelt das Video von einem Sternenbild im Universum. Überhaupt handelt das neue Album wohl von höheren Mächten, Sphären und dem Universum.

Ein Abbild unserer Zeit, wo man doch wieder in das Weltall und zu fernen Planeten strebt, aber wohl auch eine Reaktion auf die Krisen auf unserem Planeten. Wo man sich als einzelner Mensch so machtlos und überfordert fühlt. Man fühlt sich klein. Wir sind zwar alle ein Teil des großen Ganzen, aber angesichts der vielen Zusammenhänge, Herausforderungen und der Unendlichkeit des Universums einfach manchmal nur noch überfordert das alles zu begreifen. Da hilft die Flucht in entfernte, bessere Welten.

And in this crazy world, I do

Coldplay - Coloratura

Ja, unsere Welt ist verrückt. Aber auch weil wir es uns selbst so schwermachen! Warum müssen wir unseren Planeten zerstören und als Reaktion darauf in das Weltall und zu anderen Planeten streben? Es wäre doch viel sinnvoller unseren Heimatplaneten zu retten!

„Together, that’s how we’ll make it through“

Als ich das Video gesehen habe, kam mir bei dem Wort Coloratura und der Farbenpracht sofort Color und Natura in den Sinn. Farben und Natur. Unsere Natur ist teilweise so farbenfroh und bunt. Blumenwiesen, Vögel, Schmetterlinge und Fische. Oder die Farben am Himmel. Gerade bei Sonnenaufgang und Untergang zeigt uns die Sonne immer wieder tolle Farbenspiele. Das hat mich zu meiner Fotogalerie inspiriert.

Coloratura, the place we dreamed about

Mehr Coloratura als bei diesen Farbenspielen am Himmel geht nicht. Und jeder will bestimmt an so einem Ort sein und dieses Schauspiel beobachten.

Coloratura bedeutet aber eigentlich etwas Anderes. Mein Interesse war jetzt geweckt und ich habe nach der Erklärung für dieses Wort gesucht und laut Wikipedia bedeutet es:

Eine Koloratur (von lat. color = „Farbe, Färbung“) ist im Gesang eine schnelle Abfolge von Tönen mit kurzen Notenwerten oft gleicher Länge.

Wikipedia – Koloratur

Da ich kein Musikexperte bin, fällt es mir schwer zu sagen, was in dem Lied eine Koloratur ist.

Als Beispiel werden bei Wikipedia die Arien der Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte genannt.

Coloratura von Coldplay zeigt Merkmale aus der Klassik. Das Lied ist über 10 Minuten lang und wird hauptsächlich am Klavier gespielt. 10 Minuten sind in der Popmusik eine Ewigkeit. Viel zu lang für eine Single die man im Radio spielen kann. Obwohl man in einer Warteschlange vor einer britischen Tankstelle genug Zeit hat, um das Lied einmal im Autoradio hören!

In this crazy world, it’s true

Und obwohl das Lied teilweise recht schlicht und reduziert instrumentiert ist, wird es auch bei der Länge nie langweilig. Es wirkt auch nicht gezwungen, als würde man krampfhaft experimentieren. Das Lied steigert sich ganz natürlich zu seinem Höhepunkt und hat so das Zeug zu einem epischen Klassiker.

Und der Text und die Message ist einfach wunderschön!

At the end it’s all about,

the love you’re sending out!“

Schwarzer Moderkäfer

Schwarzer Moderkäfer

Schwarzer Moderkäfer: Der spitz zulaufende Hinterleib mit den sechs Segmenten kennzeichnet den Moderkäfer

In meinem letzten Beitrag hatte ich schon etwas über den schwarzen Moderkäfer geschrieben. Ich hatte Fotos von einem Balkenschröter gemacht und diesen mit dem schwarzen Moderkäfer verglichen. Und wie das manchmal so ist, am Sonntag war ich mit meiner Tochter unterwegs und die rief plötzlich, das da ein großer, schwarzer Käfer über den Weg läuft.

Schwarzer Moderkäfer oder dunkler Raubkäfer?

Und diesmal lief tatsächlich ein schwarzer Moderkäfer über den Weg! Jetzt kann ich die Unterschiede zwischen den Käfern zeigen. In der Gattung gibt es noch weitere ähnlich aussehende Arten und so musste ich erst nochmal überprüfen, ob es sich nicht doch um einen dunklen Raubkäfer handelt.

Ein schwarzer Moderkäfer besitzt tatsächlich kleine Hautflügel, die man auf den Fotos leider nicht sehen kann. Sie befinden sich unter den schwarzen Flügelplatten. Das er mit diesen kleinen Flügeln bei der Größe fliegen kann, kann ich mir zwar nicht vorstellen, aber im Internet habe ich das gelesen. Ich habe den Käfer nur beim Laufen beobachtet.

Der Hinterleib des schwarzen Moderkäfers besteht aus bis zu sieben Teilsegmenten. Mit diesen beweglichen Segmenten kann der Käfer seinen Hinterleib aufrichten. Ein dunkler Raubkäfer kann das ebenfalls, aber dessen Hinterteil müsste deutlich breiter aussehen, als bei dem Käfer auf meinen Fotos.

Kein Skorpiontrick

Seinen Skorpiontrick mit dem aufgerichteten Hinterleib hat der schwarze Moderkäfer uns nicht gezeigt, er war ja durch uns auch nicht in Gefahr oder bedroht. Als ich meiner Tochter davon erzählte, das der Käfer dann ein übelriechendes Sekret verspritzt, war sie nicht mehr so begeistert. „Der ekelige Käfer soll weggehen!“ War dann ihr Kommentar. Da nützt dann auch eine beruhigende Antwort nichts mehr. Denn das kleine Insekt hat ja nun wirklich gar nichts gemacht.

„Wie viele Fotos willst du denn noch machen?!“ Schob meine Tochter dann in ihrer Aufregung noch hinterher. Recht hat sie, aber die oft übertriebene Menge meiner Fotos ist dann doch eine andere Geschichte…

Begegnungen mit Insekten

Begegnungen mit Insekten

Begegnungen mit Insekten: Ein schwarzer, großer Käfer

Im Moment ist es immer noch äußerst mühsam, Tiere in der Natur zu sichten. Ich möchte auch gar nicht mehr zu lange darüber nachdenken, warum das so ist. Dafür hatte ich einige Begegnungen mit Insekten.

Leider auch eine Tiergattung der es in Deutschland äußerst schlecht geht. Man ist ja schon froh, wenn man überhaupt noch einen Schmetterling sichtet. Ich hatte aber einige Begegnungen mit anderen, nicht ganz so alltäglichen Insekten.

Schwer zu bestimmender Käfer

So lief mir ein schwarzer Moderkäfer über den Weg. Ich ging zumindest zuerst davon aus, dass es einer war. Denn ich hatte in den letzten Monaten einiges über diesen Käfer gehört. Sein übelriechendes Abwehrverhalten hat er mir nicht gezeigt. Bei einem Angriff richtet der Käfer wie ein Skorpion sein Hinterteil auf und gibt Tropfen eines übelriechenden Sekrets ab. Aber der Käfer, den ich fotografiert habe, kann das mit seinem Hinterteil gar nicht. Nach einiger Suche bin ich mir recht sicher, das es ein Balkenschröter ist!

Eine längere Begegnung hatte ich mit einem grünen Heupferd. Das landete während der Fahrt auf meiner Motorhaube und fuhr über Kilometer mit. Der blinde Passagier flog auch bei einem Halt beim Einkaufen nicht weg und fuhr sogar noch weiter mit. Auch zu Hause blieb das Heupferd noch einige Zeit auf dem Außenspiegel sitzen. Auch ein lauter Aufschrei der Räubertochter beim Anblick der riesigen Heuschrecke ließ das Insekt nicht weiterfliegen. Wenn man sich vorstellt, das große Schwärme von solchen Heuschrecken über ganze Landstriche herfallen, kann einem schon etwas anders werden.

Zu Hornissen halte ich lieber Abstand!

Auch sehr große und beunruhigende Insekten sind die Hornissen. Zum Glück begegnet man ihnen nicht so häufig. Auch wenn der Mythos vom Hornissenstich, der einen Menschen töten kann, doch übertrieben und falsch ist, Respekt lösen diese großen Insekten bei mir immer aus. Da halte ich lieber Abstand. Der Abstand zu den Hornissennestern in den hohlen Bäumen war für mich noch groß genug. Begegnungen mit Insekten sind immer etwas Besonderes. Selten lösen so kleine Tiere beim Menschen so viele Ängste aus. Eigentlich ja völlig unberechtigt. Schließlich sind wir um ein vielfaches größer als Spinne, Käfer, Heuschrecke und Co. !

Die Familienbande

Familienbande

Die Familienbande: Ein Altvogel und zwei Jungvögel auf der Suche nach Insekten

Im Moment ist es schwierig mit unserer heimischen Vogelwelt. Viele Altvögel befinden sich noch in der Mauser und sehen noch etwas „gerupft“ aus. Sie verstecken sich jetzt lieber. Zum Glück traf ich unterwegs die Familienbande von meinen Fotos. Wenn man noch die lieben Kleinen zu betreuen hat, muss man halt immer unterwegs sein.

Ich musste allerdings schon auf beiden Seiten unseres Tals wandern, um überhaupt auf die Familienbande der Bachstelzen zu treffen. Bei uns sind zurzeit nur die Bachstelzen und Hausrotschwänze zu sehen. Weil sie noch Jungvögel haben. Alle anderen Vogelarten halten sich mehr oder weniger versteckt.

Familie Bachstelze

Dafür waren die lieben Kleinen von Familie Bachstelze sehr unterhaltsam und hielten den Altvogel auf Trab. Immer muss man ein Auge auf die neugierigen Kleinen werfen, die noch so viel lernen müssen. Fliegen geht natürlich schon und laufen sowieso. Flucht vor dem neugierigen Fotografen kriegen sie schnell beigebracht. Noch sind sie aber etwas weniger scheu als die Altvögel. Lernen müssen die Jungvögel noch wie man sich selbst ernährt. Auch das haben sie schon drauf, aber was so alles freßbar ist, ist nicht immer gleich für sie erkennbar. Da wird schon noch prüfend, neugierig und überrascht auf alles geschaut, was man so entdeckt.

Die Bachstelzen laufen gerne, deutlich mehr als andere Vögel. Nur um sich schneller von mir zu entfernen oder um auf einen Baum zu flüchten, setzen sie kurz ihre Flügel ein. So eine dreier Familienbande konnte ich auch noch an einer anderen Stelle im Tal beobachten. Scheint im August ein gängiges Familienmodell bei den Bachstelzen zu sein.

Update Bienenfresser NRW

Update Bienenfresser NRW

Update Bienenfresser NRW: Am 07.08. waren sie noch am Brachter Wald zu sehen

Am 07.08. habe ich noch einmal die Bienenfresser am Brachter Wald besucht. Hier ein kleines Update für 2021 über die Bienenfresser in NRW. Erst waren keine Bienenfresser an der Sandgrube zu sehen, aber bald hörte ich ihre typischen Rufe. Ich konnte auch zweimal Sichtungen im Flug machen. Aber die Lage war noch sehr unübersichtlich. Die Bienenfresser waren den ganzen Tag sehr ruffreudig, aber selten zu sehen. Nach einer Weile stellte ich fest, dass sie sich doch wieder in der zweiten, hinteren Sandgrube aufhielten und das Gelände der Deponie wieder verlassen hatten.

Die Bienenfresser am Brachter Wald

Damit hielten sie sich in dem Bereich auf, den sie auch Anfang August 2020 noch besetzt hatten. 2020 hatten die Bienenfresser die Sandgruben am Brachter Wald vermutlich am 8. August verlassen. Ob sie dieses Jahr ihre Abflugzeit einhalten, ist schwer zu sagen. Ich konnte keine Jungvögel entdecken. Vielleicht hat sich das Brutgeschäft dieses Jahr durch den Wechsel der Standorte verzögert. Bei einem Besuch am Brachter Wald hat man in den nächsten Tagen keine Garantie mehr, noch Bienenfresser zu sichten.

Vielleicht waren die Bienenfresser auch so ruffreudig, weil immer wieder Turmfalken im Gelände jagten. Über der Deponie flogen schon am Morgen zwei Mäusebussarde und drei Turmfalken gemeinsam ihre Runden. Späten tauchten die Turmfalken immer wieder über den Sandgruben auf. Auch ich wurde von den Bienenfressern mit lauten Rufen empfangen, als ich mich ihnen näherte.

Ich konnte mindestens drei Exemplare entdecken. Vermutlich waren es aber noch mehr. Am Nachmittag gab es einmal große Aufregung unter den Bienenfressern und einige Vögel flogen laut rufend über dem Kieferwäldchen. Dabei sah es eher nach mehr als fünf Vögeln aus.

Unruhe bei den Vögeln

Leider machte die Unruhe der Vögel das Fotografieren äußerst schwierig. Vielleicht die Unruhe vor dem Aufbruch? Mir gelangen kaum Fotos. Aber nach einiger Zeit machte ich einen Ansitzast am Rand der vorderen Sandgrube aus. Dort landete zweimal ein Bienenfresser. Aber auch als ich mich dort versteckte, hatte ich keinen Erfolg. Die Bienenfresser flogen noch ein paar Mal über den Rand der Sandgrube, setzen sich aber nicht mehr auf einen der Äste. Nur ein Distelfink landete auf dem Ast und aus dem Versteck konnte ich einen Turmfalken im Flug fotografieren. Das hatte sich auf jeden Fall gelohnt.

Die Fotos sind vermutlich meinen letzten vom Bienenfresser in NRW in diesem Jahr. Ich gehe davon aus, das ich hier keinen mehr sichten werde. Das Paar, das letztes Jahr an der Lippe gebrütet hat, ist 2021 nicht zurückgekehrt. Auch nach Erkrath sind 2021 keine Bienenfresser gekommen.

Für dieses Jahr ist die Bienenfresser-Saison in NRW wohl vorbei. Ein neues Update gibt es dann erst wieder 2022 von unseren Bienenfressern in NRW.

Bienenfresser im Kaiserstuhl

Bienenfresser Kaiserstuhl

Bienenfresser Kaiserstuhl: Dort kommt man an diese farbenprächtigen Vögel besonders nah heran

Ich wollte schon immer die Bienenfresser im Kaiserstuhl sehen. Seit 1990 brüten die Bienenfresser jedes Jahr im Kaiserstuhl. Vorher galten sie in Deutschland als fast ausgestorben. Vom Kaiserstuhl haben sie sich seitdem in ganz Deutschland verbreitet.

Forscher haben herausgefunden, das auch die große Population in Sachsen-Anhalt mit ca. 1.300 Brutpaaren über die Westroute Richtung Afrika zieht. Das lässt vermuten, dass diese Bienenfresser ursprünglich aus der Population im Kaiserstuhl stammen.

Am 16. Juli, hatte ich endlich die Möglichkeit meinen Lieblingsvogel im Kaiserstuhl zu suchen. In den Tagen davor hatte es immer wieder lange geregnet. Aber an diesem Freitag sollte wenigstens ein paar Stunden die Sonne scheinen. Und so fuhr ich am Morgen vom Nordschwarzwald in Richtung Süden.

Eine einmalige Landschaft in Deutschland

Der Kaiserstuhl liegt kurz vor Freiburg in der Rheinebene und ist ein kleines Vulkangebirge. Mit nur 15 km Länge kann man den Kaiserstuhl auch gut an einem Tag durchwandern. Als Landschaft ist der Kaiserstuhl einmalig in Deutschland. Durch seine Lage in der Rheinebene ist er eine Wärmeinsel und zählt zu den wärmsten Gebieten in Deutschland.

Über den Rheingraben zwischen Vogesen und Schwarzwald steigt immer wieder die warme Mittelmeerluft in Richtung Norden. Das hat dafür gesorgt, das sich im Kaiserstuhl eine Flora und Fauna wie im Mittelmeerraum angesiedelt hat. Exotische Tiere und Pflanzen sind im Kaiserstuhl zu Hause. Neben dem Bienenfresser auch Wiedehopf, Gottesanbeterin, Smaragdeidechse und zahlreiche Schmetterlingsarten.

Wenn man durch den Kaiserstuhl wandert, sieht man farbenfrohe Schmetterlinge, die man in anderen Teilen Deutschlands kaum sichten kann. Es gibt viele Wanderwege mit dem Thema Natur. Auch einen Bienenfresser- und Wiedehopf-Pfad.

Ich bin zum Ort Ihringen am südlichen Ende vom Kaiserstuhl gefahren. Als ich aus dem Auto stieg, hörte ich schon die typischen Rufe der Bienenfresser. Das war unglaublich für mich! Als wäre der Bienenfresser dort der häufigste Vogel, wie bei mir zu Hause Amseln und Tauben. Beim Blick in die Weinberge konnte ich an einer Steilwand auch sofort eine Lösswand mit Brutröhren erkennen. Diese Wände sind teilweise mit vielen Löcher versehen, die von den Grabungen der Bienenfresser stammen.

Den Rufen der Bienenfresser folgen

Ich konnte also einfach den Wegen durch die Weinberge in diese Richtung folgen und auf die Rufe der Bienenfresser hören. Das war herrlich! Ein unheimlich leichtes Gefühl, direkt im Geschehen zu sein. Der Kaiserstuhl besteht im Untergrund aus Vulkangestein, auf dem sich fruchtbarer Löss abgelagert hat. Mit den warmen Temperaturen ergibt das optimale Verhältnisse für den Weinanbau. Davon ist der ganze Kaiserstuhl geprägt. Der Mensch hat die Hügel bearbeitet und Terrassen für den Weinanbau und Wege angelegt.

Zwischen den Terrassen gibt es Stufen mit Steilwänden im Gelände. Brutplätze für den Bienenfresser. Neben den Terrassen mit Rebstöcken sind Lösshohlwege typisch für den Kaiserstuhl. Diese sind über Jahrzehnte durch frühere Arbeiten  des Menschen und Fahrzeuge entstanden. Dadurch haben sich durch Abtragung tiefe Hohlwege in der weichen Lössschicht gebildet.

Bienenfresser in ihrem natürlichen Lebensraum

Auf meinem Weg zu den Bienenfressern stand ich bald in so einem Hohlweg. Und über mir saßen schon die Bienenfresser mit ihrer Beute in den Ästen. Noch nie hatte ich Bienenfresser in einem relativ natürlichen Lebensraum gesehen.

In NRW und Sachsen-Anhalt brüten Bienenfresser meistens in Sand- und Kiesgruben. Dadurch entstehen in Sachsen-Anhalt häufig große Kolonien mit bis zu 40 Brutpaaren. Diese Kolonien gibt es im Kaiserstuhl nicht. Die Lösswände lassen nur kleinere Brutgruppen zu. Die Brutwand, die ich gesehen hatte, befand ich oberhalb des Hohlweges und war von unten nicht mehr zu sehen. Aber auch im Hohlweg befand sich eine Lösswand ohne Vegetation mit Brutlöchern. Besetzt waren diese nicht.

Im Hohlweg konnte ich die Bienenfresser nur von unten fotografieren. Als ich aus dem Hohlweg hinaus stieg, öffnete sich die Landschaft und die Sicht wieder. Ich hatte einen herrlichen Ausblick Richtung Süden, über Ihringen und die Rheinebene. Und ich konnte den Hohlweg hinab sehen und war mit den Bienenfressern auf Augenhöhe!

Ein Paradies für Bienenfresser und Fotografen

Die Bienenfresser waren aber nicht nur über dem Hohlweg, auch über den Rebstöcken flogen immer wieder Exemplare ihre Runden. Und setzten sich auf Drähte und Zaunpfosten an den Rebstöcken. Ein völlig ungewohntes Bild für mich, von einer Landschaft die ich noch nie gesehen hatte. Am Aussichtspunkt flog ein Bienenfresser einfach an mir vorbei! Ein wahres Paradies für mich!

Als ich von oben auf tieferliegende Terrassen blickte, sah ich andere Naturfotografen, die Bienenfresser an anderen Stellen fotografierten.

Einen Wiedehopf sah ich leider nicht, nur einen verlassenen Nistplatz in einem Gerätehäuschen. Aber vielleicht beim nächsten Mal. Ich werde hoffentlich den Kaiserstuhl noch einmal besuchen. Bis dahin werde ich mit unseren Bienenfressern in NRW auskommen müssen. Ein guter Ersatz, auch wenn sie uns in ein paar Wochen schon wieder verlassen.

Störche in der Stadt

Störche in der Stadt

Störche in der Stadt: Ein Nest auf dem Storchenturm in Zell am Harmersbach

Seit Samstagabend sind wir nun auch schon wieder aus dem Urlaub im Nordschwarzwald zurück. Leider mussten wir während dem Urlaub die dramatischen Bilder aus unserer Heimat in NRW verfolgen. Auch in unserem Wohnort Velbert-Langenberg wurde die Innenstadt überflutet. Unser Wohnhaus war zum Glück nicht betroffen und auch unsere Familien blieben zum Glück ohne Schaden. Aber das Leben in Velbert-Langenberg ist immer noch eingeschränkt. Es wird noch aufgeräumt, Häuser sind ohne Strom und viele Geschäfte noch geschlossen.

Auch im Nordschwarzwald hatten wir zum Teil mit stundenlangem Regen zu tun, bevor Tief Bernd dann nach Norden weiterzog. Beim Durchsehen der Urlaubsfotos bin ich jetzt noch ziemlich im Rückstand, das es jetzt hier auch noch Bilder aus freundlicheren Tagen zu sehen gibt.

Stadt der Störche: Zell am Harmersbach

Wir verbrachten den Urlaub auf einem Bauernhof in Oberharmersbach und besuchten häufig die Nachbarstadt Zell am Harmersbach. Eine historische Stadt mit altem Kern und Häusern aus verschiedenen Jahrhunderten. Bei einem Stadtbummel kamen wir auch an den erhaltenen Befestigungsanlagen aus dem Mittelalter vorbei. Dabei wurden wir ziemlich überrascht. Ich hatte zwar auf den Hinweisschildern den Namen Storchenturm gelesen, hatte aber nicht geahnt, dass man den Namen tatsächlich wörtlich zu verstehen hatte. Schließlich gab es auch einen Hirschturm. Als wir vor einem mächtigen Stadttor mit Turm standen, waren oben tatsächlich Nester mit Störchen zu sehen! Da Störche in Nestern nicht ständig in Bewegung sind und mir in der Stadt völlig fremd erschienen, war meine erste Frage an Charlotte ein völlig verblüfftes, „Sind die echt?“ Ja, waren sie natürlich und ziemlich zahlreich!

Vier Storchennester in der Stadt

 Auf dem Storchenturm gibt es zwei Nester und auf dem alten Rathaus und einem Nachbarhaus noch jeweils ein weiteres Nest. Vier Storchennester in der Stadt mit jeweils zwei bis drei Jungvögeln pro Nest. Das war am 9. Juli schwer zu schätzen, als ich die Nester fotografierte. Denn zu diesem Zeitpunkt waren einige Jungvögel schon flügge und flogen in der Nachbarschaft. Sie kehrten nach einiger Zeit wieder in die Nester zurück, so dass die Anzahl der Jungvögel in den Nestern variierte. Es machte aber den Eindruck, das in den Nestern im Durchschnitt eher drei Jungvögel aufgezogen wurden.  

Wappenvogel vom Elsass

Woher bekommen denn Störche in der Stadt ihre Nahrung? Das war die Frage die ich mir stellte. Denn schließlich waren sie mit ihrem Nachwuchs auch noch sehr erfolgreich. Rund um Zell und im Tal des Harmersbach gibt es viele Wiesen. Die zwar nicht sehr feucht aussahen, aber vielleicht sehr viel Nahrung bringen. Und dann erinnerte ich mich auch noch an die Nähe zu Frankreich und dem Elsass. Im Elsass ist der Weißstorch das Wappentier und ein Wahrzeichen. Man kann überall Störche als Plüschtier kaufen und es gibt einige Storchendörfer und Parks. Vielleicht ist die Region eine gute Adresse für Störche. Und in Deutschland ist der Bestand der Störche in einigen Bundesländern in den letzten Jahren gestiegen. Vielleicht sind das gute Aussichten, das man sich an den Anblick von Störchen auf den Häusern in Dörfern und Städten wieder mehr erfreuen kann.