Der Kolkrabe ( Corvus corax )

Kolkrabe
Der Kolkrabe: Sie segelten zusammen am Himmel, hier drei Raben

Der Kolkrabe beschäftigt mich schon seit meiner Kindheit. Er ist der größte Rabenvogel und damit auch der größte Singvogel. Die Rabenvögel sind in unserem Leben sehr präsent. Es gibt kaum einen Tag, an dem wir nicht eine Rabenkrähe oder eine Elster sehen. Sie sind Kulturfolger und sehr intelligente Vögel.

In meiner Kindheit waren jeden Winter einige Saatkrähen auf einem Feld in der Nachbarschaft zu sehen. Das waren die ersten Vögel, die ich versuchte zu fotografieren.

Kolkrabe im Gebirge?

Einen Kolkraben wollte ich auch unbedingt sehen. Auf den Bildern in meinen Büchern sahen die ziemlich groß aus. Leider stand da auch, dass Kolkraben eher in den Bergen vorkommen. Jedes Mal wenn ich im Urlaub dort war, hielt ich Ausschau nach den schwarzen Vögeln und lauschte bei jedem Ruf, den ich in der Natur hörte. Ich sah Alpendohlen auf den Gipfeln der Berge und Tannenhäher in den Wäldern. Zwei weitere Rabenvögel aus meinen Büchern. Und ich sah immer wieder schwarze Vögel, die aber zu klein waren: Die Rabenkrähen.

Verwechslungen mit der Rabenkrähe

Die Rabenkrähen (oder auch Aaskrähen genannt) führen zu vielen Verwechselungen. Nicht nur beim Erkennen und bestimmen schwarzer Rabenvögel, auch beim Verständnis. Sie sind Krähen und eben keine Raben. Es sind nicht die Vögel aus den Sagen, Märchen und Geschichten. Wobei sich vermuten lässt, das es auch bei den Geschichten Verwechslungen der Vögel gegeben hat. Denn den Namen Raben- oder Aaskrähe hätte man für die Vögel nicht besser wählen können. Sie sehen aus wie die kleine Version eines Kolkraben und tauchen bei jedem Aas auf – wie der Kolkrabe. Beide Arten sind sehr intelligent.

Der Unterschied – neben der Größe – steckt auch im Namen. Es ist der Ruf, sie „krähen“ oder krächzen. Während der Kolkrabe viel tiefer und durchdringender ruft. Wenn man den Ruf hört, weiß man sofort, dass es sich um einen Kolkraben handelt. Der ist einfach unverwechselbar. Leider hörte ich den Ruf in meiner Kindheit nie.

In den letzten Jahren hörte ich den Ruf das erste Mal. Am Brachter Wald, als ich auf die Bienenfresser gewartet habe. Den Kolkraben sah ich aber nicht und die Hoffnung einen zu sehen, war bei mir eher gering. Dafür war auch die Verwechslungsgefahr zu groß. Vielleicht hatte ich schon ein paar Mal einen Kolkraben gesehen, ihn aber aus der Entfernung nie erkannt.

Am letzten Wochenende wurde mein „Problem“ dann ganz akut. Ich ging am Samstagnachmittag meine Runde in Velbert-Langenberg. Den Meyberg hoch bis zum Wald, ich war seit einem Monat nicht mehr dort oben gewesen. Natürlich sah ich Rabenkrähen auf den Wiesen. Oben am Waldrand angekommen, sah ich schwarze Vögel in der Luft, die mir „Komisch“ vorkamen. Ich weiß nicht, ob das jemand kennt, man beobachtet einen Vogel und hat irgendwie das Gefühl, das etwas anders ist. Diese schwarzen Vögel flogen sehr hoch und sie flogen nicht wie Rabenkrähen! Unsere Krähen sind sehr gute Flieger, attackieren gerne im Flug die Greifvögel. Aber sie sind sehr geradlinige Flieger. Sie machen Strecke durch Flügelschläge, von Punkt zu Punkt.

Segeln und tiefe Rufe im Flug

Diese schwarzen Vögel segelten aber am Himmel, wie Greifvögel! Das war ein Punkt, den ich vorher nicht kannte. Die Kolkraben segeln gerne, weil sie es bei ihrer Größe und Flügelspannweite auch gut können. Das war mir in dem Moment aber noch nicht klar. Die Vögel verschwanden und ich ging später weiter den Hügel hinauf. Dort hörte ich dann den durchdringenden Ruf. Ein tiefes „Grog“ das besonders im Flug gerufen wird. Ich wusste sofort, gleich könnte etwas passieren. Aber obwohl ich vorgewarnt war, konnte ich die beiden Kolkraben nicht besonders eindeutig fotografieren.

Besonders groß erschienen sie mir nicht, aber die Stimme war eindeutig! Vielleicht waren es ja zwei Jungvögel aus der Vierergruppe, die ich am Himmel fotografiert hatte. So war ich am Abend vor dem Rechner ziemlich sicher, dass ich endlich meine ersten Kolkraben gesehen hatte!

Aber damit nicht genug! Am Sonntag fuhr ich zum Brachter Wald, um wieder einmal die Bienenfresser zu suchen. Und ich hörte wieder dieses „Grog“! Ohne etwas zu sehen. Ein schwarzer Vogel saß in einer Kiefer der Sandgrube, aber zu tief um die Größe zu erkennen. Aber dann sah ich wieder zwei segelnde Kolkraben über der benachbarten Deponie. Ich hätte nicht gedacht, dass das der Schlüssel für die Erkennung sein würde und erst recht nicht, das ich sechs Kolkraben an einem Wochenende sehen würde. Nach all den Jahren!

Insgesamt waren es Vier, vielleicht zwei Altvögel Links und Rechts und zwei Jungvögel in der Mitte
Kolkrabe
Typisch für den Kolkraben, der dicke Hals und der runde Schwanz
Kolkrabe
Auch der kräftige Schnabel ist ein Merkmal
Kolkrabe
Bei einer Rabenkrähe wäre das Schwanzende gerade
Die Kolkraben am Brachter Wald waren zu weit weg. Der runde Schwanz ist aber erkennbar.

3 Kommentare

  1. Glückwunsch zur Sichtung. Das war bestimmt ein tolles Gefühl!

  2. Vielen Dank, Tanja! Es war sehr aufregend für mich! 🙂

  3. Ja, das ist wirklich immer schwer.
    Für mich ist das ausschlaggebende Merkmal der keilförmige Schwanz.
    Supi !!!

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