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Volksinitiative für mehr Artenvielfalt

Am 23. Juli ist endlich die Volksinitiative für mehr Artenvielfalt in Nordrhein-Westfalen gestartet. Schon Anfang des Jahres ist diese Initiative von den Naturschutzverbänden Nabu, BUND und der Landesgemeinschaft Natur und Umwelt (LNU) angekündigt worden. Aber dann kam das Coronavirus und alles musste verschoben werden.

Volksinitiative mit Vorbild aus anderen Bundesländern

Schon letztes Jahr wurde eine Volksinitiative zur Rettung der Bienen in Bayern gestartet. Mit überwältigendem Erfolg. 1,75 Millionen Menschen unterschrieben diese und das führte sogar dazu, dass das Naturschutzgesetz geändert wurde. Teilweise gab es lange Warteschlangen bei den Annahmestellen. Aber man stellte sich geduldig an. Das alles sind Dinge, die so in Zeiten von Corona nicht durchgeführt werden können. So ist auch noch nicht veröffentlicht, wo man seinen ausgedruckten und unterschriebenen Bogen abgeben kann. Da bleibt einem vorerst nur der Weg, diesen Bogen per Post zu verschicken.

Katastrophaler Flächenverbrauch

So eine Volksinitiative ist in Nordrhein-Westfalen schon lange überfällig. Der Flächenverbrauch, die Versiegelung von Flächen und die intensive Landwirtschaft kann nur noch als extrem bezeichnet werden. Jeden Tag geht eine Fläche von 10 Hektar für neue Wohn- und Gewerbegebiete, Straßen und die Rohstoffgewinnung verloren. Und in der Coronakrise ist nochmal ein Gesetz von der Landesregierung geändert worden, das noch mehr Flächenverbrauch pro Tag erlaubt. Die kapitalistische Landesregierung von CDU und FDP zeigt damit einmal mehr, dass sie jeden Umweltschutz und Zukunftsgedanken ablehnt!

Da sind andere Landesregierungen schon weiter. In Baden-Württemberg ist das Artenschutzgesetz letztes Woche verschärft worden. Unter anderem wurden alle Schottergärten verboten. Die waren schon vorher nicht erlaubt, aber es musste mit den Gesetzesänderungen wohl nochmal darauf hingewiesen werden.

Die Naturschutzverbände fordern außerdem mehr Waldgebiete ohne Nutzung, die Ausweitung des Biotopverbunds und den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft. Dazu noch besseren Schutz von Gewässern und Auen. Außerdem wird noch die Ausweisung eines Nationalparks Senne gefordert. Ein Projekt das schon lange im Gespräch ist und mir sehr am Herzen liegt.

66.000 Unterschriften werden benötigt

Damit die Volksinitiative im Landtag behandelt wird, sind 66.000 Unterschriften notwendig. Nach Abgabe der Unterschriften entscheidet der Landtag innerhalb von drei Monaten, ob die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Dann muss er sich mit den geforderten Punkten der Initiative beschäftigen.

Bis dahin ist wahrscheinlich schon eine Fläche von der Größe eines Nationalparks vernichtet.

Wer aus Nordrhein-Westfalen kommt, kann hier den Bogen herunterladen, ausdrucken und unterschreiben :

Volksinitiative Artenvielfalt NRW

Volksinitiative

Der Nationalpark

Der Nationalpark

Der Nationalpark Bayerischer Wald, ein Urwald mit der Räubertochter als Klettermaxe

Wenn man in den Bayerischen Wald fährt, kommt man am Thema Nationalpark nicht vorbei. Und das gleich auf zwei Arten. Man kommt am Thema nicht vorbei und auch am Gebiet des Nationalparks nicht, wenn man sich dort in der Nähe aufhält. Da hört man schnell Sätze wie etwa: „Hier ist doch überall Nationalpark!“

Man erlebt, dass es dort viel Unwissenheit gibt, was die Nationalparks betrifft. Und auch einige falsche Vorstellungen. Für jemanden, der sich mit der Natur beschäftigt, ist das gar nicht so leicht zu verstehen. Da kennt man sich bei den Begriffen Naturschutzgebiet, Naturpark oder Nationalpark eigentlich gut aus. Und gerade bei jemandem, der einen Nationalpark besucht, erwartet man das eigentlich auch.

Der Nationalpark – Kein Verständnis für Naturschutz und Natur

Viele Leute übersehen gerne einmal das Schild Naturschutzgebiet. Das sie noch lieber die Regeln und Vorbote in dem Gebiet nicht beachten und ignorieren, kommt häufig noch dazu. Ist ja nur ein Naturschutzgebiet. Die Tiere sind doch eh egal und diese Ökos nerven auch nur! Bei Bewertungen von Naturschutzgebieten bei Google habe ich auch schon gelesen, dass so etwas als schöner Park bezeichnet wird.

Offensichtlich scheint da teilweise die Meinung verbreitet zu sein, dass es sich bei Schutzgebieten um Parks für Freizeitaktivitäten von Menschen handelt. Da geht die Wahrnehmung wohl nur so weit, dass alles auf der Welt für den Menschen da ist. Ein Verständnis für Natur und Tiere scheint da nicht vorhanden zu sein.

Wo sind denn hier die Fahrgeschäfte?

Ein Nationalpark lässt sich nicht so leicht übersehen, schließlich wird man überall mit großen Schildern willkommen geheißen, sobald man die Grenzen eines Nationalparks erreicht hat. Auch die Informationszentren sind nicht zu übersehen, wenn man dort vorbeikommt. Offensichtlich führen diese Anlaufstellen und die Bezeichnung Nationalpark bei einigen Leuten zu noch größeren Missverständnissen. Immer wieder hört man davon, dass Leute die Fahrgeschäfte im Park suchen.

Das hört sich völlig absurd an, aber wirklich überraschen tut es mich auch nicht mehr. Aber auch wenn Leute sich dann vor Ort im Nationalpark bewegt haben, gibt es immer noch viel Unwissenheit. Deshalb möchte ich versuchen, das Thema hier näher zu erklären.

Berühmte Nationalparks

Es gibt berühmte Nationalparks in verschiedenen Ländern. Und gerade diese führen auch zu falschen Erwartungen. Der erste Nationalpark der Welt ist der Yellowstone-Park in den USA. Er wurde 1872 gegründet, als “öffentlicher Park oder Vergnügungsstätte zum Nutzen und zur Freude der Bevölkerung.“ Vielleicht führt so eine Aussage auch zu Missverständnissen. Freude soll so ein Park natürlich machen, aber er sollte doch wirklich als strenges Schutzgebiet verstanden werden.

Sehr bekannte Nationalparks gibt es in den USA. Neben dem  Yellowstone Park, noch den Yosemite Nationalpark, den Grand Canyon Nationalpark oder die Everglades. Auch in Afrika gibt es berühmte Nationalparks, wie den Serengeti Nationalpark und den Kruger Nationalpark in Südafrika. Das alles sind herausragende Schutzgebiete. Das kennzeichnet einen Nationalpark. Es sind herausragende Schutzgebiete, die den höchsten Schutzstatus haben. Leider ist es gerade bei diesen Parks so, das der Schutz an der Parkgrenze aufhört. Bis dort wird dann z. B. alles abgeholzt und Tiere gejagt.

Der Mensch soll nicht eingreifen

Und dort soll die Natur sich selbst überlassen werden. Der Mensch soll nicht eingreifen. Wenn ein Baum umstürzt, wird er liegen gelassen. So soll ein Urwald entstehen und das Gebiet soll sich so entwickeln, wie es ursprünglich einmal war. Bevor der Mensch in die Natur eingegriffen hat.

Das soll ein Ziel sein, lässt sich aber vollständig gar nicht mehr erreichen. Schließlich leben Menschen im Nationalpark und vom Nationalpark. Das führt häufig zu Konflikten und Widerstand gegen Nationalparks. Denn der Mensch lebt z. B. vom Wald und vom Meer und will die Gebiete weiterhin nutzen.

Wo sind denn hier die Tiere?

Dabei profitieren diese ländlichen Gebiete deutlich mehr vom Tourismus, der durch den Nationalpark entsteht. Leider entstehen dabei durch die berühmten Nationalparks in anderen Ländern auch falsche Vorstellungen und Erwartungen an deutsche Nationalparks. Es entsteht die Erwartung, man könnte dort Bären, Wölfe, Luchse und Hirsche gut sichtbar und ganz einfach beobachten. Tatsächlich ist das natürlich ganz anders. Jeder Naturliebhaber und Naturfotograf weiß, dass eher das Gegenteil der Fall ist. Man sieht diese Tiere nie und auch sonst kann man Pech haben und gar kein Tier beobachten.

Das im Nationalpark die Natur nicht aufgeräumt wird und sich selbst überlassen wird, bekommen die Besucher dann doch sehr schnell mit. Es sieht halt auch nicht so ordentlich aus, wie man es sonst aus der heimischen Natur gewohnt ist. Teilweise sieht es auch nicht schön aus, was auch oft zu Kritik führt. Gerade wenn dort ganze Waldflächen durch den Borkenkäfer absterben. Dann gibt es auch kontroverse Diskussionen. Denn gerade auch die Anwohner sind noch den traditionellen Umgang mit dem Wald gewohnt.

Um diese Punkte und einen Nationalpark zu erklären, gibt es die Informationshäuser. Dort gibt es Ausstellungen und jede Menge Informationen. Sie sind Anlaufpunkte und werden in Deutschland häufig als Tor zum Nationalpark bezeichnet. Man kann sie als Ausgangspunkt für Touren im Nationalpark benutzen.

In Deutschland gibt es mittlerweile 16 Nationalparks. Die größten sind die im Wattenmeer der Nordsee. Die sich auf die Bundesländer Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein verteilen. Ich persönlich habe neben dem Wattenmeer schon den Nationalpark Jasmund auf Rügen, den Harz, die Eifel, den Nationalpark Berchtesgaden und eben den Bayerischen Wald besucht.

NRW hat nur einen

Man besten kenne ich mich im Nationalpark Eifel aus. Im einzigen Nationalpark von Nordrhein-Westfalen kann man seltene Tiere häufig  beobachten. Am Rur- und Urftsee kann man die Mauereidechsen direkt an den Wanderwegen sehen. Über den Seen kreisen häufig Rot- und Schwarzmilane. Auch Rotwild und Rehe lassen sich z. B. auf der Dreiborner Hochfläche in großen Gruppen beobachten. Das Maskottchen des Nationalparks, den „Eifel-Tiger“ bekommt man dagegen fast nie zu sehen. Gemeint ist die europäische Wildkatze. Die in der Eifel verbreitet ist, aber eher ein sehr heimliches Leben führt.

Neben den Nationalparkhäusern gibt es oft noch andere Anlaufstellen im Nationalpark. Das können Rundwege mit Informationstafeln oder auch Baumwipfelpfade sein. Solche Informationsstellen werden mittlerweile auch Barrierefrei errichtet.

Die Ranger sind unterwegs

Ein Unterschied zu den Naturschutzgebieten ist, dass es im Nationalpark Ranger gibt. Diese Ranger sind im Park unterwegs um Informationen zu vermitteln. Es gibt Treffpunkte, von denen die Ranger geführte Touren mit Besuchern starten. Und die Ranger kontrollieren auch das Verhalten der Besucher im Park.

Ein Nationalpark ist ein besonderer Ort. Dort werden seltene Lebensräume und Tiere unter Schutz gestellt und oft gibt es dort herausragende Naturmonumente wir die Kreidefelsen von Rügen oder die Sandsteinfelsen der Sächsischen Schweiz. Man kann dort Natur erleben, wie man sie sonst selten sieht. Und sie sind kein Ort für rücksichtslose Freizeitaktivitäten.

In einem meiner nächsten Beiträge werde ich den Nationalpark Bayerischer Wald noch näher vorstellen.

Der Waldkauz Nistkasten

Waldkauz Nistkasten

Waldkauz Nistkasten : Spuren an der Greifstange, aber nichts zu sehen

Viele Vögel sind mittlerweile auf einen Nistkasten angewiesen, so auch der Waldkauz. Für die vielen Höhlenbrüter werden die Behausungen knapp. Viele Leute haben Nistkästen für kleinere Vögel wie Meisen in ihren Gärten. Die kann man auch überall kaufen.

Ruf Waldkauz :

Einen Waldkauz Nistkasten bauen

Bei einem Nistkasten für größere Vögel wird das schwierig. Da ist dann handwerkliches Geschick gefragt. Dieses handwerkliche Geschick habe ich nicht so. Aber mein Fotografenkollege Andreas Schäfer hat einen Nistkasten für Waldkäuze gebaut.

Er hat bei mir angefragt, ob er einen Gastbeitrag bei mir veröffentlichen kann.

Alle Fotos in diesem Beitrag sind von Naturfotografie Andreas Schäfer :

Hier kommt seine Geschichte vom Nistkasten für den Waldkauz :

“Normalerweise habe ich mich anhand meiner Erlebnisse auf den Eisvogel spezialisiert. Es ist allerdings schwierig Plätze zu finden, an denen ich eine Brutwand bauen darf. Eine vor Jahren gehaltene Rede im Haus Ruhr Natur in Mülheim vor einer Naturschutzorganisation hatte leider keinen Erfolg.

Und da ich etwas machen möchte und eigene Projekte durchführen will, bin ich auf den Waldkauz gekommen. Im Internet habe ich nach Bauplänen für einen Nistkasten gesucht und den Kasten mit den Maßen Breite 35 cm x Tiefe 35 cm x Höhe 40 cm gebaut. Das Einflugloch hat einen Durchmesser von 12 cm.

Als ich vor einigen Tagen an dem von mir in 2018 gebauten Waldkauz Nistkasten ankam, war mir anhand der Federn an der Greifstange klar, dass eine Aktivität vorhanden ist.

Als ich am 28.04.2020 bei leider schlechtem Wetter den Kasten aufsuchte, staunte ich nicht schlecht, als ich diesen Waldkauz sah. Ich war so glücklich, das ein Waldkauzpaar meinen Kasten gefunden hat. Da der junge Kauz nicht mehr so wuschelig war und auch im Kasten Flugübungen machte, dachte ich mir das diese bis zum Wochenende ausfliegen werden. Das Schlagen der Flügel konnte ich im Kasten sehen und auch hören.

Die jungen Waldkäuze

Am 03.05.2020 hat sich meine Vermutung vom 28.04.2020 bestätigt. Als ich am 03.05.2020 zum Waldkauz gegangen bin, hatte ich nach kurzer Zeit durch die ausbleibenden Aktivitäten ein komisches Gefühl. Leider hat mein Gefühl mich nicht getäuscht. Die Käuze hatten den Kasten von Samstagabend auf Sonntagmorgen verlassen. Ich habe mit zwei Fotokollegen die Böden, Bäume und Büsche abgesucht. Aber ohne Erfolg. Ich bin natürlich etwas traurig, da ich die Jungtiere nicht mehr Fotografieren konnte.

Ich habe fünf weitere Nistkästen fertig und schaue, dass ich diese an einen Baum bekomme.”

Toller Einsatz für die Vögel

Wirklich schade, das die Drei die kleinen Waldkäuze nicht mehr finden konnten. Oft sind sie noch als Ästlinge in der Nähe.

Es ist einfach toll, das es so Leute wie Andreas Schäfer gibt, die sich so für die Vögel einsetzen und so tolle Arbeit leisten. Und dann leider bei ihren Bemühungen noch von Naturschutzorganisationen und fehlenden Plätzen und Erlaubnissen gebremst werden.

Hier noch ein Link zu seinem  Profil bei fotocommunity :

Naturfotografie Andreas Schäfer

Optimales Flugwetter für den Rotmilan

Optimales Flugwetter für den Rotmilan

Heute war optimales Flugwetter für den Rotmilan. Manchmal scheinen Vögel und Beitrage einen zu verfolgen. Vor kurzem habe ich Werbung für die Petition von Dr. René Sternke gemacht. ==> Der Rotmilan –  Der König der Flieger ist bedroht

Es geht um die Rettung des Rotmilan, dessen Bestand stark gefährdet ist. Ich habe versucht den Rotmilan näher vorzustellen und so die Wichtigkeit dieser Petition  noch zu unterstreichen.

Ein schöner Greifvogel

Und ich habe versucht, Sympathien für den Rotmilan zu gewinnen. Er ist ein sehr schöner Greifvogel und ein noch besserer Flieger. In meiner neuen Heimat, in Velbert-Langenberg, ist er neben dem Mäusebussard praktisch ein Charaktervogel der Landschaft. Beide Greifvögel sind exzellente Segler in der Thermik über den Hügeln und Tälern.

Beste Thermik bei heißem Wetter

Bei dem heißen Sommerwetter im Moment, haben sie die optimale Thermik. Und wenn dann auch noch der Bauer die Wiesen auf den Hügeln mäht, dann dauert es nicht lange und man kann einige Greifvögel bei Suchflügen über den Wiesen sehen. Durch die gemähte Wiese haben die Beutetiere ihre Deckung verloren. Meistens sind das Mäuse oder andere Nagetiere.

Auch wenn ein Feld abgeerntet ist oder gepflügt wurde, kann man schnell etliche Vögel beobachten, die dort nach Nahrung suchen. Manchmal ist der Mensch bei der Nahrungssuche doch sehr hilfreich.

Die gemähte Wiese zieht sie an

Die gemähten Wiesen haben neben einigen Mäusebussarden auch zwei Rotmilane angezogen. Und die drehten immer wieder ihre Runden über den Wiesen und den Tälern. Sehr gut für mich, so hatte ich viele Gelegenheiten die beiden zu fotografieren. Also auch optimales Wetter für den Fotografen. Und es sind sehr schöne Fotos entstanden, die den Rotmilan in seiner ganzen Schönheit zeigen.

Auch seine Flugfähigkeiten kann man auf den Fotos gut erkennen. Sein gegabelter Schwanz ist ein hervorragendes Steuer. Mal ist er eng gegabelt, dann breit gefächert. Oft wird der Schwanz im Flug schräg gestellt.

Keine leichte Aufgabe

Eines hat aber die Beobachtung der Rotmilane gezeigt, für einen Jäger ist es nicht leicht Beute zu finden und zu fangen. Die ganze Zeit waren die Rotmilane erfolglos auf der Suche. Ein Rotmilan hat irgendwann auf der gemähten Wiese kräftig zu gegriffen. Er flog mit einem Grasbüschel durch die Gegend. Ob sich darin auch etwas Fressbares befand, war nicht zu erkennen. Vielleicht war es auch nur Polstermaterial für das Nest.

Die Greifvögel haben es nicht leicht mit ihrer Beute und uns Menschen. Sie sind also keine grausamen Jäger, die andere Tiere in ihrem Bestand gefährden. Noch ein Grund mehr, sie zu schützen. Wer es noch nicht getan hat, sollte auf jeden Fall noch die Petition unterschreiben. Damit man ihn auch weiterhin beobachten kann, wenn es optimales Flugwetter für den Rotmilan gibt.

Die Wisente, die Wildnis und die Waldbauern

Vor dem Bundesgerichtshof wird zur Zeit über eine Wisent-Herde verhandelt, die im Rothaargebirge in NRW lebt. Die Wisente sind die europäischen Bisons und werden bis zu einer Tonne schwer. Und wie alle Tiere, die dem Menschen im Weg stehen, hat er sie gnadenlos ausgerottet. Das letzte freilebende Wisent wurde 1927 erschossen. Vor der endgültigen Ausrottung hat man sich aber dann doch dazu entschieden, mit Zootieren die Art zu retten. Und im Wald von Bialowieza im Osten von Polen auszuwildern. Dort leben jetzt die meisten der europäischen Wisente.

Freilebende Wisente in Deutschland

Im Rothaargebirge hat sich der Fürst zu Sayn-Wittgenstein-Berleburg irgendwann dazu entschlossen, ein einmaliges Projekt zu starten. Der Fürst war ein großer Naturschützer und seine Wälder gelten als größtes, zusammenhängendes Naturgebiet in NRW. Und so entschloss er sich zusammen mit einem Verein, der Wisent-Welt-Wittgenstein , eine Herde von acht Wisenten auszuwildern. Diese Herde lebt tatsächlich frei in den Wäldern. Was erstmal schwer vorstellbar ist. Da leben große, tonnenschwere Rinder in unseren Wäldern. So etwas ist man einfach gar nicht mehr gewohnt. Sind doch die größten Tiere die man mal sieht, Rehe oder vielleicht einmal ein Hirsch.

Echte Wildnis in Deutschland?

Der Begriff Wildnis trifft in Deutschland wohl auf kein Gebiet mehr zu. Der Wald von Bialowieza ist noch Wildnis, ein Flachlandurwald. Vielleicht kann man einige Gebiete in Deutschland noch als ursprünglich bezeichnen. Aber die meisten Naturlandschaften sind nur noch Kulturlandschaften. In denen der Mensch doppelt und dreifach eingegriffen hat. Mittlerweile versucht man, die Sünden aus der Vergangenheit wieder rückgängig zu machen. Man renaturiert Bäche und Flüsse und versucht Wiesen und Moore wieder zu vernässen. Großflächige Renaturierungen finden im Moment besonders an der Lippe statt. Die man früher versucht hat in ihr Bett zu zwingen und schiffbar zu machen. Diese Gebiete werden dann ziemlich schnell wieder zu Natur. Wenn auch immer noch kontrolliert durch den Menschen. Natur und Naturschutzgebiete müssen in Deutschland eingezäunt werden. Was passiert, wenn man es nicht tut, kann man eigentlich jeden Tag beobachten. Da wird mit allem was es so gibt durch die Landschaft gepflügt. Da entstehen schnell Trampelpfade über Wiesen und sobald die Wiese einmal gemäht wird, ist das eine Hundewiese. Ansonsten fährt man halt mit seinem Mountainbike oder der Motocross-Maschine durch die Botanik.

Echte Freiheit

Die Wisent-Herde ist wirklich frei und wird nicht durch Zäune in einem Gebiet gehalten. Und die Herde fühlt sich dabei sehr wohl und vermehrt sich. Mittlerweile hat die Herde 20 Tiere, der Nachwuchs wird fast immer in Freiheit geboren. Auch sonst nutzt die Herde ihre Freiheit. Sie ist überall unterwegs und beschränkt sich dabei nicht mehr nur auf die Wälder und Gebiete des Fürsten. So wandern sie auch in das benachbarte Sauerland. Was dann zu Konflikten führt und deshalb sind die Wisente jetzt ein Fall für den Bundesgerichtshof.

Konflikte mit den Menschen

Zwei Forstlandwirte haben geklagt, weil die Wisente die Rinden ihrer Buchen anfressen. Es gibt zwar einen Entschädigungsfond, aus dem die beiden Waldbauern für ihren Schaden bezahlt werden, aber den beiden Landwirten geht es um den Schutz ihrer Bäume. Es geht um die geschützten Rotbuchen. Die Waldbauern wollen nicht mit ansehen, wie der Wald stirbt. Ein ähnlicher Konflikt wie es ihn wohl auch wegen der Wölfe und den gerissenen Nutztieren gibt.

Warum ist das jetzt ein Fall für den Bundesgerichtshof, unsere höchste gerichtliche Instanz? Weil das Oberlandesgericht Hamm ein abstraktes Urteil gefällt hat, was eigentlich kein Urteil ist. Sie schieben die Entscheidung einfach weiter. Und werden sie so trotzdem bald wieder auf dem Tisch haben. Nach dem Oberlandesgericht sind die Wisente als herrenlose Tiere anzusehen. Für die dann niemand verantwortlich ist. Trotzdem soll der Wisent-Verein Maßnahmen ergreifen, um die Bäume der Forstlandwirte zu schützen. Was dann eigentlich nur eine Einzäunung der Tiere zur Folge haben kann. Das Gericht würde es aber wohl lieber sehen, wenn die Tiere eingefangen werden und nach Bialowieza gebracht werden. Was aber fast gar nicht machbar ist. Alle Tiere in dem unwegsamen und steilen Gelände zu betäuben und einzufangen, ist äußerst schwierig. Weil es auch Herdentiere sind, die darauf reagieren würden.

Wildlebende Tiere fallen unter den Artenschutz

Wenn die Wisente aber tatsächlich als herrenlose und wilde Tiere anerkannt werden, dann kann man sie gar nicht ohne Sondergenehmigung wieder einfangen. Weil sie dann als bedrohte Art unter den Artenschutz fallen. Und so geschützt sind wie der Wolf. Auch am Bundesgerichtshof konnte noch kein Urteil gefällt werden. Zu paradox ist in diesem Fall die Rechtssprechung. Und das Gericht hat schon angedeutet, das man sich doch vielleicht besser außergerichtlich Verständigen soll.

Auf ein Urteil wird auch in der Schweiz, Belgien und Dänemark gewartet, wo man Auswilderungen vorbereitet. Eine Niederlage für den Wisent-Verein würde das Artenschutzprojekt beenden. Und wäre wieder mal bezeichnend für unser Verhalten und unserer Einstellung zur Natur. Das gehört hier nicht hin, dafür ist hier kein Platz und das was ich als Mensch mit der Natur mache, ist wichtiger als jedes Tier!

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