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Die Vogelzählung im Winter

Vogelzählung im Winter

Vogelzählung im Winter : Ein Gimpel Weibchen im Garten ist schon eher selten

Die Vogelzählung im Winter ist an diesem Wochenende. Es ist natürlich die Stunde der Wintervögel gemeint. Ich mag diesen Begriff wirklich. Da hat sich der NABU wirklich Gedanken gemacht und einen schönen Slogan für diese Vogelzählung gefunden. Und es ist wirklich eine gute Aktion, eine Stunde lang die Vögel im Garten oder einem Park zu zählen.

Zählen, was noch da ist

Es hilft auch wirklich weiter, um eine Statistik zu erstellen und Entwicklungen im Bestand zu erkennen. Ich habe eigentlich schon geahnt was kommen würde und schon in den letzten Tagen überlegt, wo ich denn zählen soll. Und da hatte ich irgendwann den Begriff Vogelzählung im Kopf. Von der Volkszählung wahrscheinlich, die ich noch von der Weihnachtsgeschichte im Kopf hatte. Bei einer Volkszählung kann man sich sicher sein, das auch was gezählt werden kann. Das Volk wird noch da sein.

Große Freiheit der Vögel

Bei den Vögeln ist das leider nicht so. Die Vögel genießen durch das Fliegen eine große Freiheit und sie können sich überall aufhalten. Sie können die Nahrung überall finden und ihr hinterher reisen. In den letzten Wochen hat sich schon gezeigt, das sie meistens nicht mehr da sind. Das hat sich auch bei meiner Zählung bestätigt.

Und die Beobachtungen der letzten Wochen haben sich auch bisher bei dem Zwischenergebnis der Stunde der Wintervögel bestätigt. Es gibt deutlich weniger Buch- und Grünfinken. Das fehlen der Buchfinken in den letzten Wochen war schon auffällig. Es sind wohl weniger Finken aus dem Norden und Osten zu uns gekommen. Dafür gibt es mehr Eichelhäher aus diesen Regionen bei uns. Was auch in den letzten Wochen sehr auffällig war. Bei einem Spaziergang konnte man oft mehrere Eichelhäher sichten.

Besonders auffällig hier in der Gegend ist das fehlen der Haussperlinge und Amseln. Was hier gegen den Trend ist. Denn der Haussperling ist die klare Nummer 1 der Zählung. Den Grund für das Fehlen der Spatzen kann ich nicht erkennen.

Bei meiner Zählung konnte ich nur sehr wenige Vögel sichten. 5 Ringeltauben, 1 Rabenkrähe, 1 Blaumeise, 1 Gimpel Weibchen, ein Buchfink Männchen und ein Weibchen. Was bei den Kleinvögeln ein normales Ergebnis der letzten Wochen zeigte, sonst gibt es aber deutlich mehr Rabenvögel. So ein Ergebnis ist frustrierend, nach den Beobachtungen der letzten Wochen ist es aber leider normal.

 

Die Bilder des Jahres 2019

Eisvogel

Die Bilder des Jahres 2019 sind immer eine beliebte Kategorie. Letztes Jahr hatte ich das erste Mal eine Zusammenfassung der schönsten Fotos gezeigt :

Die Bilder des Jahres 2018

Und auch dieses Jahr soll es nochmal einen Rückblick geben. Ohne weitere Worte, die Bilder des Jahres 2019 sollen einfach für sich selbst stehen :

Meine Gedanken im Dezember

Meine Gedanken im Dezember

Die Rabenvögel wie Krähen und Elstern sind im Moment häufig zu sehen. Die Kleinvögel eher nicht

Im Dezember blickt man oft zurück auf das Jahr. Meine Gedanken im Dezember sind aber eher aktuell. Der Dezember ist ein besonderer Monat. Der Winter beginnt, es gibt den kürzesten Tag des Jahres. Es gibt die Vorweihnachtszeit, dann Weihnachten und wir bereiten uns auf ein neues Jahr vor.

Ich mag den Winter nicht. Die Dunkelheit ist für einen Fotografen nicht gut und unsere Zeitumstellung auf Winterzeit macht es auch nicht besser. Dazu ist es oft regnerisch. Kalt ist es im Dezember nicht mehr unbedingt, gestern hatten wir in NRW frühlingshafte 15 Grad.

Und obwohl der Tag gestern sehr schön war, war das Ergebnis wie in den letzten zwei Wochen. Es waren keine Kleinvögel zu sehen! Gerade auch so häufige Vögel wie Amseln, Buchfinken und Grünfinken sind nicht zu sehen. Ich habe das erst immer auf das Wetter geschoben und dass es einfach nur meine Beobachtung war.

Aber dann kamen auch bei den Kollegen vom OAG Kreis Unna tagelang keine Meldungen. Unterbrochen wurde das nur von einem Kommentar, dass so etwas in den letzten 18 Jahren nie vorgekommen war und die Seite einwandfrei funktioniert. Es wurde die lustige Vermutung geäußert, dass vielleicht der Genuß von zu viel Glühwein auf den Weihnachtsmärkten Schuld daran wäre. Ich mag keinen Glühwein und die Kollegen werden es sicher auch nicht übertrieben haben.

Und so wurde nach ein paar Tagen die Erkenntnis geteilt, dass es tatsächlich in der Landschaft im Moment weniger Kleinvögel zu sehen gibt. Nur Rabenvögel sind immer noch häufig zu sehen. Aber unsere Vögel müssen ja irgendwo sein. Die Landschaft ist schon ziemlich ausgeräumt. Ich hatte ja schon die Beobachtung gemacht, dass fast kaum noch Vogelbeeren zu finden sind. Also können sich unsere Vögel ihre Nahrung vermutlich am besten an den Futterplätzen in unseren Gärten holen.

Ich habe schon gehört, dass in einigen Gärten der Andrang ziemlich groß ist und man ständig Futter nachfüllen muss. Habt ihr in diesem Winter bis jetzt ähnliche Beobachtungen gemacht? Leider habe ich in Langenberg keine Fütterung, weil diese zu nah am Fenster wäre und das ist mir zu gefährlich für die Vögel. Das sind so meine Gedanken im Dezember.

Der Eichelhäher (Garrulus Glandarius)

Der Eichelhäher

Der Eichelhäher (Garrulus Glandarius) ist im Herbst einer der auffälligen Vögel. Weil er seine Wintervorräte sammelt und dafür immer wieder hin- und her fliegt. Sie sammeln Nüsse und Eicheln und vergraben sie als Wintervorrat. Daher hat der Eichelhäher auch seinen Namen. Da er aber kein allzu gutes Gedächtnis hat, findet er die meisten Vorräte gar nicht wieder. Und trägt so zur Verbreitung und Aufforstung von neuen Laubbäumen bei. Er sorgt dafür, dass sich ein Wald ausdehnt. Der Eichelhäher wird bis zu 34 cm groß und wiegt etwa 170 Gramm.

Als Bewohner des Waldes hat der Eichelhäher auch noch seinen ausgeprägten Fluchtinstinkt behalten. Er versteckt sich gern und meistens hört man nur seinen krächzenden Warnruf. Er ruft laut kreischend “rräh rräh” “rätsch”. Das ist typisch für ihn und unverkennbar. Er kann aber auch meisterhaft andere Vogelstimmen nachmachen. Besonders häufig den Ruf des Mäusebussards.

Der Polizist des Waldes

Mit seinem Ruf warnt der Eichelhäher auch gleich alle anderen Tiere in der Nähe. Was ihm den Beinamen Polizist des Waldes eingebracht hat. Er ist für mich immer sehr schwierig zu erwischen. Auch wenn er mittlerweile unsere Parks, Friedhöfe und große Gärten bewohnt, bleibt er immer vorsichtig und gut versteckt. Ich habe hier schon häufiger über meine Schwierigkeiten mit dem Eichelhäher berichtet. Es sind schon die Unglücksvögel für mich!

Dabei gehört der bunte Rabenvogel zu meinen Lieblingsvögeln. Die Rabenvögel sind unglaublich faszinierend und intelligent. Dieses Jahr konnte ich ihn immerhin etwas näher und besser fotografieren als sonst. Er ist im Herbst so aktiv, das man ihn am Besten dabei fotografieren kann, wie er gerade seine gesammelten Vorräte in der Wiese vergräbt. Er kann bis zu 10 Eicheln in seinem Kehlsack verstauen. Das läßt manche Eichelhäher auch deutlich kräftiger aussehen als andere. In dieser Zeit fliegt der Eichelhäher auch einzeln stehende Eichen und Nussbäume an. Ein Verhalten, das er sonst im Jahr nicht zeigt. Während der Brutzeit sieht man ihn  so gut wie nie im offenen Feld.

Die Brutzeit

Die Brutzeit ist von April bis Juni. Das Weibchen legt 5 bis 6 Eier in ein gut verstecktes Baumnest. Die Brutzeit beträgt 16 bis 17 Tage. Die Nestzeit der Jungvögel ist etwa 18 bis 20 Tage. Es gibt nur eine Brut im Jahr. Während der Brutzeit verhält sich der Eichelhäher sehr unauffällig.

Was frisst der Eichelhäher?

Gerade wenn der Eichelhäher ein Nest mit Jungvögeln zu versorgen hat, bedient er sich auch schon einmal an anderen Vogelnestern. Wegen den Jungvögeln im Nest überwiegt vom Frühling bis Herbst die tierische Nahrung beim Eichelhäher. Denn diese werden fast ausschließlich damit gefüttert. Gerade in den letzten Tagen vor dem Ausfliegen werden die Jungvögel oft mit erbeuteten Nestlingen aus anderen Vogelnestern gefüttert. Der Anteil an Vogeleiern und Vögeln bei seiner Nahrung ist aber sehr gering.

Seine Nahrung ist sehr abwechslungsreich. Und richtet sich auch nach dem Angebot und der Jahreszeit. Ab dem Herbst ist es vorwiegend pflanzliche Nahrung wie eben die Eicheln, Haselnüsse, Bucheckern und auch Edelkastanien. Sind diese nicht ausreichend vorhanden, weicht der Eichelhäher auch auf Mais, Getreidesamen und Beeren aus.

Neben Vogeleiern und Vögeln frißt der Eichelhäher vor allem Raupen, Käfer und Engerlinge. Diese können bei einem Überangebot auch zur ausschließlichen Nahrung werden. Der Eichelhäher schöpft ein Angebot gerne aus. So nimmt er auch gerne Aas.

Der Eichelhäher besucht auch die Fütterung in Gärten. Dort nimmt er besonders gerne Haferflocken, Nüsse und Getreideabfälle.

Das Zugverhalten

In den letzten Wochen konnten auch häufiger kleinere Gruppen von Eichelhähern gesichtet werden. Die sogar eine Größe von bis zu 15 Exemplaren hatten. Da der Eichelhäher sonst eher ein Einzelgänger ist, könnte es sich um Zugvögel aus dem Norden oder Osten handelt. Dieses Phänomen gibt es nicht jedes Jahr. Im letzten Jahr sah man solche Gruppen nicht. Im Norden und Osten von Europa ist der Eichelhäher ein Teilzieher. In Mitteleuropa bleibt er dagegen das ganzes Jahres. Außerhalb der Brutzeit können auch die einheimischen Eichelhäher in kleinen Trupps unterwegs sein.  Dieses Verhalten ist mir bis jetzt aber noch nicht aufgefallen.

Bestand :

In Deutschland gibt es ungefähr 500.000 Brutpaare. Der Bestand ist stabil.

 

Der Bienenfresser (Merops apiaster)

Der Bienenfresser (Merops apiaster)

Mit gefangenen Insekten fliegt der Bienenfresser (Merops apiaster) auf einen Ast

Der Bienenfresser (Merops apiaster) ist der farbenprächtigste Vogel den wir in Deutschland haben. Seine Oberseite ist kastanienbraun, die Unterseite grünlichblau, Kinn und Kehle sind leuchtend gelb. Er wirkt wie ein Vogel aus den Tropen, ist aber kein Exot, sondern ein heimischer Vogel. Er wurde schon im 15. Jahrhundert in Deutschland gesichtet. In einigen aktuellen Berichten wird der Bienenfresser (Merops apiaster) auch als invasive Art bezeichnet. Er profitiert vom Klimawandel und breitet sich in Deutschland aus. Aber das passiert langsam und ist von einer Invasion weit entfernt.

Keine Gefahr für Bienenvölker

Er dringt auch nicht in Lebensräume ein und gefährdet dort andere Arten. Und auch niemand muss die Befürchtung haben, der Bienenfresser (Merops Apiaster) könnte die Bienen ausrotten.

Der Bienenfresser (Merops apiaster) fängt Großinsekten

Auch wenn der Name sich erstmal schlimm und martialisch anhört, Bienen sind sehr selten die Nahrung des Bienenfressers. Es sind hauptsächlich Großinsekten, die er im Flug fängt. Hauptsächlich Libellen und Hummeln. Aber auch Wespen, Hornissen und Schmetterlinge. Dabei hilft ihm sein langer, nach unten gebogener Schnabel. Diesen nutzt er praktisch wie eine Pinzette, um die Insekten zu halten.

Hat er ein Insekt gefangen, fliegt er damit auf einen Ast und schlägt das Insekt so lange auf den Ast, bis der Stachel und die Giftdrüse entfernt sind. Man sieht den Bienenfresser deshalb auch häufig auf passenden Ästen sitzen. Besonders scheint er Birken als Ansitzbäume zu bevorzugen.

Der Bienenfresser (Merops apiaster) wird bis zu 28 cm groß und ist ein schlanker Vogel. So kann er optimal seine Bruthöhlen 1 bis 2 m tief in Sand- und Lößsteilwände graben. Manchmal gräbt er seine Bruthöhlen auch direkt in den Sandboden. Die Brutzeit beträgt etwa 20 bis 22 Tage.

Der Bienenfresser (Merops apiaster) in Deutschland

Solche natürlichen Steilwände gibt es in Deutschland selten. Der Bienenfresser (Merops apiaster) brütet bei uns hauptsächlich in ehemaligen oder noch bewirtschafteten Sandgruben. Selten findet er auch einmal Steilwände an Flüssen, wo er seine Bruthöhlen graben kann. Und trotz dieser speziellen Anforderungen an seinen Lebensraum und dem fortschreitenden Insektensterben, ist der Bienenfresser (Merops apiaster) ein Gewinner unter den Vogelarten.

Mit Freunden in den Süden

Für den Bienenfresser war der Jahrhundertsommer 2018 wohl ein optimaler Sommer. Er liebt die Wärme und ist deshalb nur von Mai bis Mitte August in Deutschland. Die restliche Zeit verbringt er in Afrika. Eine Gruppe von Wissenschaftlern von der Vogelwarte in Sempach in der Schweiz hat nun herausgefunden, das die Bienenfresser gerne mit einer Gruppe von Freunden in den Süden fliegen. Die Bienenfresser sind den Winter über in Afrika und um die 14.000 km unterwegs. Diese Strecke und die gesamte Zeit verbringen sie mit Freunden. Das haben die Wissenschaftler mit Hilfe von Multisensor-Loggern herausgefunden. Diese Geräte haben registriert, das die Vögel wahrend der ganzen Reise und dem Aufenthalt in Afrika nur maximal bis zu 5 Tagen getrennt waren.

Die Logger wurden an den Vögeln befestigt und bei der Rückkehr in die Brutgebiete abgenommen und ausgewertet. Dabei wurden auch die Flughöhen ausgelesen und festgestellt das die Vögel immer miteinander unterwegs waren und auch nicht näher verwandt waren. Damit konnte man beweisen, dass auch kleine Vögel in sozialen Gruppen ziehen.

In Deutschland fast ausgestorben

Anfang der 90er Jahre war der Bienenfresser (Merops apiaster) in Deutschland so gut wie ausgestorben. Mit der Klimaerwärmung ist er aber wieder zugewandert und breitet sich immer mehr aus. Da er die Sandgruben braucht und die Wärme liebt, sind noch nicht alle Gegenden in Deutschland optimale Lebensräume für den Bienenfresser. Die größten Vorkommen gibt es in Sachsen-Anhalt und im Kaiserstuhl in Baden-Württemberg. In Sachsen-Anhalt liegt sein Hauptvorkommen rund um den ehemaligen Tagebau am Geiseltalsee. Aber auch an der Mittelelbe ist er sehr verbreitet. Auch dort gilt, er breitet sich weiter Richtung Norden aus. Er brütet sogar schon in Mecklenburg-Vorpommern. Im Westen von Deutschland kann man sagen, er breitet sich entlang des Rhein aus, weil es dort am Wärmsten ist in Deutschland.

Der Bienenfresser (Merops apiaster) ist auch sehr zahlreich in Rheinland-Pfalz und Rheinhessen. In Rheinland-Pfalz gibt es Kolonien im Gebiet Mayen-Koblenz. Dort kann man ihn auch im Naturschutzgebiet Thürer Wiesen beobachten. Es gibt eine Kolonie in Ingelheim, Gerolsheim und eine in Eisenberg-Leiningerland. Der Bienenfresser fühlt sich besonders auch am Pfälzer Wald sehr wohl. Insgesamt gibt es ca. 250 Brutpaare in Rheinland-Pfalz.

Ich habe angefangen, 2018 Informationen über den Bienenfresser zu sammeln und ich habe angefangen, ihn in Nordrhein-Westfalen zu suchen. In NRW gibt es vielleicht zwischen 15 und 25 Brutpaaren.

Der Bienenfresser in NRW

Er ist in NRW im Moment auch hauptsächlich im Rheinland zu Hause. Er brütete bis 2018 in Erkrath im Kreis Mettmann und wenn die Gruppe ausgeflogen ist, konnte man sie auch in Düsseldorfer Parks beobachten. 2019 sind die Bienenfresser nicht nach Erkrath zurückgekehrt. Der rheinische Tagebau ist für den Bienenfresser wie eine riesige Sandgrube und dort ist wahrscheinlich das größte Vorkommen. Aber in einem so großen Gebiet ist es fast unmöglich welche zu finden und ihr Vorkommen zu bestimmen. Ein Ort wo man noch die größten Chancen hat, ist die renaturierte Königshovener Höhe. Ein weiterer Brutplatz ist im Kreis Viersen an der niederländischen Grenze, am Brachter Wald. Dort war ein ehemaliges Munitionsdepot der Nato. Das jetzt für Besucher zugänglich ist und besonders von Radfahrern aus Deutschland und den Niederlanden genutzt wird. Am Haupteingang des Brachter Waldes gibt es mehrere Sandgruben, die noch bewirtschaftet werden.

Brutplatz in der Sandgrube

Im sandreichen Gebiet um Haltern im Münsterland gab es auch schon einzelne Bruten von Bienenfressern. Da viele Sandgruben in Deutschland in Privatbesitz sind und gesperrt sind, ist es nicht so leicht zu sagen, wo es überall Bienenfresser gibt. Diese Informationen werden aus diesen Gründen auch wenig verbreitet. Es sind noch seltene Vögel die sehr auffällig sind und deshalb besonderen Schutz erfordern.

Sind die Jungvögel flügge, verlassen sie die Sandgrube aber sofort und fliegen in Gruppen durch die Gegend, um Nahrung zu suchen. Die Bienenfresser sind sehr gesellige Vögel. Sie erinnern in diesen Gruppen an Finken oder auch Stare.

Die Bienenfresser am Brachter Wald

Ich habe die Bienenfresser am Brachter Wald gesehen und fotografiert. Oft sieht man sie erst im Flug und hört ihre charakteristischen Rufe. Immer wieder hörte man das kurze „Rüpp“ oder auch das klingelnde  “bürr-bürr“. 2018 zählte ich 11 Exemplare im Flug über mir! Die Brutzeit war schon beendet und sie hatten sich zu einer Gruppe versammelt. Das war nicht nur eine sehr farbenprächtige, sondern auch eine sehr lebhafte Gruppe. Wie sich später herausstellte, waren bis zu vier Jungvögel dabei. Die sind noch weniger farbenprächtig als ihre Eltern.

Auch 2019 besuchte ich wieder die Sandgruben am Brachter Wald. Leider musste ich bei meinen Besuchen feststellen, dass die Störungen massiv zugenommen haben. Ich hatte hier schon in meinen anderen Beiträgen darüber berichtet :

Link ==> Die Bienenfresser am Brachter Wald

und ==> Neues von den Bienenfressern am Brachter Wald

Massive Störungen in der Sandgrube

Störungen durch Spaziergänger mit Hunden, Mountainbiker und Leute die mit ihrem Modellautos in der Sandgrube fahren. Waren die Bienenfresser am Anfang noch in der vorderen Sandgrube zu sehen, haben sie sich später in eine der hinteren Sandgruben zurückgezogen. So lange sie den Störungen noch ausweichen können, ist es für sie wohl noch zu ertragen. Am Sonntag kam aber dann der Höhepunkt der Störungen. Zwei Männer fuhren mit ihren Quads in den Sandgruben. Dafür mussten sie erstmal an der Schranke am Eingang vorbeikommen. Das Verbotsschilder für solche Menschen unsichtbar sind, ist ja nichts Neues.

Sollte es mit den Störungen so weitergehen, werden sich die Bienenfresser vielleicht bald einen anderen Brutort suchen. Durch die Quadfahrer wurden am Sonntag fast alle Bienenfresser aufgescheucht. Ich zählte 10 Bienenfresser. Es hat also wahrscheinlich auch dieses Jahr wieder mit dem Nachwuchs geklappt.

Wenn eine Gruppe Bienenfresser über den Bäumen kreist, dann ist das ein unheimlich schöner und faszinierender Anblick. Mit ihren dreieckigen Flügeln wirken sie im Flug wie riesige Schwalben. Die dreieckigen Flügel sind Orange und haben schwarze Ränder. Wenn sie von der Sonne angestrahlt werden, sind sie leicht durchsichtig und leuchten in der Sonne. Das läßt den Bienenfresser sogar im Flug noch exotisch erscheinen.

Gesellige Vögel mit dem Hang zum Egoismus

Die Bienenfresser sind sehr gesellige Vögel. Einzelne Vögel oder Paare fühlen sich schnell allein. Eine Ansiedlung wird dann schnell wieder aufgegeben, wenn keine Brutkolonie entsteht. Sie fühlen sich in der Gruppe sehr wohl und warnen sich auch gegenseitig durch Warnrufe, wenn ein Greifvogel oder eine andere Gefahr auftaucht. Generell kann man sie eher als scheu bezeichnen. Ihre Fluchtdistanz ist doch sehr groß.

Manche Charakterzüge bei den Bienenfressern sind auch etwas widersprüchlich. Sie sind auch Kleptomanen und Egoisten, die dem Nachbarn in der Gruppe auch gerne einmal die gefangenen Insekten klauen. Ihr Zusammenleben ist sehr faszinierend. Vielleicht haben in den nächsten Jahren mehr Menschen die Chance, dieses wunderschönen Vögel zu beobachten. Auch wenn das bedeutet, das unsere Sommer in Europa und Deutschland wahrscheinlich nicht kühler werden.

Die Sichtungen vom Juli

Die Sichtungen vom Juli

Der Bluthänfling auf dem Hausdach in der alten Nachbarschaft

Die Sichtungen vom Juli waren wirklich gut und überraschend. Und das trotz der Rekordhitze in der zweiten Juli-Hälfte. Manchmal sind nicht nur die Sichtungen überraschend, sondern auch die Orte der Sichtungen. An einem Samstagabend bin ich in meine alte Heimat gefahren und dachte noch so, die Kamera mitnehmen lohnt sich dort für einen Tag doch gar nicht. Ich habe mich aber dann doch an meine Fotografen-Challenge gehalten. Die Kamera einfach fast immer mitnehmen, denn ein gutes Motiv kann ganz überraschend auftauchen. Und ein Fotograf sollte seine Kamera immer in der Nähe haben.

Seltener Besucher in den Gärten

Und so habe ich dann auf dem Hausdach in der Nachbarschaft einen Bluthänfling fotografiert. Ein äußerst seltener Besucher von Siedlungen und Gärten. Der Bluthänfling ist die Nr. 85 des Jahres.

Die Nr. 86 ist ein gutes Beispiel dafür, wie unterschiedlich die Jahre sein können. Es ist die Goldammer, mit deren Fotos ich letztes Jahr ganze Ordner auf der Festplatte gefüllt habe. Sie war einfach überall und jetzt sehe ich sie erst sehr spät im Jahr und nur aus der Ferne.

Drei neue Sichtungen vom Juli

Die drei folgenden Vogelarten waren absolute Erstsichtungen für mich. Die Hohltaube, der Baumpieper und der Grauschnäpper. Das macht dann bis jetzt 89 Vogelarten in diesem Jahr. Den Grauschnäpper konnte ich bei einem Abendspaziergang fotografieren. An dem Weg war auch eine Hausrotschwanz-Familie zu sehen. Vermutlich der Nachwuchs von dem Pärchen, das ich früher im Jahr fotografiert habe.

Die Sichtungen vom Juli waren trotz der Hitze und der ruhigen Zeit bei den Vögel nach der Aufzucht der Jungen wirklich ziemlich interessant.

Optimales Flugwetter für den Rotmilan

Optimales Flugwetter für den Rotmilan

Heute war optimales Flugwetter für den Rotmilan. Manchmal scheinen Vögel und Beitrage einen zu verfolgen. Vor kurzem habe ich Werbung für die Petition von Dr. René Sternke gemacht. ==> Der Rotmilan –  Der König der Flieger ist bedroht

Es geht um die Rettung des Rotmilan, dessen Bestand stark gefährdet ist. Ich habe versucht den Rotmilan näher vorzustellen und so die Wichtigkeit dieser Petition  noch zu unterstreichen.

Ein schöner Greifvogel

Und ich habe versucht, Sympathien für den Rotmilan zu gewinnen. Er ist ein sehr schöner Greifvogel und ein noch besserer Flieger. In meiner neuen Heimat, in Velbert-Langenberg, ist er neben dem Mäusebussard praktisch ein Charaktervogel der Landschaft. Beide Greifvögel sind exzellente Segler in der Thermik über den Hügeln und Tälern.

Beste Thermik bei heißem Wetter

Bei dem heißen Sommerwetter im Moment, haben sie die optimale Thermik. Und wenn dann auch noch der Bauer die Wiesen auf den Hügeln mäht, dann dauert es nicht lange und man kann einige Greifvögel bei Suchflügen über den Wiesen sehen. Durch die gemähte Wiese haben die Beutetiere ihre Deckung verloren. Meistens sind das Mäuse oder andere Nagetiere.

Auch wenn ein Feld abgeerntet ist oder gepflügt wurde, kann man schnell etliche Vögel beobachten, die dort nach Nahrung suchen. Manchmal ist der Mensch bei der Nahrungssuche doch sehr hilfreich.

Die gemähte Wiese zieht sie an

Die gemähten Wiesen haben neben einigen Mäusebussarden auch zwei Rotmilane angezogen. Und die drehten immer wieder ihre Runden über den Wiesen und den Tälern. Sehr gut für mich, so hatte ich viele Gelegenheiten die beiden zu fotografieren. Also auch optimales Wetter für den Fotografen. Und es sind sehr schöne Fotos entstanden, die den Rotmilan in seiner ganzen Schönheit zeigen.

Auch seine Flugfähigkeiten kann man auf den Fotos gut erkennen. Sein gegabelter Schwanz ist ein hervorragendes Steuer. Mal ist er eng gegabelt, dann breit gefächert. Oft wird der Schwanz im Flug schräg gestellt.

Keine leichte Aufgabe

Eines hat aber die Beobachtung der Rotmilane gezeigt, für einen Jäger ist es nicht leicht Beute zu finden und zu fangen. Die ganze Zeit waren die Rotmilane erfolglos auf der Suche. Ein Rotmilan hat irgendwann auf der gemähten Wiese kräftig zu gegriffen. Er flog mit einem Grasbüschel durch die Gegend. Ob sich darin auch etwas Fressbares befand, war nicht zu erkennen. Vielleicht war es auch nur Polstermaterial für das Nest.

Die Greifvögel haben es nicht leicht mit ihrer Beute und uns Menschen. Sie sind also keine grausamen Jäger, die andere Tiere in ihrem Bestand gefährden. Noch ein Grund mehr, sie zu schützen. Wer es noch nicht getan hat, sollte auf jeden Fall noch die Petition unterschreiben. Damit man ihn auch weiterhin beobachten kann, wenn es optimales Flugwetter für den Rotmilan gibt.

Die Sichtungen vom Mai

Die Sichtungen vom Mai

Ein Wanderfalke im Flug, bei ganz schlechtem Wetter. Vielleicht war es ein Jungvogel.

Die Sichtungen vom Mai waren jetzt wieder weniger zahlreich. Im Mai war einfach weniger Zeit für Beobachtungen und Ausflüge. Es standen Geburtstage, Kommunion und Konfirmation auf dem Programm. Der Wonnemonat hat immer viele Feiern zu bieten.

Und irgendwann im Laufe des Jahres werden die neuen Sichtungen einfach auch weniger, weil man vieles halt schon einmal gesehen hat. Ein paar tolle Neuheiten waren doch dabei.

Die neuen Sichtungen vom Mai

So könnte ich das erste Mal überhaupt einen Wanderfalken sichten! Mir fiel sofort die Größe auf, aber erst beim Betrachten und bearbeiten am Bildschirm wurde es deutlich. Vermutlich handelt es sich um einen jungen Wanderfalken. Meine Nr. 71 für dieses Jahr.

Die Nr. 72 war dann ein Flussuferläufer. Der mit einem Flussregenpfeifer der Nr. 59 des Jahres, unterwegs war. Am gleichen Tag sah ich auch die Streifengans unter den Kanada- und Graugänsen auf der Kiebitzwiese. Meine  Nr. 70 .

Endlich einen Eichelhäher erwischt!

Außerdem gelangen mir endlich einmal halbwegs brauchbare Fotos vom Eichelhäher der Nr. 19 . Und von der Wacholderdrossel der Nr. 20 des Jahres.

Die Eichelhäher sehe ich dieses Jahr sehr häufig im Flug über der Autobahn. Dreimal sah ich schon wie Eichelhäher die Seiten über der Autobahn wechselten.

Die Sichtungen vom Mai waren nicht sehr zahlreich, aber sehr interessant! Ansonsten drängten sich im Mai die Säugetiere in den Vordergrund. Ich sah zwei Rehböcke, die eindeutiges Revierverhalten zeigten und sich auf die Brunft im Juli vorbereitet haben.

Aber dazu gibt es in den nächsten Tagen noch einen Beitrag.

Die Bienenfresser am Brachter Wald

Die Bienenfresser am Brachter Wald

Die Bienenfresser sind zurück

Am Sonntag bin ich Richtung niederländische Grenze gefahren, um die Bienenfresser am Brachter Wald zu suchen. Das Thermometer zeigte 32 Grad an, optimales Wetter für einen wärmeliebenden Vogel wie den Bienenfresser. Vom letzten Jahr war ich dieses Klima auch gewohnt. Es war immer so warm, wenn ich am Brachter Wald war.

Als ich an der Sandgrube am Haupteingang des ehemaligen Nato-Munitionsdepot ankam, sah ich sofort die Veränderungen. Man hatte den Abbau in der Sandgrube deutlich vergrößert und wird wohl große Blöcke Lehm abbauen. Das konnte für die Bienenfresser am Brachter Wald eigentlich nicht gut sein. Auch die Kolonie der Uferschwalben hatte den Standort gewechselt. Deutlich näher in Richtung Abbauzone. Die Uferschwalben scheinen weniger empfindlich und scheu zu sein, wie die Bienenfresser.

Der Betreiber achtet auf die Bienenfresser

Die Betreiber der Sandgrube sind aber sehr aufgeschlossen und hilfreich, was den Schutz der Bienenfresser betrifft. Ob auch die Uferschwalben davon profitieren, ist mir nicht bekannt. Als ich aber die Sandgrube sah, hatte ich wenig Hoffnung, dass die Bienenfresser dort sind. Nicht nur die Menschen hatten die Umgebung sehr verändert, auch die Natur selbst hatte nicht geruht. Die Bäume und Sträucher sind gewachsen. Die Sicht ist jetzt oft behindert. Ich suchte die Birken ab. Es war nichts zu sehen.

Doch dann sah ich in der hintersten Ecke der Sandgrube einen Vogel fliegen und in der Steilwand verschwinden. Das konnte nur ein Bienenfresser sein! Sie hatten sich also so weit wie möglich vom Betrieb der Sandgrube entfernt. Letztes Jahr wusste ich nicht, wo sich die Bruthöhlen befinden, aber jetzt war es eindeutig. Immer wieder flogen einzelne Vögel in die Steilwand neben dem Eingang zum Brachter Wald.

Sie sind zurück am Brachter Wald

Sie sind also wieder da! Es ist auf jeden Fall ein Paar, das ich immer wieder zusammen sah. Im Flug sah ich auch einmal drei Exemplare. Ich gehe erstmal von zwei Paaren aus. Das würde mit den Beobachtungen vom letzten Jahr übereinstimmen. Wo genau sich die Bruthöhlen befinden, war nicht zu sehen. Sie sind gut versteckt. Ob die Bienenfresser wieder so erfolgreich sein werden, wie letztes Jahr, wird sich zeigen.

Sie sind empfindlich bei Störungen

Alleine am Sonntag gab es zwei Störungen. Erst lief ein Fußgänger durch die Sandgrube und auch über die Steilwand und später kamen über der Steilwand drei Mountainbiker aus dem Unterholz. Keine Ahnung, warum man so etwas macht. Mit einem Mountainbike kann man sicher fast überall fahren, aber eine eingezaunte Sandgrube und überwuchertes Gelände ist wirklich kein Spaß und kein Gebiet, wo man sich aufhalten sollte. Und wirklich fahren konnten die Mountainbiker an der Stelle auch nicht mehr. Sie mussten schieben. Da kann man nur hoffen, dass so etwas ein Einzelfall ist.

Die Bienenfresser sind sehr empfindlich, was Störungen betrifft. Und als die Mountainbiker kamen, flog auch ein Pärchen direkt von den Bruthöhlen weg.

Ansonsten ist es einfach nur schön, das sie zurück sind. Das sie den langen Weg aus Afrika zurück geschafft haben und sich wieder für die Sandgrube am Brachter Wald entschieden haben. Sie werden wohl auch mit der Brut begonnen haben, denn sie waren nicht oft außerhalb der Bruthöhle zu sehen.

Am Rand des Verbreitungsgebietes sind einzelne Brutpaare durchaus üblich. Dann vergrößert sich aber alles schnell zu einer Kolonie oder die Ansiedlung verschwindet wieder. Der Bienenfresser ist wirklich nicht gerne allein.

Ich hoffe erstmal auf eine erfolgreiche Brut. Gebrütet wird etwa 20 bis 22 Tage. Und danach hoffe ich auf einen Fortbestand der Ansiedlung. Damit wir auch weiterhin Bienenfresser in NRW haben.

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