Das Buchfink Weibchen

Buchfink Weibchen

Das schlichte, hellbraune Buchfink Weibchen

Das Buchfink Weibchen ist ein gutes Beispiel für ein Problem, das viele Laien beim Bestimmen von Vogelarten haben. Beim Buchfink sehen die Geschlechter verschieden aus. Während das Buchfink Männchen eine leuchtend rote Brust und einen hellblauen Hinterkopf hat, ist das Weibchen eher schlicht hellbraun gefärbt. Die verschiedene Gefiederfärbung bei den Geschlechtern und bei Jungvögeln kann bei weniger häufigen Vogelarten auch für viele Experten zum Problem werden.

Ein unbekannter Vogel im Garten, das Buchfink Weibchen?

Oft höre ich von Bekannten den Satz, „Da war ein hellbrauner Vogel auf der Wiese im Garten.“ . Diese Beschreibung ist natürlich sehr allgemein. Aber in einem Garten schränkt das die Kandidaten schon etwas ein. Es könnte eine Heckenbraunelle gewesen sein, bei der beide Geschlechter gleich aussehen. Oder ein Spatz, bei dem gerade das Weibchen schlicht hellbraun ist. Aber einen Spatz kennen die meisten Leute. Wahrscheinlich war es eben ein Buchfink Weibchen. Als unser häufigster Brutvogel ist der Buchfink weit verbreitet. Und wenn man Buchfink sagt, meint man immer das bunte Männchen.

Bunte Vögel

Es fällt leichter, sich bunte Vögel zu merken und sie zu erkennen. Die besten Beispiele sind zwei unserer häufigsten Vögel, die Kohl- und die Blaumeise. Da hat jeder sofort ein eindeutiges Bild vor Augen. Da gibt es kaum Unterschiede zwischen den Geschlechtern. Während man beim Buchfink das schlichte Weibchen einfach kaum kennt.

Der Buchfink ist bei den einheimischen Vögeln aber auch eine Besonderheit. Selten sind die Unterschiede bei den Geschlechtern so groß. Ein anderes Beispiel dafür ist die Stockente. Bei der der Erpel auch sehr farbenprächtig ist, während das Weibchen braun gefärbt ist. Auch bei allen anderen Enten gibt es die auffällig gefärbten Männchen und die meist einfarbigen Weibchen.

Wenn dann noch die Jungvögel dazu kommen, die wieder ganz anders gefärbt sind, wird die Bestimmung für jeden schwierig. Selbst als geübter Beobachter, Naturfotograf oder Ornithologe sieht man immer wieder Vögel, die man nicht eindeutig bestimmen kann.

Wenn dann noch Raritäten dazu kommen, die als Zugvögel unterwegs sind oder sich gar völlig verflogen haben, kann man nur noch in Bestimmungsbüchern oder im Internet nachsehen. Die Vögel machen es uns mit ihrem Aussehen nicht leicht. Die Säugetiere sind selbst als Jungtiere leicht zu erkennen.

Deshalb werde ich in diesem Beitrag einige Vögel, die jeder bei einem Spaziergang sehen kann, als Männchen und Weibchen nebeneinander zeigen :

8 Kommentare

  1. Wie schön, daß hier die Vogeldamen nicht, wie so oft, zu kurz kommen. Eigentlich sollten wir immer beide Geschlechter zusammen lernen.
    Liebe Grüße,
    Tanja

    • Ich versuche immer alle Vögel zu bestimmen. Das ist bei den Weibchen oft schwieriger und man muss sich viel länger mit ihnen beschäftigen. Noch schwieriger wird es bei den Jungvögeln, wo es noch weniger Fotos gibt. Leider werden eben häufig nur die bunten Männchen gezeigt.
      Liebe Grüße, Michael

  2. Zu meinem Bedauern, haben die Buchfinken in meinem eigenen Garten, rasant abgenommen . Es sind nur noch sehr wenige an den Futterstellen zu beobachten.

    • Im letzten Winter waren die Buchfinken recht häufig. Jetzt haben sie auch schon wieder begonnen, ihre Plätze in den Siedlungen zu besetzen. Ich werde versuchen das zu beobachten, ob es dieses Jahr weniger sind.

  3. Die Stockentenmännchen sind doch in der Nichtbrutsaison nicht so farbstark und den Weibchen ähnlicher. Hast Du vielleicht eine Aufnahme dazu? Mich würde das sehr interessieren, wie groß die Ähnlichkeit dann ist. Beim googeln habe ich nichts Anschauliches gefunden (vielleicht nicht günstig gesucht…). In Svensson und Jonsson sind ja Zeichnungen, aber ich sähe gerne mal eine gute Aufnahme.

    • Eine sehr gute Frage! Es ist ja bei anderen Entenarten ähnlich und auch das Buchfink-Männchen ist nicht immer so farbstark. Ich muss jetzt wirklich überlegen, ob ich das bei einem Stockenten Männchen schon einmal bewusst beobachtet habe. Das Foto, das ich verwendet habe, ist von Anfang November 2018. Was außerhalb der Brutsaison liegt, aber die Männchen fangen dann untereinander durchaus schon mit Paarungs- und Reviergehabe an. Alle anderen Männchen, die ich an dem Tag fotografiert habe, hatten ähnliches Gefieder.

      Im Februar sind die Stockenten und Buchfinken Männchen schon im Prachtkleid. Ich glaube, im Schlichtkleid ist der Kopf beim Stockenten Erpel nicht so leuchtend grün. Ich werde meine Fotos nochmal durchsehen.

      • Ich werde jetzt auch darauf achten, ob ich Stockenten sehe, die den Zeichnungen bei Svensson/ Jonsson ähneln. Stockenden sind so schön, da ist das Hinschauen ja zu jeder Zeit ein Genuss. 🙂

        • Oh ja, Stockenten sind tatsächlich zu jeder Zeit schön und deshalb habe ich sie auch immer fotografiert und dabei sogar dokumentiert, wie die Männchen im Schlichtkleid aussehen! 😀
          Es war mir aber wirklich nicht bewußt, sonst hätte ich es im Beitrag erwähnt. Sie sehen dann am Kopf fast so aus wie die Weibchen. Ob sie irgendwann in der Mauser den Weibchen noch ähnlicher sehen, ließ sich auf meinen Fotos nicht erkennen. Ich erstelle mal einen Beitrag mit den Fotos. 🙂

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