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Dieses Jahr hatte ich Glück

Dieses Jahr hatte ich das Glück

Dieses Jahr hatte ich das Glück, die Kraniche und ihre Zugformationen am Himmel zu sehen

Dieses Jahr hatte ich Glück doch etwas vom Zug der Kraniche zu sehen! Vor 10 Tagen sah ich gleich mehrere große Ketten, als ich gerade oben am Meyberg ankam. Sie waren zwar doch ziemlich weit entfernt für meinen Geschmack, aber immerhin hatte ich mal wieder das Glück! Denn ich hatte sie weder beim letzten Herbstzug noch im Frühjahr gesehen. Früher wäre das für mich nicht vorstellbar gewesen. Da ich doch in der Zugroute wohne und so manches Erlebnis mit den großen, lauten Vögeln verbinde. Denn die fliegen z. B. auch nachts und machen dabei genauso viel Lärm wie am Tag.

Aber es gehört halt auch Glück dazu, die Vögel des Glücks bei ihrem Zug zu sehen. Das beruhigende dabei ist, selbst wenn man sie nicht sieht, man kann sich sicher sein sie sind jedes Jahr unterwegs und man wird sie schon wiedersehen.

Und das ist jedes Mal wieder aufregend und spektakulär. Gerade wenn es sich um große Gruppen handelt. Leider ließen mich die Gruppen sozusagen rechts und links liegen, sie flogen einfach immer zu weit an mir vorbei. Aber geschätzt waren es mehr als 1.000 Vögel, das hat mich sehr gefreut!

Ein großer Zug wich völlig von der Flugroute der Anderen ab und flog an unserer Wohnung im Tal vorbei. So konnte ich wenigstens noch die liebe Charlotte  anrufen und mein Glück mit ihr teilen!

 

Ein traumhafter Tag

Ein traumhafter Tag

Ein Traum in Blau und Weiß

Der Samstag war wirklich ein traumhafter Tag, wie man ihn selten erlebt. Das seltene daran war auch, dass das Licht einfach immer besser wurde. So das man am Nachmittag einfach das Gefühl hatte, das ist jetzt etwas Besonderes. Ich war wieder an der Kiebitzwiese und die Bedingungen waren einfach ganz anders als beim letzten Mal, als der Herbstwind alle Vögel nur im hohen Gras hielt.

Ein traumhafter Tag, mit tollem Licht

Dass die Stimmung immer schöner wurde, war so präsent, dass ich versuchte damit zu experimentieren. Mein Lieblingsmotiv war dabei ein Höckerschwan, der einfach ruhig und anmutig an einer Stelle unter Wasser nach Nahrung suchte. Der Schwan war genau im Licht und mein Perfektionismus wollte ihn perfekt auf die Speicherkarte bannen. Wenn die Szene so ruhig ist, kann man doch schön mit der Spiegelung arbeiten und sehen wie sich das Licht verändert. Man kann auch noch die Aufteilung verändern oder die Perspektive.

Ich habe es unermüdlich versucht. Und ich hatte auch Spaß daran. Und doch hätte ich mir das ganze sparen können. Denn direkt das erste Fotos war perfekt:

Es war wie gemalt!

Denn was die Technik da auf die Speicherkarte gebannt hat, konnte ich auf die Entfernung und auf dem kleinen Bildschirm der Kamera gar nicht erfassen! Denn der Zoom der Kamera hat Details der Szene erfasst, die ich von meinem Standort gar nicht erkennen konnte. Diese Details hat mir erst der Monitor sichtbar gemacht. Und so sah ich auf dem Monitor eine Szene, die ich so vorher noch nicht gesehen hatte:

Ein traumhaftes Bild

Denn selbst in meiner Vorstellung, selbst vor Ort hätte ich mir so ein Bild nicht vorstellen können.

Der Zoom des Objektivs hat noch einen weiteren Effekt erzeugt. Die Szene wirkt absolut ruhig, dabei war es im Umfeld alles andere als ruhig. Die Szenerie auf der Kiebitzwiese war diesmal ein Wimmelbild.

Zur Zeit halten sich ungefähr 180 Nilgänse an der Kiebitzwiese auf. Die streitbaren und kampflustigen Gänse sind gerade mit Revierstreitigkeiten und der Partnersuche beschäftigt. Da wird posiert, gedroht und gejagt. Und die eigene Stärke demonstriert. Das geht so weit, das die Nilgänse einzelne Zaunpfähle besetzen. Solche Plätze hat der Besetzer ziemlich exklusiv.

Ein Platz auf dem Podest

Anders sieht es beim Betonsockel des Hochspannungsmastes aus. Wer dort hinauf gelangt, hat es sozusagen geschafft. Zumindest kurzfristig, denn der Sockel ist umkämpfter als ein Platz in der ersten Reihe. Dabei geht es offensichtlich auch nur ums Prinzip. Denn etwas machen kann man weder auf dem Betonsockel noch auf einem Zaunpfahl.

Die Nilgänse zählen nicht zu meinen Lieblingsmotiven, waren aber so unterhaltsam, dass ich sie doch fotografiert habe. Neben den Nilgänsen sind noch etwa 80 Stockenten vor Ort, die es aber schon ruhiger angehen lassen. Da haben sich die Paare schon gefunden, das Verhältnis Weibchen zu Männchen ist auch fast schon ausgeglichen. Überhaupt haben auch die Tiere das schöne Wetter sichtlich genossen und sich sehr aktiv gezeigt. Auch einige Nutria waren immer wieder auf der Suche nach Futter. Der Höckerschwan war ohne Artgenossen auf dem Teich. Vielleicht war er auch deshalb so ruhig.

Da auch kein Greifvogel die Szenerie störte, war es ein traumhafter Tag für alle Beteiligten.

Die Vogelarten im Oktober und rätselhafte Fotos

Die Vogelarten im Oktober

Die Vogelarten im Oktober und rätselhafte Bilder: Wer findet die Gebirgsstelze?

Die Vogelarten im Oktober haben wirklich rätselhafte Fotos gebracht. Dabei sind kleine und große Vögel beteiligt. Die Bestimmung beim kleinen Singvogel war sehr leicht. Es handelte sich um eine Gebirgsstelze und die Nummer 80 war dann auch schnell für diese Vogelart vergeben. Den Vogel aber erstmal auf dem Foto zu finden, war dagegen gar nicht so leicht. Und wenn man sich häufiger gefragt hat, warum die Vögeln denn gerade diese Gefiederfarben haben, bei dem Foto mit der Gebirgsstelze kann man es gut erkennen. Das Gelb und Grau ist bei der Umgebung eine hervorragende Tarnung.

Die Vogelarten im Oktober, Suchbild mit Vogel

Wegen der größeren Entfernung am anderen Ruhrufer war es mir auch nicht möglich den Vogel genau zu fokussieren. Ich habe einfach Fotos gemacht, denn da flog etwas. Deshalb sitzt die Gebirgsstelze auch nicht mittig im Foto. So ist ein rätselhaftes Foto mit Spiegelungen und einem Wirrwarr von Ästen entstanden. Aber jetzt sage ich erstmal viel Spaß beim Suchen auf dem Foto! Die Auflösung gibt es dann am Ende!

Auf den Fotos mit den größeren Vögeln auf der Kiebitzwiese war alles viel besser zu erkennen, dafür gab es bei der Bestimmung einige Rätsel.

Ich habe eine Streifengans gesichtet. Die allerdings etwas ungewöhnlich aussah. Uns fehlt in Europa wohl auch noch etwas Erfahrung mit dieser Art. Alle Streifengänse, die ich bis jetzt gesehen habe, hatten sehr deutliche Streifen am Kopf und Hals. Bei dem Exemplar auf dem Foto sieht alles etwas undeutlicher und unordentlicher aus. Der Hals ist auch von vielen schwarzen Federn durchzogen. An der Kiebitzwiese kam schnell die Vermutung auf, es könnte sich um einen Hybriden handeln. Vielleicht aus Streifengans und Graugans.

Beim Blick auf die Fotos dachte ich auch erst, warum nicht. Sitzt ja auch eine Graugans daneben. Aber auch bei diesem Vogel stutzte ich schnell. Der dunkle Streifen am Hinterkopf. Und dann dieser Höcker über dem Schnabel. Vermutlich ist das eine Höckergans. Aber dabei will ich mich jetzt nicht zu 100% festlegen. Bei der Streifengans schon, denn der gelbe Schnabel und die Beine passen zu der Art. Auch die Gefiederfärbung hat nicht so viele Abweichungen. Vermutlich ist es ein jüngerer Vogel der noch nicht das adulte Gefieder hat. Damit ist die Streifengans meine Nr. 81.

Zwei Hybride auf einem Foto?

Dann habe ich die Streifengans noch mit einem eindeutigen Hybriden fotografiert. Ein alter Bekannter auf der Kiebitzwiese und der hat deshalb schon die Nr. 9.  Der Schneegans-Kandagans Hybrid wollte dann auch noch auf das Foto. Die Hybridgänse sind schon eine rätselhafte Welt für sich!

Der Eisvogel im Herbstwind

Im Herbstwind

Dieser Ansitz liegt geschützt im Windschatten des Aussichtshügels. Die Nahaufnahme täuscht einen, der Eisvogel ist nicht sehr groß. Man kann ihn schnell übersehen.

 

Am Samstag war der Eisvogel im Herbstwind zu sehen. Es wehte ein kräftiger Wind über der Kiebitzwiese, so wie auch schon in den Tagen davor. Der Herbstwind schob die dunklen Wolken über die Landschaft. Keine guten Bedingungen für das Fotografieren von Tieren.

Warten im Herbstwind

Die Kiebitzwiese war besetzt von Grau-, Kanada- und Nilgänsen. Die sich aber wegen dem starken Wind hauptsächlich in die Wiese duckten. Auf der Wasserfläche vor dem Aussichtshügel war kaum ein Wasservogel zu sehen. Wenig Bewegung der Tiere macht das Warten zu einer Geduldsprobe. Was mir dabei hilft sind die Erfahrungen mit dem Gewohnheiten der Tiere.

Da gibt es allgemeine Erfahrungen über die besten Uhrzeiten und Jahreszeiten für die Beobachtung bestimmter Tierarten. Wenn man als Fotograf versucht besonders nah an einen Eisvogel heran zu kommen, bekommt man mit der Zeit noch viel nähere Erkenntnisse.

Ein kleiner Vogel

Da jeder Fotograf häufig Nahaufnahmen von einem Eisvogel macht, entsteht für Laien ein falscher Eindruck von der Größe des Vogels. Ein Eisvogel ist mit 16 cm ein ziemlich kleiner Vogel. Viele Leute, die das erste Mal einen Eisvogel sehen, sind sehr überrascht wie klein und schnell dieser Vogel ist. Im Flug ist er auf größere Entfernung kaum zu sehen.

Ein Eisvogel kann einen so immer wieder überraschen, selbst wenn man seine Gewohnheiten schon kennt. Wenn ich seine Ansitzäste im Auge behalte kommt es oft vor, das er einfach unbemerkt schon wieder auf einem Ast sitzt. Aber feste Gewohnheiten erleichtern einem die Wartezeit. Und am Samstag hatte ich durch die Ruhe der anderen Vögel genug Zeit, den Eisvogel zu beobachten.

Eine Flugrunde durch das Jagdrevier

Ich habe eine Faustregel für mich festgelegt, wenn der Eisvogel den Aussichtshügel verlassen hat, dauert es eine halbe Stunde bis er wieder auftaucht. Das erleichtert mir die Wartezeit. Und es ist tatsächlich so, das er nach einer Weile wieder auftaucht. Als würde er eine Runde über die Kiebitzwiese fliegen. Nach meinen Beobachtungen vom Samstag ist das tatsächlich so. Er folgt den Gräben, die die Kiebitzwiese mit Wasser versorgen. Dieses Verhalten macht für einen Vogel, der am Wasser und vom Wasser lebt, durchaus Sinn. Er fliegt wahrscheinlich verschiedene Jagdgebiete ab und der kürzeste Weg ist über die Verbindungsgräben zu fliegen.

Am Aussichtshügel war der Eisvogel am Samstag dreimal, hat aber keinen Jagdversuch gemacht. Vielleicht war keine Beute im Wasser oder die Sicht war durch den starken Wind nicht gut genug. In einem der Gräben hat er dagegen mehrere Jagdversuche gestartet und war auch erfolgreich. Weil das Wasser dort vermutlich sehr viel ruhiger war.

Als Größenvergleich habe ich davon einmal die Fotos zusammengestellt :

 

Der Sperber, ein Jäger in vielen Lebensräumen

Sperber

Ein Weibchen am Ruhrufer. Der runde Kopf und der dünne Augenstreif als Kennzeichen

Der Sperber ist ein Jäger in vielen Lebensräumen. Im Winter jagt er sogar im Garten an der Futterstelle. Wer einmal so eine Jagd miterlebt hat, wird sie nicht mehr vergessen. Lautlos und blitzschnell fliegt der Sperber um Häuserecken oder manövriert zwischen Ästen, um die Kleinvögel zu jagen. Über so eine Jagd habe ich in meinem Beitrag ===> Die Jagd an der Futterstation berichtet.

Auch wenn seine hohe Geschwindigkeit im Flug sehr beeindruckend ist, erfolgreich ist der Sperber trotzdem nicht immer. Häufig werden an der Futterstelle die kranken und geschwächten Vögel gefangen. Damit hilft der Greifvogel dabei, die Singvogelbestände gesund zu halten.

Auch auf Häuserdächer ist er ab und zu zu sehen, gerade ab dem Herbst. Vermutlich handelt es sich dabei um durchziehende Vögel aus Nord- und Osteuropa. Die sich dann zur Rast auf einem Hausdach nieder lassen und dann dort auch jagen. Unsere einheimischen Sperber sind Standvögel. Besonders im Winter verlegen sie ihre Jagdgebiete in die Siedlungen. Generell wird die Stadt für die Greifvögel immer attraktiver. Das Nahrungsangebot ist oft besser als in den intensiv bearbeiteten Landschaften. Und einmal sah ich einen Sperber mitten über einer Kreuzung. Anschließend setzte er sich auf eine Ampel.

Aber nicht nur in den Gärten und Parks kann man ihn sichten, auch in Misch- und Nadelwäldern und an Feldgehölzen und Hecken sieht man Sperber. Letzte Woche sah ich einen weiblichen Sperber am Flussufer der Ruhr. Die Sperber-Dame saß auf einem hohen Baum am anderen Ruhrufer. Als ein Schwarm Kleinvögel über dem benachbarten Ententeich auftauchte, war es mit der Ruhe vorbei. Blitzschnell wurde ein Angriff auf den  Schwarm gestartet und das Sperber Weibchen war verschwunden.

Der Vergleich mit dem Habicht

Die Entfernung zum anderen Ufer ließ wieder die Bestimmungsfrage aufkommen, ist das nun ein Sperber oder ein Habicht? Auf größere Entfernungen sind die Größenverhältnisse schwer einzuschätzen. Grundsätzlich ist der Habicht wesentlich größer als der Sperber. Dazu kommt noch, dass das Sperber-Weibchen deutlich größer als das Männchen ist. Ein Sperber-Männchen wird bis zu 28 cm groß und die Weibchen können 38 cm groß werden. Die Größenunterschiede sind bei keinem anderen Greifvogel so groß. Das Habicht-Weibchen kann dagegen sogar stattliche 62 cm erreichen!

Würde man die Weibchen der beiden Arten nebeneinander sehen, würde man sofort erkennen welcher Vogel ein Habicht ist. Auf die Entfernung fällt es schwer die Größe zu schätzen. Ein gutes Unterscheidungsmerkmal sind die Augen, die beim Habicht mit zunehmendem Alter immer dunkler werden. Von gelben Augen beim Jungvogel über Orange bis Rot bei sehr alten Vögeln.

Ein weiteres gutes Merkmal ist der Kopf beider Arten. Der Kopf beim Habicht ist kantig, der ganze Greifvogel wirkt bullig und kräftig. Dagegen ist der Kopf beim Sperber runder, die Augen sind im Vergleich zum Kopf ziemlich groß. Der Überaugenstreif ist wenig ausgeprägt, beim Habicht dagegen sehr deutlich ausgeprägt.

Runde Kopfform und große Augen

Auf meinem Fotos kann man sehr gut die Kopfform und die Anordnung der Augen erkennen. So erkennt man eindeutig, das es sich um ein Sperber Weibchen und Männchen handelt.

Das erwachsene Weibchen hat grau-braunes Gefieder, eine braun gebänderte Brust und Unterseite und gelbe Augen. Dagegen ist das Männchen grau gefärbt, hat eine rötlich gebänderte („gesperberte“) Brust und Unterseite und orangene Augen. So lassen sich die Geschlechter sehr gut unterscheiden.

Das Männchen jagt fast nur Kleinvögel wie Spatzen, Meisen und Finken. Sperber bedeutet, “Greifvogel der Sperlinge fängt”. Während das größere Weibchen auch größere Vögel wie Amseln und Stare  und Vögel bis zur Größe einer Türkentaube jagt. Da in den letzten Jahren in manchen Gegenden selbst Spatzen und Stare selten werden, bereitet das dem Greifvogel Probleme. Die Stare sind seine Hauptbeute und kleine Nagetiere als Alternative fängt der Sperber nur selten. Er ist ein Vogeljäger.

In Deutschland gab es 2013 etwa 25.000 Brutpaare, in Österreich 8000 und in der Schweiz 4000 Brutpaare. Der Bestand ist zur Zeit stabil.

Die Rotkehlchen Bande

Die Rotkehlchen Bande: Dieses Rotkehlchen hat sein Revier im oberen Tal

Die Rotkehlchen Bande ist als Titel überraschend. Denn die Rotkehlchen sind ziemliche Einzelgänger. Gerade auch im Vergleich zu Spatzen, Meisen oder Finken. Einige Vogelarten sind immer in der Gruppe unterwegs, andere sammeln sich im Winter zu größere Gruppen um nach Nahrung zu suchen.

Absolute Einzelgänger

Ich habe noch nie zwei Rotkehlchen gleichzeitig gesehen und erst recht keine Gruppe. Mein Titel kommt von einer anderen Beobachtung. Meine Runde führt mich immer einen Weg durch ein Tal entlang und dann einen Hügel hinauf. Auf der rechten Seite des Weges steht eine Hecke fast bis zum Hügel hinauf. Und auch auf der linken Seite gibt es ein paar kleinere Hecken. Und am Montag sah ich drei verschiedene Rotkehlchen entlang meines Weges in den Hecken. Eben wie eine Art Räuberbande saßen sie am Wegesrand und bewachten sozusagen einen Abschnitt des Weges.

Die Drei ist dabei von mir eher eine geschätzte Anzahl. Es könnten auch Vier oder auch nur zwei Rotkehlchen gewesen sein. Denn im Flug sind sie wesentlich schneller als ich zu Fuß. Eines der Rotkehlchen könnte durchaus schnell und unbemerkt die Hecke und die Wegseite gewechselt haben. Frei nach dem Hasen und dem Igel: “Ich bin schon da!”

Die Reviere sind klar verteilt

Aufgrund der Entfernung gehe ich aber von drei Rotkehlchen aus, die ich auch gut auseinander halten konnte. Und die sich den Weg in drei Reviere aufgeteilt haben. Das eines der Rotkehlchen eine längere Strecke über das offene Feld zu einer anderen Hecke zurückgelegt hat, das schließe ich aus. Denn auch wenn sie gerne auf einem Zaunpfahl sitzen, so bevorzugen sie doch das schützende Dickicht und die Hecke um blitzschnell zu verschwinden und nicht gesehen zu werden. Eben wie echte Räuber!

Die Männchen der Rotkehlchen verteidigen ihr Revier unerbittlich. Die Weibchen und Männchen haben im Winter getrennte Reviere. Es gibt nur wenig Nahrung für alle Rotkehlchen. Im Umkreis von 100 m werden alle Rotkehlchen vom Männchen durch Gesang gewarnt. Im Frühling werde andere Rotkehlchen bedroht oder gar bekämpft. Da die Geschlechter gleich aussehen. wird jedes Rotkehlchen bedroht. Die anderen Männchen drohen dann sofort zurück.

Es wird gekämpft bis zum Ende!

Wenn es zum Kampf kommt, kann einer der Kämpfer sogar sterben! So niedlich und schüchtern ein Rotkehlchen auch aussieht, als Einzelgänger steckt in ihm ein echter Kämpfer und Räuber!

Und beim nächsten Mal, wenn ihr den Gesang eines Rotkehlchens hört, denkt daran: Meistens ist das eine Warnung!

Neue Sichtungen im September und wieder etwas gelernt!

Neue Sichtungen im September

Neue Sichtungen im September: Eine Jagdfasan-Familie. Die Nr. 79 in diesem Jahr

Die neuen Sichtungen im September waren sehr interessant. Auf der Kiebitzwiese sichtete ich eine Familie von Jagdfasanen. Wahrscheinlich drei Geschwister. Das wusste ich aber nicht sofort, schon gar nicht als ich die Fotos zu Hause am Rechner betrachtete. Denn einer der Jagdfasane war schlicht hellbraun gefärbt wie die Weibchen und hatte dabei einen roten Fleck im Gesicht rund um das Auge. So etwas hatte ich noch nie gesehen. Etwa ein Männchen im Schlichtkleid? Oder haben Weibchen rote Flecken im Gesicht?

Ein Jungvogel in der Mauser

Die Antwort ist etwas anders, es handelt sich um einen diesjährigen männlichen Jungvogel der gerade ins Prachtgefieder mausert. Diese männlichen Jungvögel haben noch keinen roten Lappen im Gesicht sondern nur den roten Fleck und noch kein schillerndes Prachtgefieder im Gesicht und am Hals. Die Vogelwelt ist echt kompliziert! Deshalb besteht die Jagdfasan-Familie wohl aus zwei Schwestern und einem Bruder. Die Drei sind die Nr. 79 auf meiner Liste.

Erst zu Hause im Buch nachsehen

Manchmal ist man ganz euphorisch, wenn man an einer Stelle viele aktive Vögel sichtet und einige Fotos machen kann. Und dann denkt, es gibt neue Sichtungen für die Jahresliste. So konnte ich eine Sumpfmeise fotografieren, zumindest einigermaßen als Belegfoto. Zu Hause stellte ich dann aber bei einem Blick ins Notizbuch fest, das ich diesen Vogel doch schon in diesem Jahr gesehen hatte. Das passiert oft bei Vögeln, die man nur selten sieht.

Am 13. September konnte ich noch vier späte Grauschnäpper sichten, die noch fleißig Insekten jagten. Danach haben sie sich wohl auf den Weg in den Süden gemacht. Immerhin bekam ich so noch schöne Belegfotos von der Nr. 73 in diesem Jahr.

Wie ein guter Freund, der auf einen wartet

Wie ein guter Freund

Wie ein guter Freund, der auf einen wartet. In diesem Fall wartete der Mäusebussard ganz nah auf einem Zaunpfahl auf mich.

In unserer ausgeräumten und aufgeräumten Landschaft ist es gar nicht so leicht, bei einem Spaziergang ein Tier zu entdecken. Selbst häufige Tiere wie Wildkaninchen, Spatzen und Amseln sind in manchen Gegenden selten. Dann kommt es auch noch auf die Jahreszeit an. Die Zugvögel sind vielleicht schon weg und damit auch der eine oder andere Lieblingsvogel.

Da ist es gut, wenn man einen Vogel kennt, der fast immer da ist und den man selbst an schlechten Tagen beobachten kann. Ein Mäusebussard der in den Tälern und Hügeln von Langenberg lebt, ist so ein Vogel. Er ist wie ein guter Freund, der auf einen wartet.

Wie ein guter Freund, war er da

Direkt nach dem Urlaub, beim ersten Spaziergang zu Hause zeigte er sich besonders nah auf einem Zaunpfahl. Nach dem Motto: “Ich dachte, du kommst gar nicht mehr vorbei! Ich bin noch hier!” Sein Revier sind mehrere Täler und die Hügel am Sender in Langenberg. Die Tiere sind ihrem Revier sehr treu. Aber eindeutig erkennen kann man sie nur an bestimmten Merkmalen. Bei diesem Mäusebussard ist es im Flug die fehlende Feder an der Handschwinge. Wie ich es in dem Beitrag ==> Ein alter Bekannter geschrieben habe. Die aber kein Handicap für ihn ist.

Mittlerweile erkenne ich ihn aber auch schon an der Gefiederfärbung. 

Nachwuchs in seinem Revier

An diesem Tag war aber nicht nur der alte Mäusebussard zu sehen, sondern auch zwei junge Mäusebussarde im Flug. Sie waren auch lautstark zu hören. Sie riefen vielleicht nach den Eltern und nach Futter. Vielleicht war es ja der Nachwuchs von meinem alten Bekannten. Jetzt nach ein paar Wochen sind die jungen Mäusebussarde nicht mehr zu sehen. Sie müssen sich schließlich ein eigenes Revier suchen. 

Der “Alte” hat sein Revier wieder für sich alleine und zeigt sich im ganzen Tal auf den Zaunpfählen und anderen Ansitzplätzen. Wahrscheinlich hat jeder Natur- und Tierbeobachter so einen alten Bekannten in seinem Revier. Mit dem man Erlebnisse und Geschichten verbindet. Ich hoffe zumindest, dass es so ist. Denn das verschönert jeden Spaziergang.

Die Zeit der Eisvögel

Die Zeit der Eisvögel

Die Zeit der Eisvögel: Ab Ende August ist der Eisvogel wieder an der Kiebitzwiese zu sehen

Ab Ende August beginnt die Zeit der Eisvögel. Dann kann man sie wieder häufiger beobachten. Die Brutzeit und die Aufzucht der Jungvögel ist dann vorbei. Die flüggen Jungvögel müssen dann auch ihre Eltern verlassen und sich ihr eigenes Revier suchen.

Ende August kann man dann auch die Eisvögel an der Kiebitzwiese häufig beobachten. Besonders ein männlicher Eisvogel zeigt sich dann immer wieder auf den verschiedenen Ansitzästen am Wasser. Ich vermute, das es jedes Jahr der gleiche ist. Denn es wiederholt sich so jedes Jahr. Seit Oktober 2017 könnte ich ihn dort immer wieder beobachten.

In diesem Jahr haben einige Beobachter schon viele Eisvögel gesehen. Es könnte sein, das es dieses Jahr viele Jungvögel gibt und es für die Eisvögel ein erfolgreiches Jahr war. Bei der Reviersuche kann es dann schon in manchen Gebieten eng werden. So dass sich ein Jungvogel auch an einen Gartenteich verirren kann. Revier ist Revier, man nimmt halt, was man einfach kriegen kann. Gerade wenn man unerfahren ist.

Nach 11 Tagen in Freiheit

Nach 11 Tagen in Freiheit

Nach 11 Tagen in Freiheit: Brutus wurde im Käfig gefangen

Nach 11 Tagen in Freiheit im Innenhof wurde der Kanarienvogel am Freitag gefangen und eine Arbeitskollegin hat den Vogel im Käfig mitgenommen. Ihre kleine Tochter hat sich schon sehr auf den Kanarienvogel gefreut.

Nach 11 Tagen in Freiheit: Ein Konflikt entsteht

Soweit ist das der Ausgang der Geschichte von unserem gefiederten Gast im Innenhof auf der Arbeit. Und es ist eigentlich ein guter Ausgang. Diesen Ausgang und diesen Beitrag hätte es aber schon früher geben können. Eigentlich hätte der Beitrag am Mittwoch schon fertig sein können. Nach 9 Tagen wurde der Vogel im Käfig gefangen. Doch dann entwickelte sich ein Politikum um den kleinen gelben Vogel.

Da es schon irgendwie typisch für unsere Gemeinschaften und die Politik ist, möchte ich die Situation doch kurz beschreiben. Meine Arbeitskollegin hatte sich schon früh bereit erklärt den Kanarienvogel mit nach Hause zu nehmen. Ein Besitzer konnte nicht gefunden werden und im Tierheim wäre es für ihn bestimmt auch nicht schön gewesen. Und in Freiheit zu überleben, ist für einen kleinen Kanarienvogel eigentlich auch keine gute Option. Eigentlich. Denn da kann man doch sehr gut unterschiedlicher Meinung sein, oder?

Verschiedene Meinungen erschweren eine Lösung

Ich bin in dem Fall nicht der Meinung, aber zu jedem Problem gibt es ja immer wieder unterschiedliche Meinungen. Und dann gibt es immer wieder ein hin und her, ohne das man zu einer Lösung kommt oder alle zufrieden sind. Das erschwert die Politik und unser Zusammenleben oft. So auch bei dem kleinen Kanarienvogel.

Der Kanarienvogel wurde schon Mittwochmorgen im Käfig gefangen. Und meine Arbeitskollegin wollte ihn dann mitnehmen. Sie hatte schon ein Foto gemacht und es ihrer Tochter mitgeteilt. Hätte ich das gewusst, hätte ich darauf gedrängt den Vogel schnell mitzunehmen. Denn die Kleine hat sich schon sehr auf den Vogel gefreut und ein kleines Kind zu enttäuschen, ist mindestens genauso schlimm, wie einem kleinen Vogel die Freiheit zu nehmen.

Der Kanarienvogel hat sich sehr aufgeregt, als er gefangen wurde. Das hat ihn wütend gemacht. Und das hat die Fraktion der Arbeitskollegen auf den Plan gerufen, die ihn lieber in Freiheit gesehen haben. “Der arme Vogel!” War da die Meinung. Und Mittags hat sich dann diese Fraktion darauf geeinigt, die Käfigtür zu öffnen. Nach ein paar Minuten hat dann der Vogel den Käfig wieder verlassen. Er war wieder frei! Und die Fronten endgültig verhärtet. Der Kollege, der den Vogel gefangen hat, war am meisten beleidigt.

Hektik nach einer kalten Nacht

“Es ist ja noch warm.” “Wir haben ihn einmal gefangen, wir fangen ihn auch ein zweites Mal!” Waren einige Sätze, die man dann hören konnte. Am Freitagmorgen gab es dann große  Aufregung bei der besorgten Fraktion. Denn das Thermometer hat am Morgen nur 6 Grad angezeigt! Jetzt musste schnell gehandelt werden. Und der Vogel konnte auch schnell gefangen werden. Der Rest der Geschichte ist bekannt.

Falsch verstandene Tierliebe?

Der Kanarienvogel war dann auch sofort ganz ruhig im Käfig und wirkte sehr zufrieden. Vielleicht war es ihm dann doch schon zu kalt geworden. Die eine Hälfte der Arbeitskollegen beruhigte das nicht wirklich. Das zeigt das große Problem mit Tieren in Gefangenschaft. Der Kanarienvogel ist an Menschen gewöhnt. Auf Dauer kann er bei uns in Freiheit nicht überleben. Und dann auch noch ohne die Gesellschaft anderer Kanarienvögel. Es gibt immer wieder Gefangenschaftsflüchtlinge und einige Arten überleben auch erfolgreich in unserer Natur. Aber sie gehören nicht hierher und das führt zu Problemen in unserer Natur und mit einheimischen Arten. Arten in die Freiheit zu entlassen ist deshalb gar keine gute Idee. Besonders aus Pelztierfarmen wurden immer wieder Tiere freigelassen. Nerze, Waschbären und Nutria sind nur einige Beispiele.

Ich bin auch kein Freund von eingesperrten Tieren. Aber für Haustiere ist die Nähe zum Menschen einfach besser. Auch wenn mir der Kanarienvogel auch sehr leid tat, ist es für ihn doch das Beste. Und ein kleines Mädchen wird damit auch noch glücklich gemacht!

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