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Nach 11 Tagen in Freiheit

Nach 11 Tagen in Freiheit

Nach 11 Tagen in Freiheit: Brutus wurde im Käfig gefangen

Nach 11 Tagen in Freiheit im Innenhof wurde der Kanarienvogel am Freitag gefangen und eine Arbeitskollegin hat den Vogel im Käfig mitgenommen. Ihre kleine Tochter hat sich schon sehr auf den Kanarienvogel gefreut.

Nach 11 Tagen in Freiheit: Ein Konflikt entsteht

Soweit ist das der Ausgang der Geschichte von unserem gefiederten Gast im Innenhof auf der Arbeit. Und es ist eigentlich ein guter Ausgang. Diesen Ausgang und diesen Beitrag hätte es aber schon früher geben können. Eigentlich hätte der Beitrag am Mittwoch schon fertig sein können. Nach 9 Tagen wurde der Vogel im Käfig gefangen. Doch dann entwickelte sich ein Politikum um den kleinen gelben Vogel.

Da es schon irgendwie typisch für unsere Gemeinschaften und die Politik ist, möchte ich die Situation doch kurz beschreiben. Meine Arbeitskollegin hatte sich schon früh bereit erklärt den Kanarienvogel mit nach Hause zu nehmen. Ein Besitzer konnte nicht gefunden werden und im Tierheim wäre es für ihn bestimmt auch nicht schön gewesen. Und in Freiheit zu überleben, ist für einen kleinen Kanarienvogel eigentlich auch keine gute Option. Eigentlich. Denn da kann man doch sehr gut unterschiedlicher Meinung sein, oder?

Verschiedene Meinungen erschweren eine Lösung

Ich bin in dem Fall nicht der Meinung, aber zu jedem Problem gibt es ja immer wieder unterschiedliche Meinungen. Und dann gibt es immer wieder ein hin und her, ohne das man zu einer Lösung kommt oder alle zufrieden sind. Das erschwert die Politik und unser Zusammenleben oft. So auch bei dem kleinen Kanarienvogel.

Der Kanarienvogel wurde schon Mittwochmorgen im Käfig gefangen. Und meine Arbeitskollegin wollte ihn dann mitnehmen. Sie hatte schon ein Foto gemacht und es ihrer Tochter mitgeteilt. Hätte ich das gewusst, hätte ich darauf gedrängt den Vogel schnell mitzunehmen. Denn die Kleine hat sich schon sehr auf den Vogel gefreut und ein kleines Kind zu enttäuschen, ist mindestens genauso schlimm, wie einem kleinen Vogel die Freiheit zu nehmen.

Der Kanarienvogel hat sich sehr aufgeregt, als er gefangen wurde. Das hat ihn wütend gemacht. Und das hat die Fraktion der Arbeitskollegen auf den Plan gerufen, die ihn lieber in Freiheit gesehen haben. “Der arme Vogel!” War da die Meinung. Und Mittags hat sich dann diese Fraktion darauf geeinigt, die Käfigtür zu öffnen. Nach ein paar Minuten hat dann der Vogel den Käfig wieder verlassen. Er war wieder frei! Und die Fronten endgültig verhärtet. Der Kollege, der den Vogel gefangen hat, war am meisten beleidigt.

Hektik nach einer kalten Nacht

“Es ist ja noch warm.” “Wir haben ihn einmal gefangen, wir fangen ihn auch ein zweites Mal!” Waren einige Sätze, die man dann hören konnte. Am Freitagmorgen gab es dann große  Aufregung bei der besorgten Fraktion. Denn das Thermometer hat am Morgen nur 6 Grad angezeigt! Jetzt musste schnell gehandelt werden. Und der Vogel konnte auch schnell gefangen werden. Der Rest der Geschichte ist bekannt.

Falsch verstandene Tierliebe?

Der Kanarienvogel war dann auch sofort ganz ruhig im Käfig und wirkte sehr zufrieden. Vielleicht war es ihm dann doch schon zu kalt geworden. Die eine Hälfte der Arbeitskollegen beruhigte das nicht wirklich. Das zeigt das große Problem mit Tieren in Gefangenschaft. Der Kanarienvogel ist an Menschen gewöhnt. Auf Dauer kann er bei uns in Freiheit nicht überleben. Und dann auch noch ohne die Gesellschaft anderer Kanarienvögel. Es gibt immer wieder Gefangenschaftsflüchtlinge und einige Arten überleben auch erfolgreich in unserer Natur. Aber sie gehören nicht hierher und das führt zu Problemen in unserer Natur und mit einheimischen Arten. Arten in die Freiheit zu entlassen ist deshalb gar keine gute Idee. Besonders aus Pelztierfarmen wurden immer wieder Tiere freigelassen. Nerze, Waschbären und Nutria sind nur einige Beispiele.

Ich bin auch kein Freund von eingesperrten Tieren. Aber für Haustiere ist die Nähe zum Menschen einfach besser. Auch wenn mir der Kanarienvogel auch sehr leid tat, ist es für ihn doch das Beste. Und ein kleines Mädchen wird damit auch noch glücklich gemacht!

Ein aussergewöhnlicher Gast

Ein aussergewöhnlicher Gast

Ein aussergewöhnlicher Gast: Ein gelber Kanarienvogel lebt seit Montag im Innenhof

Seit Montag haben wir auf der Arbeit einen aussergewöhnlichen Gast im Innenhof. Ein gelber Kanarienvogel hat sich dort eingenistet. Er ist nicht scheu, hat aber trotzdem noch eine Fluchtdistanz. Vermutlich ist er irgendwo entflogen. Hat aber nicht vor, seine Freiheit wieder aufzugeben. Deshalb ist es auch noch keinem gelungen, den Vogel einzufangen. Er lässt einen bis auf einen halben Meter heran, geht aber nicht auf die Hand. Dann flüchtet er immer. Auch Versuche ihn mit Hilfe von Laborkitteln oder Decken einzufangen sind gescheitert.

Ein schlauer Kanarienvogel

Schlau genug scheint er zu sein, um da draußen in der Freiheit zu überleben. Zumindest für den Moment. Die größte Sorge der Kollegen ist die Kälte und der kommende Winter. Natürlich eine berechtigte Sorge. Oft wird das bei wärmeliebenden Vögel aus dem Süden aber auch falsch eingeschätzt. Selbst Bienenfresser und Papageienarten haben kein Problem mit etwas Kälte. Halsbandsittiche leben mittlerweile zahlreich das ganze Jahr in Deutschland. Das Problem ist bei exotischen Vögeln eher die fehlende Nahrung in der kalten Jahreszeit.

Aber wenn man den kleinen Kanarienvogel so sieht, wünscht man ihm schon ein warmes Plätzchen. Die zweite große Sorge ist, dass er mit seiner auffälligen Farbe zu einer leichten Beute wird. Dabei haben die Kollegen die Elstern und Rabenkrähen im Blick, die sie als fiese Vogeljäger sehen. Klar, die Rabenvögel plündern Vogelnester und fressen Jungvögel aus den Nestern anderer Vögel. Aber einen beweglichen, gesunden Vogel werden sie nicht kriegen. Dafür ist der Kanarienvogel auch zu schlau. Für einen Sperber oder einen anderen Greifvogel wäre er dagegen eine gute Beute. Der Innenhof ist groß genug und bietet Platz für einen erfolgreichen Angriff.

Alles für den kleinen, aussergewöhnlichen Gast

Andererseits bietet der Innenhof Schutz vor Katzen und Wind und ist deshalb gut gewählt. Auch die Nähe zum Menschen passt natürlich für den Kanarienvogel. Die Rabenkrähen und Elstern werden von den Kollegen schon seit Monaten mit Walnüssen gefüttert und für den Kanarienvogel wurde mittlerweile ein kleiner Vogel-Freizeitpark aufgebaut. Von einem Pappkartonhaus bis zu einer Wohnhöhle die man an einen Baum hängen kann. Futter und Wasser natürlich inklusive. Dabei nimmt der Vogel Wasser gerne an, sucht sich sein Futter aber sonst meistens selbst im Gras und auf den Steinen.

Er kommt selbst klar und nimmt auch die diversen von Menschen gebauten Behausungen nicht an. Er scheint seine Freiheit zu genießen und sonnt sich gerne. Zu den Gegenständen, die man ihm anbietet ist mittlerweile auch noch ein alter Vogelkäfig hinzugekommen.

Wer ist schlauer, Mensch oder Vogel?

Denn schließlich braucht er ja Schutz und muss immer noch gefangen werden. Schlau wie man als Mensch ist, hat man ihn auf den Rasen an die Lieblingsstelle des Vogels gestellt. Der bewegte sich zuerst immer in einem Radius von einem halben Meter um den Käfig herum. Denn er ist schlauer! Ich habe das gleich gesagt, dass er zu schlau ist, um in den Käfig zu gehen. Wer von uns würde denn schon freiwillig in einen Käfig gehen? Und vielleicht kennt er auch gar keinen Käfig, weil er aus einer Voliere abgehauen ist.

Da habe ich mich aber etwas getäuscht, denn die Kollegen nutzen auch Futter im Käfig, um den Vogel hinein zu locken. Heute Morgen saß er dann das erste Mal im Käfig und hat das Futter gefressen. Danach hat er aber den Käfig wieder verlassen und nicht mehr betreten.

Ich stelle mir jetzt die Frage, kann ich einen Kanarienvogel für meine Bird-Challenge zählen? Bei der Stunde der Sommer- und Wintervögel, der Zählung der Vögel in Gärten und Parks werden jedes Mal diverse exotische Arten mitgezählt. Da ist wirklich alles dabei. Dass ich mir immer denke, ist das Spaß oder sind da draußen wirklich so viele exotische Arten unterwegs und überleben die auch noch? Ich selbst habe vor Jahren einen Papagei-ähnlichen Vogel gesichtet, aber sonst begegnen mir keine exotischen Vögel.

Der Vogel braucht einen Namen!

Die Zukunft des Kanarienvogels bleibt spannend. Die nächsten Tage werden nochmal sehr warm, der Sommer kommt zurück. Aber danach? Wird er nochmal in den Käfig gehen? Finden wir vielleicht sogar noch seinen Besitzer?

Während die Arbeitskolleginnen immer sehr besorgt sind, sind die männlichen Kollegen mehr neugierig und pragmatisch. Der Vogelkäfig wurde schnell bei Ebay gekauft und einen Namen muss der Vogel natürlich auch noch haben! Er heißt jetzt Brutus. Weil er sieht doch auch total aus wie ein Brutus! Da gibt es dann auch keine Diskussion mehr darüber.

Jetzt muss Brutus das Wochenende alleine überstehen. Ich denke, er schafft das locker. Vielleicht fehlt ihm etwas die Gesellschaft und diese ständig nervenden Zweibeiner. Das könnte etwas langweilig werden. Ich bin gespannt ob er Montag noch da ist und werde darüber berichten.

Nationalpark Bayerischer Wald

Nationalpark Bayerischer Wald

Nationalpark Bayerischer Wald: Die Schilder scheinen zum Jubiläum erneuert worden zu sein.

Der Nationalpark Bayerischer Wald ist der erste Nationalpark in Deutschland. Er wurde 1970 mit einer Fläche von 13.229 Hektar eröffnet und feiert dieses Jahr 50jähriges Bestehen. Vorher gab es erheblichen Widerstand gegen den Nationalpark. Der Park wurde von Staatsminister Hans Eisenmann eröffnet. Ihm zu Ehren gibt es am Informationszentrum Lusen in Neuschönau das Hans-Eisenmann-Haus. In diesem Haus gibt es zahlreiche Informationen über den Nationalpark. In der Nähe des Hans-Eisenmann-Hauses liegt ein Baumwipfelpfad und ein Stein- und Pflanzenfreigelände. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite erstreckt sich das große Tierfreigelände auf über 200 Hektar. Dort kann man viele Tiere in großen Gehegen sichten, die es auch im Nationalpark gibt oder die früher im Bayerischen Wald gelebt haben. Man kann diese Tiere im Freigelände sichten. Viele Tiere bekommt man allerdings gar nicht zu sehen, denn die Gehege sind wirklich groß und die Tiere sehr scheu. Aber dazu später noch mehr.

Tierfreigehege an den Nationalparkzentren

Ein weiteres Tierfreigelände gibt es am Informationszentrum Falkenstein in Ludwigsthal. Dort befindet sich das Informationshaus, das „Haus zur Wildnis“ nicht am Parkplatz und Eingang, sondern man erreicht das Haus erst nach dem man zum Ende des Freigeländes gelaufen ist. Aber keine Angst, das Tierfreigelände am Falkenstein ist nicht so groß, wie das in Neuschönau. Auf 68 Hektar kann man dort nur vier Tierarten beobachten. Luchs, Wolf, Auerochse und Wildpferde sind dort zu sehen. Wir konnten nur die Auerochsen sehen, die anderen Tierarten waren nicht zu sehen. Einen Luchs haben wir leider um ein paar Minuten verpasst. Dieser kam sogar bis zur Aussichtsplattform, holte sich dort einen Hasen. Eine Frau konnte den Luchs dann sogar mit dem Handy fotografieren. Was sehr deutlich wird, gerade Luchse sind sehr heimliche Tiere und Meister der Tarnung. Ihre Gehege sind deutlich kleiner als die der Wölfe trotzdem ist es nicht möglich einen der Luchse zu entdecken.

Erweiterungen des Nationalpark

1997 wurde der Nationalpark Bayerischer Wald auf eine Größe von 24.250 Hektar erweitert. Das Erweiterungsgebiet liegt rund um den Falkenstein. Zusammen mit dem Sumava Nationalpark auf tschechischer Seite bildet er das größte Waldschutzgebiet in Mitteleuropas und das größte zusammenhängende Waldgebiet. Am 07. Oktober 2020, am 50. Jahrestag der Eröffnung, soll der Nationalpark nochmal um 600 Hektar erweitert werden.

Das Tierfreigelände in Ludwigsthal wurde erst 2005 eröffnet und dort ist es wesentlich einfacher einen Luchs zu sichten. Wenn man am Nachmittag zum Gehege kommt, wenn die Besucher schon weniger werden, hat man eigentlich ganz gute Chancen einen der Luchse zu sichten.

Wenig Chancen hatten wir bei den Wölfen in Ludwigsthal. Das Gehege ist toll, eine lange, schöne Holzbrücke führt hindurch. Leider ist das Gehege auch riesig. Mit das Größte in beiden Freigeländen. Man bekommt einen guten Eindruck, wie es wäre, wenn man versuchen würde einen Wolf in einem Waldstück zu sichten. Man würde es vermutlich nicht schaffen oder müsste viel Geduld mitbringen. 2017 gelang es sogar fünf Wölfen aus dem Gehege zu entkommen. Zwei von ihnen wurden bis heute nicht gefunden. Der Aussichtsturm am Wolfsgehege war leider wegen Corona gesperrt. Von dort hätte man bestimmt einen guten Überblick gehabt.

Das Haus der Wildnis kann man in einer halben Stunde gut erreichen, selbst wenn man einen Zwischenstopp bei den Luchsen macht.

Das Tierfreigelände in Neuschönau zu erkunden dauert wesentlich länger. Der Rundweg ist knapp 7,5 km lang. Mit der Räubertochter haben wir es an zwei Tagen nicht geschafft, alle Gehege zu sehen. Einige sind auch zu eng und dürfen wegen dem Coronavirus 2020 nicht betreten werden.

Die Tiere im Nationalpark

Folgende Tierarten sind dort zu sehen: Bär, Biber, Wolf, Luchs, Rothirsch, Elch, Wildschwein, Wildkatze, Wisent, Fischotter, Uhu, Waldkauz, Waldohreule, Habichtskauz, Rauhfußkauz, Schwarzmilan, Wespenbussard, Schwarzstorch, Auerhuhn und Kolkrabe.

Bären und Wisente gibt es im Nationalpark nicht mehr. Elche gibt es auf tschechischer Seite am Stausee Lipno sie wandern manchmal in den Nationalpark. Wenn man durch den Nationalpark fährt, fühlt man sich häufig von der Landschaft an Schweden oder Kanada erinnert. Ein Elch würde dort gut hineinpassen.

Wölfe im Nationalpark

2016 hat sich ein Wolfspaar angesiedelt das auch schon Nachwuchs hatte. Der Luchs wurde durch Auswilderungen wieder angesiedelt. In Bayern und Tschechien wurden Tiere ausgesetzt und die Population stieg zunächst stark an. Geschätzt gab es zwischen 75 und 100 Tiere. Zwischen 1995 und 2008 ging die Anzahl aber wieder stark zurück. Vor allem auch durch illegale Abschüsse auf beiden Seiten der Grenze. Ein völlig unsinniges und unverständliches Verhalten.

Die Tiere sind wirklich schwer zu sichten. Niemand wird einfach so im Wald einem Luchs oder einem Wolf begegnen. Selbst nach Wochen hätte man wenig Chancen. Selbst Biologen und Naturschützer müssen die Tiere besendern und Fotofallen aufstellen um überhaupt Sichtungen und Bewegungen der Tiere einzufangen. Wölfe legen große Entfernungen zurück und auch die Luchse haben einen Bewegungsradius auf beiden Seiten der Grenze.

Raubtiere müssen zugelassen werden!

Sie sind auch keine Gefahr für den Wildbestand oder den Menschen. Eher im Gegenteil, der Rothirsch- und Wildschweinbestand ist viel zu hoch und muss durch Abschüsse reguliert werden. Weil es eben zu wenig natürliche Feinde gibt. Die Rothirsche müssen im Winter sogar in Gatter eingesperrt werden, damit sie nicht zu viele Schäden an Bäumen anrichten. Ohne Raubtiere ist ein natürliches Gleichgewicht nicht möglich! Man kann nur hoffen, dass das eingesehen wird.

Außerdem gibt es im Nationalpark Bayerischer Wald Wildkatzen, Biber und Fischotter. An Vogelarten besonders die Eulen. Uhu, Habichtskauz, Rauhfußkauz, Sperlingskauz und Waldohreule. Aber auch Auerhuhn, Haselhuhn, Schwarzstorch und Wespenbussard.

Einige der Arten möchte ich hier zeigen. Ich habe sie im Tierfreigelände fotografiert. Alle Tiere wurden in den Gehegen fotografiert. An diesem Beitrag habe ich jetzt sehr lange gearbeitet. Der Urlaub im Bayerischen Wald ist schon fast wieder zwei Monate vorbei. Aber dieser Beitrag ist mir auch sehr wichtig, zusammen mit meinem allgemeinen Beitrag : Der Nationalpark über Schutzgebiete.

Erhöhter Besucherandrang wegen dem Coronavirus

Als wir im Nationalpark Bayerischer Wald waren, ist zwar schon von einem erhöhten Besucherandrang wegen dem Coronavirus berichtet worden, selbst erlebt haben wir das aber damals gar nicht. Das Wetter war auch noch nicht so sommerlich und in Bayern waren noch keine Sommerferien. Vor drei Wochen war es aber dann sogar so, das der Parkplatz am Nationalparkzentrum Lusen gesperrt werden musste, weil er besetzt war und auch keine Besserung in Sicht war.

Ein gesteigertes Interesse an der Natur ist zwar sehr positiv, so aber im Endeffekt nicht sehr hilfreich. Wenn dieses Interesse daraus resultiert, das man einem Virus ausweicht und seine normalen Reiseziele nicht besuchen kann und deshalb die einheimische Natur überrennt. Da kann man dann doch nur hoffen, das bald alles wieder normal ist. Denn gerade scheue und seltene Tiere werden mit Besuchermassen gar nicht klar kommen.

Neue Sichtungen im August

Neue Sichtungen im August

Neue Sichtungen im August : Die ersten Zugvögel, hier ein Braunkehlchen

Um wieder in den Monatsrhythmus mit den Sichtungsbeiträgen zu kommen, gibt es neue Sichtungen im August diesmal wieder pünktlich zum Ende des Monats. In den letzten Tagen ist deutlich mehr los in der Vogelwelt. Wenn auch lange nicht so viel wie letztes Jahr im August. Es gibt deutlich weniger Hausrotschwänze zu sehen, wobei sie immer noch die häufigsten Vögel auf meiner Runde sind.

In den letzten Tagen waren aber schon die ersten Zugvögel am Hordtberg zu sehen. Auf den Zaunpfählen konnte ich zweimal Braunkehlchen sichten und am Samstag einen Steinschmätzer. Da ich einen Steinschmätzer schon auf dem Vogelzug im Frühling sah, hat der schon die Nr. 46. Das Braunkehlchen als neue Sichtung ist die Nr. 77.

Der Zwergtaucher von der Kiebitzwiese ist die Nr. 74 und die Lachmöwe die Nr. 75. Der junge Kuckuck darf natürlich auch nicht fehlen, er ist meine Nr. 76 für dieses Jahr.

Den Abschluss für diesen Moment macht einer unser kleinsten Vögel als Nr. 78, das Sommergoldhähnchen. Auch wenn es immer ziemlich schlecht gelaunt aussieht, ist dieser kleine Angry bird doch immer wieder ein Highlight. So klein und immer so schnell und flink zwischen den Zweigen und Blättern unterwegs, das man froh ist wenn man ein Foto gemacht hat.

Insgesamt eine sehr schöne Mischung, wie ich finde!

 

Die Jungvögel von der Kiebitzwiese

Jungvögel von der Kiebitzwiese

Der diesjährige Kuckuck hat erfolgreich eine Raupe gefangen

Am Samstag bei meinem Besuch an der Kiebitzwiese sind mir die Jungvögel aufgefallen. Einige Jungvögel von der Kiebitzwiese sind etwas spät dran. Die Altvögel haben sich schon auf den Weg in den Süden gemacht. Einige Jungvögel sind noch alleine zurückgeblieben.

Die jungen Störche sind schon weg

Aber der Reihe nach, denn bei den Störchen fliegen zuerst die Jungvögel los. Beide Jungvögel von der Kiebitzwiese haben sich schon auf den Weg nach Afrika gemacht. Die beiden Altvögel standen zusammen im Nest und schienen nochmal in Ruhe Abschied zu nehmen von der Brutsaison. Sie tanken im Moment noch die Energiereserven auf und suchen Nahrung auf der Kiebitzwiese und im angrenzenden Wasserwerk.

Der erste einsame Jungvogel den ich sichtete war ein Neuntöter-Weibchen. Warum manche Vögel noch länger bleiben ist schwer zu sagen. Jeder Vogel ist halt anders. Da gibt es unterschiedliche Charaktere. Sie wird den Weg in den Süden dann halt später finden. Zwischendurch hat sie auf jeden Fall immer wieder erfolgreich Insekten gefangen.

Von Anfang an ohne eigene Eltern

Ebenfalls erfolgreich bei der Jagd war ein anderer Jungvogel, der sowieso von Anfang an ziemlich gut alleine klar kommen muss. Zumindest ohne seine leiblichen Eltern. Denn seine Mutter legt ein Ei in fremde Nester. Da ist doch wohl schon klar von wem ich rede? Für mich war es auf jeden Fall ein Highlight des Jahres, ich konnte einen jungen Kuckuck beobachten und fotografieren!

Zuerst habe ich den diesjährigen Kuckuck gar nicht erkannt und auf die Entfernung vermutet, das es ein Star ist. Der Jungvogel ist auch noch deutlich anders gefärbt als seine Eltern. Sehr dunkelbraun, fast schwarz gebändert.

Erst beim näher kommen erkannte ich den seltenen Vogel, der aus einem anderen Nest geschlüpft ist und so ohne Hilfe der eigenen Eltern den Weg ins Leben finden muss. Aus welchem Nest er wohl geschlüpft ist? Waren seine Eltern vielleicht Teich- oder Sumpfrohrsänger? Er hat sich auf jeden Fall prächtig entwickelt!

Später konnte ich den jungen Kuckuck noch aus nächster Nähe und bei der Jagd beobachten. Vermutlich werde ich einem Kuckuck nicht mehr oft so nahe sein!

Jungvögel sind schwer zu erkennen

Bei Jungvögeln muss man häufig mehrmals hinsehen, um sie eindeutig zu bestimmen. So auch bei den jungen Zwergtauchern, die ich auf der Ruhr fotografierte. Da auch diese beiden alleine nach Fischen tauchten, hatte ich auch keinen Vergleich zu einem Altvogel. Aber für junge Haubentaucher scheinen sie mir doch etwas klein zu sein. Wenigstens können sie noch in Ruhe wachsen, auf den Weg in den Süden müssen sie sich nicht machen.

Neue Sichtungen im Juli

Neue Sichtungen im Juli

Neue Sichtungen im Juli: Unsere größte Drossel, die Misteldrossel. Meine Nr. 72 für dieses Jahr

Neue Sichtungen werden für mich im Moment immer schwieriger. Es ist sehr heiß und die Vögel befinden sich zum Teil seit Juli noch in der Mauser. Deshalb bedeutet neue Sichtungen im Juli auch eigentlich den Zeitraum von Mitte Juli bis Mitte August. Der Zeitraum ist da bei mir im Moment etwas flexibel.

Bei Exkursionen sehe ich im Moment nicht viele Vögel. Dabei hat der Vogelzug schon begonnen und die ersten Vögel verlassen Deutschland und die ersten Zugvögel aus Nord- und Osteuropa erreichen uns schon. So werden schon die ersten Braunkehlchen und Steinschmätzer gesichtet.

Ich hatte leider nicht das Glück und bin froh, wenn ich überhaupt etwas sichte. Immerhin konnte ich mit dem Bluthänfling ( Nr. 70 ), dem Baumpieper ( Nr. 71 ) , der Misteldrossel ( Nr. 72 ) und dem Grauschnäpper weitere vier Arten für dieses Jahr sichten. Damit habe ich jetzt 73 Arten in diesem Jahr gesichtet.

Besonders mit der Bestimmung der Misteldrossel tue ich mich immer schwer. Man kann sie halt leicht mit der Singdrossel verwechseln. Beim Baumpieper und dem Grauschnäpper reicht meist ein prüfender Blick auf die Fotos.

Volksinitiative für mehr Artenvielfalt

Am 23. Juli ist endlich die Volksinitiative für mehr Artenvielfalt in Nordrhein-Westfalen gestartet. Schon Anfang des Jahres ist diese Initiative von den Naturschutzverbänden Nabu, BUND und der Landesgemeinschaft Natur und Umwelt (LNU) angekündigt worden. Aber dann kam das Coronavirus und alles musste verschoben werden.

Volksinitiative mit Vorbild aus anderen Bundesländern

Schon letztes Jahr wurde eine Volksinitiative zur Rettung der Bienen in Bayern gestartet. Mit überwältigendem Erfolg. 1,75 Millionen Menschen unterschrieben diese und das führte sogar dazu, dass das Naturschutzgesetz geändert wurde. Teilweise gab es lange Warteschlangen bei den Annahmestellen. Aber man stellte sich geduldig an. Das alles sind Dinge, die so in Zeiten von Corona nicht durchgeführt werden können. So ist auch noch nicht veröffentlicht, wo man seinen ausgedruckten und unterschriebenen Bogen abgeben kann. Da bleibt einem vorerst nur der Weg, diesen Bogen per Post zu verschicken.

Katastrophaler Flächenverbrauch

So eine Volksinitiative ist in Nordrhein-Westfalen schon lange überfällig. Der Flächenverbrauch, die Versiegelung von Flächen und die intensive Landwirtschaft kann nur noch als extrem bezeichnet werden. Jeden Tag geht eine Fläche von 10 Hektar für neue Wohn- und Gewerbegebiete, Straßen und die Rohstoffgewinnung verloren. Und in der Coronakrise ist nochmal ein Gesetz von der Landesregierung geändert worden, das noch mehr Flächenverbrauch pro Tag erlaubt. Die kapitalistische Landesregierung von CDU und FDP zeigt damit einmal mehr, dass sie jeden Umweltschutz und Zukunftsgedanken ablehnt!

Da sind andere Landesregierungen schon weiter. In Baden-Württemberg ist das Artenschutzgesetz letztes Woche verschärft worden. Unter anderem wurden alle Schottergärten verboten. Die waren schon vorher nicht erlaubt, aber es musste mit den Gesetzesänderungen wohl nochmal darauf hingewiesen werden.

Die Naturschutzverbände fordern außerdem mehr Waldgebiete ohne Nutzung, die Ausweitung des Biotopverbunds und den Ausbau der ökologischen Landwirtschaft. Dazu noch besseren Schutz von Gewässern und Auen. Außerdem wird noch die Ausweisung eines Nationalparks Senne gefordert. Ein Projekt das schon lange im Gespräch ist und mir sehr am Herzen liegt.

66.000 Unterschriften werden benötigt

Damit die Volksinitiative im Landtag behandelt wird, sind 66.000 Unterschriften notwendig. Nach Abgabe der Unterschriften entscheidet der Landtag innerhalb von drei Monaten, ob die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllt sind. Dann muss er sich mit den geforderten Punkten der Initiative beschäftigen.

Bis dahin ist wahrscheinlich schon eine Fläche von der Größe eines Nationalparks vernichtet.

Wer aus Nordrhein-Westfalen kommt, kann hier den Bogen herunterladen, ausdrucken und unterschreiben :

Volksinitiative Artenvielfalt NRW

Volksinitiative

Tiere auf dem Bauernhof

Tiere auf dem Bauernhof

Tiere auf dem Bauernhof : Hofhund Bastl mit seinem Lieblingsspielzeug, den Tannenzapfen

Tiere auf dem Bauernhof, ihr ahnt es bestimmt schon, heißt bei mir eher Vögel auf dem Bauernhof! Auf einem Bauernhof kann man einige Vögel finden. Hühner naturich und von den wilden Arten die, die an Häusern brüten. Auf einem Bauernhof kann man noch die Lebensgemeinschaft zwischen Mensch und Tier von früher beobachten. Bei zwei Vogelarten erkennt man dann auch sofort woher sie ihren Namen haben. Bei den Hausrotschwänzen und Haussperlingen. Diese beiden Arten fliegen in einem offenen Kuhstall jede Sekunde ein und aus. Es herrscht reger Flugverkehr.

An jeder Scheune kann man Hausrotschwänze beobachten. Ein Paar und oft dann auch schon den ersten Nachwuchs des Jahres. Vermutlich brüten sie auch an jeder Scheune. Im Innenhof des Bauernhofs konnte ich ein Nest mit drei jungen Hausrotschwäne unter einem Überdach finden. Das Nest war in einer Ecke direkt unter dem Dach auf einem Holzbalken. Ein typischer Platz für ein Hausrotschwanznest. Als Nischen- und Höhlenbrüter sind die Häuser der Menschen für sie optimale Lebensräume. Um den Bauernhof finden sie noch genug Insekten, sie bedienen sich aber auch schon einmal am Futter der Hühner. Auch die Haussperlinge bedienen sich gerne an dem Futter.

In den Scheunen und Ställen sind auch Mehl- und Rauchschwalben unterwegs, von denen ich aber leider keine Nester finden konnte. Ich hatte aber auch gar nicht gezielt danach gesucht. Denn stundenlang die Ställe zu durchsuchen, fand ich nicht so angebracht.

Um den Bauernhof herum gibt es noch weitere Feld- und Wiesenvögel zu sehen. Die noch von den zum Teil recht bunten Blumenwiesen profitieren. Oft sind diese Wiesen auch schon an die Bedürfnisse der Viehhaltung angepasst und werden auch häufig gemäht. Ich konnte dort Feldsperlinge, Bachstelzen und Distelfinken sichten. In einer Blumenwiese sind mittlerweile recht wenig Disteln zu finden. Die bevorzugte Nahrung und Namensgeber für den bunten Distelfinken ist wegen der Stacheln keine gute Nahrungspflanze für das Vieh.

Und ungenutzte Brachflächen mit Disteln gibt es in der intensiven Landwirtschaft selten. Um die Insekten und damit die Artenvielfalt zu retten, wären solche Flächen dringend notwendig. Experten sagen sogar, 30% der Landwirtschaftsflächen müssen zu Brachland werden. In meiner Kindheit gab es solche Brachflächen und auch Blühstreifen an Feldern noch reichlich. Die Wiesen rund um den Bauernhof sehen auch gut aus. Sie ziehen auch viele Insekten und Schmetterlinge an. Wenn man genauer hinsieht fehlen aber auch viele bekannte Arten.

Das kann aber auch an der Höhenlage liegen. Getreideanbau oder Anbau anderer Feldfrüchte wird in dieser Höhe gar nicht betrieben. Die Landwirte im Bayerischen Wald sind eher Holzbauern die ein Stück Wald besitzen und die Bäume verarbeiten. So gab es auf dem Bauernhof auch eine eigene Sägerei. Gerne setzten sich die Hausrotschwänze und Haussperlinge auf die frisch gesägten Bretter.

Typische Bewohner unserer Gärten und Parks waren auf dem Bauernhof nicht zu sehen. Die Meisen hielten sich eher am Waldrand auf und Tauben waren gar nicht zu sehen.

Rund um einen ökologischen Bauernhof ohne Einsatz von Pestiziden ist die Welt noch etwas besser als sie sonst ist. Das vermute ich jetzt einfach einmal. Denn mir gelang bei Dunkelheit eine Beobachtung, die ich zuletzt als Kind gemacht hatte. Es waren dort Glühwürmchen zu sehen! Eine der schönsten Sachen, die es in der Natur gibt.

Der Nationalpark

Der Nationalpark

Der Nationalpark Bayerischer Wald, ein Urwald mit der Räubertochter als Klettermaxe

Wenn man in den Bayerischen Wald fährt, kommt man am Thema Nationalpark nicht vorbei. Und das gleich auf zwei Arten. Man kommt am Thema nicht vorbei und auch am Gebiet des Nationalparks nicht, wenn man sich dort in der Nähe aufhält. Da hört man schnell Sätze wie etwa: „Hier ist doch überall Nationalpark!“

Man erlebt, dass es dort viel Unwissenheit gibt, was die Nationalparks betrifft. Und auch einige falsche Vorstellungen. Für jemanden, der sich mit der Natur beschäftigt, ist das gar nicht so leicht zu verstehen. Da kennt man sich bei den Begriffen Naturschutzgebiet, Naturpark oder Nationalpark eigentlich gut aus. Und gerade bei jemandem, der einen Nationalpark besucht, erwartet man das eigentlich auch.

Der Nationalpark – Kein Verständnis für Naturschutz und Natur

Viele Leute übersehen gerne einmal das Schild Naturschutzgebiet. Das sie noch lieber die Regeln und Vorbote in dem Gebiet nicht beachten und ignorieren, kommt häufig noch dazu. Ist ja nur ein Naturschutzgebiet. Die Tiere sind doch eh egal und diese Ökos nerven auch nur! Bei Bewertungen von Naturschutzgebieten bei Google habe ich auch schon gelesen, dass so etwas als schöner Park bezeichnet wird.

Offensichtlich scheint da teilweise die Meinung verbreitet zu sein, dass es sich bei Schutzgebieten um Parks für Freizeitaktivitäten von Menschen handelt. Da geht die Wahrnehmung wohl nur so weit, dass alles auf der Welt für den Menschen da ist. Ein Verständnis für Natur und Tiere scheint da nicht vorhanden zu sein.

Wo sind denn hier die Fahrgeschäfte?

Ein Nationalpark lässt sich nicht so leicht übersehen, schließlich wird man überall mit großen Schildern willkommen geheißen, sobald man die Grenzen eines Nationalparks erreicht hat. Auch die Informationszentren sind nicht zu übersehen, wenn man dort vorbeikommt. Offensichtlich führen diese Anlaufstellen und die Bezeichnung Nationalpark bei einigen Leuten zu noch größeren Missverständnissen. Immer wieder hört man davon, dass Leute die Fahrgeschäfte im Park suchen.

Das hört sich völlig absurd an, aber wirklich überraschen tut es mich auch nicht mehr. Aber auch wenn Leute sich dann vor Ort im Nationalpark bewegt haben, gibt es immer noch viel Unwissenheit. Deshalb möchte ich versuchen, das Thema hier näher zu erklären.

Berühmte Nationalparks

Es gibt berühmte Nationalparks in verschiedenen Ländern. Und gerade diese führen auch zu falschen Erwartungen. Der erste Nationalpark der Welt ist der Yellowstone-Park in den USA. Er wurde 1872 gegründet, als “öffentlicher Park oder Vergnügungsstätte zum Nutzen und zur Freude der Bevölkerung.“ Vielleicht führt so eine Aussage auch zu Missverständnissen. Freude soll so ein Park natürlich machen, aber er sollte doch wirklich als strenges Schutzgebiet verstanden werden.

Sehr bekannte Nationalparks gibt es in den USA. Neben dem  Yellowstone Park, noch den Yosemite Nationalpark, den Grand Canyon Nationalpark oder die Everglades. Auch in Afrika gibt es berühmte Nationalparks, wie den Serengeti Nationalpark und den Kruger Nationalpark in Südafrika. Das alles sind herausragende Schutzgebiete. Das kennzeichnet einen Nationalpark. Es sind herausragende Schutzgebiete, die den höchsten Schutzstatus haben. Leider ist es gerade bei diesen Parks so, das der Schutz an der Parkgrenze aufhört. Bis dort wird dann z. B. alles abgeholzt und Tiere gejagt.

Der Mensch soll nicht eingreifen

Und dort soll die Natur sich selbst überlassen werden. Der Mensch soll nicht eingreifen. Wenn ein Baum umstürzt, wird er liegen gelassen. So soll ein Urwald entstehen und das Gebiet soll sich so entwickeln, wie es ursprünglich einmal war. Bevor der Mensch in die Natur eingegriffen hat.

Das soll ein Ziel sein, lässt sich aber vollständig gar nicht mehr erreichen. Schließlich leben Menschen im Nationalpark und vom Nationalpark. Das führt häufig zu Konflikten und Widerstand gegen Nationalparks. Denn der Mensch lebt z. B. vom Wald und vom Meer und will die Gebiete weiterhin nutzen.

Wo sind denn hier die Tiere?

Dabei profitieren diese ländlichen Gebiete deutlich mehr vom Tourismus, der durch den Nationalpark entsteht. Leider entstehen dabei durch die berühmten Nationalparks in anderen Ländern auch falsche Vorstellungen und Erwartungen an deutsche Nationalparks. Es entsteht die Erwartung, man könnte dort Bären, Wölfe, Luchse und Hirsche gut sichtbar und ganz einfach beobachten. Tatsächlich ist das natürlich ganz anders. Jeder Naturliebhaber und Naturfotograf weiß, dass eher das Gegenteil der Fall ist. Man sieht diese Tiere nie und auch sonst kann man Pech haben und gar kein Tier beobachten.

Das im Nationalpark die Natur nicht aufgeräumt wird und sich selbst überlassen wird, bekommen die Besucher dann doch sehr schnell mit. Es sieht halt auch nicht so ordentlich aus, wie man es sonst aus der heimischen Natur gewohnt ist. Teilweise sieht es auch nicht schön aus, was auch oft zu Kritik führt. Gerade wenn dort ganze Waldflächen durch den Borkenkäfer absterben. Dann gibt es auch kontroverse Diskussionen. Denn gerade auch die Anwohner sind noch den traditionellen Umgang mit dem Wald gewohnt.

Um diese Punkte und einen Nationalpark zu erklären, gibt es die Informationshäuser. Dort gibt es Ausstellungen und jede Menge Informationen. Sie sind Anlaufpunkte und werden in Deutschland häufig als Tor zum Nationalpark bezeichnet. Man kann sie als Ausgangspunkt für Touren im Nationalpark benutzen.

In Deutschland gibt es mittlerweile 16 Nationalparks. Die größten sind die im Wattenmeer der Nordsee. Die sich auf die Bundesländer Niedersachsen, Hamburg und Schleswig-Holstein verteilen. Ich persönlich habe neben dem Wattenmeer schon den Nationalpark Jasmund auf Rügen, den Harz, die Eifel, den Nationalpark Berchtesgaden und eben den Bayerischen Wald besucht.

NRW hat nur einen

Man besten kenne ich mich im Nationalpark Eifel aus. Im einzigen Nationalpark von Nordrhein-Westfalen kann man seltene Tiere häufig  beobachten. Am Rur- und Urftsee kann man die Mauereidechsen direkt an den Wanderwegen sehen. Über den Seen kreisen häufig Rot- und Schwarzmilane. Auch Rotwild und Rehe lassen sich z. B. auf der Dreiborner Hochfläche in großen Gruppen beobachten. Das Maskottchen des Nationalparks, den „Eifel-Tiger“ bekommt man dagegen fast nie zu sehen. Gemeint ist die europäische Wildkatze. Die in der Eifel verbreitet ist, aber eher ein sehr heimliches Leben führt.

Neben den Nationalparkhäusern gibt es oft noch andere Anlaufstellen im Nationalpark. Das können Rundwege mit Informationstafeln oder auch Baumwipfelpfade sein. Solche Informationsstellen werden mittlerweile auch Barrierefrei errichtet.

Die Ranger sind unterwegs

Ein Unterschied zu den Naturschutzgebieten ist, dass es im Nationalpark Ranger gibt. Diese Ranger sind im Park unterwegs um Informationen zu vermitteln. Es gibt Treffpunkte, von denen die Ranger geführte Touren mit Besuchern starten. Und die Ranger kontrollieren auch das Verhalten der Besucher im Park.

Ein Nationalpark ist ein besonderer Ort. Dort werden seltene Lebensräume und Tiere unter Schutz gestellt und oft gibt es dort herausragende Naturmonumente wir die Kreidefelsen von Rügen oder die Sandsteinfelsen der Sächsischen Schweiz. Man kann dort Natur erleben, wie man sie sonst selten sieht. Und sie sind kein Ort für rücksichtslose Freizeitaktivitäten.

In einem meiner nächsten Beiträge werde ich den Nationalpark Bayerischer Wald noch näher vorstellen.

Neuigkeiten und neue Sichtungen

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Neuigkeiten und neue Sichtungen : Blick vom Bauernhof über das Dorf zum Geißkopf und zum Einödriegel

Die Neuigkeiten sind erstmal wichtiger als die neuen Sichtungen. Hier ist es ja mit den Neuigkeiten etwas still geworden. Das liegt daran, das ich mit der Zeilenzauberin Charlotte 14 Tage auf einem Bauernhof im Bayerischen Wald war. Und dort gab es kein Internet und teilweise war auch das Netz nur sehr schlecht.

Kein Internet auf dem Bauernhof

Das war leider so nicht zu erwarten, sonst hätte ich vorher noch einen Beitrag dazu geschrieben. Aber im Leben kommt es ja oft etwas anders als man denkt. Nachdem das Netz schon eher schlecht war, wollte ich das Internet auf dem Bauernhof dann auch nicht ausprobieren.

Einfach einmal 2 Wochen ohne Internet, das ist doch auch eine tolle Sache! Einfach mal entspannen und die Natur genießen. Davon gibt es im Bayerischen Wald und auf einem Bauernhof doch reichlich zu entdecken. Es folgen in den nächsten Tagen auch einige Beiträge dazu. Allerdings stellte ich auf dem Bauernhof erstmal fest, das die Natur doch etwas anders war, als ich es erwartet hatte. Der Bayerische Wald gilt als klassisches Ziel für Naturfotografen. Immer eine Reise wert. Hat den ersten Nationalpark von Deutschland zu bieten.

“Kein Vogel am Himmel!”

Allerdings ist es nicht gerade ein Ziel, wenn man gerne Vögel beobachtet. Das stellte ich ziemlich schnell fest. “Hier ist kein Vogel am Himmel!” War leider mein Motto in den ersten Tagen. Nicht einmal eine Krähe oder Taube war zu sehen. Kein Greifvogel. Und das obwohl rund um den Bauernhof und dem kleinen Dorf mit nur 25 Hausnummern fast jeden Tag eine Wiese gemäht wurde. Das hätte hier in Langenberg sofort die Mäusebussarde, Turmfalken und Rotmilane angezogen.

Auch im Wald sah ich nicht einen Vogel. Nicht einmal die erhofften Spechte. Erst nach ein paar Tagen kamen mir so langsam die Gedanken, warum das so war. Vielleicht lag es einfach an der Höhe. Denn der Bauernhof lag mindestens auf 700 Meter Höhe. Hinter dem Hof ging es durch den Wald zu einem Aussichtsturm, mit der Höhenangabe 833 Meter. Da halten sich die Vögel vielleicht lieber im Tal auf, wo es mehr Nahrung gibt.

Auf dem Bauernhof gab es die typischen Kulturfolger unter den Vögel zu beobachten über die ich im nächsten Beitrag berichten werde. Meine neuen Sichtungen für den Juni und bis Mitte Juli waren der Schwarzmilan, die Nr. 65. Der Neuntöter Nr. 66 und die Tafelente als Nr. 67. Auf dem Bauernhof entdeckte ich noch die Feldsperlinge, die Nr. 68 für dieses Jahr. Ein typischer Vogel für ländliche Gegenden.

In den nächsten Tagen geht es jetzt wieder normal mit den Beiträgen weiter.

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