Die Bienenfresser am Brachter Wald

Die Bienenfresser am Brachter Wald

Die Bienenfresser sind zurück

Am Sonntag bin ich Richtung niederländische Grenze gefahren, um die Bienenfresser am Brachter Wald zu suchen. Das Thermometer zeigte 32 Grad an, optimales Wetter für einen wärmeliebenden Vogel wie den Bienenfresser. Vom letzten Jahr war ich dieses Klima auch gewohnt. Es war immer so warm, wenn ich am Brachter Wald war.

Als ich an der Sandgrube am Haupteingang des ehemaligen Nato-Munitionsdepot ankam, sah ich sofort die Veränderungen. Man hatte den Abbau in der Sandgrube deutlich vergrößert und wird wohl große Blöcke Lehm abbauen. Das konnte für die Bienenfresser am Brachter Wald eigentlich nicht gut sein. Auch die Kolonie der Uferschwalben hatte den Standort gewechselt. Deutlich näher in Richtung Abbauzone. Die Uferschwalben scheinen weniger empfindlich und scheu zu sein, wie die Bienenfresser.

Der Betreiber achtet auf die Bienenfresser

Die Betreiber der Sandgrube sind aber sehr aufgeschlossen und hilfreich, was den Schutz der Bienenfresser betrifft. Ob auch die Uferschwalben davon profitieren, ist mir nicht bekannt. Als ich aber die Sandgrube sah, hatte ich wenig Hoffnung, dass die Bienenfresser dort sind. Nicht nur die Menschen hatten die Umgebung sehr verändert, auch die Natur selbst hatte nicht geruht. Die Bäume und Sträucher sind gewachsen. Die Sicht ist jetzt oft behindert. Ich suchte die Birken ab. Es war nichts zu sehen.

Doch dann sah ich in der hintersten Ecke der Sandgrube einen Vogel fliegen und in der Steilwand verschwinden. Das konnte nur ein Bienenfresser sein! Sie hatten sich also so weit wie möglich vom Betrieb der Sandgrube entfernt. Letztes Jahr wusste ich nicht, wo sich die Bruthöhlen befinden, aber jetzt war es eindeutig. Immer wieder flogen einzelne Vögel in die Steilwand neben dem Eingang zum Brachter Wald.

Sie sind zurück am Brachter Wald

Sie sind also wieder da! Es ist auf jeden Fall ein Paar, das ich immer wieder zusammen sah. Im Flug sah ich auch einmal drei Exemplare. Ich gehe erstmal von zwei Paaren aus. Das würde mit den Beobachtungen vom letzten Jahr übereinstimmen. Wo genau sich die Bruthöhlen befinden, war nicht zu sehen. Sie sind gut versteckt. Ob die Bienenfresser wieder so erfolgreich sein werden, wie letztes Jahr, wird sich zeigen.

Sie sind empfindlich bei Störungen

Alleine am Sonntag gab es zwei Störungen. Erst lief ein Fußgänger durch die Sandgrube und auch über die Steilwand und später kamen über der Steilwand drei Mountainbiker aus dem Unterholz. Keine Ahnung, warum man so etwas macht. Mit einem Mountainbike kann man sicher fast überall fahren, aber eine eingezaunte Sandgrube und überwuchertes Gelände ist wirklich kein Spaß und kein Gebiet, wo man sich aufhalten sollte. Und wirklich fahren konnten die Mountainbiker an der Stelle auch nicht mehr. Sie mussten schieben. Da kann man nur hoffen, dass so etwas ein Einzelfall ist.

Die Bienenfresser sind sehr empfindlich, was Störungen betrifft. Und als die Mountainbiker kamen, flog auch ein Pärchen direkt von den Bruthöhlen weg.

Ansonsten ist es einfach nur schön, das sie zurück sind. Das sie den langen Weg aus Afrika zurück geschafft haben und sich wieder für die Sandgrube am Brachter Wald entschieden haben. Sie werden wohl auch mit der Brut begonnen haben, denn sie waren nicht oft außerhalb der Bruthöhle zu sehen.

Am Rand des Verbreitungsgebietes sind einzelne Brutpaare durchaus üblich. Dann vergrößert sich aber alles schnell zu einer Kolonie oder die Ansiedlung verschwindet wieder. Der Bienenfresser ist wirklich nicht gerne allein.

Ich hoffe erstmal auf eine erfolgreiche Brut. Gebrütet wird etwa 20 bis 22 Tage. Und danach hoffe ich auf einen Fortbestand der Ansiedlung. Damit wir auch weiterhin Bienenfresser in NRW haben.

9 Kommentare

  1. Das sind ja schöne Nachrichten.

  2. Faszinierende Aufnahmen sind das und faszinierende Vögel sowieso.
    Ich freue mich für dich, dass du sie gefunden hast und hoffe mit dir, dass sie auch in den kommenden Jahren noch anzutreffen sind.
    Schade, dass so viele Menschen so unsensibel sind.
    Sie haben einfach kein Gespür für die Natur.
    Danke für den schönen Bericht und ganz liebe Grüße, Brigitte

    • Sie sind wirklich sehr faszinierend. Vielleicht hat es ja geholfen, das du mir Glück gewünscht hast! 🙂

      Ich freue mich sehr, das sie wieder da sind! 🙂

      Das geht bei diesen Menschen ja noch viel weiter. Die sind nicht nur unsensibel der Natur gegenüber, auch der Gesellschaft und dem fremden Eigentum. Da fehlt es praktisch an allem. Das ist Privatbesitz und ein Betriebsgelände. Und direkt nebenan ein ehemaliges Militärgelände, was auch noch eingezaunt ist und wo es sogar Bereiche gibt, die mit Stacheldraht abgesperrt sind. Wenn ich da aus dem Unterholz komme, dann habe ich eine Menge Energie dafür aufgewendet. Wahrscheinlich ist für solche Leute ein Zaun eine Aufforderung einzutreten.

      • Ich bin ja jeden Tag unterwegs und erlebe die unglaublichsten Sachen.
        Picknicken mit Grill im Naturschutzgebiet, Hunde, die in eben diesem von der Leine gelassen werden uvam.
        Wenn wir noch 1950 nur 2 Milliarden waren und heute 8 Milliarden scheint mir einfach kein Platz mehr für alle da zu sein und der Egoismus steigt gewaltig.
        Wir suchen gerade im Umkreis von Bremen nach Bienenfressern. Es soll welche geben, bloß wo ?
        Zu deinem Fundort ist es zu weit für uns.
        Schau’n wir mal.
        Freitag sind wir wieder mit dem NABU unterwegs.
        Liebe Grüße, Brigitte

        • Ich erlebe auch immer die unglaublichsten Sachen. Kann man sich meistens nicht einmal ausdenken.

          Ohne einen Hinweis auf einen Ort ist es sehr schwierig. Gelesen habe ich das auch, das es in Bremen welche geben soll. Ich drücke euch die Daumen, das ihr sie findet! Und viel Spaß bei eurer Exkursion am Freitag!
          Liebe Grüße, Michael

  3. Ich bin sooo neidisch. Bienenfresser zählen zu meinen absoluten Wunschvögeln!

    • Das geht mir auch immer noch so, das es meine Wunschvögel sind. Wenn man sie einmal gesehen hat, will man sie immer wieder sehen. Und ich bin auch immer neidisch wenn ich Fotos von Bienenfressern sehe. Ich drücke dir die Daumen, das du sie auch irgendwo sehen kannst!

  4. Sehr schöne Aufnahmen von diesen farbenfrohen Vögeln. In Gerolsheim / Rheinland-Pfalz ist auch eine stabile Population der Bienenfresser. Der NABU passt dort meines Erachtens auch gut auf diese einzigartigen Vögen auf, so dass sich die Population im Laufe der Jahre sehr gut entwickelt hat.

    Viele Grüße,
    Andreas

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