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Ein aussergewöhnlicher Gast

Ein aussergewöhnlicher Gast

Ein aussergewöhnlicher Gast: Ein gelber Kanarienvogel lebt seit Montag im Innenhof

Seit Montag haben wir auf der Arbeit einen aussergewöhnlichen Gast im Innenhof. Ein gelber Kanarienvogel hat sich dort eingenistet. Er ist nicht scheu, hat aber trotzdem noch eine Fluchtdistanz. Vermutlich ist er irgendwo entflogen. Hat aber nicht vor, seine Freiheit wieder aufzugeben. Deshalb ist es auch noch keinem gelungen, den Vogel einzufangen. Er lässt einen bis auf einen halben Meter heran, geht aber nicht auf die Hand. Dann flüchtet er immer. Auch Versuche ihn mit Hilfe von Laborkitteln oder Decken einzufangen sind gescheitert.

Ein schlauer Kanarienvogel

Schlau genug scheint er zu sein, um da draußen in der Freiheit zu überleben. Zumindest für den Moment. Die größte Sorge der Kollegen ist die Kälte und der kommende Winter. Natürlich eine berechtigte Sorge. Oft wird das bei wärmeliebenden Vögel aus dem Süden aber auch falsch eingeschätzt. Selbst Bienenfresser und Papageienarten haben kein Problem mit etwas Kälte. Halsbandsittiche leben mittlerweile zahlreich das ganze Jahr in Deutschland. Das Problem ist bei exotischen Vögeln eher die fehlende Nahrung in der kalten Jahreszeit.

Aber wenn man den kleinen Kanarienvogel so sieht, wünscht man ihm schon ein warmes Plätzchen. Die zweite große Sorge ist, dass er mit seiner auffälligen Farbe zu einer leichten Beute wird. Dabei haben die Kollegen die Elstern und Rabenkrähen im Blick, die sie als fiese Vogeljäger sehen. Klar, die Rabenvögel plündern Vogelnester und fressen Jungvögel aus den Nestern anderer Vögel. Aber einen beweglichen, gesunden Vogel werden sie nicht kriegen. Dafür ist der Kanarienvogel auch zu schlau. Für einen Sperber oder einen anderen Greifvogel wäre er dagegen eine gute Beute. Der Innenhof ist groß genug und bietet Platz für einen erfolgreichen Angriff.

Alles für den kleinen, aussergewöhnlichen Gast

Andererseits bietet der Innenhof Schutz vor Katzen und Wind und ist deshalb gut gewählt. Auch die Nähe zum Menschen passt natürlich für den Kanarienvogel. Die Rabenkrähen und Elstern werden von den Kollegen schon seit Monaten mit Walnüssen gefüttert und für den Kanarienvogel wurde mittlerweile ein kleiner Vogel-Freizeitpark aufgebaut. Von einem Pappkartonhaus bis zu einer Wohnhöhle die man an einen Baum hängen kann. Futter und Wasser natürlich inklusive. Dabei nimmt der Vogel Wasser gerne an, sucht sich sein Futter aber sonst meistens selbst im Gras und auf den Steinen.

Er kommt selbst klar und nimmt auch die diversen von Menschen gebauten Behausungen nicht an. Er scheint seine Freiheit zu genießen und sonnt sich gerne. Zu den Gegenständen, die man ihm anbietet ist mittlerweile auch noch ein alter Vogelkäfig hinzugekommen.

Wer ist schlauer, Mensch oder Vogel?

Denn schließlich braucht er ja Schutz und muss immer noch gefangen werden. Schlau wie man als Mensch ist, hat man ihn auf den Rasen an die Lieblingsstelle des Vogels gestellt. Der bewegte sich zuerst immer in einem Radius von einem halben Meter um den Käfig herum. Denn er ist schlauer! Ich habe das gleich gesagt, dass er zu schlau ist, um in den Käfig zu gehen. Wer von uns würde denn schon freiwillig in einen Käfig gehen? Und vielleicht kennt er auch gar keinen Käfig, weil er aus einer Voliere abgehauen ist.

Da habe ich mich aber etwas getäuscht, denn die Kollegen nutzen auch Futter im Käfig, um den Vogel hinein zu locken. Heute Morgen saß er dann das erste Mal im Käfig und hat das Futter gefressen. Danach hat er aber den Käfig wieder verlassen und nicht mehr betreten.

Ich stelle mir jetzt die Frage, kann ich einen Kanarienvogel für meine Bird-Challenge zählen? Bei der Stunde der Sommer- und Wintervögel, der Zählung der Vögel in Gärten und Parks werden jedes Mal diverse exotische Arten mitgezählt. Da ist wirklich alles dabei. Dass ich mir immer denke, ist das Spaß oder sind da draußen wirklich so viele exotische Arten unterwegs und überleben die auch noch? Ich selbst habe vor Jahren einen Papagei-ähnlichen Vogel gesichtet, aber sonst begegnen mir keine exotischen Vögel.

Der Vogel braucht einen Namen!

Die Zukunft des Kanarienvogels bleibt spannend. Die nächsten Tage werden nochmal sehr warm, der Sommer kommt zurück. Aber danach? Wird er nochmal in den Käfig gehen? Finden wir vielleicht sogar noch seinen Besitzer?

Während die Arbeitskolleginnen immer sehr besorgt sind, sind die männlichen Kollegen mehr neugierig und pragmatisch. Der Vogelkäfig wurde schnell bei Ebay gekauft und einen Namen muss der Vogel natürlich auch noch haben! Er heißt jetzt Brutus. Weil er sieht doch auch total aus wie ein Brutus! Da gibt es dann auch keine Diskussion mehr darüber.

Jetzt muss Brutus das Wochenende alleine überstehen. Ich denke, er schafft das locker. Vielleicht fehlt ihm etwas die Gesellschaft und diese ständig nervenden Zweibeiner. Das könnte etwas langweilig werden. Ich bin gespannt ob er Montag noch da ist und werde darüber berichten.

Neue Sichtungen im August

Neue Sichtungen im August

Neue Sichtungen im August : Die ersten Zugvögel, hier ein Braunkehlchen

Um wieder in den Monatsrhythmus mit den Sichtungsbeiträgen zu kommen, gibt es neue Sichtungen im August diesmal wieder pünktlich zum Ende des Monats. In den letzten Tagen ist deutlich mehr los in der Vogelwelt. Wenn auch lange nicht so viel wie letztes Jahr im August. Es gibt deutlich weniger Hausrotschwänze zu sehen, wobei sie immer noch die häufigsten Vögel auf meiner Runde sind.

In den letzten Tagen waren aber schon die ersten Zugvögel am Hordtberg zu sehen. Auf den Zaunpfählen konnte ich zweimal Braunkehlchen sichten und am Samstag einen Steinschmätzer. Da ich einen Steinschmätzer schon auf dem Vogelzug im Frühling sah, hat der schon die Nr. 46. Das Braunkehlchen als neue Sichtung ist die Nr. 77.

Der Zwergtaucher von der Kiebitzwiese ist die Nr. 74 und die Lachmöwe die Nr. 75. Der junge Kuckuck darf natürlich auch nicht fehlen, er ist meine Nr. 76 für dieses Jahr.

Den Abschluss für diesen Moment macht einer unser kleinsten Vögel als Nr. 78, das Sommergoldhähnchen. Auch wenn es immer ziemlich schlecht gelaunt aussieht, ist dieser kleine Angry bird doch immer wieder ein Highlight. So klein und immer so schnell und flink zwischen den Zweigen und Blättern unterwegs, das man froh ist wenn man ein Foto gemacht hat.

Insgesamt eine sehr schöne Mischung, wie ich finde!

 

Neue Sichtungen im Juli

Neue Sichtungen im Juli

Neue Sichtungen im Juli: Unsere größte Drossel, die Misteldrossel. Meine Nr. 72 für dieses Jahr

Neue Sichtungen werden für mich im Moment immer schwieriger. Es ist sehr heiß und die Vögel befinden sich zum Teil seit Juli noch in der Mauser. Deshalb bedeutet neue Sichtungen im Juli auch eigentlich den Zeitraum von Mitte Juli bis Mitte August. Der Zeitraum ist da bei mir im Moment etwas flexibel.

Bei Exkursionen sehe ich im Moment nicht viele Vögel. Dabei hat der Vogelzug schon begonnen und die ersten Vögel verlassen Deutschland und die ersten Zugvögel aus Nord- und Osteuropa erreichen uns schon. So werden schon die ersten Braunkehlchen und Steinschmätzer gesichtet.

Ich hatte leider nicht das Glück und bin froh, wenn ich überhaupt etwas sichte. Immerhin konnte ich mit dem Bluthänfling ( Nr. 70 ), dem Baumpieper ( Nr. 71 ) , der Misteldrossel ( Nr. 72 ) und dem Grauschnäpper weitere vier Arten für dieses Jahr sichten. Damit habe ich jetzt 73 Arten in diesem Jahr gesichtet.

Besonders mit der Bestimmung der Misteldrossel tue ich mich immer schwer. Man kann sie halt leicht mit der Singdrossel verwechseln. Beim Baumpieper und dem Grauschnäpper reicht meist ein prüfender Blick auf die Fotos.

Die Bienenfresser sind ausgeflogen

Die Bienenfresser sind ausgeflogen

Die Bienenfresser sind ausgeflogen, sie haben die Sandgrube verlassen

Heute war ich noch einmal am Brachter Wald und es scheint, die Bienenfresser sind ausgeflogen! Es waren keine Bienenfresser mehr in den Sandgruben zu sehen. Die Jungvögel haben damit in der letzten Woche die Bruthöhlen verlassen. Nach dem Verlassen der Bruthöhlen verlässt die Gruppe aus Erwachsenen und Jungvögeln den Brutbereich und die Sandgrube oft sehr schnell und geht in der Umgebung auf Nahrungssuche.

Leider die Jungvögel verpasst

Es waren keine Bienenfresser mehr im Umkreis der Sandgruben zu sehen. Leider konnte ich dieses Jahr nicht beobachten wie viele Jungvögel es waren und wie groß die Gruppe ist. Ich besuchte noch das Naturschutzgebiet Elmpter Schwalmbruch um dort vielleicht die Bienenfresser zu sichten. Aber auch dort waren sie nicht zu sehen. Die Gruppe kann jetzt überall in der Umgebung auftauchen.

Der Elmpter Schwalmbruch bietet sich zur Nahrungssuche an, es ist ein sumpfiges Gebiet mit Wasserflächen mit vielen Insekten und Libellen. Auch früher sind die Bienenfresser dort schon gesichtet worden.

Umherziehende Bienenfresser im ganzen Land

Umherziehende Bienenfresser können mittlerweile im ganzen Land gesichtet werden. So tauchen in meiner alten Heimat Westfalen im Kreis Soest und Hamm in den letzten Tagen immer wieder Bienenfresser zur Nahrungssuche an der Lippe auf. Im Naturschutzgebiet Oberwerrieser Mersch in Hamm und an der Disselmersch im Kreis Soest wurden sie gesichtet. Dort in der Nähe wurden schon im Juli erste Bienenfresser gesehen.

Mit einer Brutkolonie muss das nicht unbedingt zu tun haben, da die Bienenfresser oft umherziehen. Aber vielleicht bietet sich eine Steilwand an der Lippe doch einmal für einen Brutversuch an. Zu hoffen wäre es! Auf die neuesten Bestandszahlen der Bienenfresser bin ich auf jeden Fall gespannt. Vielleicht sind sie dieses Jahr weiter angestiegen.

Bescheidene Lage in Nordrhein-Westfalen

Die Lage der Bienenfresser in Nordrhein-Westfalen bleibt wohl weiter eher bescheiden. Am ehemaligen Brutplatz in der Sandgrube am Naturschutzzentrum Bruchhausen in Erkrath sind auch dieses Jahr keine Bienenfresser aufgetaucht. Ich hoffe das bald mehr Bienenfresser nach NRW kommen.

Die Saison der Bienenfresser am Brachter Wald ist wohl beendet. Eine besondere Saison. Bei meinen letzten Besuchen war es deutlich ruhiger am Brachter Wald als in den letzten Jahren. Vielleicht auch eine Folge vom Coronavirus? Dann hatten die Bienenfresser vielleicht eine ruhige Brutsaison.

Direkt auf den Weg in den Süden werden sich die Bienenfresser noch nicht machen. Sie werden sich als Gruppe noch genug Reserven für den anstrengenden Flug in die Winterquartiere anfressen. Dabei kann es auch vorkommen, das sie sich mit weiteren Bienenfressern zu Gruppen sammeln. Die Reise in die Winterquartiere in Afrika starten sie dann Ende August/Anfang September.

Ich hoffe das sie nächstes Jahr wieder zum Brachter Wald zurückkommen. Bis dahin ist eine lange Wartezeit angesagt.

Neuigkeiten und neue Sichtungen

Neuigkeiten

Neuigkeiten und neue Sichtungen : Blick vom Bauernhof über das Dorf zum Geißkopf und zum Einödriegel

Die Neuigkeiten sind erstmal wichtiger als die neuen Sichtungen. Hier ist es ja mit den Neuigkeiten etwas still geworden. Das liegt daran, das ich mit der Zeilenzauberin Charlotte 14 Tage auf einem Bauernhof im Bayerischen Wald war. Und dort gab es kein Internet und teilweise war auch das Netz nur sehr schlecht.

Kein Internet auf dem Bauernhof

Das war leider so nicht zu erwarten, sonst hätte ich vorher noch einen Beitrag dazu geschrieben. Aber im Leben kommt es ja oft etwas anders als man denkt. Nachdem das Netz schon eher schlecht war, wollte ich das Internet auf dem Bauernhof dann auch nicht ausprobieren.

Einfach einmal 2 Wochen ohne Internet, das ist doch auch eine tolle Sache! Einfach mal entspannen und die Natur genießen. Davon gibt es im Bayerischen Wald und auf einem Bauernhof doch reichlich zu entdecken. Es folgen in den nächsten Tagen auch einige Beiträge dazu. Allerdings stellte ich auf dem Bauernhof erstmal fest, das die Natur doch etwas anders war, als ich es erwartet hatte. Der Bayerische Wald gilt als klassisches Ziel für Naturfotografen. Immer eine Reise wert. Hat den ersten Nationalpark von Deutschland zu bieten.

“Kein Vogel am Himmel!”

Allerdings ist es nicht gerade ein Ziel, wenn man gerne Vögel beobachtet. Das stellte ich ziemlich schnell fest. “Hier ist kein Vogel am Himmel!” War leider mein Motto in den ersten Tagen. Nicht einmal eine Krähe oder Taube war zu sehen. Kein Greifvogel. Und das obwohl rund um den Bauernhof und dem kleinen Dorf mit nur 25 Hausnummern fast jeden Tag eine Wiese gemäht wurde. Das hätte hier in Langenberg sofort die Mäusebussarde, Turmfalken und Rotmilane angezogen.

Auch im Wald sah ich nicht einen Vogel. Nicht einmal die erhofften Spechte. Erst nach ein paar Tagen kamen mir so langsam die Gedanken, warum das so war. Vielleicht lag es einfach an der Höhe. Denn der Bauernhof lag mindestens auf 700 Meter Höhe. Hinter dem Hof ging es durch den Wald zu einem Aussichtsturm, mit der Höhenangabe 833 Meter. Da halten sich die Vögel vielleicht lieber im Tal auf, wo es mehr Nahrung gibt.

Auf dem Bauernhof gab es die typischen Kulturfolger unter den Vögel zu beobachten über die ich im nächsten Beitrag berichten werde. Meine neuen Sichtungen für den Juni und bis Mitte Juli waren der Schwarzmilan, die Nr. 65. Der Neuntöter Nr. 66 und die Tafelente als Nr. 67. Auf dem Bauernhof entdeckte ich noch die Feldsperlinge, die Nr. 68 für dieses Jahr. Ein typischer Vogel für ländliche Gegenden.

In den nächsten Tagen geht es jetzt wieder normal mit den Beiträgen weiter.

Neue Sichtungen im Mai

Neue Sichtungen im Mai

Neue Sichtungen im Mai : Dieses Goldammer Männchen singt

Meine neuen Sichtungen vom Mai sind eher übersichtlich ausgefallen. Was wohl an der noch laufenden Brutzeit und meinen laufenden Projekten liegt. Das Projekt den Rotmilan zu fotografieren, hat nur einigermaßen funktioniert. Das Gebiet, das ich als Tipp bekommen habe, war eher ein Reinfall. Im Mai wurden alle Wiesen im Umkreis von den Landwirten gemäht, was die Rotmilane angezogen hat, aber ich konnte nur ein paar gute Fotos machen.

Meine laufenden Projekte

Mein zweites Projekt war die Veröffentlichung meines E-Books über den Bienenfresser, was ich dann endlich Ende Mai geschafft habe.

Anfang Mai waren nur wenige Kleinvögel zu sehen. Die Brutzeit war wohl noch voll am Laufen. Mittlerweile sind im Garten wieder viele Singvögel aktiv. Der Nachwuchs macht wohl erste Ausflüge mit den Eltern.

Mein erster Schwarzstorch

Eine besondere Sichtung machte ich dann doch im Mai. Als ich oben auf dem Hordtberg war, um nach den Rotmilanen zu sehen, sah ich einen großen Vogel in der Ferne über Langenberg kreisen. Erst vermutete ich einen Greifvogel, durch den Sucher erkannte ich dann einen Weißstorch. Bei der Vergrößerung auf dem Display sah ich es aber sofort, es war ein Schwarzstorch! Mein erster Schwarzstorch überhaupt und die Nr. 60 für dieses Jahr. Leider wirklich sehr weit weg.

Die Nr. 58 und 59 gehen an zwei schnelle Flieger die seit dem Mai wieder da sind, die Mehlschwalbe und den Mauersegler. Leider zu schnell zum Fotografieren. Zwei weitere schnelle Flieger habe ich schon in dem Beitrag von gestern erwähnt, den Bienenfresser Nr. 62 und die Uferschwalbe Nr. 64. Damit bin ich jetzt

Auf der Suche nach dem Bienenfresser begleiteten mich einige männliche Goldammern, mein Nr. 61. Eine Goldammer trug auch noch Nistmaterial im Schnabel. Das Brutgeschäft ist für dieses Jahr noch lange nicht beendet.

Auch eine singende Dorngrasmücke konnte ich noch sichten, die Nr. 63.

Neue Sichtungen im April

Neue Sichtungen im April

Neue Sichtungen im April : Hallo, da bin ich!

Nach dem Besuch der Kiebitzwiese gab es so einige neue Sichtungen im April zu notieren. Wie ich schon geschrieben habe, waren es danach 57 Sichtungen in diesem Jahr. Aber ich fange erst weiter vorne an, beim Zaunkönig. Den hatte ich schon im März gesichtet, aber erst im April wollte ein wenig scheues Exemplar unbedingt fotografiert werden. Und das auch noch mit einem Ständchen!

Die anderen Vogelarten kann man mehr unter dem Motto die Unvollendeten sehen.  Da waren die Fotos nur ein Beleg. Die Nr. 44, die Mönchsgrasmücke  zeigte sich zwar an vielen Orten, leider immer hinter Ästen.

Einige andere Arten waren einfach zu weit weg. Der Flussregenpfeiffer und die Dohle waren die letzten beiden, die Nr. 56 und 57. Auch die Bachstelze als Nr. 45 war zu weit weg.

Näher dran zeigte sich ein bunter Star im Flachwasser, der war allerdings schon die Nr. 10 in diesem Jahr. Im Mai kommen jetzt noch einige Zugvögel zurück oder sind gerade eingetroffen. Warten muss ich noch auf die Mauersegler, Neuntöter und den Bienenfresser.

 

Der Steinschmätzer – Ein seltener Gast

Steinschmätzer

In der Position auf dem Zaunpfahl habe ich den Steinschmätzer erst nicht richtig wahrgenommen

Erst habe ich den Steinschmätzer gar nicht erkannt, so ein seltener Gast ist er bei uns in Deutschland. Ich war auf dem Hordtberg unterwegs und suchte das Feld ab. Einen männlichen Steinschmätzer hatte ich noch nie vorher gesehen. Deshalb habe ich erst gar nicht registriert, das dort ein Vogel auf dem Zaunpfahl saß.

Die Farben des Gefieders konnte ich nicht zuordnen und so dachte ich erst, da sitzt kein Vogel. Das sieht nur so aus. Nachdem ich die Suche auf dem Feld abgehakt hatte, fiel mir aber doch auf, dort sitzt etwas. Nachdem ich den Vogel dann fotografiert hatte, war mir klar, es ist ein männlicher Steinschmätzer. Ein Zugvogel und sehr selten in Deutschland. Meistens nur während der Zugzeit im Frühling und Herbst auf der Durchreise. Er ist bei uns vom Aussterben bedroht. Als Zugvogel überwintert er in Afrika. Und in Langenberg sind sie äußerst selten auf der Durchreise. Meistens sind sie in Nordrhein-Westfalen auf dem Haarstrang und in den Rieselfeldern von Münster zu sehen. Dort rasten sie häufiger

Auf dem Zug legt die Population aus Alaska sogar 30.000 km zurück! Sie fliegen über Nordrussland und Asien bis nach Ostafrika. Sie fliegen dabei mit 50 km/h und können  jede Nacht bis zu 450 km zurücklegen. Das ist aber abhängig vom Wind. Die Steinschmätzer, die man bei uns sieht, kommen vermutlich aus Grönland. Sie fliegen im Herbst über die Britischen Inseln und Helgoland nach Mitteleuropa und dann weiter Richtung Afrika und im Frühling dann die ganze Strecke zurück. Um in diese Richtung zu fliegen, hat dem Steinschmätzer Männchen der starke Ostwind in dieser Woche wahrscheinlich sehr geholfen.

Es machte Rast auf dem Hordtberg und flog dann vielleicht in der Nacht schon weiter. Da habe ich bei meiner Sichtung ziemlich viel Glück gehabt!

Das spuckende Rotkehlchen

Als ich das spuckende Rotkehlchen fotografiert habe, sah es für mich so aus, als würde es herzhaft gähnen. Die ruhende Haltung sprach dafür und ich freute mich darüber : “Ach herrlich, es gähnt!” Eine Sache die man bei Vögeln selten sieht und die eher so schön menschlich ist.

Später beim Betrachten der Fotos am Monitor war dann wieder einmal die Überraschung sehr groß. Wenn man dann sieht, was man da fotografiert hat. Und ein bißchen ist für mich die Perspektive noch ein Rätsel. Das Rotkehlchen hat wohl eine Beere im hohen Bogen ausgespuckt. Die Körperhaltung und die Flugkurve der Beere passt auf den Fotos nicht so ganz zusammen, aber so muss es gewesen sein. In dem Moment war das Ganze nicht zu erkennen. Und eine schöne Superzeitlupe hatte ich jetzt leider auch nicht so spontan geplant.

Aber gerade dafür liebt man diese spontanen und zufälligen Entdeckungen. Diese Überraschungen sind einfach schön und spannend!

Ein alter Bekannter

Ein alter Bekannter

Ein alter Bekannter, an der Handschwinge fehlen dem Mäusebussard ein paar Federm

Ich freue mich immer wieder, wenn ich bei den Tieren einen alten Bekannten wiedersehe. Beim Rotmilan vom letzten Beitrag hatte ich das Glück noch am gleichen Tag. Noch schöner ist es, wenn man Tiere nach längerer Zeit wiedersieht. Oft kann man aber gar nicht wissen, ob es ein alter Bekannter oder eine alte Bekannte ist. Da man Tiere ohne Kennzeichnung oft nur schwer genau erkennen kann. Bei Vögeln sind diese Kennzeichnungen Ringe, die häufig am Bein des Vogels befestigt werden. Manchmal auch an den Hälsen der Vögel. Diese Ringe haben Buchstaben und Zahlen und man kann so den Vogel identifizieren und auch melden. Und so auch erfahren, wo der Vogel beringt wurde und wo er schon überall gesehen wurde.

Ein alter Bekannter ist schwer zu erkennen

Seltener ist es, dass man Tiere an anderen Merkmalen identifizieren kann. Gerade bei Zugvögeln die in weit entfernten Ländern überwintern, weiß man nie welcher Vogel zurückkehrt. Ein gutes Beispiel dafür sind die Storchennester. Dort kann man versuchen, ob man Vögel wiedererkennen kann. An Merkmalen oder Ringen. Häufig ist es aber so, dass dort Vögel wechseln, wenn ein Partner nicht aus dem Süden zurückkehrt. Auch das ein komplett neues Paar das Storchennest besetzt, kommt oft vor. Leider hat man auch dort nie die Gewissheit ob es sich um bekannte Vögel handelt.

Da Tiere aber ihre Reviere behalten, kann man schon davon ausgehen, dass das Amselpaar im eigenen Garten oder das Elsternpaar aus der Nachbarschaft immer das gleiche ist. Nur hat man leider keine absolute Bestätigung dafür. Langfristige Beobachtungen können da helfen : Das Gimpel-Paar das in den letzten Wochen immer den Garten besucht hat, baut jetzt ein Nest im Lebensbaum unter dem Küchenfenster.

Das Erkennungsmerkmal sind die fehlende Federn

Manchmal gibt es bei Tieren so eindeutige Merkmale, das man sie leicht erkennen kann. So ging es mir letzte Woche, als ich einen Mäusebussard im Flug fotografiert habe. Dieser Mäusebussard hatte mehrere fehlende Federn an einer Handschwinge. Dort gab es eine Lücke im Gefieder. Und daran konnte ich ihn erkennen. Denn ich hatte ihn vor einem Jahr schon einmal fotografiert, im Februar  : Die Mäusebussarde vom Felderbachtal:

Hier zwei Fotos vom Februar 2019 zum Vergleich, die fehlenden Federn scheinen ihn also nicht zu behindern :

 

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