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Ein aussergewöhnlicher Gast

Ein aussergewöhnlicher Gast

Ein aussergewöhnlicher Gast: Ein gelber Kanarienvogel lebt seit Montag im Innenhof

Seit Montag haben wir auf der Arbeit einen aussergewöhnlichen Gast im Innenhof. Ein gelber Kanarienvogel hat sich dort eingenistet. Er ist nicht scheu, hat aber trotzdem noch eine Fluchtdistanz. Vermutlich ist er irgendwo entflogen. Hat aber nicht vor, seine Freiheit wieder aufzugeben. Deshalb ist es auch noch keinem gelungen, den Vogel einzufangen. Er lässt einen bis auf einen halben Meter heran, geht aber nicht auf die Hand. Dann flüchtet er immer. Auch Versuche ihn mit Hilfe von Laborkitteln oder Decken einzufangen sind gescheitert.

Ein schlauer Kanarienvogel

Schlau genug scheint er zu sein, um da draußen in der Freiheit zu überleben. Zumindest für den Moment. Die größte Sorge der Kollegen ist die Kälte und der kommende Winter. Natürlich eine berechtigte Sorge. Oft wird das bei wärmeliebenden Vögel aus dem Süden aber auch falsch eingeschätzt. Selbst Bienenfresser und Papageienarten haben kein Problem mit etwas Kälte. Halsbandsittiche leben mittlerweile zahlreich das ganze Jahr in Deutschland. Das Problem ist bei exotischen Vögeln eher die fehlende Nahrung in der kalten Jahreszeit.

Aber wenn man den kleinen Kanarienvogel so sieht, wünscht man ihm schon ein warmes Plätzchen. Die zweite große Sorge ist, dass er mit seiner auffälligen Farbe zu einer leichten Beute wird. Dabei haben die Kollegen die Elstern und Rabenkrähen im Blick, die sie als fiese Vogeljäger sehen. Klar, die Rabenvögel plündern Vogelnester und fressen Jungvögel aus den Nestern anderer Vögel. Aber einen beweglichen, gesunden Vogel werden sie nicht kriegen. Dafür ist der Kanarienvogel auch zu schlau. Für einen Sperber oder einen anderen Greifvogel wäre er dagegen eine gute Beute. Der Innenhof ist groß genug und bietet Platz für einen erfolgreichen Angriff.

Alles für den kleinen, aussergewöhnlichen Gast

Andererseits bietet der Innenhof Schutz vor Katzen und Wind und ist deshalb gut gewählt. Auch die Nähe zum Menschen passt natürlich für den Kanarienvogel. Die Rabenkrähen und Elstern werden von den Kollegen schon seit Monaten mit Walnüssen gefüttert und für den Kanarienvogel wurde mittlerweile ein kleiner Vogel-Freizeitpark aufgebaut. Von einem Pappkartonhaus bis zu einer Wohnhöhle die man an einen Baum hängen kann. Futter und Wasser natürlich inklusive. Dabei nimmt der Vogel Wasser gerne an, sucht sich sein Futter aber sonst meistens selbst im Gras und auf den Steinen.

Er kommt selbst klar und nimmt auch die diversen von Menschen gebauten Behausungen nicht an. Er scheint seine Freiheit zu genießen und sonnt sich gerne. Zu den Gegenständen, die man ihm anbietet ist mittlerweile auch noch ein alter Vogelkäfig hinzugekommen.

Wer ist schlauer, Mensch oder Vogel?

Denn schließlich braucht er ja Schutz und muss immer noch gefangen werden. Schlau wie man als Mensch ist, hat man ihn auf den Rasen an die Lieblingsstelle des Vogels gestellt. Der bewegte sich zuerst immer in einem Radius von einem halben Meter um den Käfig herum. Denn er ist schlauer! Ich habe das gleich gesagt, dass er zu schlau ist, um in den Käfig zu gehen. Wer von uns würde denn schon freiwillig in einen Käfig gehen? Und vielleicht kennt er auch gar keinen Käfig, weil er aus einer Voliere abgehauen ist.

Da habe ich mich aber etwas getäuscht, denn die Kollegen nutzen auch Futter im Käfig, um den Vogel hinein zu locken. Heute Morgen saß er dann das erste Mal im Käfig und hat das Futter gefressen. Danach hat er aber den Käfig wieder verlassen und nicht mehr betreten.

Ich stelle mir jetzt die Frage, kann ich einen Kanarienvogel für meine Bird-Challenge zählen? Bei der Stunde der Sommer- und Wintervögel, der Zählung der Vögel in Gärten und Parks werden jedes Mal diverse exotische Arten mitgezählt. Da ist wirklich alles dabei. Dass ich mir immer denke, ist das Spaß oder sind da draußen wirklich so viele exotische Arten unterwegs und überleben die auch noch? Ich selbst habe vor Jahren einen Papagei-ähnlichen Vogel gesichtet, aber sonst begegnen mir keine exotischen Vögel.

Der Vogel braucht einen Namen!

Die Zukunft des Kanarienvogels bleibt spannend. Die nächsten Tage werden nochmal sehr warm, der Sommer kommt zurück. Aber danach? Wird er nochmal in den Käfig gehen? Finden wir vielleicht sogar noch seinen Besitzer?

Während die Arbeitskolleginnen immer sehr besorgt sind, sind die männlichen Kollegen mehr neugierig und pragmatisch. Der Vogelkäfig wurde schnell bei Ebay gekauft und einen Namen muss der Vogel natürlich auch noch haben! Er heißt jetzt Brutus. Weil er sieht doch auch total aus wie ein Brutus! Da gibt es dann auch keine Diskussion mehr darüber.

Jetzt muss Brutus das Wochenende alleine überstehen. Ich denke, er schafft das locker. Vielleicht fehlt ihm etwas die Gesellschaft und diese ständig nervenden Zweibeiner. Das könnte etwas langweilig werden. Ich bin gespannt ob er Montag noch da ist und werde darüber berichten.

Neue Sichtungen im August

Neue Sichtungen im August

Neue Sichtungen im August : Die ersten Zugvögel, hier ein Braunkehlchen

Um wieder in den Monatsrhythmus mit den Sichtungsbeiträgen zu kommen, gibt es neue Sichtungen im August diesmal wieder pünktlich zum Ende des Monats. In den letzten Tagen ist deutlich mehr los in der Vogelwelt. Wenn auch lange nicht so viel wie letztes Jahr im August. Es gibt deutlich weniger Hausrotschwänze zu sehen, wobei sie immer noch die häufigsten Vögel auf meiner Runde sind.

In den letzten Tagen waren aber schon die ersten Zugvögel am Hordtberg zu sehen. Auf den Zaunpfählen konnte ich zweimal Braunkehlchen sichten und am Samstag einen Steinschmätzer. Da ich einen Steinschmätzer schon auf dem Vogelzug im Frühling sah, hat der schon die Nr. 46. Das Braunkehlchen als neue Sichtung ist die Nr. 77.

Der Zwergtaucher von der Kiebitzwiese ist die Nr. 74 und die Lachmöwe die Nr. 75. Der junge Kuckuck darf natürlich auch nicht fehlen, er ist meine Nr. 76 für dieses Jahr.

Den Abschluss für diesen Moment macht einer unser kleinsten Vögel als Nr. 78, das Sommergoldhähnchen. Auch wenn es immer ziemlich schlecht gelaunt aussieht, ist dieser kleine Angry bird doch immer wieder ein Highlight. So klein und immer so schnell und flink zwischen den Zweigen und Blättern unterwegs, das man froh ist wenn man ein Foto gemacht hat.

Insgesamt eine sehr schöne Mischung, wie ich finde!

 

Die Jungvögel von der Kiebitzwiese

Jungvögel von der Kiebitzwiese

Der diesjährige Kuckuck hat erfolgreich eine Raupe gefangen

Am Samstag bei meinem Besuch an der Kiebitzwiese sind mir die Jungvögel aufgefallen. Einige Jungvögel von der Kiebitzwiese sind etwas spät dran. Die Altvögel haben sich schon auf den Weg in den Süden gemacht. Einige Jungvögel sind noch alleine zurückgeblieben.

Die jungen Störche sind schon weg

Aber der Reihe nach, denn bei den Störchen fliegen zuerst die Jungvögel los. Beide Jungvögel von der Kiebitzwiese haben sich schon auf den Weg nach Afrika gemacht. Die beiden Altvögel standen zusammen im Nest und schienen nochmal in Ruhe Abschied zu nehmen von der Brutsaison. Sie tanken im Moment noch die Energiereserven auf und suchen Nahrung auf der Kiebitzwiese und im angrenzenden Wasserwerk.

Der erste einsame Jungvogel den ich sichtete war ein Neuntöter-Weibchen. Warum manche Vögel noch länger bleiben ist schwer zu sagen. Jeder Vogel ist halt anders. Da gibt es unterschiedliche Charaktere. Sie wird den Weg in den Süden dann halt später finden. Zwischendurch hat sie auf jeden Fall immer wieder erfolgreich Insekten gefangen.

Von Anfang an ohne eigene Eltern

Ebenfalls erfolgreich bei der Jagd war ein anderer Jungvogel, der sowieso von Anfang an ziemlich gut alleine klar kommen muss. Zumindest ohne seine leiblichen Eltern. Denn seine Mutter legt ein Ei in fremde Nester. Da ist doch wohl schon klar von wem ich rede? Für mich war es auf jeden Fall ein Highlight des Jahres, ich konnte einen jungen Kuckuck beobachten und fotografieren!

Zuerst habe ich den diesjährigen Kuckuck gar nicht erkannt und auf die Entfernung vermutet, das es ein Star ist. Der Jungvogel ist auch noch deutlich anders gefärbt als seine Eltern. Sehr dunkelbraun, fast schwarz gebändert.

Erst beim näher kommen erkannte ich den seltenen Vogel, der aus einem anderen Nest geschlüpft ist und so ohne Hilfe der eigenen Eltern den Weg ins Leben finden muss. Aus welchem Nest er wohl geschlüpft ist? Waren seine Eltern vielleicht Teich- oder Sumpfrohrsänger? Er hat sich auf jeden Fall prächtig entwickelt!

Später konnte ich den jungen Kuckuck noch aus nächster Nähe und bei der Jagd beobachten. Vermutlich werde ich einem Kuckuck nicht mehr oft so nahe sein!

Jungvögel sind schwer zu erkennen

Bei Jungvögeln muss man häufig mehrmals hinsehen, um sie eindeutig zu bestimmen. So auch bei den jungen Zwergtauchern, die ich auf der Ruhr fotografierte. Da auch diese beiden alleine nach Fischen tauchten, hatte ich auch keinen Vergleich zu einem Altvogel. Aber für junge Haubentaucher scheinen sie mir doch etwas klein zu sein. Wenigstens können sie noch in Ruhe wachsen, auf den Weg in den Süden müssen sie sich nicht machen.

Neue Sichtungen im Juli

Neue Sichtungen im Juli

Neue Sichtungen im Juli: Unsere größte Drossel, die Misteldrossel. Meine Nr. 72 für dieses Jahr

Neue Sichtungen werden für mich im Moment immer schwieriger. Es ist sehr heiß und die Vögel befinden sich zum Teil seit Juli noch in der Mauser. Deshalb bedeutet neue Sichtungen im Juli auch eigentlich den Zeitraum von Mitte Juli bis Mitte August. Der Zeitraum ist da bei mir im Moment etwas flexibel.

Bei Exkursionen sehe ich im Moment nicht viele Vögel. Dabei hat der Vogelzug schon begonnen und die ersten Vögel verlassen Deutschland und die ersten Zugvögel aus Nord- und Osteuropa erreichen uns schon. So werden schon die ersten Braunkehlchen und Steinschmätzer gesichtet.

Ich hatte leider nicht das Glück und bin froh, wenn ich überhaupt etwas sichte. Immerhin konnte ich mit dem Bluthänfling ( Nr. 70 ), dem Baumpieper ( Nr. 71 ) , der Misteldrossel ( Nr. 72 ) und dem Grauschnäpper weitere vier Arten für dieses Jahr sichten. Damit habe ich jetzt 73 Arten in diesem Jahr gesichtet.

Besonders mit der Bestimmung der Misteldrossel tue ich mich immer schwer. Man kann sie halt leicht mit der Singdrossel verwechseln. Beim Baumpieper und dem Grauschnäpper reicht meist ein prüfender Blick auf die Fotos.

Besuch bei den Bienenfressern

Besuch bei den Bienenfressern

Besuch bei den Bienenfressern : Am Morgen war es noch sehr bedeckt und auch die Bienenfresser zeigten sich nicht sehr aktiv

Ein Besuch bei den Bienenfressern am Brachter Wald war schon längst überfällig. War ich doch das letzte Mal Anfang Juni vor Ort. Eigentlich ist es für mich völlig ungewöhnlich zwei Monate nicht meine Lieblingsvögel zu besuchen. Aber schließlich war ich zwischendurch auch zwei Wochen im Urlaub.

Während den zwei Wochen im Urlaub habe ich häufiger gehört, dass das Wetter in NRW nicht so gut war. Zu kühl und zu feucht für den Juli. Keine so guten Bedingungen für die Bienenfresser in NRW. Als ich gestern morgen unterwegs war, war das Wetter auch noch sehr bedeckt.

Sind die Bienenfresser schon verschwunden?

Von den 35 Grad vom Vortag noch keine Spur. Auch von den Bienenfressern fehlte zunächst jede Spur. Hatten sie das Gebiet schon vorzeitig verlassen? Am 9. Juni bekam ich noch eine Mitteilung, das sogar eine Gruppe von sechs Bienenfressern am Brachter Wald gesichtet wurde.

Gestern Morgen war nicht einer zu sehen. Die Schwalben flogen und jagten Insekten. Aber die Bienenfresser waren ausgeflogen, vielleicht suchten sie schon in der Umgebung nach Nahrung.

Interessante Beobachtungen

Aber dann sah ich in der hinteren Sandgrube das Bienenfresser-Paar über der Grube fliegen. Dabei konnte ich aus der Entfernung interessante Beobachtungen machen. Erstmal zeigten die Bienenfresser, das sie exzellente Flieger sind. Fast mühelos segelten sie auf einer Stelle im Wind über der Grube. Immer wieder konnte ich danach dieses Verhalten beobachten. Die Bienenfresser flogen kurz über der Sandgrube um dann eine Stelle in einer niedrigen Steilwand anzufliegen. Um dann gleich wieder in die Luft zu starten. Diese Steilwand liegt an einer Stelle, an der sich die Bienenfresser schon Anfang Juni gerne aufhielten.

Die niedrige Steilwand ist typisch für die Bienenfresser. Dort legen sie gerne Brutröhren an. Sie bevorzugen solche Steilwände von 1 bis 3 Meter Höhe. Aus einer anderen Perspektive waren auch Löcher und Grabungsstellen zu erkennen. Ich habe die Steilwand auch fotografiert, aber nur für meine eigene Dokumentation. Aus Schutz für die Bienenfresser werde ich dieses Foto hier nicht zeigen.

Die Jungvögel noch nicht ausgeflogen?

Das Verhalten der Bienenfresser war interessant, aber schwer zu deuten. Da sich ihre Bewegungen auch sonst in Grenzen hielten, vermute ich das die Jungvögel die Bruthöhlen noch nicht verlassen haben. Gegen 11:30 Uhr kamen zwei Naturschützer vorbei, die die Sandgrube den Rest des Tages beobachtet haben.

Im Laufe des Vormittags konnte ich drei Bienenfresser im Flug beobachten und vier Vögel in einem ihrer Lieblingsbäume am Haupteingang zum Depot. Dort machte ich auch das einzige brauchbare Foto von meinem Lieblingsvogel.

In der Luft waren die Bienenfresser danach immer nur kurz zu sehen. Auch in der vorderen Sandgrube schienen noch Jungvögel versorgt zu werden. Immer wieder waren Flugaktivitäten der Altvögel an einem unbearbeiteten Sandhügel in der Grube zu sehen. In der Sandgrube waren erhebliche Erdbewegungen gemacht worden, aber dieser Sandhügel wurde vom Betreiber stehen gelassen. Das ist wirklich vorbildliche Zusammenarbeit mit dem Naturschutz!

Zwei getrennte Brutplätze?

Welchen Punkt die Altvögel dort anflogen, konnte ich nicht genau erkennen. Letztes Jahr am 4. August waren die Jungvögel schon ausgeflogen.

Deshalb könnte es jetzt auch noch sein, das die Jungvögel noch in den Bruthöhlen versorgt werden. Fotos gibt es diesmal von dem Bienenfresser nur eines, aber ich konnte andere Vögel und Insekten beobachten. Ein durchaus schönes Bluthänfling Männchen und einen Baumpieper. An einem Flieder gab es viele Zitronenfalter zu sehen und auf dem Sandweg eine blauflügelige Ödlandschrecke.

Sollte jemand in den nächsten Tagen einen Besuch bei den Bienenfressern machen, würde ich mich über eine Rückmeldung sehr freuen. Hier als Kommentar, über das Kontaktformular oder per Email. Vielleicht beobachtet jemand die ganze Gruppe mit den ausgeflogenen Jungvögeln.

Jetzt ist auch mein E-Book über den Bienenfresser bei allen bekannten Anbietern für 4,99 Euro erhältlich :

 

 

 

Neuigkeiten und neue Sichtungen

Neuigkeiten

Neuigkeiten und neue Sichtungen : Blick vom Bauernhof über das Dorf zum Geißkopf und zum Einödriegel

Die Neuigkeiten sind erstmal wichtiger als die neuen Sichtungen. Hier ist es ja mit den Neuigkeiten etwas still geworden. Das liegt daran, das ich mit der Zeilenzauberin Charlotte 14 Tage auf einem Bauernhof im Bayerischen Wald war. Und dort gab es kein Internet und teilweise war auch das Netz nur sehr schlecht.

Kein Internet auf dem Bauernhof

Das war leider so nicht zu erwarten, sonst hätte ich vorher noch einen Beitrag dazu geschrieben. Aber im Leben kommt es ja oft etwas anders als man denkt. Nachdem das Netz schon eher schlecht war, wollte ich das Internet auf dem Bauernhof dann auch nicht ausprobieren.

Einfach einmal 2 Wochen ohne Internet, das ist doch auch eine tolle Sache! Einfach mal entspannen und die Natur genießen. Davon gibt es im Bayerischen Wald und auf einem Bauernhof doch reichlich zu entdecken. Es folgen in den nächsten Tagen auch einige Beiträge dazu. Allerdings stellte ich auf dem Bauernhof erstmal fest, das die Natur doch etwas anders war, als ich es erwartet hatte. Der Bayerische Wald gilt als klassisches Ziel für Naturfotografen. Immer eine Reise wert. Hat den ersten Nationalpark von Deutschland zu bieten.

“Kein Vogel am Himmel!”

Allerdings ist es nicht gerade ein Ziel, wenn man gerne Vögel beobachtet. Das stellte ich ziemlich schnell fest. “Hier ist kein Vogel am Himmel!” War leider mein Motto in den ersten Tagen. Nicht einmal eine Krähe oder Taube war zu sehen. Kein Greifvogel. Und das obwohl rund um den Bauernhof und dem kleinen Dorf mit nur 25 Hausnummern fast jeden Tag eine Wiese gemäht wurde. Das hätte hier in Langenberg sofort die Mäusebussarde, Turmfalken und Rotmilane angezogen.

Auch im Wald sah ich nicht einen Vogel. Nicht einmal die erhofften Spechte. Erst nach ein paar Tagen kamen mir so langsam die Gedanken, warum das so war. Vielleicht lag es einfach an der Höhe. Denn der Bauernhof lag mindestens auf 700 Meter Höhe. Hinter dem Hof ging es durch den Wald zu einem Aussichtsturm, mit der Höhenangabe 833 Meter. Da halten sich die Vögel vielleicht lieber im Tal auf, wo es mehr Nahrung gibt.

Auf dem Bauernhof gab es die typischen Kulturfolger unter den Vögel zu beobachten über die ich im nächsten Beitrag berichten werde. Meine neuen Sichtungen für den Juni und bis Mitte Juli waren der Schwarzmilan, die Nr. 65. Der Neuntöter Nr. 66 und die Tafelente als Nr. 67. Auf dem Bauernhof entdeckte ich noch die Feldsperlinge, die Nr. 68 für dieses Jahr. Ein typischer Vogel für ländliche Gegenden.

In den nächsten Tagen geht es jetzt wieder normal mit den Beiträgen weiter.

Neue Sichtungen im Mai

Neue Sichtungen im Mai

Neue Sichtungen im Mai : Dieses Goldammer Männchen singt

Meine neuen Sichtungen vom Mai sind eher übersichtlich ausgefallen. Was wohl an der noch laufenden Brutzeit und meinen laufenden Projekten liegt. Das Projekt den Rotmilan zu fotografieren, hat nur einigermaßen funktioniert. Das Gebiet, das ich als Tipp bekommen habe, war eher ein Reinfall. Im Mai wurden alle Wiesen im Umkreis von den Landwirten gemäht, was die Rotmilane angezogen hat, aber ich konnte nur ein paar gute Fotos machen.

Meine laufenden Projekte

Mein zweites Projekt war die Veröffentlichung meines E-Books über den Bienenfresser, was ich dann endlich Ende Mai geschafft habe.

Anfang Mai waren nur wenige Kleinvögel zu sehen. Die Brutzeit war wohl noch voll am Laufen. Mittlerweile sind im Garten wieder viele Singvögel aktiv. Der Nachwuchs macht wohl erste Ausflüge mit den Eltern.

Mein erster Schwarzstorch

Eine besondere Sichtung machte ich dann doch im Mai. Als ich oben auf dem Hordtberg war, um nach den Rotmilanen zu sehen, sah ich einen großen Vogel in der Ferne über Langenberg kreisen. Erst vermutete ich einen Greifvogel, durch den Sucher erkannte ich dann einen Weißstorch. Bei der Vergrößerung auf dem Display sah ich es aber sofort, es war ein Schwarzstorch! Mein erster Schwarzstorch überhaupt und die Nr. 60 für dieses Jahr. Leider wirklich sehr weit weg.

Die Nr. 58 und 59 gehen an zwei schnelle Flieger die seit dem Mai wieder da sind, die Mehlschwalbe und den Mauersegler. Leider zu schnell zum Fotografieren. Zwei weitere schnelle Flieger habe ich schon in dem Beitrag von gestern erwähnt, den Bienenfresser Nr. 62 und die Uferschwalbe Nr. 64. Damit bin ich jetzt

Auf der Suche nach dem Bienenfresser begleiteten mich einige männliche Goldammern, mein Nr. 61. Eine Goldammer trug auch noch Nistmaterial im Schnabel. Das Brutgeschäft ist für dieses Jahr noch lange nicht beendet.

Auch eine singende Dorngrasmücke konnte ich noch sichten, die Nr. 63.

Neue Sichtungen im April

Neue Sichtungen im April

Neue Sichtungen im April : Hallo, da bin ich!

Nach dem Besuch der Kiebitzwiese gab es so einige neue Sichtungen im April zu notieren. Wie ich schon geschrieben habe, waren es danach 57 Sichtungen in diesem Jahr. Aber ich fange erst weiter vorne an, beim Zaunkönig. Den hatte ich schon im März gesichtet, aber erst im April wollte ein wenig scheues Exemplar unbedingt fotografiert werden. Und das auch noch mit einem Ständchen!

Die anderen Vogelarten kann man mehr unter dem Motto die Unvollendeten sehen.  Da waren die Fotos nur ein Beleg. Die Nr. 44, die Mönchsgrasmücke  zeigte sich zwar an vielen Orten, leider immer hinter Ästen.

Einige andere Arten waren einfach zu weit weg. Der Flussregenpfeiffer und die Dohle waren die letzten beiden, die Nr. 56 und 57. Auch die Bachstelze als Nr. 45 war zu weit weg.

Näher dran zeigte sich ein bunter Star im Flachwasser, der war allerdings schon die Nr. 10 in diesem Jahr. Im Mai kommen jetzt noch einige Zugvögel zurück oder sind gerade eingetroffen. Warten muss ich noch auf die Mauersegler, Neuntöter und den Bienenfresser.

 

Der Steinschmätzer – Ein seltener Gast

Steinschmätzer

In der Position auf dem Zaunpfahl habe ich den Steinschmätzer erst nicht richtig wahrgenommen

Erst habe ich den Steinschmätzer gar nicht erkannt, so ein seltener Gast ist er bei uns in Deutschland. Ich war auf dem Hordtberg unterwegs und suchte das Feld ab. Einen männlichen Steinschmätzer hatte ich noch nie vorher gesehen. Deshalb habe ich erst gar nicht registriert, das dort ein Vogel auf dem Zaunpfahl saß.

Die Farben des Gefieders konnte ich nicht zuordnen und so dachte ich erst, da sitzt kein Vogel. Das sieht nur so aus. Nachdem ich die Suche auf dem Feld abgehakt hatte, fiel mir aber doch auf, dort sitzt etwas. Nachdem ich den Vogel dann fotografiert hatte, war mir klar, es ist ein männlicher Steinschmätzer. Ein Zugvogel und sehr selten in Deutschland. Meistens nur während der Zugzeit im Frühling und Herbst auf der Durchreise. Er ist bei uns vom Aussterben bedroht. Als Zugvogel überwintert er in Afrika. Und in Langenberg sind sie äußerst selten auf der Durchreise. Meistens sind sie in Nordrhein-Westfalen auf dem Haarstrang und in den Rieselfeldern von Münster zu sehen. Dort rasten sie häufiger

Auf dem Zug legt die Population aus Alaska sogar 30.000 km zurück! Sie fliegen über Nordrussland und Asien bis nach Ostafrika. Sie fliegen dabei mit 50 km/h und können  jede Nacht bis zu 450 km zurücklegen. Das ist aber abhängig vom Wind. Die Steinschmätzer, die man bei uns sieht, kommen vermutlich aus Grönland. Sie fliegen im Herbst über die Britischen Inseln und Helgoland nach Mitteleuropa und dann weiter Richtung Afrika und im Frühling dann die ganze Strecke zurück. Um in diese Richtung zu fliegen, hat dem Steinschmätzer Männchen der starke Ostwind in dieser Woche wahrscheinlich sehr geholfen.

Es machte Rast auf dem Hordtberg und flog dann vielleicht in der Nacht schon weiter. Da habe ich bei meiner Sichtung ziemlich viel Glück gehabt!

Das spuckende Rotkehlchen

Als ich das spuckende Rotkehlchen fotografiert habe, sah es für mich so aus, als würde es herzhaft gähnen. Die ruhende Haltung sprach dafür und ich freute mich darüber : “Ach herrlich, es gähnt!” Eine Sache die man bei Vögeln selten sieht und die eher so schön menschlich ist.

Später beim Betrachten der Fotos am Monitor war dann wieder einmal die Überraschung sehr groß. Wenn man dann sieht, was man da fotografiert hat. Und ein bißchen ist für mich die Perspektive noch ein Rätsel. Das Rotkehlchen hat wohl eine Beere im hohen Bogen ausgespuckt. Die Körperhaltung und die Flugkurve der Beere passt auf den Fotos nicht so ganz zusammen, aber so muss es gewesen sein. In dem Moment war das Ganze nicht zu erkennen. Und eine schöne Superzeitlupe hatte ich jetzt leider auch nicht so spontan geplant.

Aber gerade dafür liebt man diese spontanen und zufälligen Entdeckungen. Diese Überraschungen sind einfach schön und spannend!

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