MonatOktober 2018

Der Selbachpark

Der Park

Der Selbachpark liegt im Südwesten der Stadt Hamm und wirkt irgendwie immer etwas wie am falschen Ort. Um ihn herum gibt es Landwirtschaftsflächen und auch Natur. Einen Park an diese Stelle zu setzen, ergibt eigentlich keinen Sinn. Wenn man den Park aber als Ergänzung zu den umliegenden Freizeitstätten sieht, kann man vielleicht doch noch einen Sinn dafür finden. Es gibt dort ein Freibad, ein Hotel, einen Sportplatz und Tennisplätze. Der Park besteht hauptsächlich aus einem großen Teich. Dem man auch sofort ansieht, das er nur eine künstliche Wasserfläche ist.

Am einen Ende des Teiches steht das Hotel, was von kleinen Teichen umgeben ist, die mit dem typischen Waschbeton der 70er Jahre eingefasst sind. Trotzdem ziehen diese Teiche die typischen Teich- und Parkbewohner an. Graureiher, Enten, Bläß- und Teichhühner und Kanadagänse.

Ich habe den Park damals bei der Hitzeperiode besucht. Ich wollte die Kolbenente mit ihrem Nachwuchs fotografieren. Dem ersten Kolbenenten-Nachwuchs in Hamm. Darüber habe ich hier schon geschrieben : Weiterer Nachwuchs

Aber obwohl ich bei meinem Besuch wegen der Hitze nur kurz dort war, sind viele schöne Fotos entstanden.

Herbstimpressionen

Der Herbst kann sehr gegensätzlich sein. Farbenfroh mit den bunten Blättern der Laubbäume und den verschiedenen Farben der Kürbisse. Aber auch trüb, nebelig und stürmisch. Der Herbst ist die Zeit des Nebels und der Winde, die die Blätter von den Bäumen wehen. Und dann auch die Zeit der Zugvögel. Sie merken das es Zeit wird in den Süden zu fliegen. Während andere Tiere ihre Vorräte für den Winter suchen.

In den letzten Tagen sieht man immer wieder viele Kraniche am Himmel. Am Wochenende hat es einen Temperatursturz gegeben. Aber viele Kraniche sind bereits vorher los geflogen. Aber auch andere typische Zugvögel kann man jetzt in der Region entdecken. Die Wacholderdrosseln und auch die ersten Gänse sind da.

Das Fotografieren ist für mich jetzt schon deutlich schwieriger geworden. Da ich oft am späten Nachmittag und am Abend fotografiere, fehlt mir jetzt nach der Zeitumstellung schon das Licht. Für mich wird es jetzt zu früh dunkel. Der Herbst ist eine Herausforderung für mich!

 

Der Spatz

Der Spatz ist eigentlich ein Allerweltsvogel. Mehr noch, er war sehr eng mit dem Menschen verbunden. Deshalb gab man ihm wohl auch diesen Kosenamen. Einen Namen, dem man auch seiner Frau oder Freundin gibt. Der Spatz wird auch in Weisheiten genannt. „Lieber den Spatz in der Hand, als die Taube auf dem Dach.“ Oder „Mit Kanonen auf Spatzen schiessen.“ Auch viele Bezeichnungen mit seinem Namen gibt es. Dreckspatz, Rohrspatz und die Regensburger Domspatzen. Als Name für einen Kinderchor.

Der Spatz als Lieblingsvogel?

Haben die Menschen den Spatz damals so geliebt? Er war ihnen einfach immer sehr nahe und immer da. Er wohnte unter den Dächern und in den Scheunen. Sein eigentlicher Name ist Sperling. Bei uns gibt es den Feldsperling und den Haussperling. Dieser wird allgemein als der Spatz bezeichnet und ist auch häufiger als der Feldsperling.

Er folgte dem Menschen

Der Haussperling ist ein Kulturfolger und überall in der Nähe der Menschen zu sehen. Er ist anpassungsfähig und dem Menschen sogar in die Städte gefolgt. Man sieht ihn auf Plätzen, in Parks und in Zoos. Auch in den Gärten und den Feldern. Er ist immer noch einer der häufigsten Vögel. Aber auch sein Bestand ist um bis zu 30% zurückgegangen. Das ist vielleicht nicht überall so, aber bei uns im Kreis Unna und meiner Straße fällt es auf. in meiner Kindheit war jeden Tag ein Trupp Haussperlinge in der Straße, heute sind nur noch vereinzelt welche zu sehen. Auch an die Futterstation verirrt sich nie ein Spatz. Früher war direkt an unserer Straße ein Feld. Und es gab etwas weiter eine wildwuchernde Brachfläche. Jetzt ist alles zugebaut. Solche Entwicklungen sind nicht zu übersehen. Deshalb hat man den Haussperling auch zum Vogel des Jahres 2002 ernannt.

Und um einen Spatz zu fotografieren, muss ich nun schon in andere Gebiete fahren. In ländlichen Gebieten sieht man den Haussperling dann auch mit seinem Verwandten dem Feldsperling zusammen. Dort haben sie noch gute Lebensbedingungen. In den Rieselfeldern sieht man sie zusammen. An der Kiebitzwiese gibt es nur Haussperlinge.

 

Was tun, wenn ein Vogel vor das Fenster geflogen ist

Leider fliegen immer wieder Vögel gegen Fenster. Gestern ist ein Sommergoldhähnchen vor das Fenster vom Büro geflogen. Es gab einen ziemlich lauten Knall. Das hat mich sehr überrascht bei einem so kleinen Vogel. Ich habe es bisher nur erlebt, das Tauben vor Fenster fliegen.

Bei so einem Knall sieht man natürlich sofort nach, was passiert ist. Und ist erstmal geschockt, das es ein Vogel war. Der dann auch noch auf dem Rücken lag und heftig zappelte. Und dann rasen die Gedanken auch schon im Kopf, was kann ich tun? Ich wußte es nicht. Das kleine Goldhähnchen hat sich dann von selbst hinsetzen können. Und ich hatte so etwas Zeit gewonnen, bei Google zu suchen.

Und schreibe jetzt, was man tun kann, wenn ein Vogel vor das Fenster geflogen ist.

Häufig sind sie sofort tot

Wenn ein Vogel vor das Fenster geflogen ist, ist er leider meistens sofort tot. Und wird dann von Katzen oder anderen Vögeln geholt. Meistens sieht man später nichts mehr von diesem Unfall. Auch haben viele Vögel innere oder äußere Verletzungen durch den Aufprall. Wenn man erkennen kann, das ein Flügel verletzt ist, dann gibt es wahrscheinlich auch innere Verletzungen. Dann sollte man den Vogel vorsichtig in einen Karton mit Luftlöchern packen und zum nächsten Tierarzt oder einer Auffangstation fahren. Dort kann dann entschieden werden, ob bei den Verletzungen weitere Maßnahmen noch helfen können.

Bei inneren Verletzungen wird es schwierig. Oft ist der Vogel dann sehr bald tot.

Nur bei Problemen anfassen

Das Sommergoldhähnchen saß da und hatte sehr schwere Atmung. Das kann man gut erkennen. Oft haben Vögel dabei auch den Schnabel geöffnet. Das deutet auf einen Schock und eine Gehirnerschütterung hin. Davon können sich Vögel sehr viel schneller erholen als wir Menschen. Dann sollte man darauf achten, das der Vogel an einem sicheren Ort ist und sich in Ruhe erholen kann. Sitzt er auf einem Balkon, dann kann man ihn ganz in Ruhe lassen. Bei der Arbeit saß das Sommergoldhähnchen auf einer Terrasse im Innenhof. Katzen kommen dort nicht hin. Auch dort war es also sicher. Wenn der Vogel auf einem Weg oder der Straße sitzt, sollte man ihn sofort in die Hand nehmen und in ein Dickicht setzen, wo es sich in Ruhe erholen kann. Auch sollte man darauf achten, das der Vogel nicht beim Losfliegen direkt wieder vor das Fenster fliegt. Man kann den Vogel ruhig anfassen, wenn es nötig ist. Sollte es aber wegen dem Schock und starken Bewegungen eher vermeiden. Denn die könnten z. B. das Genick belasten. Am sichersten ist, ein Blatt Papier zu benutzen und den Vogel vorsichtig darauf zu schieben.

Die Erholung kann schnell gehen

Das Sommergoldhähnchen saß nicht in Richtung der Fensterscheibe. Und musste sich nur ein bißchen erholen. Alle Arbeitskollegen waren sehr mitfühlend und gerade die Arbeitskolleginnen mussten gebremst werden, nichts zu tun. Wenn der Vogel äußerlich gut aussieht, ist Aufregung für den Vogel einfach zu vermeiden.

Nach einer halben Stunde wurde das Sommergoldhähnchen munterer und begann den Kopf zu drehen. Man sah förmlich wie wieder Bewegung in den kleinen Körper kam. Und als ich dann kurz weg war, war es auch schon weg geflogen. Was mich und alle auf der Arbeit sehr gefreut hat. Es kann aber auch 1 bis 2 Stunden dauern, bis sich ein Vogel erholt hat.

Es war das erste Sommergoldhähnchen, was ich bis jetzt gesehen habe. Keine gute erste Begegnung. Ich hoffe, ich kann nochmal eines beobachten. Auch ein Foto habe ich nicht gemacht, das erschien mir sehr unangebracht. Es hatte einen Unfall und war verletzt. Das sollte man respektieren. Ich finde es auch total daneben, wenn man sich als Gaffer betätigt und Unfälle und Opfer betrachtet oder gar fotografiert und filmt. Das ist einfach asozial! Und sollte viel härter bestraft werden!

Deshalb gibt es zu diesem Beitrag kein Foto. Aber dieses Goldhähnchen werde ich bestimmt nie vergessen, dieser Moment bleibt in meinem Kopf.

Noch mehr vom Grugapark

Vor ein paar Wochen habe ich schon einmal über den Grugapark berichtet. Hier : Der Grugapark

Da es in der Freiflughalle für Vögel und in den Käfigen aber noch mehr Vögel gibt, möchte ich heute noch einige davon zeigen.

In der Freiflughalle gibt viele Ibisse. Neben den anderen Arten, die ich schon gezeigt habe.  Oft werden sie auch als Sichler bezeichnet. Vermutlich wegen dem großen, sichlerförmigen Schnabel. Neben dem Schneesichler, den ich schon gezeigt habe, gibt es noch die Scharlachsichler. Die auch rote Ibisse genannt werden und die heiligen Ibisse. Der Vogel wurde im alten Ägypten als heilig verehrt. Kommt dort aber heute gar nicht mehr vor, nur noch südlich der Sahara. Die vierte Art ist der Stachelibis, der in Australien vorkommt. Seinen Namen hat er von den gelben Federn am Hals des Männchens. Diese sehen wie Stacheln aus.

Außerdem gibt es noch Kronenkraniche in der Freiflughalle. Diese besonders auffälligen Vögel haben eine gelbe Federkrone am Kopf. Diese abstehenden Federn lassen sie auch wie Punker aussehen.

Und etwas, was man hier sehr selten sieht, gibt es bei den Fotos. Mich bei der Arbeit!

In der Nähe der Freiflughalle gibt es auch noch einige Käfige mit Papageien und Eulen.

Ein bedrohtes Paradies?

Heute kommt dann endlich der zweite Teil von meinem Besuch der Rieselfelder von Münster. Neben dem jungen Steinschmätzer konnte ich auch noch einen Rotschwanz fotografieren. Bei der Bestimmung wurde es dann aber wieder einmal schwierig. Bei uns im Kreis Unna ist der Hausrotschwanz und auch der Gartenrotschwanz schon sehr selten geworden. Auch Opfer des Insektensterbens. Wegen der hellen Unterseite würde ich bei diesem Rotschwanz auf einen weiblichen Gartenrotschwanz tippen.  Auch in den Rieselfeldern war es der erste Gartenrotschwanz den ich dieses Jahr gesehen habe. Selbst in so einem Paradies sind die Vögel bedroht.

Am großen Teich sah ich einige Pfeifenten. Die Männchen tragen im Moment noch ihr Schlichtkleid und sind so etwas schwerer zu erkennen. Man erkennt sie aber gut am hellgrauen Schnabel mit der schwarzen Spitze.

Neben der Storchengruppe auf der Wiese flogen am Nachmittag auch noch einige Störche in der Thermik vor einem strahlenden blauen Himmel.

Da machten die Rieselfelder einen wunderschönen Eindruck. Aber auch so ein Paradies ist gefährdet. Wenn die Straßen von Münster vom alltäglichen Straßenverkehr verstopft sind, nutzen viele Autofahrer die Straßen durch die Rieselfelder als Schleichwege. Und es wird nicht gerade langsam gefahren. Die Anwohner haben jetzt eine Bürgerinitiative gegründet. Durch den erhöhten Straßenverkehr werden immer wieder viele Vögel überfahren. Aber auch von Radfahrern, die angefahren wurden, habe ich schon gehört. Die Bürgerinitiative will jetzt gegen diesen erhöhten Verkehr in den Rieselfeldern etwas unternehmen. Früher waren die Rieselfelder auch schon einmal für Autos gesperrt.

Natur heißt Veränderung

Da ich gerade mein erstes Beobachtungsjahr abgeschlossen habe, vergleiche ich die Jahre und Jahreszeiten. Vögel haben feste Reviere, feste Ansitzpunkte und wiederholen ihr Verhalten. Sie fliegen jedes Jahr in den Süden und kehren im nächsten Jahr dann hoffentlich auch zurück. Und so wiederholt sich vieles. Viele Vögel habe ich ab einem bestimmten Zeitraum wieder in den Gebieten gesehen. Bei den Silberreihern ist es mittlerweile jedes Jahr wieder der Fall. Die Kolbenenten, die Löffler, die Streifengänse und der Eisvogel waren wieder da. Die Störche sammeln sich wieder zu Gruppen.

Aber Natur heißt auch immer Veränderung. Vor allem auch durch das Wetter. Die lange Trockenheit in diesem Jahr. Stürme und starke Niederschläge. Alles hat Auswirkungen. Die Weinlese ist so früh wie wohl noch nie. Auch die Kürbisse sind früher reif. Die Apfelbäume sind prall gefüllt mit Äpfel. Andere Pflanzen haben unter der Trockenheit eher stark gelitten.

Die Gebiete verändern sich ständig. Fotos die man gemacht hat, sind ein Jahr später so gar nicht mehr möglich. Weil sich auch die Vegetation ständig ändert. Sehr gut sehen kann man das an meinen Fotos vom Eisvogel. Der Ansitzbaum und die Ansitzpunkte haben sich sehr verändert. Viele gibt es so nicht mehr. Vor einem Jahr machte ich meine besten Fotos vom Eisvogel. Daran kann ich die Veränderungen zeigen.

Endlich Wolfsland!

Heute gab es eine gute Nachricht für die Natur in NRW. Nordrhein-Westfalen ist endlich Wolfsland! Seit 6 Monaten hält sich eine Wölfin am Niederrhein in der Region um Schermbeck auf. Damit wurde NRW vom Wolferwartungsland offiziell zum Wolfsland. Die Umweltministerin hat die Region zum Wolfsgebiet erklärt. Das Gebiet wurde dabei auch sehr groß erweitert und schließt benachbarte Kreise ein. Das erleichtert vor allem den Schäfern und Landwirten bei Rissen von Nutztieren Entschädigungen zu bekommen.

Die Region um Schermbeck ist typisches Wolfsland. Ich habe mir Gedanken gemacht, ob sich auch hier Wölfe ansiedeln könnten. Die Rieselfelder und die Kiebitzwiese sind viel zu feucht und haben zu wenig Wald. Aber nicht weit vom Kreis Unna entfernt ist der letzte Wolf Westfalens damals erschossen worden. In der Nähe von Herbern. Das Münsterland als ehemaliges Wolfsland ist vielleicht auch heute noch geeignet und grenzt auch an den Niederrhein. Und auch die Senne bei Paderborn als Truppenübungsplatz ist der typische Lebensraum unserer Wölfe.

Passend zum Tag konnte ich heute das erste Mal einen Rotfuchs fotografieren! Lange hatte ich keinen mehr gesehen und ausgerechnet heute zeigte sich einer. Auch eine Ricke zeigte sich mit zwei Rehkitzen.

Und die neuen Bewohner der Kiebitzwiese konnte ich auch beobachten. Es sind Ponys! Die mich schon einmal neugierig am Zaun beim Fotografieren erschreckt haben.

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