Blaukehlchen
Blaukehlchen: So frontal mit den weissen Augenstreifen sieht das Männchen etwas bedrohlich aus

Ein ganz besonderer Moment, mein erstes Blaukehlchen! Ich sichtete es in den Rieselfeldern von Münster. Dort gibt es einige Blaukehlchen und ich habe immer besonders nach diesen Vögeln gesucht. Bei jedem Besuch habe ich an beliebten Sichtungsplätzen und im Schilf gesucht. Nie habe ich etwas gesehen oder gehört.

Das Blaukehlchen ist für mich einer der schönsten Vögel, den man in Deutschland sehen kann. Man sieht es sehr selten. Obwohl es gar nicht so selten ist, wie andere Vogelarten. In den letzten Jahren hat der Bestand in manchen Regionen auch etwas zugenommen. Häufig findet man im Internet Fotos von Blaukehlchen an Schilfhalmen und vermutlich versteckt sich der Vogel dort auch.

Blaukehlchen in den Rieselfeldern

Seine Verwandten hatte ich alle schon häufiger gesehen. Das Rotkehlchen, Braunkehlchen und Schwarzkehlchen. Alle sind weniger versteckt unterwegs. Die Stelle an der ich mein erstes Blaukehlchen dann gesehen und fotografiert habe, war dann völlig anders als man es hätte erwarten können. Ich ging den breiten Schotterweg am Großen Teich entlang. Ich kam vom Aussichtsturm, der wohl am häufigsten besuchten Stelle in den Rieselfeldern. Der Aussichtsturm ist Anlaufstelle und Attraktion. Von dort hat man einen Ausblick über die Rieselfelder und den Großen Teich. Manche Ornithologen bauen auf dem Turm ihr Spektiv auf, um alle Vögel auf dem Teich zu beobachten.

Katz‘ und Maus auf dem Schotterweg

Ich sah schon vom Weiten einen Vogel auf dem Weg. Das ist für mich immer interessant, da Vögel selten die Wege von Menschen benutzen. Ich versuchte mich ihm zu nähern und er spielte ein Spiel mit mir. Ab einer gewissen Distanz flog er ein Stück weiter von mir weg und irgendwann nach Links in das Schilf. Ein paar Mal drehte ich mich um und dann war der Vogel hinter mir auf dem Weg. Ich lief also den Weg vor und zurück. Das sah vom Aussichtsturm bestimmt lustig aus!

Das war mir aber völlig egal, ich war abgelenkt durch den Vogel. Und etwas an diesem Vogel war komisch! Ich hatte dieses Gefühl schon im Beitrag über die Kolkraben beschrieben. Der kleine Vogel streckte sich auf dem Weg senkrecht nach oben und ich versuchte ihn zu fotografieren. Was auf dem Weg nicht so leicht war.

Das der Vogel einmal vor mir und dann hinter mir auf dem Weg war, lag auch daran, das es sogar zwei Blaukehlchen waren. Ein Männchen und ein Weibchen. Was ich aber erst zu Hause auf den Fotos entdeckte. Auf dem Display der Kamera fiel mir aber irgendwann als erstes der Fleck auf der Brust auf. Da wusste ich, das es ein besonderer Vogel ist. Aus der Entfernung sah der Vogel auf dem Weg nur schlicht hellbraun aus.

Männchen und Weibchen

Der Vogel mit dem Fleck auf der Brust war das Weibchen, weit weniger auffällig gefärbt als das Männchen. Das Männchen sass irgendwann kurz im Schilf rechts von mir und sang sogar kurz sein markantes Lied. Ab da wusste ich es! Mein erstes Blaukehlchen!

Das Männchen flog dann über den Weg in ein Gebüsch und ich hatte das Glück, das es dort blieb und ich diese schönen Fotos von diesem wunderschönen Vogel machen konnte. Ich war so glücklich!

Auf den Fotos konnte ich später erkennen, dass das Männchen sogar beringt ist. Ich werde die Daten melden und vielleicht sogar noch mehr über diesen Vogel erfahren. Darüber werde ich dann hier auch noch berichten. Außerdem hatten beide Vögel einige Insekten im Schnabel, sie hatten also noch Nachwuchs zu füttern. Ich hoffe, das es bald noch mehr Blaukehlchen in den Rieselfeldern gibt!

Das war mein erster Eindruck, das Blaukehlchen macht sich lang wie ein Erdmännchen
Das Weibchen, schwarzer Fleck an der Kehle und weniger Blau an der Brust. Und nicht beringt.
Das Männchen auf dem Weg. Die Blaukehlchen haben ziemlich lange Beine!
Blaukehlchen
Hier noch zwei Hochkantfotos. So kommt dieser wunderschöne Vogel am Besten zur Geltung.
Blaukehlchen
Einfach nur wunderschön!