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Goldene Zeiten

Es sind goldene Zeiten im Kreis Unna! Es gibt Vögel, die sieht man jeden Tag. Die Amseln, auf jedem Hausdach sitzt Eine und singt. Oder die Ringeltauben. Und es gibt Vögel, die sieht man bei jedem Ausflug. Dieses Jahr sind das besonders die Rohrammer und die Goldammer. Im Vergleich zu letztem Jahr kann man schon von goldenen Zeiten sprechen. So häufig sieht man die Goldammern! Ich hätte nicht gedacht, das es hier so viele gibt! Auch gerade nach dem letzten Jahr. In den Rieselfeldern von Münster sieht man die Goldammer kaum einmal und dort war ich die meiste Zeit unterwegs. In der Kiebitzwiese, in den Hemmerder Wiesen und den Ahsewiesen gibt es dagegen sehr viele Goldammer-Reviere. Die Goldammer ist oft sehr unterschiedlich gefärbt. Es gibt wirklich goldgelbe Exemplare und sehr Gelbe. Man kann es auf den Fotos gut vergleichen.

Die Watvögel der Kiebitzwiese

Weil auch im NSG Kiebitzwiese durch die Heckrinder die Landschaft offen gehalten wird, fühlen sich auch viele Watvögel dort wohl. Denen macht auch übermässiger Algenwuchs wie in diesem Jahr nichts aus. Solange es genug Schlammflächen zur Nahrungssuche gibt. Hier auf den Fotos zeige ich einige der Watvögel der Kiebitzwiese :

 

Die Heckrinder

Vielen von uns sind die Heckrinder schon in Naturschutzgebieten und Schutzprojekten begegnet. Es gibt sie in den Rieselfeldern von Münster, aber auch in der Kiebitzwiese von Fröndenberg. Sie werden als Landschaftspfleger eingesetzt. Sie werden die größte Zeit des Jahres sich selbst überlassen. In Oostvaardersplassen in den Niederlanden leben große Heckrindherden fast wild. Das Heckrind ist eines von vielen auerochsähnlichen Rindern. Ein Nachzuchtversuch des Auerochsen. Der bereits 1627 ausgestorben ist.

In anderen Naturschutzgebieten werden auch Wasserbüffel und Galloway-Rinder als Landschaftspfleger eingesetzt. Die verschiedenen Rinderarten halten die Landschaft offen und verhindern das Wachstum von Büschen. Was im späteren Verlauf dann zu einer Bewaldung führen würde. Sie übernehmen also eine ähnliche Aufgabe, wie die Heidschnucken in der Lüneburger Heide.

Eine offene Landschaft ohne Wald führt zu einer höheren Artenvielfalt. Es gibt mehr Tiere und Pflanzen. Die Rinder kommen auch gut mit Wasserflächen und feuchten Wiesen zu recht. Das kann man auf meinen Fotos gut erkennen.

Die Neuntöter-Paare

Die Neuntöter-Paare sind meine Favoriten im Moment. Man sieht sie jedes Mal, sie posieren gerne auf den Büschen, Zäunen und Ansitzen. Gerne auch mit ihrer Beute. Dabei sieht man immer auch die Weibchen. Da fragt man sich manchmal schon, brütet da auch noch jemand? Die Neuntöter sind erst seit Mai wieder hier. Vielleicht sind die Jungen schon geschlüpft.

Auf der Kiebitzwiese soll es mindestens zwei Neuntöter-Paare geben. Die Männchen sind sehr schwer zu unterscheiden. Während das eine eher schlanker wirkt, ist das Andere dick und bullig. Bei den Weibchen ist es da einfacher. Während das Eine einen grauen Kopf hat, ist das Andere durchgehend Rotbraun. Vom Kopf bis zum Schwanz.

Das eine Paar hat den hinteren Bereich der Kiebitzwiese mit dem angrenzenden Hammer Wasserwerk als Revier. Das andere Paar könnte sein Revier im Bereich des Stalls der Heckrinder haben.

Ein Paradies für Greifvögel?

Von den großen Greifvögeln gibt es in Westfalen nur den Uhu. Seeadler und Fischadler sieht man nur auf der Durchreise in unserer Region. Der Haarstrang und das angrenzende Ruhrtal sind aber durchaus ein Paradies für Greifvögel. Das Gebiet ist gut für Greifvögel, die die offene Landschaft, Felder und Thermik brauchen. Aber auch für die, die an Teichen und Flüssen ihre Nahrung finden.

Es ist ein Paradies für Greifvögel!

Und so kann man fast alle Greifvögel in dieser Region beobachten. Mäusebussarde, Wespenbussarde, Rot- und Schwarzmilane, Sperber, Habicht und sogar Rohrweihen. Auch die Falken sind hier vertreten. Man sieht im Moment aber wenig Turmfalken. Es scheint, als wäre es ein schlechtes Mäusejahr.

Später im Jahr sah ich auch noch einen Uhu an der Kiebitzwiese.

Ich bin im Moment häufig im NSG Kiebitzwiese an der Ruhr unterwegs. Anfang des Jahres konnte ich dort schon zwei Schwarzmilane fotografieren und mittlerweile sieht man dort fast jedes Mal Greifvögel. Oft nur in der Thermik kreisend, aber auch auf Bäumen an der Ruhr. Und ein abgestorbener Baum an der Ruhr scheint ein sehr beliebter Ansitzbaum zu sein. Hier nun meine Beobachtungen der letzten Wochen :

Der Schwarzmilan hält sich gerne in der Nähe von Gewässern auf. Viel lieber als der Rotmilan. Aber auch andere Greifvögel lieben den Ansitzbaum an der Ruhr :

Zeckengefahr

Am letzten Sonntag bei meinem Ausflug in die Disselmersch und in die Ahsewiesen, habe ich mir eine Zecke eingefangen. Die Zeckengefahr ist groß in diesem Jahr. Am Abend bemerkte ich einen kleinen schwarzen Punkt an meinem Oberschenkel, der da vorher nicht war. Der Punkt war nicht einmal so groß wie ein Stecknadelkopf. Und so ging von dieser winzigen Zecke wohl auch keine Gefahr aus. Entfernen kann man die Zecke mit einer Pinzette. Es gibt spezielle Pinzetten zum Entfernen von Zecken. Da gerade auch Hunde sehr oft von Zecken befallen werden. Eine ganz normale Haushaltspinzette tut es aber auch. Am besten versucht man mit der Pinzette unter den Körper der Zecke zu greifen und diese vorsichtig herauszuziehen. Ohne die Zecke zu drücken. Sollten Teile der Zecke in der Haut stecken bleiben, keine Panik! Diese werden vom Körper mit der Zeit abgestoßen.

Zecken können Borreliose übertragen und deshalb sollte man die Rötung an der Einstichstelle beobachten und wenn diese größer wird, sofort zum Arzt gehen! Bei mir ist die Rötung mittlerweile ganz verschwunden.

In Risiko-Gebieten sollte man sich auch besser gegen Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) impfen lassen. Das ist die zweite Krankheit die Zecken hier bei uns übertragen können. Schon zu Beginn des Jahres wurde wieder vor den Zecken gewarnt. Im Frühjahr hat auch mich jemand gefragt, ob ich denn gegen FSME geimpft bin. Als Naturfotograf wäre das doch nötig. Für mich war das eigentlich nie ein Thema. Hatte ich doch bis jetzt nie mit Zecken zu tun. Ich bewege mich auch fast nur auf asphaltierten Wegen und in Beobachtungshütten. Ich klettere auch nie über Zäune. Auch in den Ahsewiesen nicht. Ich benutze aber schon mal Fußwege über Wiesen und die sind im Moment wegen der Brutzeit der Vögel noch nicht gemäht. Vielleicht hat sich dort die Zecke in meine Hose gesetzt.

Ich werde mich jetzt erkundigen, ob eine Impfung hier in Westfalen nötig ist. Aber sicherer ist es auf jeden Fall!

Welche Erfahrungen habt ihr denn schon mit Zecken gemacht? Lebt ihr in einem Risiko-Gebiet? Wie groß seht ihr die Zeckengefahr in diesem Jahr?

Große Vögel an der Ahse

Zur Zeit kann man auch große Vögel an der Ahse sehen. Auch in den Ahsewiesen gibt es ein Storchennest mit drei Jungvögeln. Küken kann man wohl eigentlich nicht mehr sagen, die Drei sind schon ziemlich groß. Stehen auch schon gerne einmal im Nest und machen erste Schwingübungen, um ihre Flügel zu stärken.

Die drei Kleinen sind schon so groß, dass sie wohl das Gröbste schon überstanden haben. Es sollen am Anfang fünf Küken gewesen sein, aber drei Jungstörche großzuziehen ist eine tolle Leistung der Eltern. Und passt in die wohl sehr gute Bilanz dieses Jahres. In vielen Nestern gibt es drei oder vier Jungvögel.

Aber auch andere große Vögel waren an diesem Tag in den Ahsewiesen zu sehen. Es waren immer noch die zwei Kraniche anwesend. Die wollen doch wohl nicht den Sommer dort verbringen? Aber warum nicht.

 

Der Neuntöter

Gestern habe ich schon über besondere Namen von Vögeln geschrieben. Auch einer dieser Vögel mit einem außergewöhnlichen Namen ist der Neuntöter. Diesen Namen hat er daher, das er seine Beutetiere gerne auf Dornen aufspießt. Und man hat früher geglaubt, das er erst neun Beutetiere aufspießt, bevor er das Erste frisst.

Was natürlich nicht stimmt, aber das Aufspießen ist schon ein besonderes Verhalten. Seine Hauptnahrung sind Großinsekten, aber auch manchmal Mäuse, Eidechsen und kleine Vögel. Wenn er diese auf langen Dornen aufspießt, dann kann das die Fantasie schon sehr anregen. Nicht einmal ein Greifvogel hat so ein Verhalten.

Der Neuntöter liebt offenes Gelände

Für seine Nahrung und sein Verhalten braucht der Neuntöter auch die passenden Landschaften. Das ist offenes Gelände mit Gras oder Heide, mit Büschen und Hecken. Und da benötigt er natürlich besonders Rosen- und Dornengewächse, in denen er auch sein Nest baut. So etwas ist in unserer von Landwirtschaft geprägter Landschaft selten geworden.

Er liebt die Wärrme

Als wärmeliebender Vogel kommt der Neuntöter erst im Mai aus dem Süden zurück. Das Männchen sitzt gerne auf den Spitzen von Büschen, gerne auch mit seiner Beute und präsentiert sich gerne. Wenn es ihm dann zu heiß wird, kühlt es sich gerne im Schatten ab. Das Weibchen ist etwas schüchterner, sitzt aber auch gerne in der Sonne.

In den letzten Wochen kamen immer wieder die Meldungen, das die Neuntöter zurück sind. Immer mehr Reviere sind besetzt. Doch ich habe die ganze Zeit vergeblich nach ihnen gesucht. In den Hemmerder Wiesen und an der Kiebitzwiese. Doch in den letzten Tagen habe ich endlich das Revier des Neuntöter-Paares an der Kiebitzwiese gefunden. Letztes Jahr hatte ich auch nur die Jungvögel gesehen. Die waren direkt am Aussichtshügel unterwegs. Die Eltern haben aber ein ganz anderes Revier. Und nach dem Männchen konnte ich heute auch das Weibchen fotografieren. Die Neuntöter sind wirklich sehr hübsche Vögel!

 

Der Schluckspecht

Viele Tiere haben in der Vergangenheit sehr ungewöhnliche Namen bekommen. Einer davon ist der Schluckspecht. Es war halt eine andere Zeit. Aber diese Zeit hat für uns Naturliebhaber und Ornithologen die Namen geprägt. Wir machen uns gar keine Gedanken mehr über diese Namen. Oft kommt der Name von der Nahrung der Tiere oder deren Farbe oder einer Verhaltensweise und dem Gesang. Für Außenstehende ist das oft sehr lustig. Meine Freundin fand es sehr lustig, als ich ihr das erste Mal ein Foto von einem Zilpzalp gezeigt habe. „Das ist ja ein komischer Name!“ Ja, das ist er ja wirklich! Niemand würde bei dem Anblick des kleinen Singvogels auf die Idee seines Namens kommen. Erst wenn man seinen Gesang hört, wird es einem klar.

Namensverbindungen für Tiere

Und wir verwenden auch Namensverbindungen von Tieren, um Menschen zu bezeichnen. Vielfraß, Schluckspecht, Schnapsdrossel oder dumme Gans. Wobei eine Gans sicher nicht so dumm ist. Sie ist sicher nicht so intelligent wie ein Papagei oder ein Rabe. Aber man kann Gänse gut als Wächter einsetzen, sie sind dabei besser als jeder Hund!

Und ob jetzt ein Specht oder eine Drossel besonders viel „schluckt“, also trinkt oder isst, ist vielleicht einfach eine Beobachtung gewesen. Die kleinen Jungvögel schlucken wirklich viel Nahrung und fordern diese auch immer wieder von ihren Eltern. Immerhin müssen sie auch innerhalb von ein paar Wochen flugfähig und Erwachsen werden.

Gerade auch die Störche, bei denen die Jungvögel nach ein paar Monaten sogar noch vor den Altvögeln in den Süden fliegen. Eine weitere beachtliche Leistung. Es führt sie ja keiner, es macht ihnen keiner vor und trotzdem finden sie den Weg. Sei es aus Intuition oder weil es schon in ihrem Erbgut weitergegeben wurde.

Ein kleiner Jungstorch

Bei den kleinen Störchen auf dem Heidekrug konnte ich einen richtig großen Schluckspecht entdecken. Die Fotos, die ich dort machen konnte, sind schon etwas verstörend! Der Kleine schluckt etwas, ich konnte bis jetzt nicht erkennen, was es ist! Es sieht ein bißchen aus wie ein Stück Baumrinde. Aber es macht eigentlich keinen Sinn, das er so etwas frißt! Die Nahrung der Störche sind hauptsächlich Frösche, Mäuse, Regenwürmer oder auch mal ein Maulwurf.

Auch das der Altvogel die Nahrung auswürgt, habe ich so noch nicht gesehen. Es war ein sehr interessanter Tag. Auch mit der Hitze haben die Störche zu kämpfen. Da wird für die kleinen auch vom Altvogel Schatten gegeben und Wasser besorgt.

Es sind drei Jungstörche im Nest, die noch einen guten Eindruck machen. Gerade der Schluckspecht, macht einen sehr kräftigen Eindruck. Die Schluckaktion ist schon sehr beeindruckend!

 

Neues vom Teich

Vor ein paar Wochen habe ich vom Lehrteich am Rieselfeldhof berichtet. Die Kanadagans war auf der Insel am Brüten und die Bläßhühner im Schilf. Seitdem war ich noch zweimal dort und das Geschehen am Teich läßt sich leider nicht mehr so ganz aufklären.

Der Lehrteich mit seinen Stegen ist für eine Gänsefamilie sicher nicht so gut geeignet. Trotzdem haben sich zwei Gänse dazu entschlossen, dort zu brüten. Ohne Erfolg? Vielleicht hat die Kanadagans die Graugans vertrieben und mittlerweile mit ihrem Nachwuchs den Teich verlassen. Vielleicht hat auch der Fuchs die Eier geholt. Am Ufer fand ich noch eine Eierschale. Vielleicht tauchen die Gänse nochmal am Teich auf. Sonst werde ich es nie erfahren.

Auch bei den Bläßhühnern lief nicht alles so glatt beim Brüten. Ich fand ihr Nest im Schilf und als ich das nächste Mal dort war, brüteten sie an einer ganz anderen Stelle im Schilf! Oder waren es zwei Paare am Teich? Es machte den Eindruck. Heute war nur ein Paar am Teich zu sehen. Aber kein Nachwuchs! Hatte es denn gar nicht mit dem Brüten am Teich geklappt?

Erst als ich am Mittag zurück kam und nochmal nachsah, fand ich die vier kleinen Küken im Schilf. Ich denke, das war als Versteck vor der Sonne gedacht. Denn die scheint schon am Morgen auf dem Teich.

Die „kleinen Punker“ sind jetzt endlich wieder am Teich. Zwei Wochen später als letztes Jahr. Das deutet darauf hin, das es erst mit dem zweiten Nest geklappt hat.

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Auch die Wasserfrösche sind jetzt zahlreich am Teich zu sehen und zu hören