Der Hausrotschwanz und die Kühe

Hausrotschwanz und die Kühe
Hausrotschwanz und die Kühe: Ein Männchen auf einem Zaunpfahl

Der Hausrotschwanz und die Kühe teilen sich häufig einen Wohnraum. Gerne baut der Hausrotschwanz sein Nest auf Balken unter den Dächern von Ställen und Scheunen. Aber auch unter freiem Himmel teilen sie häufiger den Lebensraum. Denn gerne versucht der Hausrotschwanz auf Weiden und Wiesen verschiedene Insekten zu fangen. Er starte seine Jagdversuche von den Zaunpfählen an der Weide.

Hausrotschwänze am 2. Oktober

Bei meinen Spaziergängen in der Umgebung sehe ich deshalb jedes Mal Hausrotschwänze. Vom März bis zum 2. Oktober habe ich sie dieses Jahr gesehen. Am 2. Oktober ereignete sich dann deine besondere Geschichte um den Hausrotschwanz und die Kühe.

Ich wollte die letzten Tage mit den Hausrotschwänzen nutzen und sie nochmal fotografieren. Über die Monate hatte ich auch wieder einige Jungvögel gesichtet. Ich machte Fotos von einem Männchen und einem Weibchen. Das Wetter war nicht ganz so gut und der Himmel verdunkelte sich. Es sah nach Regen aus. Und die Kühe auf der Weide liefen den Hügel hinunter bis zum Ende der Weide. Ich vermutete, sie spürten den aufkommenden Regen und wollten etwas geschützter stehen. Ich folgte ihnen den Hügel hinunter.

Kühe mit Fotowunsch?

Sie liefen im Gänsemarsch aufgereiht am Zaun entlang. Ich überholte sie und unten angekommen, zeigten sie plötzlich ein anderes Bild. Sie reihten sich nebeneinander etwas versetzt auf. Als wollten sie sich für ein Foto aufstellen! Den Gefallen tat ich ihnen gerne! Sie wirkten auch recht verspielt untereinander. Da es immer noch nach Regen aussah, ging ich weiter und folgte dem Weg im Tal. Da sah ich, das die Kühe sich wieder in die Mitte des Hangs bewegten. Eine Reihe bildeten sie dabei nicht mehr.

Von dort sah ich auch, dass die Hausrotschwänze auf die Zaunpfähle zurückkehrten. Der Fotograf und die Kühe waren weg, mehr Ruhe für die Vögel. Also wollte ich ein zweites Mal mein Glück versuchen und ging zurück zur Weide. Dabei entdeckte ich auch ein Rotkehlchen auf den Zaunpfählen.

Neugierige Beobachter

Während ich Fotos machte, hörte ich Schritte hinter mir. Ich vermutete Wanderer, die den Weg hinab liefen. „Schnell noch Fotos machen, bevor die Vögel verschwinden.“ Dachte ich mir. Als ich mich dann umdrehte, standen die Kühe wieder aufgereiht hinter mir! Sie fanden mich wohl sehr interessant und wollten wohl nochmal auf ein Foto. Diesmal steckten einige sogar die Köpfe übereinander. Posieren und ins Bild drängen muss schließlich sein! Ich fotografierte die Kühe und das Rotkehlchen. Das ließ sich von den Kühen nicht stören.

Die Hausrotschwänze waren da empfindlicher. Kühe und Fotograf waren ihnen am diesen Tag zu viel. Aber so viel ist sicher, auch nächstes Jahr werden der Hausrotschwanz und die Kühe für eine Geschichte und Fotos gut sein! Mittlerweile haben uns die Hausrotschwänze in Richtung Süden verlassen.

Hausrotschwanz und die Kühe
Weiblicher Hausrotschwanz
Hausrotschwanz und die Kühe
Da wird bei den Kühen fast schon gedrängelt, um auf das Foto zu kommen
Hausrotschwanz und die Kühe
Als ich weg war, fraßen die Kühe einfach weiter
Das Rotkehlchen war ein gutes Fotomodel
Hausrotschwanz und die Kühe
Aber auch die beige Kuh wollte gerne in die Kamera sehen
„Hey, lass mich doch auch mal aufs Foto!“
Hausrotschwanz und die Kühe
„Guck doch einfach nach vorne, so wie ich!“

Neue Sichtungen im Oktober

Sichtungen im Oktober
Neue Sichtungen im Oktober: Ein Teichhuhn schwimmend

Meine neuen Sichtungen im Oktober sind Vogelarten, die man durchaus auch schon früher im Jahr sichten kann. Das Teichhuhn ist zwar seltener als das verwandte Bläßhuhn aber doch recht häufig an Teichen in Parkanalagen.

Die Haubentaucher hatten es nicht leicht dieses Jahr an der Ruhr und anderen Flüssen in NRW. Als im Juli das Hochwasser und die Sturzfluten kamen, hatten einige Haubentaucher noch ihre Nester besetzt, die dann leider von der Flut weggespült wurden.

Das Haubentaucher-Paar auf dem Baldeneysee war sehr müde und nutze den Nachmittag schon zu einem Schläfchen. Während sie tief und fest schlief, machte das Männchen wenigstens noch zwischendurch die Augen auf und war etwas aktiv.

Deutlich aktiver und immer wieder am Tauchen war der kleine Zwergtaucher nebenan. Der versuchte wohl noch die Nahrung für den Tag zu fangen.

Mitten auf dem Baldeneysee konnte ich aus großer Entfernung einen schwarzen Schwan fotografieren. Einen Trauerschwan. Da der schwarze Schwan so weit weg war, habe ich noch ein Foto von einem Trauerschwan aus dem Herminghauspark von Ende Oktober hinzugefügt.

Mit der Mandarinente, die ich in den letzten Beiträgen schon ausgiebig gezeigt habe, komme ich jetzt für dieses Jahr auf 71 Vogelarten.

Sichtungen im Oktober
Und ein Teichhuhn stehend im Auwald
Sichtungen im Oktober
Zwei müde Haubentaucher. Während sie tief und fest schläft…
Macht er wenigstens ab und zu ein Auge auf
Sichtungen im Oktober
Sehr aktiv dagegen der Zwergtaucher
Sichtungen im Oktober
Ein schwarzer Schwan mitten auf dem Baldeneysee. Während dieser Trauerschwan vielleicht wenigstens halbwild ist…
Ist dieser Trauerschwan aus dem Herminghauspark absolut zahm und domestiziert.
Sichtungen im Oktober
Ein Mandarinenten-Erpel

Dann war da noch die Sache mit der Kastanie…

Kastanie
Eine Kastanie, danach tauchte dieser Mandarinenten-Erpel

Als Naturfotograf lebt man zwischendurch ganz schön gefährlich. Wenn man gefährliche Tiere fotografiert. Wie etwa Bären, Löwen oder auch giftige Schlangen. Eine Gefahr die in Deutschland nicht droht.

Eine Gefahr die in Deutschland im Herbst „droht“, sind die Früchte die von unseren Bäumen fallen. Besonders gefährlich ist das jetzt nicht, aber es tut doch mehr weh als man denkt. Im Nationalpark Eifel wurde ich im Wald einmal von einer Eichel am Kopf getroffen. Vorher hätte ich so etwas nicht ernst genommen, aber da fallen schon einige Eicheln und Kastanien von unseren Bäumen. Man gerät sozusagen „unter Beschuss“.

Der Herbst, Fallzeit für die Kastanie

Als ich die Mandarinenten am Ufer des Baldeneysees fotografierte, fielen auch so einige Kastanien vom Baum. Ich war im vollen Einsatz, es waren schließlich meine ersten Mandarinenten. Und ignorierte die Geräusche der fallenden Kastanien. Dann traf mich eine Kastanie am Arm während ich fotografierte. Von da an war ich etwas vorsichtiger.

Das es Kastanien waren, wusste ich zu dem Zeitpunkt noch gar nicht. Denn an der Stelle war der Boden bewachsen und nicht direkt einsehbar. Und die Mandarinenten waren zu spannend! Eine von ihnen zeigte mir ein ganz besonderes Verhalten. Die Mandarinenten werden als Schwimmenten bezeichnet, wie z. B. die Stockenten. Doch diese Mandarinente tauchte komplett unter und holte etwas Rundes aus dem Wasser und hielt das im Schnabel. Ich vermutete spontan, dass es eine Muschel sein musste. Was sollte es sonst noch unter Wasser geben?

Eicheln und Bucheckern als Nahrung

Am PC erkannte ich dann aber, dass es wohl eine Kastanie war, die an der Stelle ins Wasser gefallen war. Und tatsächlich ernähren sich Mandarinenten von Bucheckern und Eicheln, die sie auch im Ganzen schlucken. Diese Mandarinente wollte sich an dieser Kastanie versuchen. Die allerdings ein kleineres Exemplar war. Für die Mandarinente war es trotzdem eine Herausforderung, diese zu schlucken und so ganz glücklich sieht sie dabei auch nicht aus! Eine kleine Kastanie ist schon eine andere Größenordnung als eine Eichel oder Bucheckern.

Interessant ist es auch, dass diese Entenart sich nicht nur von den üblichen Wasserpflanzen ernährt und ihre Nahrung hauptsächlich an Land sucht. Dieser Mandarinenten-Erpel war aber wohl so scharf auf die Kastanie, das er danach tauchte.

Kastanie
In der Vergrößerung kann man die kleine Kastanie im Schnabel gut erkennen
Kastanie
Um diese Kastanie zu schlucken, muss der Erpel ganz schön kämpfen
Kastanie
Dazu braucht es den richten Schwung, um die Kastanie in den Hals zu befördern
Geschafft, die Kastanie ist im Kropf. Der sieht ziemlich gefüllt aus
Dann muss der Hals gestreckt werden und die Kastanie rutscht nach unten
Der Hals ist leer. Zeit zum weiter schwimmen.

Die Mandarinente

Mandarinente
Die Mandarinente: Das farbenprächtige Männchen (Links) und das dunkelgraue Weibchen

Die Erpel der Mandarinente zählen zu den farbenprächtigsten Vögeln der Welt. Deshalb hat man sich wohl auch entschlossen, diese aus China stammende Ente als Ziervogel in Europa zu halten. Man findet die Mandarinente mittlerweile in Parks auf der ganzen Welt.

Aber auch als Gefangenschaftsflüchtling in wildlebenden Gruppen, die sich auch fortpflanzen. Nicht jedes Pärchen in Europa pflanzt sich fort. Es gibt in Europa aber in mehreren Ländern Populationen von Mandarinenten. Der Bestand in Europa wird auf ca. 7.000 Brutpaare geschätzt. Leider übertrifft dieser Bestand schon den Bestand in der ursprünglichen Heimat der Ente. Denn in China gibt es nur noch etwa 1.000 Brutpaare und 5.000 Brutpaare in Japan. Der Bestand der Mandarinente ist vor allem durch die Zerstörung ihres Lebensraums gefährdet.

Die Mandarinente in Deutschland

Der NABU schätzt den Bestand der Mandarinente in Deutschland auf etwa ca. 700 Brutpaare. Der Bestand im Naturschutzgebiet Heisinger Bogen ist schon etwas beeindruckend. Ich schätze den Bestand auf mindestens 15 Vögel. In freier Wildbahn ist die Ente sehr scheu. Sie mag deshalb ruhige Gewässer die dicht bewachsen sind. Meistens versteckt sie sich dort unter überhängenden Ästen am Ufer. Oder sitzt dort auf Ästen und in Büschen. Sie kann gut klettern und brütet in Baumhöhlen. Auch am Baldeneysee zeigt die Ente dieses Verhalten. Häufigen sitzen mehrere Enten in Büschen am Ufer. Aber sie zeigen sich auch ganz offen am Ufer oder auf den Wasserflächen. Wenn sie sich dort in einer Gruppe treffen, ist das ein beeindruckendes Bild. Mit ihren orangenen Schulterfedern, die beim Schwimmen aufrecht stehen wie Segel, sehen die Männchen aus wie kleine Schiffe.

Die Männchen haben außerdem einen auffälligen, rötlichen ‚Backenbart“. Ihre Brust ist violett und sie haben außerdem einen auffälligen, rot-blauen Federschopf am Hinterkopf. Der im Licht grünlich glänzt. Sie werden zwischen 41 und 50 cm groß. Die Weibchen sind etwas kleiner und hauptsächlich dunkelgrau gefärbt. Sie haben einen weißen Augenring, der hinter dem Auge in einem dünnen, weißen Streifen weiterläuft.

Ob die Gruppe am Baldeneysee sich fortpflanzt, kann ich nicht sagen. Bei Meldungen von Mandarinenten werden selten so große Gruppen wie am Baldeneysee gemeldet. Ich werde beobachten, ob sich im Frühjahr Nachwuchs zeigt.

Ein junges Männchen im Schlichtkleid

Unter den Mandarinenten befindet sich ein Exemplar, das anders aussieht. Es ist heller als die dunkelgrauen Weibchen und hat einen rötlichen Schnabel. Vermutlich handelt es sich um ein Männchen im Schlichtkleid. Da die Männchen schon ab Ende August ins Prachtgefieder mausern, könnte es sich dabei um ein jüngeres Männchen handeln. Vielleicht um Nachwuchs aus der Gruppe.

Ein auffälliges Verhalten war in der Gruppe zu beobachten. Die Schnabelspitzen werden immer wieder ins Wasser gehalten. Vielleicht um Insekten im Wasser zu erwischen. Aber eigentlich suchen die Mandarinenten ihre Nahrung überwiegend an Land.

Über die Nahrung der Mandarinente berichtet ich dann in meinem nächsten Beitrag.

Mandarinente
Besonders auffällig sind der rötliche Backenbart und die orangenen Schulterfedern beim Männchen
Mandarinente
Ein Erpel im Porträt. Ein weiteres Kennzeichen ist der kleine, rote Schnabel
Mandarinente
Dagegen ist das Weibchen dunkelgrau gefärbt. Auch der Schnabel ist grau. Auffällig der weiße Augenring mit Streif.
Mandarinente
Die orangenen Flügelenden beim Männchen sind beim Schwimmen hochgestellt wie Segel
Mandarinente
Mandarinente
Auffälliges Verhalten: Die Schnabelspitze wird ins Wasser gehalten, um Nahrung zu suchen.
Hier wird die Suche in Formation betrieben
Auch die Weibchen machen mit
Mit den aufgestellten Schulterfedern sehen die Mandarinenten wie kleine Schiffe aus.
Mandarinente
Ein eher helles, beiges Exemplar mit rotem Schnabel. Vermutlich ein junges Männchen im Schlichtkleid.
Mandarinente
Häufig war das junge Männchen alleine zu sehen. Es wurde aber auch noch in die Gruppe aufgenommen.

Herbst am Heisinger Bogen

Herbst am Heisinger Bogen
Ein Mandarinenten-Erpel in farbenprächtiger Kulisse

Das Vogelschutzgebiet Heisinger Bogen am Baldeneysee in Essen ist immer einen Besuch wert. Im Herbst am Heisinger Bogen erlebt man eine wahre Farbenpracht. Der Herbst kann für ganz besondere Stimmungen sorgen. Ab November sind die Gewässer häufiger auch den ganzen Tag in Nebel gehüllt.

Mitte Oktober zeigt sich am Heisinger Bogen aber ein ganzes anderes Bild. Die bunten Blätter an den Bäumen erzeugen als Kulisse und auf dem Wasser ein buntes, herbstliches Farbenspiel. Besonders im Auwald, wo die Bäume direkt an den stillen Gewässern stehen. Zunächst ließ sich diese Farbenspracht aber nicht erahnen. Am Eingang zum Naturschutzgebiet sah es an den Bäumen noch sehr grün aus. Ein ziemlich entspannter Gartenbaumläufer flog direkt hinter mir an einen Baumstamm.

Kormorankolonie am Baldeneysee

Die Kormorankolonie am Baldeneysee war wie immer gut besucht. Einige Kormorane sassen neben den Nestern in den Bäumen. Andere tummelten sich auf Baumstämmen am Wasser. Im weiteren Verlauf des Weges, entlang der alten Teiche, zeigte sich dann der bunte Auwald. Dort stehen die Bäume dicht am Wasser und sind teilweise schon hineingestürzt. Überall gibt es überhängende Äste am Ufer.

Lebensraum für die Mandarinente

Optimal für die farbenprächtige Mandarinente. Das war mein Highlight des Tages! Ich hatte vorher noch nie eine Mandarinente in der Natur gesehen. Zu den bunten Bäumen, den verschiedenen Farben und Spiegelungen im Wassers passte diese Ente, als hätte man sie auf ein Gemälde gemalt. Aber auch die Stockenten-Erpel konnten mit ihrem Prachtkleid bei dem Farbenspiel mitmachen. Waren einmal keine Vögel als zusätzliche Motive vorhanden, so reichten auch die herbstlichen Bäume für eine wunderschöne Stimmung.

Als weitere Entenarten waren am Heisnger Bogen noch Reiherenten und Schnatterenten zu sehen. Die Kormorane zeigen sich immer wieder flexibel. Sie sind nicht auf ihre Kolonie beschränkt, sondern nutzen jeden noch so kleinen Ast der aus dem Wasser ragt. Als würden sie sich auch besonders schöne Sitzplätze aussuchen. Gut für den Fotografen! So gibt es viele schöne Motive im Herbst am Heisinger Bogen.

Herbst am Heisinger Bogen
Der Herbst bietet besonders schöne Farben als Hintergrund
Herbst am Heisinger Bogen
Aber auch die Stockenten-Erpel in ihrem Prachtgefieder können sich sehen lassen
Herbst am Heisinger Bogen
Die Erpel der Reiherenten sind dagegen eher in schlichten Farben unterwegs
Gar keine auffälligen Farben hat dieser Gartenbaumläufer
Den Grund dafür sieht man gut auf diesem Foto. Das Gefieder dient als Tarnung auf den Baumstämmen.
Die Kormorane sind gesellig und leben in einer Kolonie direkt am Ufer des Baldeneysee.
Dieser Kormoran schwimmt durch eine Fontäne von Wassertropfen, die ein Kollege erzeugt.
Herbst am Heisinger Bogen
Der Auwald zeigt sich in bunten Farben
Herbst am Heisinger Bogen
Der Graureiher hat die Ruhe weg
Herbst am Heisinger Bogen
Die stillen Gewässer im Auwald erzeugen perfekte Spiegelbilder
Herbst am Heisinger Bogen
Herbst am Heisinger Bogen
Herbst am Heisinger Bogen
Jeder Ast wird von den Kormoranen genutzt
Herbst am Heisinger Bogen
Da trifft man sich mit den Kollegen und den Stockenten

Begegnungen beim Sonnenbaden

Begegnungen beim Sonnenbaden: Nicht nur diese Singdrossel hatte die Ruhe weg

Begegnungen beim Sonnenbaden hat jetzt nichts mit meinen persönlichen Sonnenbädern zu tun. Meistens verzichte ich darauf in den letzten Jahren. Es geht um  die Begegnungen, die jeder Wanderer und Naturfotograf bestimmt kennt. Der Weg biegt um eine Ecke und man weiß nie was einen dort erwartet. Immer wieder spannend. Und wenn ich daran denke, gehe ich mittlerweile auch recht vorsichtig um jede Ecke. Denn schon sehr oft habe ich dabei Tiere aufgeschreckt, die dort unbemerkt und unbeobachtet sassen.

Manche haben aber auch die Ruhe weg. Als ich im August um eine Ecke bog, zeigte sich mir ein recht merkwürdiges Bild. Das ich zuerst gar nicht vollständig verstand. Ich sah dort einen Vogel, den ich dann auch fotografierte. Eine stolze Singdrossel. Sie zeigte sich in voller Größe und hatte Beute im Schnabel. Es gab wohl noch irgendwo Nachwuchs zu füttern. Die Singdrossel machte auch keinen alltäglichen Eindruck. Aufgeplustert im Sommer, das sieht man selten! Aber da war noch etwas, was ich erst gar nicht erkannte. Im Hintergrund lag etwas dunkles auf dem Boden.

Amsel beim Sonnenbaden

Das war ein Anblick, der mich verwirrte. Ein Vogel steht ungerührt auf dem Weg, aber was liegt da? Bei näherer Betrachtung eine weibliche Amsel bei einem Sonnenbad! Die Amsel lag flach auf dem Asphalt, Flügel und Schwanz von sich gestreckt und ausgebreitet. Vögel baden gerne, im Wasser und im Sand. Um Parasiten im Gefieder loszuwerden und auch um sich abzukühlen. Aber diese Amsel nahm ein Sonnenbad! Vielleicht um das Gefieder zu trocknen? Kormorane machen das gerne  und häufig. Sicherlich sitzen Vögel auch gerne in der Sonne. Aber spezielles Sonnenbaden, bei dem man die Wärme praktisch aufnimmt und sich aufwärmen will, sieht man selten. Reptilien müssen sich in der Sonne auf Steinen aufwärmen. Aber Vögel versuchen vermutlich eher, die Hitze zu vermeiden.

Vögel nehmen ein Sonnenbad

Trotzdem kann man solche Vögel beobachten, die ein Sonnenbad nehmen. Auch die Singdrossel wollte sich das näher ansehen, was die Verwandtschaft da auf dem Asphalt trieb. Ohne Reaktion der Amsel. Die Singdrossel verschwand und mein Blick war jetzt ganz bei der Amsel. Die erste Reaktion in so einer Situation ist immer der Gedanke, das der Vogel tot ist und deshalb dort liegt.

Aber die Amsel war putzmunter und trat die Flucht an, als ich näher kam. Kurz musste sie sich noch das Gefieder putzen, bevor es auf Nahrungssuche ging und der Weg überquert wurde.

Ein seltenes Verhalten

Ich kann mich kaum an solche Begegnungen erinnern. Es kommt selten vor und ist wohl nicht so häufig. Schließlich kann man bei so einem Sonnenbad schnell von einem Beutegreifer überrascht werden. Da es aber so ungewöhnlich ist, habe ich mir die Sonnenbader gut eingeprägt. Was die Amsel da am Boden machte, hatte ein Gartenbaumläufer noch verfeinert. Er sonnte sich auf einer Hauswand wie ein Schmetterling. Um so vielleicht die Wärme der aufgeheizten Wand auch noch aufzunehmen. Vielleicht tat die Amsel genau das mit der Wärme vom Asphalt. An beiden Tagen war es auch so warm genug. Es war im Juli und eben im August. Ob es sich bei diesen Vögeln vielleicht einfach um besonders wärmeliebende Exemplare handelte? Es sah zumindest nicht so aus, als wollten die beiden ihr Gefieder trocknen, wie der Kormoran.

Sonnenbaden
Die Singdrossel im Vordergrund. Aber was liegt dahinten auf dem Boden?
Auch die Singdrossel sieht sich das mal näher an
Sonnenbaden
Eine weibliche Amsel beim Sonnenbaden!
Als ich näher komme, ist bei der Amsel mit der Ruhe vorbei
Das Gefieder muss aber nochmal gerichtet werden
Und es muss auch nochmal geputzt werden!
Dann geht es auf Nahrungssuche
Bevor endgültig der Abflug gemacht wird
Sonnenbaden
Auch dieser Gartenbaumläufer nimmt ein Sonnenbad
Sonnenbaden
Während dieser Kormoran sein Gefieder trocknen will. Alle Vögel hatten sich dabei so ausgerichtet, das sie die Sonne im Rücken hatten.

Die rätselhafte Welt der Enten

Enten
Die rätselhafte Welt der Enten: Um diese Ente geht es. Sieht aus wie eine weibliche Stockente, hat aber einen grauen Schnabel

Jeder der schon einmal versucht hat, einige Enten zu bestimmen, wird irgendwann vor einem Rätsel gestanden haben. Die rätselhafte Welt der Enten entsteht durch die zahlreichen Hybriden und die Schlichtkleider der Männchen. Allgemein kann man wohl sagen, die Männchen sind Schuld! Denn die Männchen der Enten- und Gänsearten nehmen das häufig mit der Wahl der Weibchen nicht so genau. Hauptsache eine Ente, egal welche! Keine Ahnung was sich die Natur dabei gedacht hat. Die zahlreichen Hybriden können so eigentlich nicht gewollt sein. Auch bei den Weibchen stoßen die liebestollen Männchen nicht immer auf Gegenliebe.

So konnte einmal ein seltenes Männchen der Moorente dabei beobachtet werden, wie es vergeblich versuchte bei einem Reiherenten-Weibchen zu landen. Dabei kann man das Männchen vielleicht noch verstehen, die Moorente ist in Deutschland vom Aussterben bedroht und die Reiherenten- Weibchen sehen denen der Moorente schon recht ähnlich.

An der Kiebitzwiese habe ich nun mal wieder eine Ente fotografiert, die ich nicht so richtig bestimmen kann. Äußerlich sieht die Ente ähnlich aus wie ein Stockenten-Weibchen, hat orange Beine aber einen grauen Schnabel mit schwarzer Spitze. Aber Stockenten haben doch nur selten graue Schnäbel, wenn sie nicht gerade Jungtiere sind. Am ehesten würde ich jetzt ein Schnatterenten-Männchen im Schlichtkleid vermuten. Leider weiß ich gar nicht, wie eine männliche Schnatterente im Schlichtkleid aussieht. Ich habe nur gelesen, sie sehen dann fast so aus wie die Weibchen. Ich habe auch eine andere Ente fotografiert, die genauso aussieht und einen eher orangenen Schnabel hat. Also vielleicht Männchen und Weibchen der Schnatterente? Oder doch weibliche Stockenten? Aber vielleicht hat ja noch jemand eine Idee?

Enten
Orangene Beine, wie bei den Stockenten
Aber ein grauer Schnabel mit schwarzer Spitze
Sucht mit dem Schnabel nach Fressbarem im Wasser
Enten
Dann habe ich noch diese Ente fotografiert. Gleiches Gefieder, aber orangener Schnabel
Enten
Ich vermute es handelt sich um eine weibliche Schnatterente und ein Männchen im Schlichtkleid. Oder gibt es Stockenten mit grauem Schnabel?

Die Sichtungen vom Juli und August

Die Sichtungen vom Juli und August
Die Sichtungen vom Juli und August: Ein Bluthänfling im Hohlweg am Kaiserstuhl

Ich bin mit den Beiträgen über neue Sichtungen sehr weit im Rückstand. Deshalb gibt es jetzt auch erst die Sichtungen vom Juli und August. Der Grund dafür ist, dass ich im August überhaupt keine neuen Vogelarten gesichtet habe.

Deshalb muss ich die spärlichen Ergebnisse zusammenfassen. Sogar der beginnende Vogelzug im August hat keine neuen Ergebnisse gebracht. Der verlief bei uns in Langenberg sogar völlig unbemerkt. Sonst konnte man immer einzelne Braunkehlchen, Steinschmätzer oder Grauschnäpper sichten.

Schon Im Juli konnte ich nur zwei neue Arten für dieses Jahr notieren. Die Gebirgsstelze und den Bluthänfling. Von der Gebirgsstelze gelang mir kein Foto und vom Bluthänfling nur ein besseres Belegfoto. Es läuft also eher bescheiden bei mir! Den Bluthänfling fotografierte ich in einem Hohlweg am Kaiserstuhl. Dort gelang mir auch das Foto von der weiblichen Mönchsgrasmücke. Die Gebirgsstelze und der Bluthänfling sind meine Nr. 65 und 66 für dieses Jahr.

Im August gelang mir dann noch ein Foto von einem jungen Schwarzkehlchen. Das war etwas schwierig zu bestimmen und machte kurz Hoffnung auf eine neue Vogelart. Im Jugendkleid sehen sie schon sehr anders aus, als später als Erwachsene.

Weibliche Mönchsgrasmücke im Hohlweg am Kaiserstuhl
Junges Schwarzkehlchen

Coloratura

Coloratura

Coloratura heisst das neue Lied der britischen Band Coldplay vom demnächst erscheinenden Album „Music of the spheres“. Der Name Coloratura fasziniert und inspiriert mich sehr. Und auch das dazu gehörige Lied und das farbenprächtige Video. Kurz gesagt handelt das Video von einem Sternenbild im Universum. Überhaupt handelt das neue Album wohl von höheren Mächten, Sphären und dem Universum.

Ein Abbild unserer Zeit, wo man doch wieder in das Weltall und zu fernen Planeten strebt, aber wohl auch eine Reaktion auf die Krisen auf unserem Planeten. Wo man sich als einzelner Mensch so machtlos und überfordert fühlt. Man fühlt sich klein. Wir sind zwar alle ein Teil des großen Ganzen, aber angesichts der vielen Zusammenhänge, Herausforderungen und der Unendlichkeit des Universums einfach manchmal nur noch überfordert das alles zu begreifen. Da hilft die Flucht in entfernte, bessere Welten.

And in this crazy world, I do

Coldplay - Coloratura

Ja, unsere Welt ist verrückt. Aber auch weil wir es uns selbst so schwermachen! Warum müssen wir unseren Planeten zerstören und als Reaktion darauf in das Weltall und zu anderen Planeten streben? Es wäre doch viel sinnvoller unseren Heimatplaneten zu retten!

„Together, that’s how we’ll make it through“

Als ich das Video gesehen habe, kam mir bei dem Wort Coloratura und der Farbenpracht sofort Color und Natura in den Sinn. Farben und Natur. Unsere Natur ist teilweise so farbenfroh und bunt. Blumenwiesen, Vögel, Schmetterlinge und Fische. Oder die Farben am Himmel. Gerade bei Sonnenaufgang und Untergang zeigt uns die Sonne immer wieder tolle Farbenspiele. Das hat mich zu meiner Fotogalerie inspiriert.

Coloratura, the place we dreamed about

Mehr Coloratura als bei diesen Farbenspielen am Himmel geht nicht. Und jeder will bestimmt an so einem Ort sein und dieses Schauspiel beobachten.

Coloratura bedeutet aber eigentlich etwas Anderes. Mein Interesse war jetzt geweckt und ich habe nach der Erklärung für dieses Wort gesucht und laut Wikipedia bedeutet es:

Eine Koloratur (von lat. color = „Farbe, Färbung“) ist im Gesang eine schnelle Abfolge von Tönen mit kurzen Notenwerten oft gleicher Länge.

Wikipedia – Koloratur

Da ich kein Musikexperte bin, fällt es mir schwer zu sagen, was in dem Lied eine Koloratur ist.

Als Beispiel werden bei Wikipedia die Arien der Königin der Nacht in Mozarts Zauberflöte genannt.

Coloratura von Coldplay zeigt Merkmale aus der Klassik. Das Lied ist über 10 Minuten lang und wird hauptsächlich am Klavier gespielt. 10 Minuten sind in der Popmusik eine Ewigkeit. Viel zu lang für eine Single die man im Radio spielen kann. Obwohl man in einer Warteschlange vor einer britischen Tankstelle genug Zeit hat, um das Lied einmal im Autoradio hören!

In this crazy world, it’s true

Und obwohl das Lied teilweise recht schlicht und reduziert instrumentiert ist, wird es auch bei der Länge nie langweilig. Es wirkt auch nicht gezwungen, als würde man krampfhaft experimentieren. Das Lied steigert sich ganz natürlich zu seinem Höhepunkt und hat so das Zeug zu einem epischen Klassiker.

Und der Text und die Message ist einfach wunderschön!

At the end it’s all about,

the love you’re sending out!“

Schwarzer Moderkäfer

Schwarzer Moderkäfer

Schwarzer Moderkäfer: Der spitz zulaufende Hinterleib mit den sechs Segmenten kennzeichnet den Moderkäfer

In meinem letzten Beitrag hatte ich schon etwas über den schwarzen Moderkäfer geschrieben. Ich hatte Fotos von einem Balkenschröter gemacht und diesen mit dem schwarzen Moderkäfer verglichen. Und wie das manchmal so ist, am Sonntag war ich mit meiner Tochter unterwegs und die rief plötzlich, das da ein großer, schwarzer Käfer über den Weg läuft.

Schwarzer Moderkäfer oder dunkler Raubkäfer?

Und diesmal lief tatsächlich ein schwarzer Moderkäfer über den Weg! Jetzt kann ich die Unterschiede zwischen den Käfern zeigen. In der Gattung gibt es noch weitere ähnlich aussehende Arten und so musste ich erst nochmal überprüfen, ob es sich nicht doch um einen dunklen Raubkäfer handelt.

Ein schwarzer Moderkäfer besitzt tatsächlich kleine Hautflügel, die man auf den Fotos leider nicht sehen kann. Sie befinden sich unter den schwarzen Flügelplatten. Das er mit diesen kleinen Flügeln bei der Größe fliegen kann, kann ich mir zwar nicht vorstellen, aber im Internet habe ich das gelesen. Ich habe den Käfer nur beim Laufen beobachtet.

Der Hinterleib des schwarzen Moderkäfers besteht aus bis zu sieben Teilsegmenten. Mit diesen beweglichen Segmenten kann der Käfer seinen Hinterleib aufrichten. Ein dunkler Raubkäfer kann das ebenfalls, aber dessen Hinterteil müsste deutlich breiter aussehen, als bei dem Käfer auf meinen Fotos.

Kein Skorpiontrick

Seinen Skorpiontrick mit dem aufgerichteten Hinterleib hat der schwarze Moderkäfer uns nicht gezeigt, er war ja durch uns auch nicht in Gefahr oder bedroht. Als ich meiner Tochter davon erzählte, das der Käfer dann ein übelriechendes Sekret verspritzt, war sie nicht mehr so begeistert. „Der ekelige Käfer soll weggehen!“ War dann ihr Kommentar. Da nützt dann auch eine beruhigende Antwort nichts mehr. Denn das kleine Insekt hat ja nun wirklich gar nichts gemacht.

„Wie viele Fotos willst du denn noch machen?!“ Schob meine Tochter dann in ihrer Aufregung noch hinterher. Recht hat sie, aber die oft übertriebene Menge meiner Fotos ist dann doch eine andere Geschichte…