SchlagwortGartenrotschwanz

Die Hecken sind wichtige Lebensräume unserer Vögel

Die Hecken sind wichtige Lebensräume unserer Vögel

Zwei junge Dorngrasmücken in der Hecke

Im Moment sind in den Gärten und Wäldern kaum Vögel zu sehen. Dafür sehe ich die Singvögel in den Hecken. Die Hecken sind wichtige Lebensräume unserer Vögel. Leider gibt es in unserer Landschaft immer weniger von diesen Hecken. In den Hecken zwischen den Feldern und Wiesen finden die Singvögel ihre Nahrung. Und sie können von dort auf die Wiesen und Feldern fliegen, wo sie ebenfalls Nahrung finden können.

Die Hecken bieten Schutz und Nahrung

In den Hecken gibt es verschiedene Beeren und auch Insekten und sie sind auch ein guter Nistplatz und eine gute Kinderstube für die Jungvögel. Sie sind dicht gewachsen und bieten Schutz. Dort scheint es im Moment noch einige Jungvögel zu geben. Diese sind manchmal weniger scheu als die Altvögel. Die Singvögel in den Hecken sind gerade ziemlich gut für mich. Sie sind sehr zahlreich und lassen sich gut fotografieren.

Die Hecken sind wichtige Lebensräume unserer Vögel, sie haben aber keine so gute Lobby. Ein Wald oder Fluss wird von uns Menschen eher als zu schützender Lebensraum gesehen. Für die Artenvielfalt in der Landschaft ist eine Hecke sehr wichtig. Gerade in unserer Monokultur in der Landwirtschaft.

Ich sehe zur Zeit in den Hecken viele Vögel, die ich sonst nicht so oft sehe. Die Dorngrasmücken und die Mönchsgrasmücken. Und den Grauschnäpper, den ich vor ein paar Wochen überhaupt das erste Mal gesichtet habe.

Verwandte Arten

Auch die Hausrotschwänze beschäftigen mich weiter. Die verschiedenen Färbungen sind interessant. Vom Schwarzgrau der Männchen über das Hellgrau der Weibchen und manche sind eher Graubraun gefärbt. Es sind verschiedene Gefiederstadien bei den Vögeln zu sehen. Und dann war ein Vogel dazwischen, der etwas anders gefärbt war. Der Schwanz war auch typisch Hellrot aber das restliche Gefieder war etwas anders. Ich vermute, das es ein weiblicher Gartenrotschwanz ist.

Interessant dabei ist auch, das die Gartenrotschwänze sich wohl in der Nähe der Hausrotschwänze aufhalten. Das hat mich überrascht. Vielleicht war auch bei den Jungvögeln der eine oder andere Gartenrotschwanz dabei. Die sind für mich immer noch schwierig zu bestimmen.

Erfreuliche Bilder

Erfreuliche Bilder

Der Jungvogel war erfolgreich und fing einen Grashüpfer oder eine Heuschrecke

Wenn man in unsere Natur geht, dann sieht man häufig keine guten Entwicklungen. Manchmal sieht man aber auch sehr erfreuliche Bilder. Die Hausrotschwänze hatten dieses Jahr reichlich Nachwuchs. Das sich der Nachwuchs der Hausrotschwänze am Feldweg herum treibt, hatte ich letzte Woche schon geschrieben. Aber am Wochenende waren rund um den Bauernhof gleich mehrere diesjährige Hausrotschwänze zu sehen.

Die Hausrotschwänze haben wohl am Bauernhof und in der Nähe gebrütet und waren wohl sehr erfolgreich. Sie brüten oft in Ställen oder Scheunen. Direkt am Bauernhof waren Alt- und Jungvögel zu sehen und in den Wiesen in der Nähe, sassen unheimlich viele Hausrotschwänze auf den Zaunpfählen. Sogar nebeneinander. Bevor der Flug in den Süden beginnt, musste sich nochmal gestärkt werden und die Kraftreserven mit Insekten aufgebaut werden.

Und die Hausrotschwänze waren sehr erfolgreich und fingen auch dicke Grashüpfer. Über beide Talhänge verteilt waren sie zu sehen. Weiter in Richtung Waldrand fiel mir noch ein Rotschwanz auf, der aber deutlich heller aussah. Ich vermutete, das es an den Sonnenstrahlen lag, die hier seitlich durch die Bäume kamen. Er war aber auch sonst etwas anders gefärbt als die Hausrotschwänze. Erst zu Hause fiel mir auf, das es ein männlicher Gartenrotschwanz war. Den man bei uns im Westen deutlich seltener sieht.

Ein Indikator für Artenvielfalt

Der Gartenrotschwanz gilt als Indikator für Artenvielfalt. Wo er verschwindet, gehen auch viele andere Arten verloren. Bis jetzt habe ich bei uns im Westen nur ein paar Gartenrotschwänze gesehen. Für dieses Jahr war es mein Erster und damit die Nr. 90 des Jahres. Es waren also wirklich sehr erfreuliche Bilder, an meinem alltäglichen Spazierweg.

Ein bedrohtes Paradies?

Heute kommt dann endlich der zweite Teil von meinem Besuch der Rieselfelder von Münster. Neben dem jungen Steinschmätzer konnte ich auch noch einen Rotschwanz fotografieren. Bei der Bestimmung wurde es dann aber wieder einmal schwierig. Bei uns im Kreis Unna ist der Hausrotschwanz und auch der Gartenrotschwanz schon sehr selten geworden. Auch Opfer des Insektensterbens. Wegen der hellen Unterseite würde ich bei diesem Rotschwanz auf einen weiblichen Gartenrotschwanz tippen.  Auch in den Rieselfeldern war es der erste Gartenrotschwanz den ich dieses Jahr gesehen habe. Selbst in so einem Paradies sind die Vögel bedroht.

Am großen Teich sah ich einige Pfeifenten. Die Männchen tragen im Moment noch ihr Schlichtkleid und sind so etwas schwerer zu erkennen. Man erkennt sie aber gut am hellgrauen Schnabel mit der schwarzen Spitze.

Neben der Storchengruppe auf der Wiese flogen am Nachmittag auch noch einige Störche in der Thermik vor einem strahlenden blauen Himmel.

Da machten die Rieselfelder einen wunderschönen Eindruck. Aber auch so ein Paradies ist gefährdet. Wenn die Straßen von Münster vom alltäglichen Straßenverkehr verstopft sind, nutzen viele Autofahrer die Straßen durch die Rieselfelder als Schleichwege. Und es wird nicht gerade langsam gefahren. Die Anwohner haben jetzt eine Bürgerinitiative gegründet. Durch den erhöhten Straßenverkehr werden immer wieder viele Vögel überfahren. Aber auch von Radfahrern, die angefahren wurden, habe ich schon gehört. Die Bürgerinitiative will jetzt gegen diesen erhöhten Verkehr in den Rieselfeldern etwas unternehmen. Früher waren die Rieselfelder auch schon einmal für Autos gesperrt.

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