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Ein strahlender Herbsttag

Strahlender Herbsttag

Der Samstag war ein wunderschöner, strahlender Herbsttag. Nach einer frostigen Nacht musste ich das erste Mal die Scheiben am Auto etwas freikratzen. Aber an der Kiebitzwiese konnte man dann mit den steigenden Temperaturen  die klare Luft mit einem tollen Licht genießen. Es war fast windstill und so spiegelte sich der hellblaue Himmel in den Wasserflächen. Endlich gab es auch wieder genügend Wasser in der Kiebitzwiese und so hatten sich auch endlich die Grau- und Kanadagänse und die Stockenten an der Kiebitzwiese eingefunden. Alle schienen nach der langen Trockenheit das Wasser und diesen strahlenden Herbsttag zu genießen!

Und so bildeten zuerst die Stockenten eine Parade und schwammen von der linken Seite auf die große Wasserfläche. Das wollten die Graugänse wohl nicht lange mit ansehen und schwammen von der rechten Seite auf die Wasserfläche. So viele Wasservögel hat man dort lange nicht gesehen!

 

Der Lehrpfad am Teich

Vor genau einem Jahr war ich das erste Mal in den Rieselfeldern von Münster. Es war wohl Liebe auf den ersten Blick. Seitdem habe ich dort so viel gesehen und auch sehr viel gelernt. Den Wechsel der Jahreszeiten erlebt. Gelernt wo sich die Tiere aufhalten. Es war mir nicht bewußt wie Standorttreu die Vögel sind. Das sie ihre Reviere immer wieder besetzen. Das viele Vögel ihre alten Nester wieder benutzen und das selbst einige Zugvögel versuchen immer wieder die Nester zu besetzen, war mir bekannt. Das es selbst in einem kleinen Biotop ähnliche Abläufe gibt, aber auch jedes Jahr Änderungen, lernte ich erst durch das ständige besuchen und beobachten in den Rieselfeldern.

In diesem Fall ist das kleine Biotop der Teich mit einem Steg als Lehrpfad. Der Teich wurde am Rieselfeldhof angelegt. Und auch an der Biologischen Station der Rieselfelder gibt es so einen Teich mit Lehrpfad. Den Besuchern soll so der Lebensraum eines Teiches nähergebracht werden. Es gibt Infotafel vor allem mit Informationen über die Libellen und die kann man im Sommer sehr schön dort beobachten. Sie setzen sich oft auf die Holzgeländer der Stege. In ein paar Wochen wimmelt es in dem Teich wieder vor Wasserfröschen.

Und auch wenn der Teich nicht sehr groß ist, hat er eine kleine Insel, auf der gerne die Gänse brüten. Letztes Jahr eine Kanadagans und dieses Jahr hat sich dort eine Graugans niedergelassen. Ein paar Meter weiter brütete ein Bläßhuhn. Das dieses Jahr dort noch kein Nest gebaut hat. Das Bläßhuhn-Paar hat aber immer noch den Teich als Revier, das Kanadagans-Paar von letztem Jahr ist aber wohl nicht mehr da. Es ist durch ein anderes Paar ersetzt worden. Mit einem Kanada-Graugans-Hybriden! Die Graugänse brüten schon im März, während die Kanadagänse erst im April oder noch später brüten. Vielleicht finde ich ihre Nester später noch. Die Konstellation am Teich ist erstmal merkwürdig. Aber auch sehr interessant.

 

 

 

Morgen werde ich dann nachsehen, was es Neues am Teich gibt. Es bleibt spannend!

Komm‘ zur Ruhr

Ist der Titel der bekannten Hymne für das Ruhrgebiet von Herbert Grönemeyer. Genau das dachte ich am Sonntag und bin zur Kiebitzwiese an die Ruhr gefahren. Komm‘ zur Ruhe hätte besser gepaßt. Der Anblick der Kiebitzwiese glich einer arktischen Tundra und es war Totenstill. Die zugefrorene Wasserfläche sah aus wie eine Gletscherzunge. Die Natur und die Tierwelt sind einfach nicht vorhersehbar. Der Wind hatte gedreht und kam aus südlicher Richtung, es war fast schlagartig sehr viel wärmer als am Samstag. Eigentlich schon ein Frühlingstag und man erwartet eine Explosion der Natur. Aber nichts davon war zu sehen. Überhaupt keine Singvögel waren zu sehen und ein Schwanenpaar schlief einsam in der Sonne. Aus der Ferne konnte man schon sehen, daß selbst die Ruhr zugefroren war.

Besonders beunruhigt hat mich das wegen der Eisvögel. Wenn wirklich das komplette Gebiet zugefroren ist, findet der Eisvogel keine Möglichkeit um Fische zu fangen. Ich bin dann zur Ruhr gegangen, um mir das Ganze noch näher anzusehen. Unterhalb des Wehres gab es eine eisfreie Stelle, weil dort Wasser eingeleitet wird. Dort schwammen ein paar Reiherenten. Ich beschloss, noch das ganze Gebiet der Kiebitzwiese zu erkunden und ging in Richtung Hammer Wasserwerk. Aber auch dort das gleiche Bild, keine Vögel weit und breit. Aber nebenan an der Rammbachmündung war die Ruhr überraschenderweise ein ganzes Stück Eisfrei. Nur am Uferrand waren noch Eisflächen. Und sofort sah ich einen männlichen Gänsesäger, der wahrscheinlich als Wintergast an der Ruhr ist. Ein Stück weiter schwamm ein Rostgans-Paar und auch einige Reiherenten waren wieder zu sehen.

Auf einer Eisfläche entdeckte ich dann noch zwei Nutrias. Das weiße und braune Nutria von der Kiebitzwiese.  Beitrag Nutrias

Sie sind wohl auf die eisfreie Stelle der Ruhr ausgewichen. Da kann man nur hoffen, das die Eisvögel auch erfolgreich ausweichen konnten. Auch an der Ruhr waren keine zu sehen.

Zurück an der Kiebitzwiese liefen mittlerweile ein paar Graugänse über das Eis und die Höckerschwäne waren aufgewacht. Es war ja auch schon Mittag.

Am Nachmittag und bis zum Abend zeigte dann aber doch noch die Wetterveränderung ihre Wirkung. Es waren viele Kranichzüge unterwegs. Die Frühlingsboten nutzen den warmen Südwind, um in ihre Brutgebiete im Norden zu fliegen.

Eisige Rieselfelder

Als ich Samstagmittag in Velbert losfuhr, schien bei 3 Grad die Sonne und es hatte über Nacht geschneit. Durch den Sonnenschein und die weiße Landschaft war es fast schon blendend hell. Ich wollte endlich wieder die Rieselfelder besuchen. Seit dem 23. Dezember war ich nicht mehr dort gewesen. Aber je weiter ich nach Norden fuhr, umso dunkler wurde es. Aber das war ich gewohnt, irgendwie ziehen durch den Norden von NRW immer mehr Wolken als im Rest des Landes.

Als ich dann in den Rieselfeldern aus dem Auto stieg, war er plötzlich wieder da, der eisige Wind. Was für ein Wetterkontrast! Hatten die nicht vorhergesagt, das der Ostwind aufhört? Ja, hatten sie. Aber erst für den Sonntag, wie ich heute feststellen konnte. Es war nicht sehr angenehm und die Landschaft sah vom Winter und vom Frost gezeichnet aus. Alles Gelb und Braun, was im Dezember noch saftig Grün aussah. Den Blässgänsen aus dem Norden machte es nicht viel aus. Der Wasserzuleiter, der vom Klärwerk kommt, war Eisfrei. Der Rest der Teiche und Wasserflächen war zugefroren. Einige Fotografen hatten sich schon die Plätze am Zuleiter gesichert. Ein Weißstorch stand dort im Wasser und viele verschiedene Entenarten tummelten sich dort. Schnatterenten, Reiherenten, Stockenten und Krickenten. Und eine ganz besondere Ente. Über die ich noch berichten werde. Wie auch über die Nutrias, die ich auf meinem Rundgang am Wasserzuleiter sah. Nicht die einzigen Nutrias an diesem Wochenende. Denen scheint das Klima hier nichts auszumachen.

Auch einige Familien hatten ihren Spaß in den Rieselfeldern. An der Straße hatte man eine zugefrorene Wasserfläche zum Eislaufen freigegeben. Inklusive Verkehrs- und Parkchaos. Ich setzte meine Runde fort und kehrte zum Wasserzuleiter zurück. Die anderen Fotografen waren gegangen. Aber Ausdauer zahlt sich fast immer aus! An der Szenerie hatte sich nichts verändert. Der Weißstorch stand einsam mit den Enten im Wasser. Aber dann passierte etwas! Wie auf ein lautloses Kommando kam ein Storch geflogen und landete im Wasser. Dann kam der nächste und es wurden immer mehr! Bis sie vollzählig waren. An die 10 Störche. Waren das die Störche von Weihnachten? Ich konnte den auffällig beringten Storch noch nicht entdecken. Einige tragen schwarze Ringe mit der Kennzeichnung DEW.

Als erstes tranken alle Störche aus dem Wasser. Das Trinkwasser ist bei zugefrorenen Gewässern für jedes Tier knapp. Es war ein tolles Bild, Störche bei Wasserspielen! Das ganze verlief absolut lautlos. Erst als ich ging, hörte ich das typische Geklapper der Störche. Ich überlegte noch, ob ich zurückgehen sollte. Aber meine eingefrorenen Finger und Füße sagten was anderes.

 

 

Wimmelbilder

Auch das Münsterland lag in der Zugbahn von Sturm Friederike. Sogar auf der A1 lagen umgestürzte Bäume. Auch Münster und die Rieselfelder lagen im Auge des Sturms und es gibt einige Schäden. Vor allem an den Bäumen im Erweiterungsgebiet rund um den Rieselfelderhof. Auch der Wasserstand in den Rieselfelder ist weiterhin sehr hoch. Viele Flächen stehen unter Wasser, die normalerweise völlig trocken sind. Für die Gänse und Möwen sehr positiv, sie nutzen diese überschwemmten Flächen sehr gerne. Für uns Menschen ist dieser Winter eher eine dunkle Zeit. Sturm Friederike ist gerade erst vorbeigezogen und jetzt droht uns das nächste Hochwasser an unseren Flüssen. Im Kreis Unna darf man erstmal nicht in die Wälder, weil immer noch Äste herunterfallen können.

Um wieder das Positive zu sehen, es wimmelt nur so vor Gänsen und Möwen in den Rieselfeldern. Auch im restlichen Jahr sind immer unheimlich viele Gänse, Enten und Möwen vor Ort. Das bilden von Schwärmen und Gemeinschaften gehört zu einem typischen Bild der Rieselfelder.

Hier ein paar aktuelle Fotos und einige wusselige Eindrücke aus dem Frühling und dem Sommer.

 

Türchen Nr. 9

Tür9    Viel Verkehr auf der Startbahn

Viele Zugvögel haben Deutschland schon im Spätsommer und Herbst verlassen. Auch viele Durchzügler aus Nordeuropa sind weiter gezogen. Es gibt einige Wintergäste wie Gänse, Enten oder auch Gänsesäger. Aber der Winter ist eine sehr ruhige Jahreszeit für die Vögel. Selbst an der Futterstation im Garten ist es jetzt manchmal ziemlich ruhig.

Für die Vögel, die das ganze Jahr in Deutschland bleiben ist es jetzt schwierig. Besonders auch für Vögel die auf und vom Wasser leben. Wenn der Teich oder der Bach zufriert, ist es besonders für den Eisvogel sehr schwierig. Der Graureiher als sehr anpassungsfähiger Vogel hat es da vielleicht leichter. Als Kulturfolger kann er auch in Städten und auf Feldern nach Nahrung suchen. Ich habe den Graureiher in diesem Jahr auch als geselligen Vogel kennengelernt. Der auch mit anderen Reihern, Störchen und Gänsen zusammen ist. Das Foto entstand, als ein Graureiher auf einer Wiese mit Graugänsen zusammen war. Wegen seiner Größe wirkte es so, als wäre er der Wächter der Gruppe. Bis er sich zum Weiterflug entschloss und ich das Glück hatte, ihn gerade in dem Moment zu fotografieren.

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