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Nationalpark Bayerischer Wald

Nationalpark Bayerischer Wald

Nationalpark Bayerischer Wald: Die Schilder scheinen zum Jubiläum erneuert worden zu sein.

Der Nationalpark Bayerischer Wald ist der erste Nationalpark in Deutschland. Er wurde 1970 mit einer Fläche von 13.229 Hektar eröffnet und feiert dieses Jahr 50jähriges Bestehen. Vorher gab es erheblichen Widerstand gegen den Nationalpark. Der Park wurde von Staatsminister Hans Eisenmann eröffnet. Ihm zu Ehren gibt es am Informationszentrum Lusen in Neuschönau das Hans-Eisenmann-Haus. In diesem Haus gibt es zahlreiche Informationen über den Nationalpark. In der Nähe des Hans-Eisenmann-Hauses liegt ein Baumwipfelpfad und ein Stein- und Pflanzenfreigelände. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite erstreckt sich das große Tierfreigelände auf über 200 Hektar. Dort kann man viele Tiere in großen Gehegen sichten, die es auch im Nationalpark gibt oder die früher im Bayerischen Wald gelebt haben. Man kann diese Tiere im Freigelände sichten. Viele Tiere bekommt man allerdings gar nicht zu sehen, denn die Gehege sind wirklich groß und die Tiere sehr scheu. Aber dazu später noch mehr.

Tierfreigehege an den Nationalparkzentren

Ein weiteres Tierfreigelände gibt es am Informationszentrum Falkenstein in Ludwigsthal. Dort befindet sich das Informationshaus, das „Haus zur Wildnis“ nicht am Parkplatz und Eingang, sondern man erreicht das Haus erst nach dem man zum Ende des Freigeländes gelaufen ist. Aber keine Angst, das Tierfreigelände am Falkenstein ist nicht so groß, wie das in Neuschönau. Auf 68 Hektar kann man dort nur vier Tierarten beobachten. Luchs, Wolf, Auerochse und Wildpferde sind dort zu sehen. Wir konnten nur die Auerochsen sehen, die anderen Tierarten waren nicht zu sehen. Einen Luchs haben wir leider um ein paar Minuten verpasst. Dieser kam sogar bis zur Aussichtsplattform, holte sich dort einen Hasen. Eine Frau konnte den Luchs dann sogar mit dem Handy fotografieren. Was sehr deutlich wird, gerade Luchse sind sehr heimliche Tiere und Meister der Tarnung. Ihre Gehege sind deutlich kleiner als die der Wölfe trotzdem ist es nicht möglich einen der Luchse zu entdecken.

Erweiterungen des Nationalpark

1997 wurde der Nationalpark Bayerischer Wald auf eine Größe von 24.250 Hektar erweitert. Das Erweiterungsgebiet liegt rund um den Falkenstein. Zusammen mit dem Sumava Nationalpark auf tschechischer Seite bildet er das größte Waldschutzgebiet in Mitteleuropas und das größte zusammenhängende Waldgebiet. Am 07. Oktober 2020, am 50. Jahrestag der Eröffnung, soll der Nationalpark nochmal um 600 Hektar erweitert werden.

Das Tierfreigelände in Ludwigsthal wurde erst 2005 eröffnet und dort ist es wesentlich einfacher einen Luchs zu sichten. Wenn man am Nachmittag zum Gehege kommt, wenn die Besucher schon weniger werden, hat man eigentlich ganz gute Chancen einen der Luchse zu sichten.

Wenig Chancen hatten wir bei den Wölfen in Ludwigsthal. Das Gehege ist toll, eine lange, schöne Holzbrücke führt hindurch. Leider ist das Gehege auch riesig. Mit das Größte in beiden Freigeländen. Man bekommt einen guten Eindruck, wie es wäre, wenn man versuchen würde einen Wolf in einem Waldstück zu sichten. Man würde es vermutlich nicht schaffen oder müsste viel Geduld mitbringen. 2017 gelang es sogar fünf Wölfen aus dem Gehege zu entkommen. Zwei von ihnen wurden bis heute nicht gefunden. Der Aussichtsturm am Wolfsgehege war leider wegen Corona gesperrt. Von dort hätte man bestimmt einen guten Überblick gehabt.

Das Haus der Wildnis kann man in einer halben Stunde gut erreichen, selbst wenn man einen Zwischenstopp bei den Luchsen macht.

Das Tierfreigelände in Neuschönau zu erkunden dauert wesentlich länger. Der Rundweg ist knapp 7,5 km lang. Mit der Räubertochter haben wir es an zwei Tagen nicht geschafft, alle Gehege zu sehen. Einige sind auch zu eng und dürfen wegen dem Coronavirus 2020 nicht betreten werden.

Die Tiere im Nationalpark

Folgende Tierarten sind dort zu sehen: Bär, Biber, Wolf, Luchs, Rothirsch, Elch, Wildschwein, Wildkatze, Wisent, Fischotter, Uhu, Waldkauz, Waldohreule, Habichtskauz, Rauhfußkauz, Schwarzmilan, Wespenbussard, Schwarzstorch, Auerhuhn und Kolkrabe.

Bären und Wisente gibt es im Nationalpark nicht mehr. Elche gibt es auf tschechischer Seite am Stausee Lipno sie wandern manchmal in den Nationalpark. Wenn man durch den Nationalpark fährt, fühlt man sich häufig von der Landschaft an Schweden oder Kanada erinnert. Ein Elch würde dort gut hineinpassen.

Wölfe im Nationalpark

2016 hat sich ein Wolfspaar angesiedelt das auch schon Nachwuchs hatte. Der Luchs wurde durch Auswilderungen wieder angesiedelt. In Bayern und Tschechien wurden Tiere ausgesetzt und die Population stieg zunächst stark an. Geschätzt gab es zwischen 75 und 100 Tiere. Zwischen 1995 und 2008 ging die Anzahl aber wieder stark zurück. Vor allem auch durch illegale Abschüsse auf beiden Seiten der Grenze. Ein völlig unsinniges und unverständliches Verhalten.

Die Tiere sind wirklich schwer zu sichten. Niemand wird einfach so im Wald einem Luchs oder einem Wolf begegnen. Selbst nach Wochen hätte man wenig Chancen. Selbst Biologen und Naturschützer müssen die Tiere besendern und Fotofallen aufstellen um überhaupt Sichtungen und Bewegungen der Tiere einzufangen. Wölfe legen große Entfernungen zurück und auch die Luchse haben einen Bewegungsradius auf beiden Seiten der Grenze.

Raubtiere müssen zugelassen werden!

Sie sind auch keine Gefahr für den Wildbestand oder den Menschen. Eher im Gegenteil, der Rothirsch- und Wildschweinbestand ist viel zu hoch und muss durch Abschüsse reguliert werden. Weil es eben zu wenig natürliche Feinde gibt. Die Rothirsche müssen im Winter sogar in Gatter eingesperrt werden, damit sie nicht zu viele Schäden an Bäumen anrichten. Ohne Raubtiere ist ein natürliches Gleichgewicht nicht möglich! Man kann nur hoffen, dass das eingesehen wird.

Außerdem gibt es im Nationalpark Bayerischer Wald Wildkatzen, Biber und Fischotter. An Vogelarten besonders die Eulen. Uhu, Habichtskauz, Rauhfußkauz, Sperlingskauz und Waldohreule. Aber auch Auerhuhn, Haselhuhn, Schwarzstorch und Wespenbussard.

Einige der Arten möchte ich hier zeigen. Ich habe sie im Tierfreigelände fotografiert. Alle Tiere wurden in den Gehegen fotografiert. An diesem Beitrag habe ich jetzt sehr lange gearbeitet. Der Urlaub im Bayerischen Wald ist schon fast wieder zwei Monate vorbei. Aber dieser Beitrag ist mir auch sehr wichtig, zusammen mit meinem allgemeinen Beitrag : Der Nationalpark über Schutzgebiete.

Erhöhter Besucherandrang wegen dem Coronavirus

Als wir im Nationalpark Bayerischer Wald waren, ist zwar schon von einem erhöhten Besucherandrang wegen dem Coronavirus berichtet worden, selbst erlebt haben wir das aber damals gar nicht. Das Wetter war auch noch nicht so sommerlich und in Bayern waren noch keine Sommerferien. Vor drei Wochen war es aber dann sogar so, das der Parkplatz am Nationalparkzentrum Lusen gesperrt werden musste, weil er besetzt war und auch keine Besserung in Sicht war.

Ein gesteigertes Interesse an der Natur ist zwar sehr positiv, so aber im Endeffekt nicht sehr hilfreich. Wenn dieses Interesse daraus resultiert, das man einem Virus ausweicht und seine normalen Reiseziele nicht besuchen kann und deshalb die einheimische Natur überrennt. Da kann man dann doch nur hoffen, das bald alles wieder normal ist. Denn gerade scheue und seltene Tiere werden mit Besuchermassen gar nicht klar kommen.

Die Bienenfresser an der Lippe

Bienenfresser Lippe

Bienenfresser an der Lippe: Die Disselmersch als Lebensraum der Vögel im Kreis Soest in der Nähe der Lippe

Es gibt tolle Neuigkeiten vom Bienenfresser an der Lippe, in den letzten Tagen wurde im Kreis Soest und Hamm immer wieder ein Paar gesichtet. Den Ornithologen aus dem Kreis Soest fielen die ständigen Sichtungen des Bienenfresser-Paares auf und haben dann systematisch in der Umgebung nach den Vögeln gesucht. Zunächst hatten sie die gleiche Vermutung wie ich, dass es sich um durchziehende und wandernde Bienenfresser handelt, die das Nahrungsangebot an der Lippe nutzen.

Erfolgreiche Brut in der Steilwand

Bei der gezielten Suche in der Umgebung haben sie dann aber eine Brutröhre in einer Steilwand an der Lippe gefunden. In einer Uferschwalben-Kolonie haben die Bienenfresser diese Brutröhre gegraben und am 17. August hat ein Jungvogel die Brutröhre verlassen! Das ist der erste Brutnachweis des Bienenfressers im Kreis Soest und seit langer Zeit wieder eine bestätigte Brut in Westfalen.

Es freut mich sehr, dass die Bienenfresser in meiner alten Heimat Westfalen gebrütet haben. Dazu auch noch in der Nähe der Disselmersch, einem Ort den ich gut kenne. Und sie haben das an einer natürlichen Stelle an der Lippe getan. Was in Deutschland außergewöhnlich ist. 75% der Bienenfresser brüten in Deutschland in ehemaligen Sand-, Kies- oder Schottergruben oder anderen Tagebauen.

Natürlicher Brutort ist eine Sensation

In Steilwänden an Flüssen brüten die Bienenfresser sonst hauptsächlich an der Elbe, der Saale und der Mulde in Sachsen-Anhalt und Sachsen. Eine Brut in einer Steilwand an einem Fluss in Nordrhein-Westfalen ist sehr bemerkenswert. Dieser Lebensraum ist durch die Bebauung der Flüsse in NRW äußerst selten. Dabei entspricht so eine natürliche Flusslandschaft genau dem Lebensraum der Bienenfresser. In den Steilwänden graben sie ihre Brutröhren, über dem Fluss und in den angrenzenden Wiesen jagen sie die Insekten.

Ich bezeichne die Bienenfresser gerne als große Schwalben. Ihre Flugkünste und ihre Brutkolonien ähneln dem Verhalten von Schwalben. Kein Wunder, das sie den gleichen Lebensraum wie die Uferschwalbe nutzen. Auch in der Sandgrube am Brachter Wald gibt es eine Uferschwalbenkolonie.

Da es in der Nähe der Lippe und in Westfalen wenig Sandgruben gibt, bin ich erst nicht von einem Brutversuch der Bienenfresser ausgegangen. Eine Brutröhre in einer Steilwand an der Lippe erschien mir unvorstellbar. Umso mehr freue ich mich über die erfolgreiche Brut. Leider entsteht durch die Brutorte der Bienenfresser in Deutschland schnell ein falscher Eindruck. In Sandgruben sind die Wände oft sehr hoch, dem Bienenfresser genügt aber eigentlich schon eine Steilwand ohne Bewuchs die 2 oder maximal 3 Meter hoch ist.

Viele Jungvögel zeichnen einen guten Brutort aus

Leider ist nur ein Jungvogel aus der Bruthöhle ausgeflogen. Was für Bienenfresser keine sehr erfolgreiche Brut ist. Ein Brutort wird immer am Erfolg und an der Anzahl der Jungvögel gemessen. Die Alt- und Jungvögel kehren häufig an einen Brutort zurück. Sollte ein Brutort keine guten Ergebnisse bringen, wird der Ort schnell aufgegeben. Die Reise in die Winterquartiere in Afrika ist lang und bringt viele Gefahren für die Vögel. Das Mittelmeer und die Sahara muss überquert werden. Die Bienenfresser überwintern südlich des Regenwaldgürtels in der Savanne. Manche fliegen sogar bis Südafrika. Nur fitte Vögel schaffen diese Reise. Ein Jungvogel der nicht gut genährt ist, kehrt nicht an seinen Geburtsort zurück.

Das wären dann keine guten Voraussetzungen für eine dauerhafte Ansiedlung oder die Bildung einer Kolonie. Ich hoffe das Beste für die Bienenfresser von der Lippe. Das sie nächstes Jahr zurückkehren und vielleicht weitere Bienenfresser folgen. Auch an anderen Orten in NRW hat es wohl dieses Jahr neue Ansiedlungen und Brutversuche von Bienenfressern gegeben. Es wäre schön, wenn sich der Vogel auch in NRW weiter vermehrt und ausbreitet.

Auszeichnung für den Lebensraum Lippe

Für die Lippe und die Renaturierung des Flusses ist die Brut der Bienenfresser in der Ufersteilwand wie eine Auszeichnung. Sozusagen wurde die Lippe als Lebensraum für natürlich gut befunden. Bis jetzt habe ich noch nicht von einer Bienenfresserbrut in einer Ufersteilwand in Nordrhein-Westfalen gehört. Das macht Hoffnung für den Bienenfresser in NRW!

Leider bestätigte sich auch an den Bienenfressern von der Lippe wieder ihr bekanntes Verhalten. Nachdem der Jungvogel die Bruthöhle verlassen hatte, flog er mit seinen Eltern los und das Trio hat den Brutort schon verlassen. Ein Wiedersehen gibt es dann wohl erst im Mai 2021.

Volksinitiative für mehr Artenvielfalt

Am 23. Juli ist endlich die Volksinitiative für mehr Artenvielfalt in Nordrhein-Westfalen gestartet. Schon Anfang des Jahres ist diese Initiative von den Naturschutzverbänden Nabu, BUND und der Landesgemeinschaft Natur und Umwelt (LNU) angekündigt worden. Aber dann kam das Coronavirus und alles musste verschoben werden.

Volksinitiative mit Vorbild aus anderen Bundesländern

Schon letztes Jahr wurde eine Volksinitiative zur Rettung der Bienen in Bayern gestartet. Mit überwältigendem Erfolg. 1,75 Millionen Menschen unterschrieben diese und das führte sogar dazu, dass das Naturschutzgesetz geändert wurde. Teilweise gab es lange Warteschlangen bei den Annahmestellen. Aber man stellte sich geduldig an. Das alles sind Dinge, die so in Zeiten von Corona nicht durchgeführt werden können. So ist auch noch nicht veröffentlicht, wo man seinen ausgedruckten und unterschriebenen Bogen abgeben kann. Da bleibt einem vorerst nur der Weg, diesen Bogen per Post zu verschicken.

Katastrophaler Flächenverbrauch

So eine Volksinitiative ist in Nordrhein-Westfalen schon lange überfällig. Der Flächenverbrauch, die Versiegelung von Flächen und die intensive Landwirtschaft kann nur noch als extrem bezeichnet werden. Jeden Tag geht eine Fläche von 10 Hektar für neue Wohn- und Gewerbegebiete, Straßen und die Rohstoffgewinnung verloren. Und in der Coronakrise ist nochmal ein Gesetz von der Landesregierung geändert worden, das noch mehr Flächenverbrauch pro Tag erlaubt. Die kapitalistische Landesregierung von CDU und FDP zeigt damit einmal mehr, dass sie jeden Umweltschutz und Zukunftsgedanken ablehnt!

Da sind andere Landesregierungen schon weiter. In Baden-Württemberg ist das Artenschutzgesetz letztes Woche verschärft worden. Unter anderem wurden alle Schottergärten verboten. Die waren schon vorher nicht erlaubt, aber es musste mit den Gesetzesänderungen wohl nochmal darauf hingewiesen werden.

Die Naturschutzverbände fordern außerdem mehr Waldgebiete ohne Nutzung, die Ausweitung des Biotopverbunds und den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft. Dazu noch besseren Schutz von Gewässern und Auen. Außerdem wird noch die Ausweisung eines Nationalparks Senne gefordert. Ein Projekt das schon lange im Gespräch ist und mir sehr am Herzen liegt.

66.000 Unterschriften werden benötigt

Damit die Volksinitiative im Landtag behandelt wird, sind 66.000 Unterschriften notwendig. Nach Abgabe der Unterschriften entscheidet der Landtag innerhalb von drei Monaten, ob die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Dann muss er sich mit den geforderten Punkten der Initiative beschäftigen.

Bis dahin ist wahrscheinlich schon eine Fläche von der Größe eines Nationalparks vernichtet.

Wer aus Nordrhein-Westfalen kommt, kann hier den Bogen herunterladen, ausdrucken und unterschreiben :

Volksinitiative Artenvielfalt NRW

Volksinitiative

Der Nationalpark

Der Nationalpark

Der Nationalpark Bayerischer Wald, ein Urwald mit der Räubertochter als Klettermaxe

Wenn man in den Bayerischen Wald fährt, kommt man am Thema Nationalpark nicht vorbei. Und das gleich auf zwei Arten. Man kommt am Thema nicht vorbei und auch am Gebiet des Nationalparks nicht, wenn man sich dort in der Nähe aufhält. Da hört man schnell Sätze wie etwa: „Hier ist doch überall Nationalpark!“

Man erlebt, dass es dort viel Unwissenheit gibt, was die Nationalparks betrifft. Und auch einige falsche Vorstellungen. Für jemanden, der sich mit der Natur beschäftigt, ist das gar nicht so leicht zu verstehen. Da kennt man sich bei den Begriffen Naturschutzgebiet, Naturpark oder Nationalpark eigentlich gut aus. Und gerade bei jemandem, der einen Nationalpark besucht, erwartet man das eigentlich auch.

Der Nationalpark – Kein Verständnis für Naturschutz und Natur

Viele Leute übersehen gerne einmal das Schild Naturschutzgebiet. Das sie noch lieber die Regeln und Vorbote in dem Gebiet nicht beachten und ignorieren, kommt häufig noch dazu. Ist ja nur ein Naturschutzgebiet. Die Tiere sind doch eh egal und diese Ökos nerven auch nur! Bei Bewertungen von Naturschutzgebieten bei Google habe ich auch schon gelesen, dass so etwas als schöner Park bezeichnet wird.

Offensichtlich scheint da teilweise die Meinung verbreitet zu sein, dass es sich bei Schutzgebieten um Parks für Freizeitaktivitäten von Menschen handelt. Da geht die Wahrnehmung wohl nur so weit, dass alles auf der Welt für den Menschen da ist. Ein Verständnis für Natur und Tiere scheint da nicht vorhanden zu sein.

Wo sind denn hier die Fahrgeschäfte?

Ein Nationalpark lässt sich nicht so leicht übersehen, schließlich wird man überall mit großen Schildern willkommen geheißen, sobald man die Grenzen eines Nationalparks erreicht hat. Auch die Informationszentren sind nicht zu übersehen, wenn man dort vorbeikommt. Offensichtlich führen diese Anlaufstellen und die Bezeichnung Nationalpark bei einigen Leuten zu noch größeren Missverständnissen. Immer wieder hört man davon, dass Leute die Fahrgeschäfte im Park suchen.

Das hört sich völlig absurd an, aber wirklich überraschen tut es mich auch nicht mehr. Aber auch wenn Leute sich dann vor Ort im Nationalpark bewegt haben, gibt es immer noch viel Unwissenheit. Deshalb möchte ich versuchen, das Thema hier näher zu erklären.

Berühmte Nationalparks

Es gibt berühmte Nationalparks in verschiedenen Ländern. Und gerade diese führen auch zu falschen Erwartungen. Der erste Nationalpark der Welt ist der Yellowstone-Park in den USA. Er wurde 1872 gegründet, als “öffentlicher Park oder Vergnügungsstätte zum Nutzen und zur Freude der Bevölkerung.“ Vielleicht führt so eine Aussage auch zu Missverständnissen. Freude soll so ein Park natürlich machen, aber er sollte doch wirklich als strenges Schutzgebiet verstanden werden.

Sehr bekannte Nationalparks gibt es in den USA. Neben dem  Yellowstone Park, noch den Yosemite Nationalpark, den Grand Canyon Nationalpark oder die Everglades. Auch in Afrika gibt es berühmte Nationalparks, wie den Serengeti Nationalpark und den Kruger Nationalpark in Südafrika. Das alles sind herausragende Schutzgebiete. Das kennzeichnet einen Nationalpark. Es sind herausragende Schutzgebiete, die den höchsten Schutzstatus haben. Leider ist es gerade bei diesen Parks so, das der Schutz an der Parkgrenze aufhört. Bis dort wird dann z. B. alles abgeholzt und Tiere gejagt.

Der Mensch soll nicht eingreifen

Und dort soll die Natur sich selbst überlassen werden. Der Mensch soll nicht eingreifen. Wenn ein Baum umstürzt, wird er liegen gelassen. So soll ein Urwald entstehen und das Gebiet soll sich so entwickeln, wie es ursprünglich einmal war. Bevor der Mensch in die Natur eingegriffen hat.

Das soll ein Ziel sein, lässt sich aber vollständig gar nicht mehr erreichen. Schließlich leben Menschen im Nationalpark und vom Nationalpark. Das führt häufig zu Konflikten und Widerstand gegen Nationalparks. Denn der Mensch lebt z. B. vom Wald und vom Meer und will die Gebiete weiterhin nutzen.

Wo sind denn hier die Tiere?

Dabei profitieren diese ländlichen Gebiete deutlich mehr vom Tourismus, der durch den Nationalpark entsteht. Leider entstehen dabei durch die berühmten Nationalparks in anderen Ländern auch falsche Vorstellungen und Erwartungen an deutsche Nationalparks. Es entsteht die Erwartung, man könnte dort Bären, Wölfe, Luchse und Hirsche gut sichtbar und ganz einfach beobachten. Tatsächlich ist das natürlich ganz anders. Jeder Naturliebhaber und Naturfotograf weiß, dass eher das Gegenteil der Fall ist. Man sieht diese Tiere nie und auch sonst kann man Pech haben und gar kein Tier beobachten.

Das im Nationalpark die Natur nicht aufgeräumt wird und sich selbst überlassen wird, bekommen die Besucher dann doch sehr schnell mit. Es sieht halt auch nicht so ordentlich aus, wie man es sonst aus der heimischen Natur gewohnt ist. Teilweise sieht es auch nicht schön aus, was auch oft zu Kritik führt. Gerade wenn dort ganze Waldflächen durch den Borkenkäfer absterben. Dann gibt es auch kontroverse Diskussionen. Denn gerade auch die Anwohner sind noch den traditionellen Umgang mit dem Wald gewohnt.

Um diese Punkte und einen Nationalpark zu erklären, gibt es die Informationshäuser. Dort gibt es Ausstellungen und jede Menge Informationen. Sie sind Anlaufpunkte und werden in Deutschland häufig als Tor zum Nationalpark bezeichnet. Man kann sie als Ausgangspunkt für Touren im Nationalpark benutzen.

In Deutschland gibt es mittlerweile 16 Nationalparks. Die größten sind die im Wattenmeer der Nordsee. Die sich auf die Bundesländer Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein verteilen. Ich persönlich habe neben dem Wattenmeer schon den Nationalpark Jasmund auf Rügen, den Harz, die Eifel, den Nationalpark Berchtesgaden und eben den Bayerischen Wald besucht.

NRW hat nur einen

Man besten kenne ich mich im Nationalpark Eifel aus. Im einzigen Nationalpark von Nordrhein-Westfalen kann man seltene Tiere häufig  beobachten. Am Rur- und Urftsee kann man die Mauereidechsen direkt an den Wanderwegen sehen. Über den Seen kreisen häufig Rot- und Schwarzmilane. Auch Rotwild und Rehe lassen sich z. B. auf der Dreiborner Hochfläche in großen Gruppen beobachten. Das Maskottchen des Nationalparks, den „Eifel-Tiger“ bekommt man dagegen fast nie zu sehen. Gemeint ist die europäische Wildkatze. Die in der Eifel verbreitet ist, aber eher ein sehr heimliches Leben führt.

Neben den Nationalparkhäusern gibt es oft noch andere Anlaufstellen im Nationalpark. Das können Rundwege mit Informationstafeln oder auch Baumwipfelpfade sein. Solche Informationsstellen werden mittlerweile auch Barrierefrei errichtet.

Die Ranger sind unterwegs

Ein Unterschied zu den Naturschutzgebieten ist, dass es im Nationalpark Ranger gibt. Diese Ranger sind im Park unterwegs um Informationen zu vermitteln. Es gibt Treffpunkte, von denen die Ranger geführte Touren mit Besuchern starten. Und die Ranger kontrollieren auch das Verhalten der Besucher im Park.

Ein Nationalpark ist ein besonderer Ort. Dort werden seltene Lebensräume und Tiere unter Schutz gestellt und oft gibt es dort herausragende Naturmonumente wir die Kreidefelsen von Rügen oder die Sandsteinfelsen der Sächsischen Schweiz. Man kann dort Natur erleben, wie man sie sonst selten sieht. Und sie sind kein Ort für rücksichtslose Freizeitaktivitäten.

In einem meiner nächsten Beiträge werde ich den Nationalpark Bayerischer Wald noch näher vorstellen.

Der Waldkauz Nistkasten

Waldkauz Nistkasten

Waldkauz Nistkasten : Spuren an der Greifstange, aber nichts zu sehen

Viele Vögel sind mittlerweile auf einen Nistkasten angewiesen, so auch der Waldkauz. Für die vielen Höhlenbrüter werden die Behausungen knapp. Viele Leute haben Nistkästen für kleinere Vögel wie Meisen in ihren Gärten. Die kann man auch überall kaufen.

Ruf Waldkauz :

Einen Waldkauz Nistkasten bauen

Bei einem Nistkasten für größere Vögel wird das schwierig. Da ist dann handwerkliches Geschick gefragt. Dieses handwerkliche Geschick habe ich nicht so. Aber mein Fotografenkollege Andreas Schäfer hat einen Nistkasten für Waldkäuze gebaut.

Er hat bei mir angefragt, ob er einen Gastbeitrag bei mir veröffentlichen kann.

Alle Fotos in diesem Beitrag sind von Naturfotografie Andreas Schäfer :

Hier kommt seine Geschichte vom Nistkasten für den Waldkauz :

“Normalerweise habe ich mich anhand meiner Erlebnisse auf den Eisvogel spezialisiert. Es ist allerdings schwierig Plätze zu finden, an denen ich eine Brutwand bauen darf. Eine vor Jahren gehaltene Rede im Haus Ruhr Natur in Mülheim vor einer Naturschutzorganisation hatte leider keinen Erfolg.

Und da ich etwas machen möchte und eigene Projekte durchführen will, bin ich auf den Waldkauz gekommen. Im Internet habe ich nach Bauplänen für einen Nistkasten gesucht und den Kasten mit den Maßen Breite 35 cm x Tiefe 35 cm x Höhe 40 cm gebaut. Das Einflugloch hat einen Durchmesser von 12 cm.

Als ich vor einigen Tagen an dem von mir in 2018 gebauten Waldkauz Nistkasten ankam, war mir anhand der Federn an der Greifstange klar, dass eine Aktivität vorhanden ist.

Als ich am 28.04.2020 bei leider schlechtem Wetter den Kasten aufsuchte, staunte ich nicht schlecht, als ich diesen Waldkauz sah. Ich war so glücklich, das ein Waldkauzpaar meinen Kasten gefunden hat. Da der junge Kauz nicht mehr so wuschelig war und auch im Kasten Flugübungen machte, dachte ich mir das diese bis zum Wochenende ausfliegen werden. Das Schlagen der Flügel konnte ich im Kasten sehen und auch hören.

Die jungen Waldkäuze

Am 03.05.2020 hat sich meine Vermutung vom 28.04.2020 bestätigt. Als ich am 03.05.2020 zum Waldkauz gegangen bin, hatte ich nach kurzer Zeit durch die ausbleibenden Aktivitäten ein komisches Gefühl. Leider hat mein Gefühl mich nicht getäuscht. Die Käuze hatten den Kasten von Samstagabend auf Sonntagmorgen verlassen. Ich habe mit zwei Fotokollegen die Böden, Bäume und Büsche abgesucht. Aber ohne Erfolg. Ich bin natürlich etwas traurig, da ich die Jungtiere nicht mehr Fotografieren konnte.

Ich habe fünf weitere Nistkästen fertig und schaue, dass ich diese an einen Baum bekomme.”

Toller Einsatz für die Vögel

Wirklich schade, das die Drei die kleinen Waldkäuze nicht mehr finden konnten. Oft sind sie noch als Ästlinge in der Nähe.

Es ist einfach toll, das es so Leute wie Andreas Schäfer gibt, die sich so für die Vögel einsetzen und so tolle Arbeit leisten. Und dann leider bei ihren Bemühungen noch von Naturschutzorganisationen und fehlenden Plätzen und Erlaubnissen gebremst werden.

Hier noch ein Link zu seinem  Profil bei fotocommunity :

Naturfotografie Andreas Schäfer

Optimales Flugwetter für den Rotmilan

Optimales Flugwetter für den Rotmilan

Heute war optimales Flugwetter für den Rotmilan. Manchmal scheinen Vögel und Beitrage einen zu verfolgen. Vor kurzem habe ich Werbung für die Petition von Dr. René Sternke gemacht. ==> Der Rotmilan –  Der König der Flieger ist bedroht

Es geht um die Rettung des Rotmilan, dessen Bestand stark gefährdet ist. Ich habe versucht den Rotmilan näher vorzustellen und so die Wichtigkeit dieser Petition  noch zu unterstreichen.

Ein schöner Greifvogel

Und ich habe versucht, Sympathien für den Rotmilan zu gewinnen. Er ist ein sehr schöner Greifvogel und ein noch besserer Flieger. In meiner neuen Heimat, in Velbert-Langenberg, ist er neben dem Mäusebussard praktisch ein Charaktervogel der Landschaft. Beide Greifvögel sind exzellente Segler in der Thermik über den Hügeln und Tälern.

Beste Thermik bei heißem Wetter

Bei dem heißen Sommerwetter im Moment, haben sie die optimale Thermik. Und wenn dann auch noch der Bauer die Wiesen auf den Hügeln mäht, dann dauert es nicht lange und man kann einige Greifvögel bei Suchflügen über den Wiesen sehen. Durch die gemähte Wiese haben die Beutetiere ihre Deckung verloren. Meistens sind das Mäuse oder andere Nagetiere.

Auch wenn ein Feld abgeerntet ist oder gepflügt wurde, kann man schnell etliche Vögel beobachten, die dort nach Nahrung suchen. Manchmal ist der Mensch bei der Nahrungssuche doch sehr hilfreich.

Die gemähte Wiese zieht sie an

Die gemähten Wiesen haben neben einigen Mäusebussarden auch zwei Rotmilane angezogen. Und die drehten immer wieder ihre Runden über den Wiesen und den Tälern. Sehr gut für mich, so hatte ich viele Gelegenheiten die beiden zu fotografieren. Also auch optimales Wetter für den Fotografen. Und es sind sehr schöne Fotos entstanden, die den Rotmilan in seiner ganzen Schönheit zeigen.

Auch seine Flugfähigkeiten kann man auf den Fotos gut erkennen. Sein gegabelter Schwanz ist ein hervorragendes Steuer. Mal ist er eng gegabelt, dann breit gefächert. Oft wird der Schwanz im Flug schräg gestellt.

Keine leichte Aufgabe

Eines hat aber die Beobachtung der Rotmilane gezeigt, für einen Jäger ist es nicht leicht Beute zu finden und zu fangen. Die ganze Zeit waren die Rotmilane erfolglos auf der Suche. Ein Rotmilan hat irgendwann auf der gemähten Wiese kräftig zu gegriffen. Er flog mit einem Grasbüschel durch die Gegend. Ob sich darin auch etwas Fressbares befand, war nicht zu erkennen. Vielleicht war es auch nur Polstermaterial für das Nest.

Die Greifvögel haben es nicht leicht mit ihrer Beute und uns Menschen. Sie sind also keine grausamen Jäger, die andere Tiere in ihrem Bestand gefährden. Noch ein Grund mehr, sie zu schützen. Wer es noch nicht getan hat, sollte auf jeden Fall noch die Petition unterschreiben. Damit man ihn auch weiterhin beobachten kann, wenn es optimales Flugwetter für den Rotmilan gibt.

Die Wisente, die Wildnis und die Waldbauern

Vor dem Bundesgerichtshof wird zur Zeit über eine Wisent-Herde verhandelt, die im Rothaargebirge in NRW lebt. Die Wisente sind die europäischen Bisons und werden bis zu einer Tonne schwer. Und wie alle Tiere, die dem Menschen im Weg stehen, hat er sie gnadenlos ausgerottet. Das letzte freilebende Wisent wurde 1927 erschossen. Vor der endgültigen Ausrottung hat man sich aber dann doch dazu entschieden, mit Zootieren die Art zu retten. Und im Wald von Bialowieza im Osten von Polen auszuwildern. Dort leben jetzt die meisten der europäischen Wisente.

Freilebende Wisente in Deutschland

Im Rothaargebirge hat sich der Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg irgendwann dazu entschlossen, ein einmaliges Projekt zu starten. Der Fürst war ein großer Naturschützer und seine Wälder gelten als größtes, zusammenhängendes Naturgebiet in NRW. Und so entschloss er sich zusammen mit einem Verein, der Wisent-Welt-Wittgenstein , eine Herde von acht Wisenten auszuwildern. Diese Herde lebt tatsächlich frei in den Wäldern. Was erstmal schwer vorstellbar ist. Da leben große, tonnenschwere Rinder in unseren Wäldern. So etwas ist man einfach gar nicht mehr gewohnt. Sind doch die größten Tiere die man mal sieht, Rehe oder vielleicht einmal ein Hirsch.

Echte Wildnis in Deutschland?

Der Begriff Wildnis trifft in Deutschland wohl auf kein Gebiet mehr zu. Der Wald von Bialowieza ist noch Wildnis, ein Flachlandurwald. Vielleicht kann man einige Gebiete in Deutschland noch als ursprünglich bezeichnen. Aber die meisten Naturlandschaften sind nur noch Kulturlandschaften. In denen der Mensch doppelt und dreifach eingegriffen hat. Mittlerweile versucht man, die Sünden aus der Vergangenheit wieder rückgängig zu machen. Man renaturiert Bäche und Flüsse und versucht Wiesen und Moore wieder zu vernässen. Großflächige Renaturierungen finden im Moment besonders an der Lippe statt. Die man früher versucht hat in ihr Bett zu zwingen und schiffbar zu machen. Diese Gebiete werden dann ziemlich schnell wieder zu Natur. Wenn auch immer noch kontrolliert durch den Menschen. Natur und Naturschutzgebiete müssen in Deutschland eingezäunt werden. Was passiert, wenn man es nicht tut, kann man eigentlich jeden Tag beobachten. Da wird mit allem was es so gibt durch die Landschaft gepflügt. Da entstehen schnell Trampelpfade über Wiesen und sobald die Wiese einmal gemäht wird, ist das eine Hundewiese. Ansonsten fährt man halt mit seinem Mountainbike oder der Motocross-Maschine durch die Botanik.

Echte Freiheit

Die Wisent-Herde ist wirklich frei und wird nicht durch Zäune in einem Gebiet gehalten. Und die Herde fühlt sich dabei sehr wohl und vermehrt sich. Mittlerweile hat die Herde 20 Tiere, der Nachwuchs wird fast immer in Freiheit geboren. Auch sonst nutzt die Herde ihre Freiheit. Sie ist überall unterwegs und beschränkt sich dabei nicht mehr nur auf die Wälder und Gebiete des Fürsten. So wandern sie auch in das benachbarte Sauerland. Was dann zu Konflikten führt und deshalb sind die Wisente jetzt ein Fall für den Bundesgerichtshof.

Konflikte mit den Menschen

Zwei Forstlandwirte haben geklagt, weil die Wisente die Rinden ihrer Buchen anfressen. Es gibt zwar einen Entschädigungsfond, aus dem die beiden Waldbauern für ihren Schaden bezahlt werden, aber den beiden Landwirten geht es um den Schutz ihrer Bäume. Es geht um die geschützten Rotbuchen. Die Waldbauern wollen nicht mit ansehen, wie der Wald stirbt. Ein ähnlicher Konflikt wie es ihn wohl auch wegen der Wölfe und den gerissenen Nutztieren gibt.

Warum ist das jetzt ein Fall für den Bundesgerichtshof, unsere höchste gerichtliche Instanz? Weil das Oberlandesgericht Hamm ein abstraktes Urteil gefällt hat, was eigentlich kein Urteil ist. Sie schieben die Entscheidung einfach weiter. Und werden sie so trotzdem bald wieder auf dem Tisch haben. Nach dem Oberlandesgericht sind die Wisente als herrenlose Tiere anzusehen. Für die dann niemand verantwortlich ist. Trotzdem soll der Wisent-Verein Maßnahmen ergreifen, um die Bäume der Forstlandwirte zu schützen. Was dann eigentlich nur eine Einzäunung der Tiere zur Folge haben kann. Das Gericht würde es aber wohl lieber sehen, wenn die Tiere eingefangen werden und nach Bialowieza gebracht werden. Was aber fast gar nicht machbar ist. Alle Tiere in dem unwegsamen und steilen Gelände zu betäuben und einzufangen, ist äußerst schwierig. Weil es auch Herdentiere sind, die darauf reagieren würden.

Wildlebende Tiere fallen unter den Artenschutz

Wenn die Wisente aber tatsächlich als herrenlose und wilde Tiere anerkannt werden, dann kann man sie gar nicht ohne Sondergenehmigung wieder einfangen. Weil sie dann als bedrohte Art unter den Artenschutz fallen. Und so geschützt sind wie der Wolf. Auch am Bundesgerichtshof konnte noch kein Urteil gefällt werden. Zu paradox ist in diesem Fall die Rechtssprechung. Und das Gericht hat schon angedeutet, das man sich doch vielleicht besser außergerichtlich Verständigen soll.

Auf ein Urteil wird auch in der Schweiz, Belgien und Dänemark gewartet, wo man Auswilderungen vorbereitet. Eine Niederlage für den Wisent-Verein würde das Artenschutzprojekt beenden. Und wäre wieder mal bezeichnend für unser Verhalten und unserer Einstellung zur Natur. Das gehört hier nicht hin, dafür ist hier kein Platz und das was ich als Mensch mit der Natur mache, ist wichtiger als jedes Tier!