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Bienenfresser NRW 2022 – Spät dran

Bienenfresser NRW 2022
Bienenfresser NRW 2022: Irgendwie haben sich die Bienenfresser in NRW dieses Jahr Zeit gelassen

Die Bienenfresser in NRW 2022, es ist wieder spannend! Da der Bestand noch sehr klein ist, weiß man leider nie, ob sie an ihre Brutorte zurückkehren. Ab Mai steigt bei mir die Spannung und je länger ich keine Meldung entdecke, umso schlimmer wird es.

Da ich jedes Jahr die Bienenfresser am Brachter Wald beobachte, kommt dort noch dazu, das sich ständig die Bedingungen verändern. Seit der Corona-Pandemie haben sich im Naturschutzgebiet Brachter Wald die Störungen noch verstärkt. Da die Bienenfresser reine Sommervögel sind und sich höchstens drei Monate am Brachter Wald aufhalten, kenne ich auch nie die aktuellen Verhältnisse und die Bedingungen, die mich erwarten.

Hat sich der Abbau in der Sandgrube verändert? Gibt es eventuell Sperrungen? Wenn es dann keine Meldung gibt, fahre ich völlig unwissend Richtung Brachter Wald.

2020 wurden dort 7 Brutpaare gezählt. 2021 beobachtete man 8 Brutpaare. Das achte Brutpaar wurde von niederländischen Beobachtern entdeckt. Da der Brachter Wald direkt an der niederländischen Grenze liegt, arbeiten deutsche und niederländische Experten seit 2020 verstärkt zusammen. Denn in den Niederlanden, in der angrenzenden Provinz Limburg, gibt es ebenfalls Bienenfresser. Dort wurden 2021 fünf Brutpaare gesichtet. So das man in der deutsch-niederländischen Grenzregion auf 13 Brutpaare kommt. Diese Population sollte man auf jeden Fall auch zusammen betrachten, denn es kann durchaus sein, das sich diese Gruppen vor dem Abflug nach Afrika sammeln.

Insgesamt sichtete man 2021 in NRW 27 Brutpaare. Das ist ein leichter Anstieg, insgesamt kann man den Bestand im Moment als stabil bezeichnen. Auch der Bestand am Brachter Wald und in der Grenzregion kann als stabil bezeichnet werden. Da die Verhältnisse jedes Jahr ähnlich sind, kann man erwarten das die Bienenfresser auch jedes Jahr zurückkehren.

Trotzdem hatte ich bis zum 26. Mai keine Meldung gefunden und fuhr völlig ohne Informationen zum Brachter Wald. Vor Ort gab es viele Veränderungen. Eine neue Sandgrube wurde angelegt und in der alten Sandgrube ist ein Teich entstanden, weil man wohl Grundwasser abgepumpt hat.

Es war von den Bienenfresser nichts zu sehen und zu hören. Eine Stunde habe ich gewartet. Auf dem Weg zum Haupteingang vom Brachter Wald traf ich drei andere Fotografen, die ich von Instagram kenne. U.a. Ralf von Ruhrpottfotografie76 https://www.instagram.com/ruhrpottfotografie76/.

Zusammen gingen wir nochmal die Strecke an den Sandgruben ab, aber auch 8 Augen und Ohren konnten nichts entdecken. Wir redeten schon über die Gründe, warum die Bienenfresser nicht zurückgekommen sind. Die schlechte Witterung, die Störungen der letzten Jahre. Wir verabreden uns nochmal für den Nachmittag, jeder wollte die Zeit nochmal im Brachter Wald nutzen, denn einfach wieder nach Hause zu fahren hätte sich nicht gelohnt.

Aber auch am Nachmittag entdeckten wir nichts. Alles was flog, waren immer wieder Rauch- und Uferschwalben. Wir waren ziemlich enttäuscht. Doch dann entdeckte ich über dem Kiefernwald, einen kleinen, schwarzen Punkt. Als Beleg habe ich das Foto mal eingefügt, auf was man als Birder nicht alles so achtet! Erst hatte ich noch Zweifel, reichte die Kamera an die anderen weiter. Aber es war klar, es war ein einzelner Bienenfresser! Wir freuten uns riesig und dann hörten und sahen wir auch weitere im Flug! Am späten Nachmittag hatten wir schließlich Fotos im Flug und aus großer Entfernung auf den Speicherkarten. Es waren drei Exemplare und wir machten uns auf den Rückweg.

Ob die Bienenfresser wirklich erst an dem Nachmittag angekommen sind, lässt sich nicht sagen. Ich wollte dann nochmal den kahlen Baum vom Parkplatz aus fotografieren. Eine andere Perspektive und dann hörte ich plötzlich die Rufe der Bienenfresser. Zwei Exemplare landeten mir gegenüber, auf einer planierten Sandfläche zwischen dem Teich und der aktuellen Grube. Ich ging vor bis zum Teich und beobachtete das ungewöhnliche Verhalten. Die Bienenfresser lassen sich gerne an Steilhängen nieder, aber auf der Fläche waren sie wie Krähen auf einem Feld!

Und es wurden immer mehr! Auf einem Foto erwischte ich vier Exemplare, es waren aber mindestens fünf! Vielleicht sammelten sie sich nach ihrer Rückkehr? Ich konnte früher schon die Übergabe von Brautgeschenken zwischen Paaren beobachten und auch Gruppen mit Jungvögeln, aber Bienenfresser auf einem ebenen Feld hätte ich nicht erwartet! Wieder einmal ein besonderes Erlebnis und die Saison der Bienenfresser in NRW 2022 ist jetzt auch endlich gestartet.

Bienenfresser NRW 2022
Aber am 26.05. konnte ich sie am Brachter Wald beobachten. Vier Exemplare sind auf diesem Foto zu sehen.
Bienenfresser NRW 2022
Die Bienenfresser am Boden zu beobachten, war etwas Neues für mich.
Bienenfresser NRW 2022
Ich weiß gar nicht, was mich mehr fasziniert. Ihre Farbenpracht…
Bienenfresser NRW 2022
Oder ihre ungewöhnliche Anatomie
Bienenfresser NRW 2022
Oder ihr geselliges Verhalten. Immer ruffreudig, immer neugierig. Was macht denn der Kollege da oben….
Bienenfresser in seinem Lebensraum
Bienenfresser NRW 2022
Und typisches Verhalten, Bienenfresser in einer Steilwand
Bienenfresser NRW 2022
Die spitzen Flügel und der Schwanzspieß sind Erkennungsmerkmale im Flug
Mit diesem Foto entdeckten wir den ersten Bienenfresser. Nur ein schwarzer Punkt über den Kiefern

Sichtungen im April 2022

Sichtungen im April 2022
Sichtungen im April 2022: Silberreiher im Flug

Der April 2022 brachte für mich einen rekordverdächtigen Monat mit Sichtungen von Vogelarten. Mein Besuch in den Rieselfeldern hat sicher großen Anteil daran, aber auch genaue Beobachtungen der Landschaft. So waren noch ein paar Fotos aus großer Entfernung dabei, wo man beim Betrachten immer wieder denkt: „Es könnte ein …. sein.“ Aber was sich nicht bestimmen lässt, kann auch nicht gezählt werden.

Aus grosser Entfernung fotografierte ich u.a. eine Misteldrossel, die sich aber aufgrund der Grösse noch ganz gut bestimmen lässt.

Viele Sichtungen im April 2022

Einige Sichtungen aus dem April habe ich schon im letzten Beitrag gezeigt. Dazu gehörten der Haussperling, der Hausrotschwanz, der Distelfink und der Star. Von den ersten Rauchschwalben gelang mir kein Foto.

An der Kiebitzwiese und in den Rieselfeldern von Münster brüten die Weißstorche. Außerdem sichtete ich dort die Rohrweihe, Löffelente, Kolbenente, Rostgans, Graugans, Silberreiher, Singdrossel und eine einzelne Blässgans. Besonders auffällig und überraschend häufig waren in den Rieselfeldern der Zilpzalp, die Mönchsgrasmücke und die Brandgans. Gefühlt an jedem Weg sass ein Zilpzalp, so dass ich mich bei den vielen Fotos für ein Porträt des kleinen Singvogels entschieden habe.

Häufiger hätte ich dagegen die Rohrammer erwartet. So konnte ich nur ein Männchen in der prallen Sonne fotografieren. Was nicht ganz optimal war.

Die Großmöwen auf dem großen Teich der Rieselfelder habe ich als Silbermöwen gewertet. Sie sind für mich schwer von anderen Möwen zu unterscheiden.

Verwandte des Rotkehlchens

Über zwei Sichtungen habe ich mich besonders gefreut, über zwei Verwandte des Rotkehlchens. Das Schwarzkehlchen und das Braunkehlchen. Am 30.04. könnte ich drei männliche Braunkehlchen am Meyberg beobachten. Die Männchen waren im Prachtkleid und machten wahrscheinlich eine Rast auf dem Zug. Denn Braunkehlchen gibt es bei uns in Velbert-Langenberg eigentlich nicht.

Das männliche Schwarzkehlchen aus den Rieselfeldern war ebenfalls im Prachtkleid und wird hoffentlich dort ein Revier besetzen. Im Prachtkleid haben die Männchen beider Arten eine orangene Brust.

Die Braunkehlchen sieht man selbst in den Rieselfeldern selten und meistens nur zur Zugzeit. Letztes Jahr konnte ich überhaupt keine Braunkehlchen beobachten. Diese Sorgen mache ich mir dieses Jahr beim Kiebitz, den ich auch im April nicht sichten konnte.

Am 30.04. kamen mit der Goldammer und der Dorngrasmücke noch zwei weitere Arten dazu. So das ich im April auf 25 neue Vogelarten komme! Insgesamt bin ich jetzt bei 69 Arten und habe damit das Ergebnis vom letzten Jahr schon bald erreicht. Aber was mich noch mehr freut, das ich in einem Monat so viele verschiedene Vogelarten beobachten konnte!

Sichtungen im April 2022
Männliche Mönchsgrasmücke mit gefangenem Insekt
Und beim Singen
Die Rohrammer sitzt über dem Wasser
Sichtungen im April 2022
Die Rohrammer hat auch ein Insekt im Schnabel und fliegt davon
Männliches Schwarzkehlchen im Prachtkleid
Sichtungen im April 2022
Sichtungen im April 2022
Männliche Braunkehlchen im Prachtkleid
Sichtungen im April 2022
Sichtungen im April 2022
Die kleinere Blässgans im Vordergrund, hinten eine Graugans
Sichtungen im April 2022
Rostgans
Sichtungen im April 2022
Brandgans-Paar
Brandgänse im Flug, im Hintergrund eine männliche Kolbenente
Sichtungen im April 2022
Männliche Kolbenente und im Vordergrund eine Schnatterente
Sichtungen im April 2022
Ein Zilpzalp im Porträt
Ein Jungvogel der Silbermöwe
Sichtungen im April 2022
Das Nest der Weißstörche an der Kiebitzwiese ist ziemlich gross geworden

Vögel auf dem Bauernhof

Vögel Bauernhof
Vögel auf dem Bauernhof: Die Dohlen nisten gerne in Scheune oder auf Dachböden. Sie sind Höhlenbrüter

Einige Vögel auf dem Bauernhof konnte ich am letzten Wochenende beobachten. Wir besuchten unsere Tochter auf dem Ferienhof Wesselmann in Gimbte im Münsterland. Am Samstag fuhren wir mit den Fahrrädern in die Rieselfelder von Münster. Vom Ferienhof Wesselmann waren das ungefähr 6 km. Leider gab es am Samstag starken und recht frischen Wind, so dass sich die Vögel eher versteckt hielten. Auf einigen Teichen war kaum etwas zu sehen. Anders als am Wochenende davor, als ich zu Fuß sehr viele Vögel sichten konnte.

Viele Vögel auf dem Bauernhof

Diese Wochen brachten mir weitere 20 Sichtungen für dieses Jahr. Deshalb möchte ich in diesem Beitrag schon einmal ein paar Vogelarten vom April zeigen. Denn auch auf einem Bauernhof gibt es viele Vögel, die Angebote des Menschen nutzen.

So leben rund um den Bauernhof viele Dohlen und ein Paar hat einen Holzkasten unter einem Scheunendach als Nisthöhle ausgesucht. Zahlreich sieht man auch Ringeltauben in den Bäumen und auf den Wiesen. Auf dem Scheunendach entdeckte ich ein Türkentauben-Paar.

Baden auf der Ponyweide

Auf der Ponyweide gab es eine Wasserpfütze, die viele Vögel zum Baden nutzten. So kamen ein Distelfink, ein Buchfink-Männchen, Blaumeisen und Kohlmeisen zum Baden. Eine Amsel war wohl etwas wasserscheu und sah sich die Pfütze nur vom Rand an.

Die Haussperlinge interessierten sich mehr für die „Ponykürtel“ ( Pferdeapfel ), die das Pony auf der Wiese hinterlassen hatte. Auch ein Hausrotschwanz flog vom Zaunpfahl in den Pferdemist. Dort tummeln sich vermutlich viele Insekten. Die Stare suchten ihre Nahrung lieber nebenan auf der Wiese.

Vögel Bauernhof
Die Dohlen sehen für mich immer sehr klug und weise aus
Vögel Bauernhof
Ein Türkentauben-Paar sitzt auf den Solarplatten
Vögel Bauernhof
Ein Distelfink badet in einer Pfütze
Ein kleiner Bereich – wie eine Pfütze – kann für Tiere sehr wichtig sein
Und zieht nicht nur diesen Distelfink an, auch andere Vögel baden in der Pfütze
Diese Blaumeise badet sehr wild
Auch die Kohlmeisen sind nicht schüchtern beim Baden
Dieses Buchfink-Männchen badet lieber ruhig und im Sitzen
Während dieses Amsel-Männchen die Pfütze eher skeptisch ansieht
Vögel Bauernhof
Dieses Haussperling-Weibchen interessiert sich für die Pferdeäpfel
Vögel Bauernhof
Das Männchen ist auf der Wiese unterwegs
Vögel Bauernhof
Am Rand der Weide sitzt das Hausrotschwanz-Männchen auf einem Zaunpfahl
Vögel Bauernhof
Und sucht aber auch nach Insekten im Pferdemist
Vögel Bauernhof
Die Stare sind nebenan auf der Wiese

Akrobaten beim Balzflug

Akrobaten beim Balzflug
Akrobaten beim Balzflug: Diese Mäusebussarde packen sich im Flug an den Krallen

Am Ostersonntag konnte ich Akrobaten beim Balzflug beobachten. Das erste Mal sah ich die Mäusebussarde bei einem ganz besonderen Manöver. Sie packten sich im Flug an den Krallen, machten eine kurze Drehung, bevor ein Bussard wieder losließ. So etwas hatte ich vorher noch nie selbst beobachtet.

Einige Greifvogelarten machen dieses Manöver, was zur Balz zwischen Männchen und Weibchen gehört. So sah ich dieses Kunststück auch schon von Seeadlern in Filmen. Auch Weihen machen spektakuläre Balzflüge und Beuteübergangen im Flug. Das Flugkunststück soll die Bindung zwischen den Partner verstärken und festigen. Vergleichbar ist es vielleicht mit einem Tanz bei uns Menschen. Die Tanzpartner fassen sich an den Händen und drehen sich. Nur ohne Musik und ich stelle es mir in der Luft ziemlich spektakulär vor.

Da ich das Manöver kannte, hat es mich nicht völlig überrascht. Aber natürlich habe ich es beim ersten Mal verpasst. Drei Mäusebussarde kreisten zusammen am Himmel. Die Bussarde animieren sich gerne zum Fliegen. Manchmal schließen sich auch andere Greifvögel an. Am Karfreitag sah ich 8 Mäusebussarde zusammen fliegen. Einzelne Exemplare versuchen sich dabei sehr nahe zu kommen. Beim Balzflug der Greifvögel gibt es häufig auch Synchronflüge.

Auch das wäre schon ein tolles Foto gewesen und so verfolgte ich nach dem Balzflug den hellen Mäusebussard mit der Kamera. Mein Plan war, sofort auszulösen, sobald ein zweiter Mäusebussard ins Bild kommt. Dass die beiden das Manöver dann wiederholten und ich sie dabei erwischte, war mein grosses Glück. Denn danach trennten sich die drei Mäusebussard sehr schnell und verschwanden aus meinem Blickfeld.

Welches Geschlecht der helle und der braune Mäusebussard haben, kann ich nicht sagen. Sie sind auf jeden Fall ein Paar. Ich sah sie schon einmal im März zusammen und sie würden dieses Kunststück wohl auch sonst nicht zusammen machen. Dazu gehört die Partnerschaft, wie beim Pinguintanz der Haubentaucher. Da sie noch diese Balzflüge machen, haben sie aber wohl kein Nest gebaut oder gefunden. Im März sah ich, wie sie ein Nest inspizierten, das sie dann aber nicht übernommen haben.

Akrobaten beim Balzflug
Nach einer kurzen Drehung lassen sich de Mäusebussarde wieder los.
Akrobaten beim Balzflug
Der helle Mäusebussard fällt dabei rückwärts nach unten
Akrobaten beim Balzflug
Ein Rückwärtsfall im Fug ist für einen Greifvogel kein Problem. Der helle Mäusebussard kreiste danach weiter am Himmel
Der zweite beteiligte Mäusebussard war dieses dunkle Exemplar
Anhand des Gefieders lässt sich beim Mäusebussard das Geschlecht nicht erkennen.

Vor 5 Jahren fing alles an

Rieselfelder von Münster
Rieselfelder von Münster: Hier fing vor 5 Jahren alles an

Am Karfreitag 2017 fuhr ich das erste Mal nach Münster in die Rieselfelder. Ich hatte schon vorher Ausflüge in Naturschutzgebiete gemacht, etwa um Seeadler am Steinhuder Meer zu beobachten. Ich hatte auch schon immer Interesse an solchen Gebieten und mir als Kind jeden Vogel notiert, den ich gesehen hatte. Aber ich war nie ein begeisterter Fotograf. Ich habe mir immer gerne Tierfotos angesehen, hatte aber nie das Bedürfnis das auch zu können.

Bis ich erkannte, dass es genau das war, was mir bei meinen Ausflügen fehlte. Denn ich machte sie nur sehr selten. Im Winter 2016 sah ich einen Silberreiher, aber ich hatte keine Kamera dabei und überhaupt wäre der Vogel viel zu weit weg gewesen. Aber ich beschloss, das zu ändern und mir eine neue Kamera und ein Objektiv zu kaufen.

Vielleicht waren die Rieselfelder von Münster ein perfekter Startort für die Naturfotografie. Denn seitdem bin ich dabei und versuche so viele Ausflüge wie möglich zu machen. Auf dem großen Teich in den Rieselfeldern wimmelt es nur so vor Vögeln, an guten Tagen sind es vielleicht an die 1.000 Exemplare. Das ist so beeindruckend, vielleicht kann man dann gar nicht mehr anders und will so etwas immer wieder erleben.

Am Karfreitag 2017 war ich mehr ein Urlaubsfotograf als ein Naturfotograf. Ich sah viele Fotografen und Vogelbeobachter mit riesigen Objektiven, Stativen und Ferngläsern. Einige hatten auch Tarnanzüge an. Und wenn man richtig professionell dabei ist, baut man am Besten noch an einer passenden Stelle ein Tarnzelt auf. Bei späteren Besuchen der Rieselfelder sah ich auch Leute, die mit Tonbandgeräten Vogelstimmen aufnahmen. Ob ich jemals so ein Naturfotograf oder Ornithologe werden würde? Ich würde sagen, ich habe mich angenähert. Ich bin immer noch sehr schlecht im Erkennen von Vogelstimmen und einige Sachen will ich auch gar nicht machen. Aber ich bin sehr beweglich beim Fotografieren. Natürlich habe ich mir auch irgendwann ein Stativ gekauft, diese zusätzlichen drei Beine waren mir aber irgendwann einfach immer nur im Weg. Irgendwann habe ich einfach darauf verzichtet.

Am Samstag machte ich dann meine Jubiläumstour in die Rieselfelder und meine Bewegungsfreiheit kam mir wieder entgegen. Zunächst half mir der Zufall. Vor der Beobachtungshütte stiegen plötzlich drei Rohrweihen aus dem Schilf in die Luft. Die Rohrweihen sind eng an diesen Lebensraum gebunden und bauen ihre Nester im Schilf. Häufig erkennt man sie an ihrem niedrigen, schwankenden Flug über den Wasserflächen und Schilfgebieten. Dieser Flugstil ist typisch und ein gutes Erkennungsmerkmal. Über dem Schilf spielt Geschwindigkeit keine Rolle. Am Samstag konnte ich aber feststellen, das Rohrweihen exzellente Flieger sind und wie alle Greifvögel in der Thermik sehr schnell in die Höhe steigen können.

Zum Glück konnte ich sie zu Fuss verfolgen und einige Fotos machen. Das hätte ich nie erwartet! In den ersten Jahren sah ich keine Rohrweihen in den Rieselfeldern. Überhaupt hat sich die Natur in den letzten 5 Jahre verändert. Die Störche brüten nicht mehr auf dem Restaurant Heidekrug. Das Storchenpaar hat dort immer erfolgreich gebrütet und jedes Jahr 3 bis 4 Jungvögel aufgezogen. Doch dieses Jahr ist das Nest nicht besetzt. Dafür wird jetzt auf einem Storchenmast gebrütet, bei dem es früher nicht mit einer Brut geklappt hat.

Was leider auch sehr auffällig ist, ich sah nicht einen Kiebitz. Für diese Art sieht es leider nicht gut aus. Einige Graugänse hatten dagegen schon Nachwuchs.

Rieselfelder von Münster
Auf dem grossen Teich wimmelt es nur so vor Vögeln
Rieselfelder von Münster
Ein Weißstorch flog direkt über mir
Rieselfelder von Münster
Im Vergleich zum Weißstorch ist diese männliche Rohrweihe fast klein
Die männliche Rohrweihe hat eher helles Gefieder mit schwarzen Flügelspitzen und Rändern
Im Vergleich dazu ist das Weibchen dunkelbraun gefärbt, mit einem hellen Kopf. Bei diesem noch sehr dunklen Weibchen handelt es sich vermutlich noch um einen Jungvogel
Rieselfelder von Münster
Rieselfelder von Münster
Dieses Grauganspaar hatte schon Nachwuchs

Frohe und friedliche Ostern 2022!

Frohe und friedliche Ostern 2022
Frohe und friedliche Ostern 2022 wünsche ich allen Leserinnen und Lesern!

Frohe und friedliche Ostern 2022 das wünschen wir uns und das wünsche ich dieses Jahr auch allen Leserinnen und Lesern! Wir haben vor zwei Wochen schon Friedenstauben gebastelt und ins Fenster geklebt. Genützt hat es leider noch nichts. Am Mittwoch hatten wir auf dem Turm von Burg Blankenstein auch noch die Begegnung mit einer Brieftaube.

Diese Brieftaube landete direkt neben uns. Sie ist zwar nicht ganz weiss, aber mit ihrer hellen Farbe und ihrer ruhigen und gelassenen Art erinnerte sie uns irgendwie an eine Friedenstaube. Eine sehr besondere Begegnung, die uns im Gedächtnis geblieben ist. Überhaupt hatten wir in den letzten Tagen viele tolle Erlebnisse mit Tieren. Einige möchte ich hier zeigen.

Einen Hasen haben wir leider nicht getroffen, nur ein Wildkaninchen. Dafür wurden wir mit tollem Frühlingswetter und einem fantastischen Vogelkonzert im Park verwöhnt.

Frohe und friedliche Ostern 2022
Diese Brieftaube landete neben uns auf dem Turm von Burg Blankenstein
Frohe und friedliche Ostern 2022
Die Brieftaube mit schöner Aussicht
Frohe und friedliche Ostern 2022
Wir fanden nur ein Wildkaninchen, den Feldhasen sichteten wir leider nicht.
Frohe und friedliche Ostern 2022
Dafür blieb dieses Eichhörnchen für ein Foto sitzen
Frohe und friedliche Ostern 2022
Die Heckenbraunelle singt in den Blüten
Rotkehlchen
Buchfink
Der Zaunkönig versuchte wieder der lauteste Sänger zu sein
Tagpfauenauge auf der Blüte des Löwenzahns

Nach 2 Jahren!

Nach 2 Jahren
Nach 2 Jahren: Schnee am 1. April und ich konnte den Rotmilan endlich am Boden fotografieren

Nach 2 Jahren hat es endlich einmal wieder geschneit! Nein, natürlich ist es nicht so. Aber das es am 1. April schneit ist schon selten und vielleicht hatte die besondere Wetterlage mit dem aussergewöhnlichen Tag zu tun, den ich am Samstag hatte. Deshalb habe ich als Dokumentation auch die Schneebilder eingefügt.

Nach 2 Jahren ist es mir endlich gelungen, den Rotmilan am Boden zu fotografieren! Ich hatte im April 2020 in meinem Beitrag Im Reich des Rotmilans über mein neues Fotoprojekt geschrieben. Der Rotmilan ist ein guter Flieger und die meiste Zeit in der Luft unterwegs. Immer wieder fliegt er auch an unserem Haus vorbei und durch das Tal. 2021 hatte ich auch noch mehr Sichtungen im Umkreis zu verzeichnen. Mittlerweile war aus dem Fotoprojekt ein ganz anderes Projekt entstanden, über das ich hoffentlich bald berichten kann. Ich notierte mir jede Sichtung, sah aber nie einen Rotmilan irgendwo in einem Baum sitzen. Meistens ruhen Milane nur in der Nähe ihres Horstes oder in einem ausgewählten Schlafbaum.

Am Samstag war aber ein besonderer Tag. Schon gegen 9 Uhr flog der Rotmilan das erste Mal an unserem Haus vorbei und am Mittag tauchte er wieder auf. Mir gelang es, durch das Fenster ein gutes Foto zu machen, obwohl es noch bewölkt war. Ich bearbeitete die Fotos am Rechner und schrieb an einem Blogbeitrag. Als ich wieder aus dem Fenster sah, flog der Rotmilan wieder vorbei! Sofort war mir klar, dass das ungewöhnlich war und ich meine Arbeit unterbrechen musste. Ich musste nach draussen, der Rotmilan war vielleicht noch irgendwo in der Nähe.

Aus Bildern von Auswertungen von Milanen mit GPS Sender wusste ich, das der Rotmilan häufig Rundflüge macht. Und dieser Rotmilan war am Samstag wohl auf einem „Rundkurs“ durch das Tal unterwegs. Vielleicht wegen dem Schnee. Im Tal war der schon geschmolzen, während auf den Wissen und Feldern auf den Hügeln teilweise noch Schnee lag. Auch Singvögel suchen sich bei einer Schneedecke ihre Plätze ohne Schnee zur Nahrungssuche.

Ich ging aber in die gegengesetzte Richtung, den Hügel hinauf! Mich interessierten die anderen Ziele des Rotmilans. Ich lief ziemlich viel, denn immer wieder tauchte der Rotmilan über mir auf. Sogar direkt über der Strasse flog er über mir. Erst später entdeckte ich sein Ziel. Seine Flugroute war vom Tal den Hügel hoch, über die Kleingartenanlage oder der Strasse folgend zu einem Feld ohne Schnee. Auf dem Feld hatte der Landwirt Gülle verteilt. Dort tummelten sich auch Bachstelzen und Buchfinken. Der Rotmilan flog im Suchflug teilweise nur 5 Meter über dem Feld. Aber bei dem Wetter war an Mäusejagd wohl nicht zu denken. Das war mein Glück! Denn schliesslich landete der Rotmilan, um etwas auf dem Boden zu suchen. Vielleicht Regenwürmer oder andere Kleintiere. Der Rotmilan ist da nicht wählerisch und bei so einem kalten Aprilwetter hatte er wohl keine großen anderen Chancen auf Nahrung.

Gut für mich, so konnte ich ihn endlich im Sitzen fotografieren. Dabei zeigt sich erst die ganze Schönheit dieser Vögel. Er blieb so lange, bis er mich entdeckt hatte. Wenn jemand so gute Augen hat, sind wohl selbst 100 Meter zu nah.

Nach 2 Jahren
Auf den Hügel lag am Nachmittag noch Schnee
Nach 2 Jahren
Der Rotmilan landete auf einem schneefreien Feld
Rotmilan
Die ganze Schönheit dieser Greifvögel lässt sich erst am Boden betrachten. Das Gefieder hat viele verschiedene Färbungen
Rotmilan
Da hat mich der Rotmilan wohl entdeckt
Vorher flog er am Mittag an unserem Haus vorbei
Über der Strasse war er direkt über mir. Das Links am Bildrand ist tatsächlich ein Dachgiebel
immer wieder beeindruckend, der große Schwanz

Die Sichtungen im März 2022

Sichtungen im März 2022
Sichtungen im März 2022: Ein Erpel der Krickente

Die Sichtungen im März 2022 waren sehr abwechslungsreich. Einige Greifvögel, Enten und Zugvögel waren dabei, die im März zurückkehren. Einige andere bekannte Arten konnte ich noch nicht sichten. So lassen die Hausrotschwänze noch auf sich warten.

Dafür sind die Bachstelzen schon da. Sie tummelten sich Ende März auf der mit Gülle gedüngten Wiese. Von der verwandten Gebirgsstelze gelang mir das erste Belegfoto für dieses Jahr. Gesichtet hatte ich sie schon im Januar.

Am Baldeneysee konnte ich viele heimische Entenarten beobachten. Die Reiherente, Krickente, Schnatterente und die Tafelente. Die Tafelente zeigte sich dabei als besonders träger Vogel.

Schlafen die eigentlich immer?

Am Baldeneysee beobachtete ich einen schlafenden Erpel. Während die Reiherenten um ihn herum alle sehr munter und aktiv waren, schlief der Erpel in Ruhe weiter. Ich fuhr gegen Mittag weiter zum Abtskücher Teich und fotografierte dort eine schlafende weibliche Tafelente. Aus meiner Überraschung und Enttäuschung heraus stellte ich mir die Frage: Schlafen die eigentlich immer?

Natürlich hatte ich schon wache Tafelenten gesehen und später hatte ich am Abtskücher Teich auch noch Glück, ich fotografierte einen Erpel und ein besonders schönes Weibchen.

Sichtungen März 2022: Der erste Rotmilan

Über dem Teich kreiste dann auch kurz mein erster Rotmilan für dieses Jahr, das war am 5. März. In der Parkanlage in der Nähe der Arbeit entdeckte ich einen männlichen Sperber in der Mittagssonne. Der sich auch von drei Eichelhäher nicht stören ließ, die ihn entdeckten. Ohne eine Miene zu verziehen, blieb er einfach sitzen. Während ich den Eichelhähern schon schnell fiel zu nah dran war. Die Polizisten des Waldes suchten das Weite.

Im Park fotografierte ich auch einen Kernbeißer, immer ein Highlight für mich. Leider erwischte ich ihn nur von hinten. Ziemlich schlecht erwischte ich einen singenden Zaunkönig und einen Jagdfasan sah ich nur im Vorbeifahren auf einem Feld. Insgesamt bin ich jetzt bei 44 Vogelarten in 2022 angekommen.

Sichtungen im März
Gebirgsstelze
Sichtungen im März
Die Bachstelzen sind zurück
Schnatterenten-Erpel
Und das dazugehörige Weibchen
Während die Reihenten aktiv sind, schläft die Tafelente
Langsam öffnet der Erpel der Tafelente sein rotes Auge
Am Abtskücher Teich schläft auch ein Weibchen der Tafelente. Sind die Tafelenten einfach zu müde?
Sichtungen im März
Dann doch noch ein aktives Männchen der Tafelente am Abtskücher Teich
Und dieses Tafelenten-Weibchen, das genauso hübsch wie das Männchen ist
Sichtungen im März
Auffällig bei den Weibchen der Tafelente, der weisse Augenring
Sichtungen im März
Der erste Rotmilan in 2022
Sichtungen im März
Das Sperber-Männchen hatte die Ruhe weg. Während die Eichelhäher nicht in meiner Nähe bleiben wollten
Sichtungen im März
Einen Blick hat der Sperber aber doch auf mich geworfen
Sichtungen im März
Den Kernbeisser habe ich leider nur von hinten erwischt

Der Pinguintanz

Pinguintanz: Die Haubentaucher richten bei ihrer Balz die Hälse auf

Schon vor ein paar Wochen habe ich vom Haubentaucher -Paar berichtet, das den Pinguintanz gemacht hat. Ich habe eine ganze Fotoserie von ihrem Balztanz gemacht, um möglichst den ganzen Ablauf festzuhalten. Am Rechner muss man dann erstmal die ganze Fotoserie durchsehen und die besten Bilder heraussuchen.

Das dauert leider manchmal etwas länger, aber jetzt bin ich zufrieden und habe ganz gut den Ablauf herausgesucht. Der Name Pinguintanz kommt daher, weil sich die Haubentaucher im fortgeschrittenen Stadium der Balz mit aufgerichteten Körpern, Bauch an Bauch auf dem Wasser gegenüber stehen. Dabei schlagen sie mit den Füßen auf das Wasser. Sie sehen dabei aus wie Pinguine.

Den Teil des Pinguintanzes, den ich fotografiert habe, ist die sogenannte Kopfschüttelzeremonie. Die Haubentaucher stehen sich auf dem Wasser mit aufgerichteten Hälsen gegenüber und schütteln abwechselnd in einem ritualisierten Ablauf die Köpfe. Dabei spreizen sie ihre Federhauben am Kopf ab. Diese Hauben haben dem Taucher sehen Namen gegeben.

Der Pinguintanz gehört zur Paarbildung und Paarbindung dazu. Das Paar macht ihn immer zusammen und festigt so die gemeinsame Bindung. Bei anderen Vogelarten versucht das Männchen durch auffällige Tänze das Weibchen für sich zu gewinnen. Die Paare der Haubentaucher haben sich vor dem Balztanz schon gefunden. Der Pinguintanz beginnt immer damit, das die Partner aufeinander zu schwimmen und sich gegenüber stehen.

Pinguintanz
Bei der Kopfschüttelzeremonie werden abwechselnd die Köpfe geschüttelt
Pinguintanz
Hier rechts ist wohl das Weibchen
Pinguintanz
Pinguintanz
Man steht sich gegenüber und hat den Partner im Blick
Pinguintanz
Jetzt ist das Männchen mit dem ritualisiertem Kopfschütteln an der Reihe
Pinguintanz
Pinguintanz
Nach dem ersten Kopfschütteln werden die Hauben am Hals wieder angelegt

Saharastaub-Sonnenuntergang

Saharastaub-Sonnenuntergang
Saharastaub-Sonnenuntergang: Saharastaub in der Luft ermöglicht den ersten schönen Sonnenuntergang in 2022

Einen Saharastaub-Sonnenuntergang hatte die Wetter-App schon Mitte der Woche versprochen. Einen ganz besonderen, aussergewöhnlichen Sonnenuntergang sollte der Saharastaub in der Luft möglich machen. Am Mittwoch war es aber so wolkig, das es mit dem Sonnenuntergang nichts wurde.

Am Donnertag setzte sich das Wetter sogar mit Regen fort. Erst am späten Nachmittag klarte es auf und es wurde sonnig. Vielleicht die Chance auf einen Sonnenuntergang? Als die Sonne hinter den Hügeln am Horizont verschwand, sah der Himmel zwar etwas gelblich aus, aber nicht gerade besonders. Aber mit zunehmender Dunkelheit kam dann doch noch das Spektakel in Rot.

Ob das nun ein aussergewöhnlich intensiver Sonnenuntergang war? Das soll jeder für sich selbst entscheiden. Schön war er auf jeden Fall!

Saharastaub-Sonnenuntergang
Saharastaub-Sonnenuntergang
Das Flugzeug fliegt in den Sonnenuntergang und in Richtung Flughafen Düsseldorf
Das Gelb ist fast verschwunden und die Dunkelheit gewinnt langsam die Oberhand