Sichtungen im Juni 2022

Sichtungen im Juni 2022
Sichtungen im Juni 2022 : Mein erster Wespenbussard!

Die Sichtungen im Juni 2022 brachten für mich eine völlig neue Vogelart! Als ich am Brachter Wald war und die Bienenfresser suchte, entdeckte ich zwei Wespenbussarde! Vermutlich ein Paar. Als ich mich umdrehte, flogen die beiden direkt auf mich zu. Darauf war ich in dem Moment mal wieder gar nicht vorbereitet und obwohl sie sehr nah heran kamen, wurden die Fotos vom ersten Vogel alle unscharf.

Der Vogel hatte die, für Wespenbussarde typische Musterung, unter den Flügeln und an der Brust. Sowie die typischen dunklen Federenden und die dunklen Binden am Schwanz. Der zweite Wespenbussard war deutlich heller und hatte keine durchgängige Musterung. Dafür kann man bei dieser hellen Morphe auf den Fotos den grauen Kopf und die gelben Augen gut erkennen.

Vorort hatte ich zwar die Vermutung, das es vielleicht Wespenbussarde waren, aber erst zu Hause am PC konnte ich die Vögel eindeutig bestimmen. So ging es mir auch mit den Hohltauben, die ich vorher an der Sandgrube fotografiert hatte. Ein junges Schwarzkehlchen konnte ich dagegen sofort erkennen, da ich letztes Jahr schon Jungvögel an der Sandgrube entdeckt hatte.

So ging es mir auch an der Kiebitzwiese in Fröndenberg, als ich endlich den ersten Schwarzmilan entdeckte! Die Schwarzmilane sind dort alte Bekannte und kehren jedes Jahr ab Mitte März dorthin zurück. Aber erst Mitte Juni konnte ich den ersten Vogel entdecken. Mit dem Wespenbussard und den Hohltauben bin ich jetzt bei 81 Vogelarten für dieses Jahr. Die 80 sind geschafft, aber jetzt wird es immer schwieriger, neue Vogelarten zu entdecken!

Sichtungen im Juni 2022
Der Wespenbussard, der voraus flog. Leider nur unscharf, aber die typische Musterung an den Flügeln lässt sich gut erkennen.
Der zweite Wespenbussard ist sehr hell und die Musterung ist nicht durchgängig vorhanden.
Sichtungen im Juni 2022
Ein alter Bekannter, der Schwarzmilan an der Kiebitzwiese
Sichtungen im Juni 2022
Zwei Hohltauben in der Sandgrube am Brachter Wald
Ein junges Schwarzkehlchen, aus einer erfolgreichen, ersten Brut

Bunte Ansichten

Bunte Ansichten
Bunte Ansichten: Die bunten Distelfinken in einer blühenden Wiese

Eigentlich sollte dieser Beitrag einmal bunter Frühling heissen und die schönste Jahreszeit mit ihren Farben zusammenfassen. Jetzt bin ich aber mit meinen Beiträgen so sehr im Rückstand, das schon Sommer ist und ich den Titel nicht mehr passend finde. Dann also nun einfach die bunten Ansichten.

Bis Mitte Juni hatte ich zahlreiche, schöne Beobachtungen und Momente in der Natur erlebt. Ich hatte viel beobachtet, so dass ich einiges erstmal bearbeiten musste. Ich habe wirklich Glück dieses Jahr, was die Vielfalt betrifft und gerade der Frühling bietet eine Fülle an Eindrücken. In bunte Ansichten will ich jetzt ein paar Momente des Frühlings zeigen. Dazu gehören neben blühenden Wiesen und Feldern auch die Tierkinder. Dieses Jahr sah ich so einige Grossfamilien bei den Gänsen. Die kleinen Gänse und Enten sind einfach zu niedlich und erstaunlich folgsam. Da wird der Mutter sehr brav in einer Reihe gefolgt.

Ganz besonders gefallen hat mir das Distelfink-Paar in der blühenden Wiese. Manchmal fragt man sich ja schon, warum manche Vogelarten so auffällig bunt sind. In so einer Blumenwiese fallen die Distelfinken gar nicht mehr so auf!

Bunte Ansichten
Die Distelfinken fressen die Samen des Löwenzahns und anderer Wiesenpflanzen
Bunte Ansichten
In einer blühenden Wiese fallen die Distelfink gar nicht so sehr auf
Bunte Ansichten
Bunte Ansichten
Blühende Wiesen und
Bunte Ansichten
Felder im Frühling
Bunte Ansichten
Blühende Heckenrosen
Ringeltaube in den Blüten
Bunte Ansichten
Bunte Ansichten: Schmetterlinge wie das Tagpfauenauge
Bunte Ansichten
Und der kleine Fuchs
Im Frühling kehrt auch das Grün in die Landschaft zurück
Bunte Ansichten: Ein Grünfink
„Bunt“ geht es auch bei dieser Graugansfamilie zu
Insgesamt hat das Paar 9 kleine Küken zu beaufsichtigen
Die kleinen Nestflüchter sind erstaunlich folgsam und „organisiert“. Der „Gänsemarsch“ liegt ihnen wohl in den Genen
Bunte Ansichten
Im Spätfrühling werden die Sonnenuntergänge langsam spektakulärer
Bunte Ansichten
Bunte Ansichten
Beeindruckende Wolkenstrukturen zeigen sich am Himmel

Sichtungen im Mai 2022

Sichtungen im Mai 2022: Ein Flussuferläufer

Sichtungen im Mai 2022, das sind häufig Arten, die sehr spät aus Afrika in ihre Brutgebiete zurückkehren und auch ähnliches Verhalten zeigen. Die Insekten im Flug jagen wie Schwalben, Segler und Bienenfresser. Deshalb gibt es dieses Mal auch einige Flugbilder, denn anders erwischt man diese Vogelarten nur selten. Meistens gelingt mir gar kein Foto, da sind diese schon ein Fortschritt und als Beleg schon brauchbar!

Sichtungen im Mai 2022: Die Rückkehrer aus Afrika

So sind um den 10. Mai die Mauersegler nach Velbert-Langenberg zurückgekehrt. Seitdem sieht man sie jeden Tag am Himmel und manchmal liefern sie sich auch rasante Verfolgungsflüge ganz nah am Haus. Das scheint ihnen Spass zu machen.

Ebenfalls zurückgekehrt sind die Mehl- und Uferschwalben und Ende Mai auch endlich die Bienenfresser! Ein anderer wärmeliebender Vogel war schon früher zurück, der Neuntöter. An der Kiebitzwiese waren gleich drei Exemplare zu sehen. Zwei Männchen und ein Weibchen. Die beiden Männchen buhlten um die Dame und diese schien ihren Favoriten schon ausgesucht zu haben.

Die Bewohner von Flussufern

Im Flachwasser der Kiebitzwiese tummelten sich zwei Vogelarten die ihren Lebensraum schon im Namen tragen. Ein Flussuferläufer und zwei Flussregenpfeifer. Beides Arten, die ich nicht jedes Jahr sichte. Dazu gehört auch die Wiesenschafstelze. Die zwar häufig zwischen unseren Rinderherden unterwegs ist, um Nahrung zu suchen, aber auch häufig von mir übersehen wird. Dieses Mal präsentierte sich eine Schafstelze auf einem Zaunpfahl, so dass ich sie doch bemerken musste. Auch wenn sie weit weg war.

Die Baumpieper am Brachter Wald sind da leichter zu entdecken. Sie haben dort ihre Reviere und sind quasi Stammgäste in meiner Jahresliste. Insgesamt läuft es dieses Jahr immer noch ganz hervorragend, insgesamt bin ich jetzt bei 78 Vogelarten in diesem Jahr. Der Bienenfresser war die letzte neue Sichtung im Mai 2022.

Interessanter Grössenvergleich, der Flussuferläufer im Hintergrund und die jungen Graugänse im Vordergrund
Wiesenschafstelze, leider sehr weit entfernt und in der prallen Sonne
Neuntöter- Weibchen
Und ein Männchen das um das Weibchen buhlt
Aber dieses Neuntöter-Männchen wurde wohl vom Weibchen ausgewählt
Flussregenpfeifer an der Kiebitzwiese
Ein Baumpieper am Brachter Wald
Uferschwalbe über der Sandgrube am Brachter Wald
Die Uferschwalben sind direkte Nachbarn der Bienenfresser am Brachter Wald
Mehlschwalbe

Bienenfresser NRW 2022 – Spät dran

Bienenfresser NRW 2022
Bienenfresser NRW 2022: Irgendwie haben sich die Bienenfresser in NRW dieses Jahr Zeit gelassen

Die Bienenfresser in NRW 2022, es ist wieder spannend! Da der Bestand noch sehr klein ist, weiß man leider nie, ob sie an ihre Brutorte zurückkehren. Ab Mai steigt bei mir die Spannung und je länger ich keine Meldung entdecke, umso schlimmer wird es.

Da ich jedes Jahr die Bienenfresser am Brachter Wald beobachte, kommt dort noch dazu, das sich ständig die Bedingungen verändern. Seit der Corona-Pandemie haben sich im Naturschutzgebiet Brachter Wald die Störungen noch verstärkt. Da die Bienenfresser reine Sommervögel sind und sich höchstens drei Monate am Brachter Wald aufhalten, kenne ich auch nie die aktuellen Verhältnisse und die Bedingungen, die mich erwarten.

Hat sich der Abbau in der Sandgrube verändert? Gibt es eventuell Sperrungen? Wenn es dann keine Meldung gibt, fahre ich völlig unwissend Richtung Brachter Wald.

2020 wurden dort 7 Brutpaare gezählt. 2021 beobachtete man 8 Brutpaare. Das achte Brutpaar wurde von niederländischen Beobachtern entdeckt. Da der Brachter Wald direkt an der niederländischen Grenze liegt, arbeiten deutsche und niederländische Experten seit 2020 verstärkt zusammen. Denn in den Niederlanden, in der angrenzenden Provinz Limburg, gibt es ebenfalls Bienenfresser. Dort wurden 2021 fünf Brutpaare gesichtet. So das man in der deutsch-niederländischen Grenzregion auf 13 Brutpaare kommt. Diese Population sollte man auf jeden Fall auch zusammen betrachten, denn es kann durchaus sein, das sich diese Gruppen vor dem Abflug nach Afrika sammeln.

Insgesamt sichtete man 2021 in NRW 27 Brutpaare. Das ist ein leichter Anstieg, insgesamt kann man den Bestand im Moment als stabil bezeichnen. Auch der Bestand am Brachter Wald und in der Grenzregion kann als stabil bezeichnet werden. Da die Verhältnisse jedes Jahr ähnlich sind, kann man erwarten das die Bienenfresser auch jedes Jahr zurückkehren.

Trotzdem hatte ich bis zum 26. Mai keine Meldung gefunden und fuhr völlig ohne Informationen zum Brachter Wald. Vor Ort gab es viele Veränderungen. Eine neue Sandgrube wurde angelegt und in der alten Sandgrube ist ein Teich entstanden, weil man wohl Grundwasser abgepumpt hat.

Es war von den Bienenfresser nichts zu sehen und zu hören. Eine Stunde habe ich gewartet. Auf dem Weg zum Haupteingang vom Brachter Wald traf ich drei andere Fotografen, die ich von Instagram kenne. U.a. Ralf von Ruhrpottfotografie76 https://www.instagram.com/ruhrpottfotografie76/.

Zusammen gingen wir nochmal die Strecke an den Sandgruben ab, aber auch 8 Augen und Ohren konnten nichts entdecken. Wir redeten schon über die Gründe, warum die Bienenfresser nicht zurückgekommen sind. Die schlechte Witterung, die Störungen der letzten Jahre. Wir verabreden uns nochmal für den Nachmittag, jeder wollte die Zeit nochmal im Brachter Wald nutzen, denn einfach wieder nach Hause zu fahren hätte sich nicht gelohnt.

Aber auch am Nachmittag entdeckten wir nichts. Alles was flog, waren immer wieder Rauch- und Uferschwalben. Wir waren ziemlich enttäuscht. Doch dann entdeckte ich über dem Kiefernwald, einen kleinen, schwarzen Punkt. Als Beleg habe ich das Foto mal eingefügt, auf was man als Birder nicht alles so achtet! Erst hatte ich noch Zweifel, reichte die Kamera an die anderen weiter. Aber es war klar, es war ein einzelner Bienenfresser! Wir freuten uns riesig und dann hörten und sahen wir auch weitere im Flug! Am späten Nachmittag hatten wir schließlich Fotos im Flug und aus großer Entfernung auf den Speicherkarten. Es waren drei Exemplare und wir machten uns auf den Rückweg.

Ob die Bienenfresser wirklich erst an dem Nachmittag angekommen sind, lässt sich nicht sagen. Ich wollte dann nochmal den kahlen Baum vom Parkplatz aus fotografieren. Eine andere Perspektive und dann hörte ich plötzlich die Rufe der Bienenfresser. Zwei Exemplare landeten mir gegenüber, auf einer planierten Sandfläche zwischen dem Teich und der aktuellen Grube. Ich ging vor bis zum Teich und beobachtete das ungewöhnliche Verhalten. Die Bienenfresser lassen sich gerne an Steilhängen nieder, aber auf der Fläche waren sie wie Krähen auf einem Feld!

Und es wurden immer mehr! Auf einem Foto erwischte ich vier Exemplare, es waren aber mindestens fünf! Vielleicht sammelten sie sich nach ihrer Rückkehr? Ich konnte früher schon die Übergabe von Brautgeschenken zwischen Paaren beobachten und auch Gruppen mit Jungvögeln, aber Bienenfresser auf einem ebenen Feld hätte ich nicht erwartet! Wieder einmal ein besonderes Erlebnis und die Saison der Bienenfresser in NRW 2022 ist jetzt auch endlich gestartet.

Bienenfresser NRW 2022
Aber am 26.05. konnte ich sie am Brachter Wald beobachten. Vier Exemplare sind auf diesem Foto zu sehen.
Bienenfresser NRW 2022
Die Bienenfresser am Boden zu beobachten, war etwas Neues für mich.
Bienenfresser NRW 2022
Ich weiß gar nicht, was mich mehr fasziniert. Ihre Farbenpracht…
Bienenfresser NRW 2022
Oder ihre ungewöhnliche Anatomie
Bienenfresser NRW 2022
Oder ihr geselliges Verhalten. Immer ruffreudig, immer neugierig. Was macht denn der Kollege da oben….
Bienenfresser in seinem Lebensraum
Bienenfresser NRW 2022
Und typisches Verhalten, Bienenfresser in einer Steilwand
Bienenfresser NRW 2022
Die spitzen Flügel und der Schwanzspieß sind Erkennungsmerkmale im Flug
Mit diesem Foto entdeckten wir den ersten Bienenfresser. Nur ein schwarzer Punkt über den Kiefern

Sichtungen im April 2022

Sichtungen im April 2022
Sichtungen im April 2022: Silberreiher im Flug

Der April 2022 brachte für mich einen rekordverdächtigen Monat mit Sichtungen von Vogelarten. Mein Besuch in den Rieselfeldern hat sicher großen Anteil daran, aber auch genaue Beobachtungen der Landschaft. So waren noch ein paar Fotos aus großer Entfernung dabei, wo man beim Betrachten immer wieder denkt: „Es könnte ein …. sein.“ Aber was sich nicht bestimmen lässt, kann auch nicht gezählt werden.

Aus grosser Entfernung fotografierte ich u.a. eine Misteldrossel, die sich aber aufgrund der Grösse noch ganz gut bestimmen lässt.

Viele Sichtungen im April 2022

Einige Sichtungen aus dem April habe ich schon im letzten Beitrag gezeigt. Dazu gehörten der Haussperling, der Hausrotschwanz, der Distelfink und der Star. Von den ersten Rauchschwalben gelang mir kein Foto.

An der Kiebitzwiese und in den Rieselfeldern von Münster brüten die Weißstorche. Außerdem sichtete ich dort die Rohrweihe, Löffelente, Kolbenente, Rostgans, Graugans, Silberreiher, Singdrossel und eine einzelne Blässgans. Besonders auffällig und überraschend häufig waren in den Rieselfeldern der Zilpzalp, die Mönchsgrasmücke und die Brandgans. Gefühlt an jedem Weg sass ein Zilpzalp, so dass ich mich bei den vielen Fotos für ein Porträt des kleinen Singvogels entschieden habe.

Häufiger hätte ich dagegen die Rohrammer erwartet. So konnte ich nur ein Männchen in der prallen Sonne fotografieren. Was nicht ganz optimal war.

Die Großmöwen auf dem großen Teich der Rieselfelder habe ich als Silbermöwen gewertet. Sie sind für mich schwer von anderen Möwen zu unterscheiden.

Verwandte des Rotkehlchens

Über zwei Sichtungen habe ich mich besonders gefreut, über zwei Verwandte des Rotkehlchens. Das Schwarzkehlchen und das Braunkehlchen. Am 30.04. könnte ich drei männliche Braunkehlchen am Meyberg beobachten. Die Männchen waren im Prachtkleid und machten wahrscheinlich eine Rast auf dem Zug. Denn Braunkehlchen gibt es bei uns in Velbert-Langenberg eigentlich nicht.

Das männliche Schwarzkehlchen aus den Rieselfeldern war ebenfalls im Prachtkleid und wird hoffentlich dort ein Revier besetzen. Im Prachtkleid haben die Männchen beider Arten eine orangene Brust.

Die Braunkehlchen sieht man selbst in den Rieselfeldern selten und meistens nur zur Zugzeit. Letztes Jahr konnte ich überhaupt keine Braunkehlchen beobachten. Diese Sorgen mache ich mir dieses Jahr beim Kiebitz, den ich auch im April nicht sichten konnte.

Am 30.04. kamen mit der Goldammer und der Dorngrasmücke noch zwei weitere Arten dazu. So das ich im April auf 25 neue Vogelarten komme! Insgesamt bin ich jetzt bei 69 Arten und habe damit das Ergebnis vom letzten Jahr schon bald erreicht. Aber was mich noch mehr freut, das ich in einem Monat so viele verschiedene Vogelarten beobachten konnte!

Sichtungen im April 2022
Männliche Mönchsgrasmücke mit gefangenem Insekt
Und beim Singen
Die Rohrammer sitzt über dem Wasser
Sichtungen im April 2022
Die Rohrammer hat auch ein Insekt im Schnabel und fliegt davon
Männliches Schwarzkehlchen im Prachtkleid
Sichtungen im April 2022
Sichtungen im April 2022
Männliche Braunkehlchen im Prachtkleid
Sichtungen im April 2022
Sichtungen im April 2022
Die kleinere Blässgans im Vordergrund, hinten eine Graugans
Sichtungen im April 2022
Rostgans
Sichtungen im April 2022
Brandgans-Paar
Brandgänse im Flug, im Hintergrund eine männliche Kolbenente
Sichtungen im April 2022
Männliche Kolbenente und im Vordergrund eine Schnatterente
Sichtungen im April 2022
Ein Zilpzalp im Porträt
Ein Jungvogel der Silbermöwe
Sichtungen im April 2022
Das Nest der Weißstörche an der Kiebitzwiese ist ziemlich gross geworden

Vögel auf dem Bauernhof

Vögel Bauernhof
Vögel auf dem Bauernhof: Die Dohlen nisten gerne in Scheune oder auf Dachböden. Sie sind Höhlenbrüter

Einige Vögel auf dem Bauernhof konnte ich am letzten Wochenende beobachten. Wir besuchten unsere Tochter auf dem Ferienhof Wesselmann in Gimbte im Münsterland. Am Samstag fuhren wir mit den Fahrrädern in die Rieselfelder von Münster. Vom Ferienhof Wesselmann waren das ungefähr 6 km. Leider gab es am Samstag starken und recht frischen Wind, so dass sich die Vögel eher versteckt hielten. Auf einigen Teichen war kaum etwas zu sehen. Anders als am Wochenende davor, als ich zu Fuß sehr viele Vögel sichten konnte.

Viele Vögel auf dem Bauernhof

Diese Wochen brachten mir weitere 20 Sichtungen für dieses Jahr. Deshalb möchte ich in diesem Beitrag schon einmal ein paar Vogelarten vom April zeigen. Denn auch auf einem Bauernhof gibt es viele Vögel, die Angebote des Menschen nutzen.

So leben rund um den Bauernhof viele Dohlen und ein Paar hat einen Holzkasten unter einem Scheunendach als Nisthöhle ausgesucht. Zahlreich sieht man auch Ringeltauben in den Bäumen und auf den Wiesen. Auf dem Scheunendach entdeckte ich ein Türkentauben-Paar.

Baden auf der Ponyweide

Auf der Ponyweide gab es eine Wasserpfütze, die viele Vögel zum Baden nutzten. So kamen ein Distelfink, ein Buchfink-Männchen, Blaumeisen und Kohlmeisen zum Baden. Eine Amsel war wohl etwas wasserscheu und sah sich die Pfütze nur vom Rand an.

Die Haussperlinge interessierten sich mehr für die „Ponykürtel“ ( Pferdeapfel ), die das Pony auf der Wiese hinterlassen hatte. Auch ein Hausrotschwanz flog vom Zaunpfahl in den Pferdemist. Dort tummeln sich vermutlich viele Insekten. Die Stare suchten ihre Nahrung lieber nebenan auf der Wiese.

Vögel Bauernhof
Die Dohlen sehen für mich immer sehr klug und weise aus
Vögel Bauernhof
Ein Türkentauben-Paar sitzt auf den Solarplatten
Vögel Bauernhof
Ein Distelfink badet in einer Pfütze
Ein kleiner Bereich – wie eine Pfütze – kann für Tiere sehr wichtig sein
Und zieht nicht nur diesen Distelfink an, auch andere Vögel baden in der Pfütze
Diese Blaumeise badet sehr wild
Auch die Kohlmeisen sind nicht schüchtern beim Baden
Dieses Buchfink-Männchen badet lieber ruhig und im Sitzen
Während dieses Amsel-Männchen die Pfütze eher skeptisch ansieht
Vögel Bauernhof
Dieses Haussperling-Weibchen interessiert sich für die Pferdeäpfel
Vögel Bauernhof
Das Männchen ist auf der Wiese unterwegs
Vögel Bauernhof
Am Rand der Weide sitzt das Hausrotschwanz-Männchen auf einem Zaunpfahl
Vögel Bauernhof
Und sucht aber auch nach Insekten im Pferdemist
Vögel Bauernhof
Die Stare sind nebenan auf der Wiese

Akrobaten beim Balzflug

Akrobaten beim Balzflug
Akrobaten beim Balzflug: Diese Mäusebussarde packen sich im Flug an den Krallen

Am Ostersonntag konnte ich Akrobaten beim Balzflug beobachten. Das erste Mal sah ich die Mäusebussarde bei einem ganz besonderen Manöver. Sie packten sich im Flug an den Krallen, machten eine kurze Drehung, bevor ein Bussard wieder losließ. So etwas hatte ich vorher noch nie selbst beobachtet.

Einige Greifvogelarten machen dieses Manöver, was zur Balz zwischen Männchen und Weibchen gehört. So sah ich dieses Kunststück auch schon von Seeadlern in Filmen. Auch Weihen machen spektakuläre Balzflüge und Beuteübergangen im Flug. Das Flugkunststück soll die Bindung zwischen den Partner verstärken und festigen. Vergleichbar ist es vielleicht mit einem Tanz bei uns Menschen. Die Tanzpartner fassen sich an den Händen und drehen sich. Nur ohne Musik und ich stelle es mir in der Luft ziemlich spektakulär vor.

Da ich das Manöver kannte, hat es mich nicht völlig überrascht. Aber natürlich habe ich es beim ersten Mal verpasst. Drei Mäusebussarde kreisten zusammen am Himmel. Die Bussarde animieren sich gerne zum Fliegen. Manchmal schließen sich auch andere Greifvögel an. Am Karfreitag sah ich 8 Mäusebussarde zusammen fliegen. Einzelne Exemplare versuchen sich dabei sehr nahe zu kommen. Beim Balzflug der Greifvögel gibt es häufig auch Synchronflüge.

Auch das wäre schon ein tolles Foto gewesen und so verfolgte ich nach dem Balzflug den hellen Mäusebussard mit der Kamera. Mein Plan war, sofort auszulösen, sobald ein zweiter Mäusebussard ins Bild kommt. Dass die beiden das Manöver dann wiederholten und ich sie dabei erwischte, war mein grosses Glück. Denn danach trennten sich die drei Mäusebussard sehr schnell und verschwanden aus meinem Blickfeld.

Welches Geschlecht der helle und der braune Mäusebussard haben, kann ich nicht sagen. Sie sind auf jeden Fall ein Paar. Ich sah sie schon einmal im März zusammen und sie würden dieses Kunststück wohl auch sonst nicht zusammen machen. Dazu gehört die Partnerschaft, wie beim Pinguintanz der Haubentaucher. Da sie noch diese Balzflüge machen, haben sie aber wohl kein Nest gebaut oder gefunden. Im März sah ich, wie sie ein Nest inspizierten, das sie dann aber nicht übernommen haben.

Akrobaten beim Balzflug
Nach einer kurzen Drehung lassen sich de Mäusebussarde wieder los.
Akrobaten beim Balzflug
Der helle Mäusebussard fällt dabei rückwärts nach unten
Akrobaten beim Balzflug
Ein Rückwärtsfall im Fug ist für einen Greifvogel kein Problem. Der helle Mäusebussard kreiste danach weiter am Himmel
Der zweite beteiligte Mäusebussard war dieses dunkle Exemplar
Anhand des Gefieders lässt sich beim Mäusebussard das Geschlecht nicht erkennen.

Vor 5 Jahren fing alles an

Rieselfelder von Münster
Rieselfelder von Münster: Hier fing vor 5 Jahren alles an

Am Karfreitag 2017 fuhr ich das erste Mal nach Münster in die Rieselfelder. Ich hatte schon vorher Ausflüge in Naturschutzgebiete gemacht, etwa um Seeadler am Steinhuder Meer zu beobachten. Ich hatte auch schon immer Interesse an solchen Gebieten und mir als Kind jeden Vogel notiert, den ich gesehen hatte. Aber ich war nie ein begeisterter Fotograf. Ich habe mir immer gerne Tierfotos angesehen, hatte aber nie das Bedürfnis das auch zu können.

Bis ich erkannte, dass es genau das war, was mir bei meinen Ausflügen fehlte. Denn ich machte sie nur sehr selten. Im Winter 2016 sah ich einen Silberreiher, aber ich hatte keine Kamera dabei und überhaupt wäre der Vogel viel zu weit weg gewesen. Aber ich beschloss, das zu ändern und mir eine neue Kamera und ein Objektiv zu kaufen.

Vielleicht waren die Rieselfelder von Münster ein perfekter Startort für die Naturfotografie. Denn seitdem bin ich dabei und versuche so viele Ausflüge wie möglich zu machen. Auf dem großen Teich in den Rieselfeldern wimmelt es nur so vor Vögeln, an guten Tagen sind es vielleicht an die 1.000 Exemplare. Das ist so beeindruckend, vielleicht kann man dann gar nicht mehr anders und will so etwas immer wieder erleben.

Am Karfreitag 2017 war ich mehr ein Urlaubsfotograf als ein Naturfotograf. Ich sah viele Fotografen und Vogelbeobachter mit riesigen Objektiven, Stativen und Ferngläsern. Einige hatten auch Tarnanzüge an. Und wenn man richtig professionell dabei ist, baut man am Besten noch an einer passenden Stelle ein Tarnzelt auf. Bei späteren Besuchen der Rieselfelder sah ich auch Leute, die mit Tonbandgeräten Vogelstimmen aufnahmen. Ob ich jemals so ein Naturfotograf oder Ornithologe werden würde? Ich würde sagen, ich habe mich angenähert. Ich bin immer noch sehr schlecht im Erkennen von Vogelstimmen und einige Sachen will ich auch gar nicht machen. Aber ich bin sehr beweglich beim Fotografieren. Natürlich habe ich mir auch irgendwann ein Stativ gekauft, diese zusätzlichen drei Beine waren mir aber irgendwann einfach immer nur im Weg. Irgendwann habe ich einfach darauf verzichtet.

Am Samstag machte ich dann meine Jubiläumstour in die Rieselfelder und meine Bewegungsfreiheit kam mir wieder entgegen. Zunächst half mir der Zufall. Vor der Beobachtungshütte stiegen plötzlich drei Rohrweihen aus dem Schilf in die Luft. Die Rohrweihen sind eng an diesen Lebensraum gebunden und bauen ihre Nester im Schilf. Häufig erkennt man sie an ihrem niedrigen, schwankenden Flug über den Wasserflächen und Schilfgebieten. Dieser Flugstil ist typisch und ein gutes Erkennungsmerkmal. Über dem Schilf spielt Geschwindigkeit keine Rolle. Am Samstag konnte ich aber feststellen, das Rohrweihen exzellente Flieger sind und wie alle Greifvögel in der Thermik sehr schnell in die Höhe steigen können.

Zum Glück konnte ich sie zu Fuss verfolgen und einige Fotos machen. Das hätte ich nie erwartet! In den ersten Jahren sah ich keine Rohrweihen in den Rieselfeldern. Überhaupt hat sich die Natur in den letzten 5 Jahre verändert. Die Störche brüten nicht mehr auf dem Restaurant Heidekrug. Das Storchenpaar hat dort immer erfolgreich gebrütet und jedes Jahr 3 bis 4 Jungvögel aufgezogen. Doch dieses Jahr ist das Nest nicht besetzt. Dafür wird jetzt auf einem Storchenmast gebrütet, bei dem es früher nicht mit einer Brut geklappt hat.

Was leider auch sehr auffällig ist, ich sah nicht einen Kiebitz. Für diese Art sieht es leider nicht gut aus. Einige Graugänse hatten dagegen schon Nachwuchs.

Rieselfelder von Münster
Auf dem grossen Teich wimmelt es nur so vor Vögeln
Rieselfelder von Münster
Ein Weißstorch flog direkt über mir
Rieselfelder von Münster
Im Vergleich zum Weißstorch ist diese männliche Rohrweihe fast klein
Die männliche Rohrweihe hat eher helles Gefieder mit schwarzen Flügelspitzen und Rändern
Im Vergleich dazu ist das Weibchen dunkelbraun gefärbt, mit einem hellen Kopf. Bei diesem noch sehr dunklen Weibchen handelt es sich vermutlich noch um einen Jungvogel
Rieselfelder von Münster
Rieselfelder von Münster
Dieses Grauganspaar hatte schon Nachwuchs

Frohe und friedliche Ostern 2022!

Frohe und friedliche Ostern 2022
Frohe und friedliche Ostern 2022 wünsche ich allen Leserinnen und Lesern!

Frohe und friedliche Ostern 2022 das wünschen wir uns und das wünsche ich dieses Jahr auch allen Leserinnen und Lesern! Wir haben vor zwei Wochen schon Friedenstauben gebastelt und ins Fenster geklebt. Genützt hat es leider noch nichts. Am Mittwoch hatten wir auf dem Turm von Burg Blankenstein auch noch die Begegnung mit einer Brieftaube.

Diese Brieftaube landete direkt neben uns. Sie ist zwar nicht ganz weiss, aber mit ihrer hellen Farbe und ihrer ruhigen und gelassenen Art erinnerte sie uns irgendwie an eine Friedenstaube. Eine sehr besondere Begegnung, die uns im Gedächtnis geblieben ist. Überhaupt hatten wir in den letzten Tagen viele tolle Erlebnisse mit Tieren. Einige möchte ich hier zeigen.

Einen Hasen haben wir leider nicht getroffen, nur ein Wildkaninchen. Dafür wurden wir mit tollem Frühlingswetter und einem fantastischen Vogelkonzert im Park verwöhnt.

Frohe und friedliche Ostern 2022
Diese Brieftaube landete neben uns auf dem Turm von Burg Blankenstein
Frohe und friedliche Ostern 2022
Die Brieftaube mit schöner Aussicht
Frohe und friedliche Ostern 2022
Wir fanden nur ein Wildkaninchen, den Feldhasen sichteten wir leider nicht.
Frohe und friedliche Ostern 2022
Dafür blieb dieses Eichhörnchen für ein Foto sitzen
Frohe und friedliche Ostern 2022
Die Heckenbraunelle singt in den Blüten
Rotkehlchen
Buchfink
Der Zaunkönig versuchte wieder der lauteste Sänger zu sein
Tagpfauenauge auf der Blüte des Löwenzahns

Nach 2 Jahren!

Nach 2 Jahren
Nach 2 Jahren: Schnee am 1. April und ich konnte den Rotmilan endlich am Boden fotografieren

Nach 2 Jahren hat es endlich einmal wieder geschneit! Nein, natürlich ist es nicht so. Aber das es am 1. April schneit ist schon selten und vielleicht hatte die besondere Wetterlage mit dem aussergewöhnlichen Tag zu tun, den ich am Samstag hatte. Deshalb habe ich als Dokumentation auch die Schneebilder eingefügt.

Nach 2 Jahren ist es mir endlich gelungen, den Rotmilan am Boden zu fotografieren! Ich hatte im April 2020 in meinem Beitrag Im Reich des Rotmilans über mein neues Fotoprojekt geschrieben. Der Rotmilan ist ein guter Flieger und die meiste Zeit in der Luft unterwegs. Immer wieder fliegt er auch an unserem Haus vorbei und durch das Tal. 2021 hatte ich auch noch mehr Sichtungen im Umkreis zu verzeichnen. Mittlerweile war aus dem Fotoprojekt ein ganz anderes Projekt entstanden, über das ich hoffentlich bald berichten kann. Ich notierte mir jede Sichtung, sah aber nie einen Rotmilan irgendwo in einem Baum sitzen. Meistens ruhen Milane nur in der Nähe ihres Horstes oder in einem ausgewählten Schlafbaum.

Am Samstag war aber ein besonderer Tag. Schon gegen 9 Uhr flog der Rotmilan das erste Mal an unserem Haus vorbei und am Mittag tauchte er wieder auf. Mir gelang es, durch das Fenster ein gutes Foto zu machen, obwohl es noch bewölkt war. Ich bearbeitete die Fotos am Rechner und schrieb an einem Blogbeitrag. Als ich wieder aus dem Fenster sah, flog der Rotmilan wieder vorbei! Sofort war mir klar, dass das ungewöhnlich war und ich meine Arbeit unterbrechen musste. Ich musste nach draussen, der Rotmilan war vielleicht noch irgendwo in der Nähe.

Aus Bildern von Auswertungen von Milanen mit GPS Sender wusste ich, das der Rotmilan häufig Rundflüge macht. Und dieser Rotmilan war am Samstag wohl auf einem „Rundkurs“ durch das Tal unterwegs. Vielleicht wegen dem Schnee. Im Tal war der schon geschmolzen, während auf den Wissen und Feldern auf den Hügeln teilweise noch Schnee lag. Auch Singvögel suchen sich bei einer Schneedecke ihre Plätze ohne Schnee zur Nahrungssuche.

Ich ging aber in die gegengesetzte Richtung, den Hügel hinauf! Mich interessierten die anderen Ziele des Rotmilans. Ich lief ziemlich viel, denn immer wieder tauchte der Rotmilan über mir auf. Sogar direkt über der Strasse flog er über mir. Erst später entdeckte ich sein Ziel. Seine Flugroute war vom Tal den Hügel hoch, über die Kleingartenanlage oder der Strasse folgend zu einem Feld ohne Schnee. Auf dem Feld hatte der Landwirt Gülle verteilt. Dort tummelten sich auch Bachstelzen und Buchfinken. Der Rotmilan flog im Suchflug teilweise nur 5 Meter über dem Feld. Aber bei dem Wetter war an Mäusejagd wohl nicht zu denken. Das war mein Glück! Denn schliesslich landete der Rotmilan, um etwas auf dem Boden zu suchen. Vielleicht Regenwürmer oder andere Kleintiere. Der Rotmilan ist da nicht wählerisch und bei so einem kalten Aprilwetter hatte er wohl keine großen anderen Chancen auf Nahrung.

Gut für mich, so konnte ich ihn endlich im Sitzen fotografieren. Dabei zeigt sich erst die ganze Schönheit dieser Vögel. Er blieb so lange, bis er mich entdeckt hatte. Wenn jemand so gute Augen hat, sind wohl selbst 100 Meter zu nah.

Nach 2 Jahren
Auf den Hügel lag am Nachmittag noch Schnee
Nach 2 Jahren
Der Rotmilan landete auf einem schneefreien Feld
Rotmilan
Die ganze Schönheit dieser Greifvögel lässt sich erst am Boden betrachten. Das Gefieder hat viele verschiedene Färbungen
Rotmilan
Da hat mich der Rotmilan wohl entdeckt
Vorher flog er am Mittag an unserem Haus vorbei
Über der Strasse war er direkt über mir. Das Links am Bildrand ist tatsächlich ein Dachgiebel
immer wieder beeindruckend, der große Schwanz