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Die Rasselbande von der Kiebitzwiese

 

Die Rasselbande

Die drei kleinen Nutria erkunden die Kiebitzwiese

Die Rasselbande von der Kiebitzwiese, das könnte eigentlich für alle Tierkinder stehen. Und die sind dabei sehr ähnlich wie Menschenkinder. Am meisten ist es mit anderen Säugetieren vergleichbar. Da wird gespielt, getobt, gejagt und geschmust. Die Rasselbande von der Kiebitzwiese sind im Moment die kleinen Nutrias. Sie sind schon völlig selbstständig und als Geschwister immer noch zusammen unterwegs.

An der Kiebitzwiese gibt es verschieden gefärbte Nutrias. Das kommt daher, das die meisten Nutrias in Deutschland aus Pelztierfarmen und Zuchten stammen. Es gibt beige Nutrias mit gelblichem Fell und die klassisch dunkelbraunen Nutrias. Und es gibt ein weißes Nutria, das schon berühmt ist an der Kiebitzwiese. Es wirkt wie ein Geisterwesen.

Die Rasselbande erkundet die Gegend

Jetzt im Herbst sieht man die Nutrias jeden Tag an der Kiebitzwiese. Wobei die Jungtiere schon getrennt von den Eltern unterwegs sind. Aber als Rasselbande erkunden die drei Geschwister gemeinsam die Gegend. Zwei der Geschwister sind beige und das Dritte ist dunkelbraun. Bei den Eltern sind wohl diese beiden Fellfarben vertreten gewesen. Es gibt auch Alttiere in diesen Farben an der Kiebitzwiese.

Drei Geschwister unterwegs

Die drei Geschwister waren an einem Abend zunächst gemeinsam in einem Wassergraben unterwegs, um etwas zu fressen. Anschließend haben sie den Graben verlassen und die große Wasserfläche überquert. Die Nutrias können sehr gut schwimmen und tauchen. Am gegenüberliegenden Ufer waren die Kleinen dann nicht mehr so ruhig wie beim Fressen. Da wurde dann geschmust, getobt und gebalgt. Während die beiden beigen Jungtiere ziemlich unzertrennlich waren, war das braune Geschwisterchen etwas außen vor. Was wohl zu etwas Streit und Kampf führte. Und wie das dann bei Kindern ist, wird es dann oft etwas ausgelassener und wilder. Es läuft aus dem Rahmen. Jeder kennt das wohl. Was genau passiert ist, war nicht zu sehen. Aber die kleinen Racker sind dem Graureiher wohl etwas vor die Füße „gestolpert“ und der hat sich sehr erschrocken.

Auf jeden Fall ein Bild zum Schmunzeln. Man kann die Gedanken des Reihers erahnen. Wenn die Rasselbande von der Kiebitzwiese loslegt, ist es mit der Ruhe vorbei.

 

Die Spannung steigt an der Ruhr!

Die Spannung steigt

Noch ist der Kranich ziemlich ruhig. Wird seine Unruhe noch kommen?

Die Spannung steigt in den nächsten Wochen an der Kiebitzwiese. Die Natur schreibt eben oft die spannendsten, schönsten und tragischsten Geschichten. Vielleicht sieht der Hauptdarsteller das Ganze auch total gelassen. Die Ruhe scheint er sowieso wegzuhaben. Und das schon seit ein paar Monaten.

Die Geschichte ist erstmal einfach, ein Urlauber verpasst den Abflug und damit seinen Rückflug. Bei dem Urlauber handelt es sich um einen Kranich, der seit Ende März an der Kiebitzwiese ist.   Der Kranich an der Kiebitzwiese.

Zunächst hatten vier Kraniche beim Rückflug aus dem Winterquartier an der Kiebitzwiese gerastet. Nach und nach sind die anderen Kraniche dann aber verschwunden. Nur unserem Hauptdarsteller hat es so gut gefallen, dass er den ganzen Sommer in Fröndenberg an der Ruhr verbracht hat. Verstehen kann man es ja, es ist schön dort und es sind keine anderen Kraniche da die stören und man muss nicht so weit fliegen.

Ein Kranich allein in Nordrhein-Westfalen

Denn etwas anders muss unser Kranich schon sein. Unser schönes Nordrhein-Westfalen ist nicht gerade das beste und bevorzugte Land für Kraniche. Nicht einmal das beste Bundesland für Kraniche. Wenn du in Nordrhein-Westfalen bist, dann kannst du sagen, viele Kraniche wirst du hier nicht treffen.

Jetzt ist ein ruhiger Sommerurlaub bei bis zu 42 Grad vielleicht eine gute Sache. Aber jetzt steht der Winter vor der Tür und als Zugvogel hört da der Spaß auf. Der Instinkt läßt einen unruhig werden und sagt einem, dass man los muss in den Süden. Gerade bei einer Vogelart, die praktisch das Sinnbild für die Zugvögel und den Vogelzug ist. Ein Kranich, der kein Zugvogel ist, das kann gar nicht sein. Einige Singvögel oder auch Störche fliegen schon nicht mehr in den Süden. Aber ein Kranich? Eigentlich unvorstellbar.

Die Spannung steigt jeden Tag

Und selbst wenn die Winter in Deutschland mild sind, kalt wird es trotzdem und dann will man los. Der Kranich ist jetzt noch die Ruhe selbst. Aber eigentlich muss er in den Süden fliegen. Und jetzt wird es dann spannend. Wird er losfliegen, erstmal alleine oder wird er sich einem Kranichzug anschließen, wenn dieser die Kiebitzwiese überfliegt oder vielleicht dort rastet. Was wird mit ihm passieren, wenn er seine Artgenossen am Himmel sieht?

Wird er vielleicht überwintern?

Wir werden nur sehen, das er dann vielleicht nicht mehr da ist. Den Abflug kriegt man meistens nicht mit. Sollte er bleiben, dann wäre er erst recht eine Sensation. Die Spannung steigt also, auch weil man eben auf die tollen V-Formationen der Kraniche am Himmel wartet. Ein paar kleinere Gruppen mit den Frühstartern waren schon unterwegs.

Immerhin kann man bei den Kranichen so viel sagen, spätestens wenn es kalt wird, dann wollen sie fast alle los.

Der Eisvogel (Alcedo atthis)

Eisvogel

Eisvogel-Männchen an der Kiebitzwiese in Fröndenberg an der Ruhr

Der Eisvogel (Alcedo atthis) ist einer der beliebtesten Vögel überhaupt. Sein leuchtendes, farbenprächtiges Gefieder ist wunderschön und hat ihm viele Titel eingebracht. Fliegendes Juwel, fliegender Edelstein oder der fliegende Smaragd sind nur einige davon. Auch sein englischer Name Kingfisher zeigt den Respekt, den man diesem schönen Vogel entgegen bringt.

Eisvogel – Der Name kommt von der Färbung

Diese Titel weisen auch auf einige der wichtigsten Merkmale des Eisvogels hin. Sein farbenprächtiges Gefieder am Rücken und den Flügeln leuchtet je nach Sonneneinstrahlung von hellblau über türkis bis smaragdgrün. Die hellblaue Färbung am Rücken hat ihm auch seinen Namen gegeben. Das Gefieder sieht aus wie Eis. Und ist kein spezieller Färbstoff sondern wird alleine von der Sonneneinstrahlung und der Lichtbrechung bestimmter Federstrukturen erzeugt. Die Brust und die Unterseite der Flügel beim Eisvogel sind leuchtend orange. Auch die Füße sind orange und die Unterseite des Schnabels beim Weibchen. So kann man die Geschlechter gut unterscheiden, der Schnabel beim Männchen ist komplett schwarz. Der kräftige Schnabel ist etwa 4 cm lang.

Fliegender Edelstein deutet auch auf ein weiteres Merkmal des Eisvogels hin. Der Eisvogel (Alcedo atthis) ist sehr scheu und flink und meistens sieht man ihn nur im Flug. Oft hört man vorher den Ruf des Eisvogels. Ein durchdringendes, hohes und pfeifendes “Tiit”.

Bei einer Größe von 16 cm ist er im Flug deutlich schneller unterwegs als Meisen oder Finken. Alles was der Eisvogel tut, geschieht meistens sehr schnell und so sieht man häufig nur einen kleinen, blauen Vogel vorbeifliegen.  Das ist für jeden Fotografen und Beobachter eine große Herausforderung.

Seine Jagdmethoden

Häufig fliegt der Eisvogel (Alcedo atthis) dicht über der Wasseroberfläche. Er beherrscht aber auch einen Rüttelflug wie der Turmfalke. Dabei steht der Eisvogel an einer Stelle über dem Wasser in der Luft und rüttelt mit den Flügeln. Bei dieser speziellen Jagdmethode verbessert sich die Perspektive und die Übersicht um kleine Fische im Wasser zu erkennen. Diese Methode wird dort angewandt, wo keine geeigneten Äste als Ansitzpunkte am Wasser vorhanden sind.

Der Eisvogel steht an einer Stelle in der Luft und rüttelt

Eisvogel

Beim Rüttelflug kann man die orangene Unterseite der Flügel sehen

Eisvogel

Hat der Eisvogel beim Rüttelflug einen Fisch entdeckt, geht es im Sturzflug ins Wasser

Diese Ansitzpunkte am Wasser sind die besten Plätze, um die Eisvögel zu beobachten und zu fotografieren. Der optimale Lebensraum für den scheuen Eisvogel sind dichtbewachsene Bäche, Flüsse und Teiche. Mit vielen Ästen die über das Wasser hängen. Von diesen Ästen kann der Eisvogel nach kleinen Fischen im Wasser suchen.

Bevorzugte Nahrung : Natürlich Fisch

Seine bevorzugte Nahrung sind Weißfische und vor allem auch Stichlinge. Hat er einen kleinen Fisch im Wasser entdeckt, taucht der Eisvogel im Sturzflug mit dem Schnabel voran ins Wasser ein und versucht den Fisch unter Wasser zu fangen. Seine Körperhaltung ist dabei wie ein Pfeil oder Torpedo, um möglichst wenig Wasserwiderstand zu erzeugen.

Hat der Eisvogel erfolgreich gejagt, fliegt er mit dem Fisch im Schnabel zurück zum Ast und schlägt den Fisch dann so lange auf den Ast, bis die störenden Flossen und Stachel abgefallen sind. Das ist besonderes wichtig bei den Stichlingen, die Stacheln auf dem Rücken haben. Danach wird der Fisch im Schnabel gewendet und mit dem Kopf voran verschluckt. Das ist notwendig, damit der Fisch im Schlund nicht steckenbleibt. Der Eisvogel (Alcedo atthis) kann Fische bis zu einer Länge von 9 cm  und einer Höhe von 2 cm schlucken. Manchmal übernimmt sich der Eisvogel dabei auch etwas. Ist der Fisch zu groß oder nicht passend wird er wieder ausgespuckt.

Diesen Stichling muss der Eisvogel wieder ausspucken. Er war zu breit

Das Jagdverhalten beim Rüttelflug ist genauso, nur mit dem Unterschied, das nicht von einem Ast gestartet wird. Bei Erfolg sucht der Eisvogel mit dem Fisch einen passenden Ast.

Die Brutzeit

Die Brutzeit und Aufzucht der Jungen ist von Mai bis August. Der Eisvogel (Alcedo atthis) ist ein Höhlenbrüter und gräbt Röhren in Steilwände oder Böschungen am Ufer. Dieses Verhalten hat er mit einem anderen farbenprächtigen Rackenvogel gemeinsam, dem Bienenfresser ( Merops apiaster ) Beide Vogelarten gehören zur Ordnung der Rackenvögel ( Coraciiformes ). Seine Bruthöhle gräbt der Eisvogel an freiliegenden Stellen in das Steilufer. Die Brutröhre ist Horizontal oder leicht ansteigend mit einem Nistkessel am Ende. Darin legt das Weibchen bis zu sieben Eier. Die Brutzeit beträgt 18 bis 21 Tage. Es kann im Jahr zwischen zwei und vier Bruten geben. Eine ungünstig angelegte Brutröhre kann von Füchsen, Wieseln, Waschbären, Ratten und auch Mäusen von vorne oder auch von oben geplündert werden. Auch eine Störung durch Menschen kann zum Verlust der Brut führen. Bei Verlust der Brut wird nach wenigen Tagen ein neuer Versuch gestartet.

Die besten Beobachtungen

In der Brutzeit habe ich die Beobachtung gemacht, dass man den Eisvogel noch seltener sieht. Vermutlich ist dann das Leben der Eisvögel noch versteckter und heimlicher als sonst. Ab Mitte August scheinen sie sich dann wieder freier zu bewegen und von den Strapazen der Brutzeit zu erholen. Die Zeit von Mitte August bis Mitte Oktober ist für mich die beste Beobachtungszeit. In dieser Zeit scheint der Eisvogel am aktivsten und weniger scheu zu sein. Vielleicht auch, weil er sich dann für den Winter noch ein Fettpolster anfressen muss. In dieser Zeit versucht er sein Gewicht von 40 Gramm auf bis zu 46 Gramm zu erhöhen. Für einen kleinen Vogel, der eine Jagdmethode hat, die viel Energie kostet ist das gar nicht so einfach zu schaffen.

Aber auch beim Charakter der einzelnen Vögel gibt es Unterschiede. Einige Eisvögel sind weniger scheu. Die Eisvögel, die in offenem Gelände oder an Teichen in Parks leben, sind oft einfacher zu beobachten. Wie ich in meinem letzten Beitrag über Zeeland  >>>> Goldener Herbst in Zeeland geschrieben habe, waren die Eisvögel am dicht bewachsenen See von Westkapelle sehr scheu.

Zurück in Deutschland besuchte ich diese Woche wieder einmal die Kiebitzwiese in Fröndenberg an der Ruhr. Und sah dort einen alten Bekannten, das Eisvogel-Männchen aus meinen früheren Beiträgen. Das sich dort immer an der offenen Wasserfläche vom Aussichtshügel beobachten läßt. Dieses Männchen muss auch immer wieder sein Verhalten den Bedingungen anpassen. Der Ansitzbaum im Wasser ist mittlerweile richtig schief und wird für Jagdflüge kaum noch benutzt. Dafür bieten neue Ansitzpunkte bessere Chancen für Fotografen und so konnte ich einige sehr schöne Fotos machen.

Kein typischer Ansitzast für den Eisvogel. Der Ast wird skeptisch beäugt. Aber gut für den Fotografen!

Der Bestand

Die milden Winter der letzten Jahre haben dem Bestand des Eisvogels gut getan. Der Bestand ist im Moment beständig bei 10.000 Brutpaaren in Deutschland. Die Gefahren für den Bestand sind bebaute Bäche und Gewässer, schlechte Wasserqualität und fehlende Kleinfische. Auch strenge Winter sind eine große Gefahr für den Bestand. Der Eisvogel ist kein Zugvogel und bleibt im Brutrevier. Wenn dann alle Gewässer zufrieren, findet der Eisvogel keine Nahrung mehr. Dann kann es in einem Gebiet einen Verlust von 90% des Bestandes geben. Dieser Verlust wird durch eine hohe Geburtenrate und bis zu vier Bruten im Jahr ausgeglichen. Die Strenge des Winters bestimmt den Bestand. Vielleicht kann der Eisvogel wenigstens im Winter von der Klimaerwärmung profitieren.

In Europa gibt es etwa 160.000 Brutpaare. Der Eisvogel war Vogel des Jahres in Deutschland 1973 und 2009. Er war 2009 ebenfalls Vogel des Jahres in Österreich und 2006 in der Schweiz.

Können Vögel gähnen?

Können Vögel gähnen?

Der Schwarzmilan am Ruhrufer gähnt

Ich wusste nicht, dass Vögel gähnen können. Erst als ich das Foto von dem Schwarzmilan sah, habe ich mich gefragt, können Vögel gähnen? Sie können es und für mich sieht das auf dem Foto auch so aus, als würde der Schwarzmilan gähnen und nicht schreien.  Vielleicht war ich ihm als Fotograf zu langweilig?

Können Vögel gähnen? Das Internet weiß mehr

Ich habe dann Informationen über das Gähnen bei Vögeln im Internet gesucht. Dabei fand ich unter anderem das Wellensittiche sich gegenseitig mit dem Gähnen anstecken können. Und jetzt stelle ich mir die amüsante Frage, wie ein Gähnen wohl bei  Störchen oder Pelikanen aussieht.

Ein alter Bekannter

Der Schwarzmilan ist ein alter Bekannter. Ich kenne ihn schon vom letzten Jahr. Er saß diesmal ein Stück weiter flussabwärts an der Ruhr. Ein paar Meter entfernt vom eigentlichen Ansitzbaum der Schwarzmilane. Wahrscheinlich ist es auch ihr Schlafbaum. Denn besonders häufig sieht man sie dort in den Abendstunden. Es war auch schon kurz vor 20 Uhr, also passte das Gähnen zur Tageszeit.

Er war ein dankbares Fotomotiv. Denn er sonnte sich, ordnete seine Federn und blickte gelassen über die Ruhr. Wenn man dann so viele Fotos schießt, sind beim Durchsehen oft Überraschungen dabei. Aber ein gähnender Vogel war bis jetzt nie dabei.

Der Schwarzmilan ist einer der Altvögel und gehört zum Jungvogel, denn ich vor kurzem fotografiert habe. Am Nachmittag hatte ich die beiden Altvögel zusammen mit dem Jungvogel noch im Flug gesehen. Sie schraubten sich in der Thermik immer weiter nach oben und verschwanden dann in Richtung Süden. Die Altvögel fliegen noch oft mit dem Jungvogel zusammen, als würden sie ihm noch Unterricht geben.

Andere Vögel meiden den Schwarzmilan nicht

Nachdem der Schwarzmilan sich gesonnt hatte, flog er doch weiter zum Ansitzbaum. Um seinen Stammplatz einzunehmen. Etwas später tauchten drei Graureiher auf, die wohl auch auf dem Baum schlafen wollten. Aber nur einer ließ sich auf dem Baum nieder. Andere Vögel haben selten Angst vor dem Schwarzmilan. Ich sah schon eine Taube, die sich direkt neben einen Schwarzmilan setzte. Sie sind auch einfach nicht die Beute des Schwarzmilans und wissen das wahrscheinlich auch. Als Aasfresser fängt er selten selbst Tiere und dann erst recht keine Vögel. Er versucht sogar eher anderen Greifvögel ihre Beute abzujagen.

So sassen der Graureiher und der Schwarzmilan zusammen auf dem Baum. Ob sie auch dort geschlafen haben, weiß ich nicht. Ich musste dann auch nach Hause.

 

Zwei ungleiche Geschwister

Zwei ungleiche Geschwister

Der Größenunterschied der Geschwister ist wirklich enorm und auffällig

Beim Storchennachwuchs an der Kiebitzwiese gibt es zwei ungleiche Geschwister. Ich muss sagen, dass ich so etwas noch nicht erlebt habe. Der eine Jungvogel ist fast doppelt so weit in seiner Entwicklung, wie sein kleines Geschwisterchen. Es scheint fast so, als hätte der eine Jungvogel eine Behinderung. Er kann nicht stehen und liegt immer im Nest.

Zwei ungleiche Geschwister im Nest

Der andere Jungvogel ist fast flügge und wirkt fast riesig im Vergleich zum anderen, der immer nur liegen kann. Dieser macht sein Flügeltraining auch immer nur im Sitzen. Was das ganze noch tragischer erscheinen läßt. Er weiß wohl instinktiv, ich muss meine Flügel trainieren. Aber er kann wohl einfach nicht aufstehen und im Nest stehen.

Das Gesetz des Stärkeren

Das Störche bei Nahrungsmangel nur ein Küken großziehen, ist ganz normal. Auch das sie Jungvögel dann aus dem Nest werfen. Aber einen Jungvogel zu sehen, der in seiner Entwicklung irgendwie stehen geblieben ist, ist für mich etwas Neues. In der Natur gilt eben das Gesetz des Stärkeren. Jemand der schwach oder verletzt ist, kann meistens nicht überleben. So wird es wohl leider auch bei dem kleinen Jungvogel enden. Er wird das Nest so nicht verlassen können.

Verspätete Brut

Die Altvögel sind auch nur noch selten am Nest. Ein Altvogel hält sich oft unterhalb des Storchenmastes auf der Kiebitzwiese auf. Aber er fliegt das Nest nie an. Der größere Jungvogel wird das Nest bald verlassen. Die Bruten an der Kiebitzwiese sind oft problematisch. In den letzten Jahren gab es meistens keine Paare an der Kiebitzwiese. Viele Brutversuche sind gescheitert. Auch das diesjährige Storchenpaar hatte Probleme. Wie ich hier berichtet habe, mussten sie lange mit den Nilgänsen um das Nest kämpfen. ==> Die Kämpfe um die Nester der Störche

Auch das hat die Brut deutlich verzögert. In vielen Gegenden sind die Jungvögel schon lange ausgeflogen.

Wenn es nur ein Jungvogel schafft, kann man an der Kiebitzwiese leider schon zufrieden sein. Für den anderen Jungvogel habe ich wenig Hoffnung. Zwei ungleiche Geschwister wird wohl leider eine Geschichte ohne Happy End sein.

Nachwuchs beim Schwarzmilan

Nachwuchs beim Schwarzmilan

Ein neues Gesicht bei den Schwarzmilanen an der Ruhr

An der Kiebitzwiese gibt es Nachwuchs beim Schwarzmilan. Nachdem ich in letzter Zeit oft über den Rotmilan berichtet habe, wollte ich einmal wieder seinen Verwandten den Schwarzmilan besuchen. An der Kiebitzwiese gibt es ein Schwarzmilan-Paar, das ich letztes Jahr entdeckt habe. Einige kennen es vielleicht von meinen Beiträgen aus dem letzten Jahr.  ==> Auge in Auge

Zweimal Nachwuchs beim Schwarzmilan

Die beiden Altvögel kann man sehr gut erkennen und unterscheiden. Gestern konnte ich ein neues Gesicht fotografieren. Einen Jungvogel von diesem Jahr. Letztes Jahr konnte ich den Nachwuchs leider nicht fotografieren. Deshalb bin ich froh, wenigstens einen der beiden Jungvögel von diesem Jahr fotografiert zu haben. Letztes Jahr hatte das Paar auch mindestens zwei Jungvögel aufgezogen. Meistens legen Schwarzmilane nur 2 bis 3 Eier, von denen zuletzt geschlüpfte Nachwuchs meist nicht überlebt.

Der Schwarzmilan ist viel enger an das Wasser gebunden, als sein Verwandter der Rotmilan. Deshalb hat der Schwarzmilan an der Ruhr und am angrenzenden Mendener Ententeich ein optimales Revier gefunden. Zwischen der Ruhr und dem Ententeich steht der Ansitzbaum der Schwarzmilane.

Zuerst sah ich einen Alt- und Jungvogel im Flug über der Kiebitzwiese. Es war, als wollte der Altvogel dem Nachwuchs noch zeigen wie man die Thermik nutzt. Schnell stiegen sie sehr hoch. Das hatte ich bei Schwarzmilanen so noch nicht gesehen. Sind sie doch sonst immer im niedrigen Suchflug über Wasser oder Feldern zu sehen.

Später konnte ich dann den Jungvogel auf dem Ansitzbaum an der Ruhr fotografieren. Manchmal versammelt sich die ganze Familie dort. Der Horst wird vermutlich irgendwo im Wald um den Ententeich liegen. Die Jungvögel werden nächstes Jahr nicht wieder in das Revier ihrer Eltern zurückkehren. Sie müssen sich ein eigenes Revier suchen.

Wenig aktive Jungstörche

Eigentlich wollte ich anderen Nachwuchs fotografieren. Den Nachwuchs der Weißstörche auf dem Storchenmast. Aber der Nachwuchs lag die ganze Zeit windgeschützt im Nest und ist noch lange nicht flügge. Auch die Altvögel ließen sich in der Zeit nicht blicken und so blieb es bei liegenden Jungstörchen im Nest.

Die drei Jungvögel des Haubentaucher-Paares sind kräftig gewachsen. Allen Dreien geht es gut, ich konnte nur nicht alle auf ein Foto kriegen.

 

Neues von der Kiebitzwiese

Neues von der Kiebitzwiese

Mal eine neue Perspektive. Das Storchennest im Gegenlicht

Immer wieder gibt es von mir Neues von der Kiebitzwiese aus Fröndenberg an der Ruhr. Die Natur- und Tierwelt ist dort einfach sehr vielfältig. Es gibt den Bereich der Kiebitzwiese und dann die angrenzende Ruhr als ganz anderen Lebensraum. Als weitere Lebensräume schließen sich die angrenzenden Felder und das Hammer Wasserwerk an.

Große Vielfalt, da gibt es immer etwas Neues von der Kiebitzwiese

Die Vielfalt der Vögel ist sehr groß. Es gibt die Wasservögel, Singvögel und Greifvögel. Aber auch für die Limikolen bieten die Flachwasserzonen genug Nahrung.

Gefahr für die Jungstörche

In diesem Jahr brütet wieder einmal ein Storchenpaar auf dem Storchenmast mitten in der Kiebitzwiese. Diese Woche gab es etwas Aufregung um den Nachwuchs. Die beiden kleinen Storchenküken waren nach einem heftigen Dauerregen nicht mehr zu sehen. Am nächsten Tag gab es aber Entwarnung. Beide Jungstörche sind wohlauf. Sie sind noch nicht so weit wie die Jungstörche in anderen Regionen, da sie wohl deutlich später geschlüpft sind.

Drei Wochen zu spät zurück

Die Neuntöter sind auch wieder zurück an der Kiebitzwiese. Auch sie sind deutlich verspätet angekommen. Etwa drei Wochen später als sonst. Es gibt wieder mindestens zwei Paare. Wobei ich die beiden Weibchen noch nicht fotografieren konnte.

Nachwuchs bei den Haubentauchern

Sehr zahlreich in diesem Jahr sind die Sumpfrohrsänger. Auch die Dorngrasmücken sind häufig zu sehen. Während die Neuntöter jetzt erst mit der Brutzeit beschäftigt sind, müssen die Haubentaucher auf der Ruhr schon auf zwei Pullis aufpassen. Die beiden Küken werden von einem Altvogel noch auf dem Rücken über die Ruhr geschippert. Bald werden sie alleine auf der Ruhr schwimmen.

Während die Haubentaucher ihren Nachwuchs haben, was sehr erfreulich ist, wird der Schneegans-Kandagans-Hybrid dieses Jahr ohne Nachwuchs bleiben. Mir tut der Mischling etwas leid. Manchmal sieht man ihn mit den anderen Gänsen, oft ist er aber allein auf den Gewässern unterwegs.

Auch weiterhin werde ich immer wieder berichten, wenn es etwas Neues von der Kiebitzwiese gibt. Spätestens wenn die Neuntöter Nachwuchs haben oder die Jungstörche ausfliegen.

Die Sichtungen vom Mai

Die Sichtungen vom Mai

Ein Wanderfalke im Flug, bei ganz schlechtem Wetter. Vielleicht war es ein Jungvogel.

Die Sichtungen vom Mai waren jetzt wieder weniger zahlreich. Im Mai war einfach weniger Zeit für Beobachtungen und Ausflüge. Es standen Geburtstage, Kommunion und Konfirmation auf dem Programm. Der Wonnemonat hat immer viele Feiern zu bieten.

Und irgendwann im Laufe des Jahres werden die neuen Sichtungen einfach auch weniger, weil man vieles halt schon einmal gesehen hat. Ein paar tolle Neuheiten waren doch dabei.

Die neuen Sichtungen vom Mai

So könnte ich das erste Mal überhaupt einen Wanderfalken sichten! Mir fiel sofort die Größe auf, aber erst beim Betrachten und bearbeiten am Bildschirm wurde es deutlich. Vermutlich handelt es sich um einen jungen Wanderfalken. Meine Nr. 71 für dieses Jahr.

Die Nr. 72 war dann ein Flussuferläufer. Der mit einem Flussregenpfeifer der Nr. 59 des Jahres, unterwegs war. Am gleichen Tag sah ich auch die Streifengans unter den Kanada- und Graugänsen auf der Kiebitzwiese. Meine  Nr. 70 .

Endlich einen Eichelhäher erwischt!

Außerdem gelangen mir endlich einmal halbwegs brauchbare Fotos vom Eichelhäher der Nr. 19 . Und von der Wacholderdrossel der Nr. 20 des Jahres.

Die Eichelhäher sehe ich dieses Jahr sehr häufig im Flug über der Autobahn. Dreimal sah ich schon wie Eichelhäher die Seiten über der Autobahn wechselten.

Die Sichtungen vom Mai waren nicht sehr zahlreich, aber sehr interessant! Ansonsten drängten sich im Mai die Säugetiere in den Vordergrund. Ich sah zwei Rehböcke, die eindeutiges Revierverhalten zeigten und sich auf die Brunft im Juli vorbereitet haben.

Aber dazu gibt es in den nächsten Tagen noch einen Beitrag.

Die größten Vögel von Europa

Die größten Vögel von Europa

Der Kranich unter den Kanada- und Nilgänsen

Durch den rastenden Kranich sind die größten Vögel von Europa an der Kiebitzwiese vertreten. Kranich, Silberreiher und Weißstorch. Selten das sie alle an der Kiebitzwiese sind und dann auch noch für längere Zeit. Das der Kranich und die Silberreiher noch an der Kiebitzwiese bleiben und nicht in die Brutgebiete fliegen, ist eine Überraschung und das die Weißstörche auf dem Storchenmast brüten, kam in den letzten Jahren auch nicht vor.

Die größten Vögel an der Kiebitzwiese

Alle drei Arten gehören zu den größten Vögeln von Europa. Überraschend ist auch zu sehen, dass der Silberreiher bei der Größe mit dem Kranich mithalten kann. Mit gestrecktem Hals scheint er den Kranich sogar zu überragen. Dabei kann der Kranich bis zu 130 cm groß werden. Während der Silberreiher im Normalfall nur bis zu 100 cm erreicht. Aber der lange Hals macht den Unterschied. Der Weißstorch wird mit einer Größe zwischen 100 und 110 cm ungefähr so groß wie ein Silberreiher.

Der Graureiher, ebenfalls einer der größten Vögel von Europa, ist im Moment an der Kiebitzwiese weniger zu sehen. Er brütet in Kolonien und ist im Moment mit dem Brutgeschäft und der Aufzucht der Jungen beschäftigt. Da es in der Nähe der Kiebitzwiese keine Kolonie der Graureiher gibt, sieht man sie im Moment seltener.

Wie lange es bei den Weißstörchen noch mit dem Bruterfolg dauert, ist schwer zu sagen. In einigen anderen Storchennestern gibt es schon Nachwuchs. Dort hatten die Störche aber wohl mehr Ruhe und wurden nicht dauernd durch die Nilgänse gestört.

Kein Bruterfolg bei den Störchen?

Heute sah es sogar so aus, als hätten die Weißstörche das Brüten aufgegeben. Auf dem Storchennest war nichts zu sehen. Hat es für die Weißstörche an der Kiebitzwiese mit dem Nachwuchs wieder nicht geklappt? Doch dann konnte man so eben den Kopf eines Storches im Nest sehen. Der brütende Storch hat wohl den Kopf etwas weiter aus dem Nest gehoben.

Außerdem gibt es noch viele Gänse an der Kiebitzwiese. Neben den Graugänsen und  Kanadagänsen auch eine einzelne Streifengans. Die sich unter die Kanadagänse gemischt hat. Sie ist meine Lieblingsgans. Ein echter Star unter den Vögeln. Siehe auch ==> Die Streifengans

 

Wild West auf der Kiebitzwiese

Wenn man in die Natur geht, weiß man nie, was einen erwartet. Am Montag war Wild West auf der Kiebitzwiese. Das trifft es wohl am besten. Meistens weiß man nicht, welche Tiere man sieht und welche Menschen man trifft. Aber manchmal passieren auch Dinge, die man sich in nicht einmal in seiner Fantasie ausmalen kann.

Die Heckrinder, wild oder schon gezähmt?

So ganz weiß ich auch immer noch nicht, was diese ganze Aktion auf der Kiebitzwiese für einen Sinn hatte. Im Mittelpunkt stand die Heckrindherde. Die auf der Kiebitzwiese weitestgehend sich selbst überlassen ist. Es gibt einen Stall und die Kiebitzwiese ist eingezäunt. Die Heckrindherde kann sich dort frei bewegen und das tut sie auch. Meistens ist die Herde sehr ruhig und wenn man sich fortbewegt, dann langsam und als Karawane. Meistens ein Tier hinter dem anderen. Ich habe davon auch schon hier berichtet. ==>Die Heckrinder

Und ab und zu kommt Nachwuchs auf die Welt. Wer sich um die Herde kümmert und sie im Auge behält ist mir nicht bekannt. Es gibt bestimmt Besitzer. Und diese waren dann vielleicht am Montag im Einsatz. Alles habe ich auch nicht verfolgt und mitbekommen, da ich die zahlreichen Vögel fotografiert habe und die Gegend im Blick hatte.

Aufregung bei den Gänsen

Es begann vielleicht alles damit, das plötzlich mehrere Gänsefamilien mit ihrem Nachwuchs im hinteren Teil der Kiebitzwiese in Richtung des Deiches der Ruhr liefen. Ich verstand diese Aktion nicht, sie sah aber ziemlich interessant aus. Vielleicht hatten die Gänse schon etwas mitbekommen, bevor ich überhaupt etwas bemerkt hatte. Der tierische Instinkt. Da kommt was, wir verschwinden besser alle in Richtung Ruhr.

Die Cowboys beim Wild West auf der Kiebitzwiese

Woher dann die Heckrindherde kam, ist mir nicht mehr ganz klar. Sie wurde aber von zwei Männern in einem Buggy verfolgt oder besser in eine Richtung getrieben. Sozusagen zwei Cowboys. Wo der Buggy den Graben überqueren konnte oder überhaupt in den Bereich kam, ist mir nicht klar. Aber bestimmt konnten die Cowboys das Gatter zur Sperrzone öffnen, was wir Besucher nicht können.

Die Herde lief dann genau dort lang, wo vorher auch die Gänsefamilien in Richtung Deich unterwegs waren.

Wild West auf der Kiebitzwiese

Die Herde flieht geschlossen. Noch ist das Kalb dabei.

Sie wurden aber von den Männern entlang des Deiches getrieben und dann in eine Lücke hinein und dann war die Herde nicht mehr zu sehen. Das ganze hatte wirklich etwas von Wild West auf der Kiebitzwiese. So große Herdentiere in voller Bewegung, wo sieht man das sonst in Deutschland?

Ein Kälbchen auf der Flucht

Also Aktion gelungen und beendet. Nicht ganz. Während die Herde in geschlossener Formation vorbildlich zusammenhielt und vor der Gefahr floh, konnte ein kleines Kälbchen nicht flogen. In der Natur wäre das ein verhängnisvoller Fehler gewesen. Von der Herde getrennt, wäre die Gefahr groß gewesen.

Auf der Weide dachte das Kälbchen aber gar nicht daran, der Herde zu folgen. Es hatte mittlerweile Ohrmarken bekommen und dachte sich wohl, „Menschen, nein danke! Ich sehe mal zu, das ich vor denen weglaufe!“

Und es lief an dem Buggy vorbei und machte sich in Richtung Westen in den ganz hintersten Bereich davon. Bald war es nicht mehr zu sehen. Alle Heckrinder waren weg. Aber durch die Aktion wurden natürlich auch noch alle Gänse und der Kranich aufgescheucht und wechselten den Standort. Während einige Gänse direkt verschwanden, wechselte der Kranich laufend den Standort. Gut für den Fotografen!

Mutter und Kind allein unterwegs

Als ich mich dann wieder umsah, stand plötzlich die Mutter mit dem an Ostern geborenen Kälbchen rechts vom Aussichtshügel. Mutter und Kind waren wohl nicht bei der Herde gewesen. Sie waren schon in den Tagen davor immer allein unterwegs. Sie hatten den Weg ganz am Zaun entlang gewählt und waren jetzt tatsächlich sicher! Denn dort konnten die Männer mit dem Buggy wirklich nicht hinfahren ohne durch einen Graben zu müssen.

Die Mutter stellte sich schützend vor das Kälbchen. Es sah so aus, als hätten sie gewonnen! Die Cowboys stiegen aus dem Buggy und standen am Graben. Die Mutter sah sie an. Dann klatschten die Männer in die Hände und riefen. Und die Mutter lief los. Und das Kälbchen hinterher.

War das der Fluchtinstinkt oder die gezähmte Natur der Heckrinder? Sie liefen durch das Wasser in Richtung der Männer und die sprangen schnell in den Buggy und trieben die beiden in Richtung Deich zu den Anderen. Die Herde war wieder vereint. Die Arbeit der Cowboys war erledigt und der Mensch hatte wieder einmal gewonnen.

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