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Meine Rückkehr zur Kiebitzwiese

Rückkehr zur Kiebitzwiese

Rückkehr zur Kiebitzwiese, das gilt nicht für den Spießenten Erpel. Der war vorher noch nie dort

Meine Rückkehr zur Kiebitzwiese hat fast vier Monate gedauert. Am letzten Montag bei schönsten Wetter war ich wieder einmal dort. Das es so lange dauert, hätte ich nie gedacht. Aber die Rückkehr zur viel zitierten Normalität wird für uns alle wohl noch lange dauern. Eigentlich ist es kein Problem in die Natur zu fahren. Man ist draußen und kann auch Abstand halten. Bei einem Naturschutzgebiet sieht es da schon wieder etwas anders aus, gerade wenn es dort Beobachtungshütten gibt. Die sind im Moment bestenfalls gesperrt, da man sich darin schon sehr nahe kommt.

Naturschutzgebiete sind zur Zeit beliebte Orte

Und ziemlich gut besucht sind manche Naturschutzgebiete auch. Gerade wenn sie auch Möglichkeiten für Beobachtungen bieten. Der Aussichtshügel von der Kiebitzwiese ist offen und ist in den Zeiten von Corona noch vertretbar. Die Besucher halten sich in Grenzen und es ist Platz genug.

Die Besucher unterhalb des Hügels auf der Kiebitzwiese hielten sich dagegen nicht in Grenzen, da war richtig was los! Die Wiese war voll mit Kanada-, Nil- und Graugänsen. Auch die Heckrindherde war dort und zwischen ihr ein kleiner Schwarm der bunt schillernden Stare. Auch Wacholderdrosseln standen auf der Wiese. Vermutlich werden sie bald weiterziehen.

Enten auf den Wasserflächen

Die Wasserflächen gehörten dagegen den Enten. Und gerade dort konnte ich einige nicht alltägliche Sichtungen machen. Insgesamt hat sich mein Sichtungskonto nach dem Besuch auf 57 erhört! Ein Highlight bei den Enten war ein Spießenten-Erpel. Auch ein Löffelenten-Paar war zu sehen. Dann noch die Schnatter-, Stock- und Reiherenten. Ein Rostgans-Paar war im Wasser, die anderen tummelten sich auf der Wiese.

Auch ein einsamer Kiebitz war am Ufer zu sehen. Leider sieht es um den Brutbestand im Kreis Unna nicht gut aus. Neben den Wacholderdrosseln sah ich noch meine erste Singdrossel für dieses Jahr.

Störche bei der Rast

Und auch die Störche sind schon längst wieder da. Während ein Storch auf dem Nest saß und brütete, standen zwei weitere Störche auf der Wiese. Sie waren wohl nur auf der Durchreise und verhielten sich ziemlich ruhig. Es gab keinen Versuch das Nest zu übernehmen. Sie sahen auch beide etwas dreckig aus, als hätten sie vielleicht ein Staubbad genommen oder wären durch einen Sandsturm geflogen. Auf jeden Fall waren sie zu müde, um Unruhe zu stiften.

Mein Highlight des Tages war dann am anderen Ende der Kiebitzwiese ein männlicher Gartenrotschwanz! Leider habe ich es zweimal verpasst ihn zu fotografieren. Ich hoffe er bleibt vielleicht noch länger dort. Gartenrotschwänze sind in NRW leider sehr selten.

Insgesamt war das aber eine Stunde wie aus dem Bilderbuch, wo man einfach nur von einem Motiv zum nächsten wandert. Man wandert mit der Kamera über den Horizont und die Wiese und sammelt nach der Reihe alle Motive. Solche Tage sind äußerst selten, dafür kann man sie auch Tage später noch unheimlich genießen. Meine nächste Rückkehr zur Kiebitzwiese wird hoffentlich nicht so lange dauern.

Zwei ungleiche Geschwister

Zwei ungleiche Geschwister

Der Größenunterschied der Geschwister ist wirklich enorm und auffällig

Beim Storchennachwuchs an der Kiebitzwiese gibt es zwei ungleiche Geschwister. Ich muss sagen, dass ich so etwas noch nicht erlebt habe. Der eine Jungvogel ist fast doppelt so weit in seiner Entwicklung, wie sein kleines Geschwisterchen. Es scheint fast so, als hätte der eine Jungvogel eine Behinderung. Er kann nicht stehen und liegt immer im Nest.

Zwei ungleiche Geschwister im Nest

Der andere Jungvogel ist fast flügge und wirkt fast riesig im Vergleich zum anderen, der immer nur liegen kann. Dieser macht sein Flügeltraining auch immer nur im Sitzen. Was das ganze noch tragischer erscheinen läßt. Er weiß wohl instinktiv, ich muss meine Flügel trainieren. Aber er kann wohl einfach nicht aufstehen und im Nest stehen.

Das Gesetz des Stärkeren

Das Störche bei Nahrungsmangel nur ein Küken großziehen, ist ganz normal. Auch das sie Jungvögel dann aus dem Nest werfen. Aber einen Jungvogel zu sehen, der in seiner Entwicklung irgendwie stehen geblieben ist, ist für mich etwas Neues. In der Natur gilt eben das Gesetz des Stärkeren. Jemand der schwach oder verletzt ist, kann meistens nicht überleben. So wird es wohl leider auch bei dem kleinen Jungvogel enden. Er wird das Nest so nicht verlassen können.

Verspätete Brut

Die Altvögel sind auch nur noch selten am Nest. Ein Altvogel hält sich oft unterhalb des Storchenmastes auf der Kiebitzwiese auf. Aber er fliegt das Nest nie an. Der größere Jungvogel wird das Nest bald verlassen. Die Bruten an der Kiebitzwiese sind oft problematisch. In den letzten Jahren gab es meistens keine Paare an der Kiebitzwiese. Viele Brutversuche sind gescheitert. Auch das diesjährige Storchenpaar hatte Probleme. Wie ich hier berichtet habe, mussten sie lange mit den Nilgänsen um das Nest kämpfen. ==> Die Kämpfe um die Nester der Störche

Auch das hat die Brut deutlich verzögert. In vielen Gegenden sind die Jungvögel schon lange ausgeflogen.

Wenn es nur ein Jungvogel schafft, kann man an der Kiebitzwiese leider schon zufrieden sein. Für den anderen Jungvogel habe ich wenig Hoffnung. Zwei ungleiche Geschwister wird wohl leider eine Geschichte ohne Happy End sein.

Neues von der Kiebitzwiese

Neues von der Kiebitzwiese

Mal eine neue Perspektive. Das Storchennest im Gegenlicht

Immer wieder gibt es von mir Neues von der Kiebitzwiese aus Fröndenberg an der Ruhr. Die Natur- und Tierwelt ist dort einfach sehr vielfältig. Es gibt den Bereich der Kiebitzwiese und dann die angrenzende Ruhr als ganz anderen Lebensraum. Als weitere Lebensräume schließen sich die angrenzenden Felder und das Hammer Wasserwerk an.

Große Vielfalt, da gibt es immer etwas Neues von der Kiebitzwiese

Die Vielfalt der Vögel ist sehr groß. Es gibt die Wasservögel, Singvögel und Greifvögel. Aber auch für die Limikolen bieten die Flachwasserzonen genug Nahrung.

Gefahr für die Jungstörche

In diesem Jahr brütet wieder einmal ein Storchenpaar auf dem Storchenmast mitten in der Kiebitzwiese. Diese Woche gab es etwas Aufregung um den Nachwuchs. Die beiden kleinen Storchenküken waren nach einem heftigen Dauerregen nicht mehr zu sehen. Am nächsten Tag gab es aber Entwarnung. Beide Jungstörche sind wohlauf. Sie sind noch nicht so weit wie die Jungstörche in anderen Regionen, da sie wohl deutlich später geschlüpft sind.

Drei Wochen zu spät zurück

Die Neuntöter sind auch wieder zurück an der Kiebitzwiese. Auch sie sind deutlich verspätet angekommen. Etwa drei Wochen später als sonst. Es gibt wieder mindestens zwei Paare. Wobei ich die beiden Weibchen noch nicht fotografieren konnte.

Nachwuchs bei den Haubentauchern

Sehr zahlreich in diesem Jahr sind die Sumpfrohrsänger. Auch die Dorngrasmücken sind häufig zu sehen. Während die Neuntöter jetzt erst mit der Brutzeit beschäftigt sind, müssen die Haubentaucher auf der Ruhr schon auf zwei Pullis aufpassen. Die beiden Küken werden von einem Altvogel noch auf dem Rücken über die Ruhr geschippert. Bald werden sie alleine auf der Ruhr schwimmen.

Während die Haubentaucher ihren Nachwuchs haben, was sehr erfreulich ist, wird der Schneegans-Kandagans-Hybrid dieses Jahr ohne Nachwuchs bleiben. Mir tut der Mischling etwas leid. Manchmal sieht man ihn mit den anderen Gänsen, oft ist er aber allein auf den Gewässern unterwegs.

Auch weiterhin werde ich immer wieder berichten, wenn es etwas Neues von der Kiebitzwiese gibt. Spätestens wenn die Neuntöter Nachwuchs haben oder die Jungstörche ausfliegen.

Die größten Vögel von Europa

Die größten Vögel von Europa

Der Kranich unter den Kanada- und Nilgänsen

Durch den rastenden Kranich sind die größten Vögel von Europa an der Kiebitzwiese vertreten. Kranich, Silberreiher und Weißstorch. Selten das sie alle an der Kiebitzwiese sind und dann auch noch für längere Zeit. Das der Kranich und die Silberreiher noch an der Kiebitzwiese bleiben und nicht in die Brutgebiete fliegen, ist eine Überraschung und das die Weißstörche auf dem Storchenmast brüten, kam in den letzten Jahren auch nicht vor.

Die größten Vögel an der Kiebitzwiese

Alle drei Arten gehören zu den größten Vögeln von Europa. Überraschend ist auch zu sehen, dass der Silberreiher bei der Größe mit dem Kranich mithalten kann. Mit gestrecktem Hals scheint er den Kranich sogar zu überragen. Dabei kann der Kranich bis zu 130 cm groß werden. Während der Silberreiher im Normalfall nur bis zu 100 cm erreicht. Aber der lange Hals macht den Unterschied. Der Weißstorch wird mit einer Größe zwischen 100 und 110 cm ungefähr so groß wie ein Silberreiher.

Der Graureiher, ebenfalls einer der größten Vögel von Europa, ist im Moment an der Kiebitzwiese weniger zu sehen. Er brütet in Kolonien und ist im Moment mit dem Brutgeschäft und der Aufzucht der Jungen beschäftigt. Da es in der Nähe der Kiebitzwiese keine Kolonie der Graureiher gibt, sieht man sie im Moment seltener.

Wie lange es bei den Weißstörchen noch mit dem Bruterfolg dauert, ist schwer zu sagen. In einigen anderen Storchennestern gibt es schon Nachwuchs. Dort hatten die Störche aber wohl mehr Ruhe und wurden nicht dauernd durch die Nilgänse gestört.

Kein Bruterfolg bei den Störchen?

Heute sah es sogar so aus, als hätten die Weißstörche das Brüten aufgegeben. Auf dem Storchennest war nichts zu sehen. Hat es für die Weißstörche an der Kiebitzwiese mit dem Nachwuchs wieder nicht geklappt? Doch dann konnte man so eben den Kopf eines Storches im Nest sehen. Der brütende Storch hat wohl den Kopf etwas weiter aus dem Nest gehoben.

Außerdem gibt es noch viele Gänse an der Kiebitzwiese. Neben den Graugänsen und  Kanadagänsen auch eine einzelne Streifengans. Die sich unter die Kanadagänse gemischt hat. Sie ist meine Lieblingsgans. Ein echter Star unter den Vögeln. Siehe auch ==> Die Streifengans

 

Die Rückkehr in die Rieselfelder

Die Rückkehr in die Rieselfelder

Suchbild mit Steinkauz. Wenn man genau hinsieht, kann man ihn aber erkennen

Die Rückkehr in die Rieselfelder

Die Tarnung im Holzstapel ist aber auch sehr gut. Gerne würde ich den kleinen Steinkauz aus der Nähe sehen

Vor zwei Wochen war ich wieder einmal in den Rieselfeldern von Münster. Es war die Rückkehr in die Rieselfelder nach über 6 Monaten. Das letzte Mal war ich im September in den Rieselfeldern gewesen.

Es wird wieder gebrütet

Oft habe ich dann auf der Fahrt schon eine große Vorfreude in mir. Doch die Freude wurde erstmal getrübt. Es war sehr diesig, fast schon Hochnebel. Auch als ich ankam. Dann war erstmal alles wie immer. Ein Storch saß auf dem Nest auf dem Restaurant Heidekrug und brütete. Die Dohlen waren da, die Feldsperlinge und die Kanadagans brütet wieder auf der kleinen Insel im Teich. Die Bläßhühner brüten nebenan im Schilf.  Siehe auch : ==> Neues vom Teich

Bei meinem Rundgang sah ich einige Graugänse in den Wiesen. Aber mir vielen auch viele Unterschiede zu den anderen Jahren auf. Der Wasserstand war sehr hoch in den Teichen. Das hat Uferbereiche überflutet. Dadurch wurde schon Vegetation vernichtet und zusätzlich wurde noch an den Wegen radikaler Baumschnitt betrieben. Vielleicht eine Folge der Winterstürme. Ein Rückschnitt an bestimmten Bäumen, wie z. B. an den Kopfweiden, das muss natürlich sein. Und jeder kennt das auch aus seinem Garten, die Bäume und Sträucher müssen beschnitten werden.

Mich stört das trotzdem immer gewaltig, wenn auf einmal gar keine Vegetation mehr da ist. Auch die Ansitzpunkte für die Vögel gehen dann verloren. Und man sieht überall diesen Kahlschlag. In vielen Naturschutzgebieten, in Wäldern und an den Autobahnen. Dann stelle ich mir Fragen. Ob das alles so richtig ist und das so sein muss.

Andererseits heißt es ja, eine offene Landschaft bringt mehr Artenvielfalt. Und ich vertraue dann darauf, das Biologen und Naturschützer wissen, was sie tun.

Mein erster Steinkauz

Auf einem Holzstapel von gefällten Bäume konnte ich dann auch eine neue Entdeckung machen. Meinen ersten Steinkauz! Leider sehr weit entfernt. Aber wann kommt man einem Steinkauz auch schon einmal so richtig nahe?

Kolbenenten, die Rückkehr in die Rieselfelder

Ansonsten gab es fast jede Entenart zu sehen. Meine geliebten Kolbenenten sind wieder da! Auch für sie war es also wieder die Rückkehr in die Rieselfelder. Leider waren sie auch zu weit entfernt zum Fotografieren. Außerdem gab es noch Reiher-, Schnatter-, Krick-, Löffel- und Tafelenten zu sehen.

Meine Sichtungen haben sich an diesem Tag ziemlich erhöht. Die Rieselfelder von Münster sind halt immer eine Reise wert.

Die Kämpfe um die Nester der Störche

Die Kämpfe um die Nester der Störche

Der Nestmast steht mitten auf der Kiebitzwiese

Die Erfolgsgeschichte der Störche in NRW geht auch dieses Jahr weiter und so kann man immer häufiger die Kämpfe um die Nester der Störche beobachten. Der Wohnraum und die Wohnungen sind knapp, nicht nur für uns Menschen. Während die Menschen am Samstag in vielen Städten auf die Straße gingen, um für mehr Wohnungen und gegen Mietwucher zu demonstrieren, ist die Lage bei unseren Störchen noch etwas entspannter.

Es werden mehr Nester benötigt

Es blieben in den letzten Jahren immer noch einige Nestmasten und Nisthilfen frei. Die aber wohl dieses Jahr besetzt werden könnten. In den Rieselfeldern von Münster ist mittlerweile auch ein Nest auf einem Bauernhof besetzt, das 500 Meter von den Rieselfeldern entfernt liegt. Dieses Nest war in den letzten Jahren nie besetzt. Auch gibt es jedes Jahr wieder einen Kampf um die besten Nistplätze in den Rieselfeldern. Da muss man sich seinen Platz immer wieder erkämpfen.

Angriffe von Artgenossen

Auch während dem Brüten kann es immer wieder zu Angriffen von anderen Störchen auf das Nest kommen. Das kann auch zur Verlust der Brut und zur Aufgabe des Nestes führen. In Bergkamen-Heil ist das vor ein paar Jahren passiert und seitdem ist das Nest auch nicht mehr besetzt worden.

Aber es gibt auch noch andere, aggressive Konkurrenz mit der es immer wieder Kämpfe um die Nester der Störche gibt. Die Nilgänse sind ganz scharf auf diese Nester in guter Lage. Besonders auf die Nestmasten. Ob die Nilgänse auch auf Häusern brüten würden, ist mir nicht bekannt.

Aggressiver Neubürger

Die Nilgänse sind äußerst aggressiv und mutig gegenüber jeder Konkurrenz. Und greifen die Störche auch sehr aggressiv an. Was auch zu kurzfristigen Erfolgen führt, aber am Ende sind die Störche trotzdem einfach größer und vielleicht auch wehrhafter. Ein spitzer Schnabel kann viel ausmachen und sie sind aggressive Kämpfe mit Artgenossen gewohnt.

Seit Samstagmittag interessiert sich ein Weißstorch für den Nistmast mitten in der Kiebitzwiese. Der Mast war in den letzten Jahren immer frei geblieben oder die Nilgänse haben dort gebrütet. Das wollen die Nilgänse auch dieses Jahr, aber der Weißstorch ist wohl gekommen, um zu bleiben. Er sucht immer wieder Nistmaterial für das Nest. Das ist nicht sehr ausgebaut, da es in den letzten Jahren nie benutzt wurde. Aber für ihn allein macht das Nest keinen Sinn und es gäbe auch keine Chance auf das Nest.

Eine plötzliche Wendung

Und so hatten am Montagabend die beiden Nilgänse das Nest besetzt. Vom Weißstorch war nichts zu sehen. Ich machte noch ein Foto zur Dokumentation. Da ich an Nilgänsen die auf Storchennestern brüten nicht sonderlich interessiert bin. Doch dann kam eine total überraschende Wende. Die eigentliche Aktion hatte ich völlig verpaßt, weil ich auf dem Weg zum Auto war. Ich traute dann meinen Augen nicht, denn vom Auto aus sah ich dann, dass plötzlich zwei Weißstörche auf dem Nestmast standen! In einer kurzen Aktion hatten sie die Nilgänse vertrieben. Eine der Nilgänse hatte aggressiv gekämpft und flog auch immer noch Scheinangriffe, hatte aber wenig Unterstützung von der zweiten Gans. Und die Weißstörche zeigten sich sehr unbeeindruckt davon.

Die beiden Weißstörche waren dann auch mehr mit sich selbst beschäftigt und eifrig am Klappern. Aber das letzte Wort in dieser Auseinandersetzung ist bestimmt noch nicht gesprochen. Hoffen wir einmal, dass die Störche am Ende gewinnen und in Ruhe brüten können. Denn das gab es auf der Kiebitzwiese lange nicht mehr.

Die Fehler bei unserer Wahrnehmung

Die Fehler bei unserer Wahrnehmung

Leider kein Fehler bei unserer Wahrnehmung. Der Kiebitz wird immer seltener

Wir werden in den letzten Jahren oft mit gefühlten Wahrnehmungen konfrontiert. Man kann sagen, alles wird immer schlimmer. Die Umweltzerstörung, die Kriminalität, die Armut, die Krankheiten, der Verkehr und das Verhalten der Menschen. Und schnell entwickelt man Theorien, warum das so ist. Die Fehler bei unserer Wahrnehmung entstehen häufig durch persönliche Erlebnisse, die Region in der man lebt und falsche Informationen bzw. die falsche Aufnahme von Informationen.

Falsche Informationen

Eine Arbeitskollegin kam am Montag etwas aufgelöst zu mir und erzählte mir, sie hätte im Radio bei den Lokalnachrichten gehört, bei der Stunde der Wintervögel wurde nicht eine Amsel gesichtet. Diese Information ist einfach falsch. Vielleicht hat sie das einfach falsch verstanden, vielleicht bezog sich das nur auf eine Region. Vielleicht auf Dortmund.

Hilfe bei Fehlern in unserer Wahrnehmung

Was bei einem Fehler bei unserer Wahrnehmung hilft, sind immer Zahlen und Statistiken. Nach der vorläufigen Auswertung der Stunde der Wintervögel gab es bei der Amsel große Verluste. Wahrscheinlich durch das erstmals in ganz Deutschland auftretende Usutu-Virus und die Trockenheit. Die Amsel ist aber immer noch einer der häufigsten Vögel in Deutschland und unseren Gärten.

Die Trockenheit schandet nicht immer

Nicht jeder Vogel hat auch unter der Trockenheit von 2018 gelitten. Der Haussperling ist wieder der häufigste Vogel bei der Stunde der Wintervögel und hat sogar etwas zugelegt. Auch können die Vögel im Moment von der Trockenheit des Jahres profitieren. Es gab einen Rekord bei den Früchten an den Bäumen. Und so gibt es jetzt immer noch reichlich Vogelbeeren an den Bäumen und Sträuchern. Normalerweise wären die jetzt schon von den Vögeln abgeerntet.

Die Trockenheit des letzten Jahres hat auch dazu geführt, das sich viel mehr Menschen mit der Natur, dem Umweltschutz und dem Klimawandel beschäftigen. Die extreme Trockenheit und Hitze hat einige aufgerüttelt. Die Folgen waren halt einfach nicht zu übersehen.

Ein Rekordjahr für die Störche

Trotzdem war das nicht überall so und nicht für alle Tiere so dramatisch. Die Störche in NRW und Hessen haben ein Rekordjahr hingelegt. Es gab so viel Nachwuchs wie lange nicht mehr. Dafür gab es im Nordosten von Deutschland sehr große Verluste. So das der Storch in Deutschland immer noch als gefährdet angesehen werden muss.

Die Fehler bei unserer Wahrnehmung

Die Störche in NRW hatten so viel Nachwuchs wie lange nicht mehr

Die Fehler bei unserer Wahrnehmung

Er macht sich wieder bereit

Für mich, der sich in einem Hochgefühl bewegt, was die Sichtungen und das Fotografieren betrifft, ist es wichtig nicht die falsche Wahrnehmung zu behalten. 2017 habe ich für mich 24 neue Vögel gesichtet und 2018 sogar 30. Da ich lange Zeit keine Tiere beobachtet habe und mich jetzt nur noch in Schutzgebieten bewege, ist das manchmal wie auf einem Silbertablett. Die Tiere bündeln sich halt dort.

Eine gute Hilfe und Übersicht bei der Gefährdung einzelner Arten ist der neue Bildband von Peter Berthold.  Unsere einzigartige Vogelwelt – Die Vielfalt der Arten und warum sie in Gefahr ist. Ein sehr lehrreiches Buch.

Leider passen die Wahrnehmung und die Zahlen manchmal zusammen. Das Rebhuhn und der Kiebitz waren früher viel häufiger. Überhaupt sind die Tiere unserer Felder besonders bedroht. Die Zahl unserer Gartenvögel ist nach den Ergebnissen der Stunde der Wintervögel stabil.

Ein kleiner Schritt am 3. Advent

Heute am 3. Advent machen wir wieder

einen kleinen Schritt…

Am 3. Advent

oder einen großen Schritt…

Am 3. Advent

in Richtung Weihnachten!

Ich wünsche euch allen noch einen schönen 3. Advents-Abend!

Ein bedrohtes Paradies?

Heute kommt dann endlich der zweite Teil von meinem Besuch der Rieselfelder von Münster. Neben dem jungen Steinschmätzer konnte ich auch noch einen Rotschwanz fotografieren. Bei der Bestimmung wurde es dann aber wieder einmal schwierig. Bei uns im Kreis Unna ist der Hausrotschwanz und auch der Gartenrotschwanz schon sehr selten geworden. Auch Opfer des Insektensterbens. Wegen der hellen Unterseite würde ich bei diesem Rotschwanz auf einen weiblichen Gartenrotschwanz tippen.  Auch in den Rieselfeldern war es der erste Gartenrotschwanz den ich dieses Jahr gesehen habe. Selbst in so einem Paradies sind die Vögel bedroht.

Am großen Teich sah ich einige Pfeifenten. Die Männchen tragen im Moment noch ihr Schlichtkleid und sind so etwas schwerer zu erkennen. Man erkennt sie aber gut am hellgrauen Schnabel mit der schwarzen Spitze.

Neben der Storchengruppe auf der Wiese flogen am Nachmittag auch noch einige Störche in der Thermik vor einem strahlenden blauen Himmel.

Da machten die Rieselfelder einen wunderschönen Eindruck. Aber auch so ein Paradies ist gefährdet. Wenn die Straßen von Münster vom alltäglichen Straßenverkehr verstopft sind, nutzen viele Autofahrer die Straßen durch die Rieselfelder als Schleichwege. Und es wird nicht gerade langsam gefahren. Die Anwohner haben jetzt eine Bürgerinitiative gegründet. Durch den erhöhten Straßenverkehr werden immer wieder viele Vögel überfahren. Aber auch von Radfahrern, die angefahren wurden, habe ich schon gehört. Die Bürgerinitiative will jetzt gegen diesen erhöhten Verkehr in den Rieselfeldern etwas unternehmen. Früher waren die Rieselfelder auch schon einmal für Autos gesperrt.

Alte Bekannte

Alte Bekannte vielleicht auch für euch Leser. Über den Einen schrieb ich in meinem letzten Beitrag und die zwei Anderen kennt ihr vielleicht schon von hier, wenn ihr hier schon länger mit dabei seid.

Aber der Reihe nach. Ich war heute endlich einmal wieder in den Rieselfeldern! So toll die Kiebitzwiese und andere Gebiete auch sind, um bestimmte Arten zu beobachten, die Rieselfelder setzen immer die besonderen Highlights. Und setzen immer noch einen drauf! Manchmal kommt man echt kaum weiter auf dem Weg, weil ständig irgendwas interessantes zu sehen ist. Und so sah ich direkt noch an der ersten großen Wiese einen alten Bekannten im Flug. Andere Besucher hatten ihn wohl aufgeschreckt, den weisen Mäusebussard! Ich sah ihn ziemlich genau vor einem Jahr das erste Mal.

Siehe auch : Weißer Mäusebussard

Auffällig waren auch die vielen Rauchschwalben die noch über den Wiesen kreisten. Auf einer der Wiesen sah ich auch die Weißstörche, die sich immer um diese Zeit zu einer Gruppe sammeln. Und der auffällig blaugelb beringte Weißstorch war wieder dabei! Den habe ich hier schon oft gezeigt.

Siehe auch : Störche an Weihnachten

Ein junger Steinschmätzer

Und ich sah noch einen jungen Steinschmätzer. Ein sehr später Zugvogel und irgendwie ziemlich allein unterwegs. So nah sah ich einen Steinschmätzer noch nie. Und damit kann ich auch für dieses Jahr doch noch meinen ersten Steinschmätzer notieren. Wenn man die Hybride mitzählt, macht das meine Nr. 106 für dieses Jahr!

Der Schlangenbändiger

Der Held des Tages war aber ein Graureiher, der eine Ringelnatter gefangen und geschluckt hat! Damit hatte er ziemlich Probleme, die war nämlich länger als sein Hals! Die fressen echt wirklich alles! Küken, Maulwürfe, Mäuse, Ratten, Libellen, kleine Taucher und jetzt auch noch Schlangen. Und natürlich ihre Hauptnahrung : Fische.

Leider konnte ich das nur durch das Schilf fotografieren. Das Highlight des Tages, auch wenn der Graureiher da eine bedrohte Tierart erwischt hat. Aber so ist das in der Natur.

 

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